Masterarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historie und Zielsetzung des Risikostrukturausgleichs
3. Funktionsweise des Risikostrukturausgleichs bis 2008
3.1. Berechnung des Beitragsbedarfs
3.2. Berechnung der Finanzkraft
3.3. Ermittlung des Transfervolumens
3.4. Risikopool
3.5. Disease Management Programme
4. Wirkungen des Risikostrukturausgleichs bis 2008
4.1. Entwicklung des Transfervolumens zwischen den Krankenkassen
4.2. Entwicklung der Beitragssätze
4.3. Entwicklung der Versichertenbestände
4.4. Wirkungen des Risikopools
4.5. Wirkungen von Disease Management Programmen
4.6. Dysfunktionalitäten im Risikostrukturausgleich bis 2008
5. Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich im Gesundheitsfonds
5.1. Funktionsweise des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs
5.2. Anmerkungen zur Wirkung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Auswirkungen des Risikostrukturausgleichs (RSA) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das primäre Ziel ist die Analyse, inwieweit der RSA die an ihn gestellten Erwartungen hinsichtlich eines wettbewerblichen und solidarischen Ausgleichs zwischen den Krankenkassen erfüllt und welche Defizite durch die Reform zum morbiditätsorientierten RSA (MRSA) adressiert werden.
1. Einleitung
Im Rahmen des Gesundheitsstrukturgesetzes von 1992 hat der Gesetzgeber beschlossen, in der gesetzlichen Krankenversicherung ab 1996 die Kassenwahlfreiheit einzuführen. Damit wurden die Grundlagen für eine wettbewerbliche Orientierung der gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen, mit dem Ziel einer Effizienz- und Effektivitätssteigerung sowie einer Verbesserung der Qualität in der Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig sollte das Prinzip der Solidarität gewahrt bleiben. Die Wahlfreiheit wurde daher mit dem Kontrahierungszwang und Diskriminierungsverbot verbunden.
Ein wettbewerblicher Ordnungsrahmen vor dem Hintergrund des Solidaritätsprinzips erfordert Instrumente, die Wettbewerbsverzerrungen verhindern und Anreize der Krankenkassen zur Risikoselektion verringern. Aus diesem Grund wurde bereits 1994 ein finanzieller Ausgleichsmechanismus, der Risikostrukturausgleich, zwischen den Krankenkassen eingerichtet. Zentrale Funktion des Risikostrukturausgleichs ist es, den Wettbewerb und das Solidaritätsprinzip gleichermaßen zu sichern. Er hat insbesondere die Aufgabe, die Unterschiede in den Versichertenstrukturen zwischen den Versicherern zu neutralisieren, so dass die Kassen ihren Blick weg von dem Risiko der Versicherten hin zu deren Versorgung richten.
1. Einleitung: Vorstellung des Ziels der Kassenwahlfreiheit und der Notwendigkeit des RSA zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs unter Wahrung des Solidaritätsprinzips.
2. Historie und Zielsetzung des Risikostrukturausgleichs: Erläuterung der Hintergründe der GKV-Reform von 1992 und der Zielsetzung, Wettbewerbsverzerrungen durch ein zukunftsorientiertes Ausgleichssystem abzubauen.
3. Funktionsweise des Risikostrukturausgleichs bis 2008: Detaillierte Darstellung der Berechnungsmethodik von Beitragsbedarf und Finanzkraft sowie die Einbindung von Risikopool und Disease Management Programmen.
4. Wirkungen des Risikostrukturausgleichs bis 2008: Analyse der tatsächlichen Auswirkungen auf Transfervolumen, Beitragssätze und Versichertenbewegungen, ergänzt durch die Identifikation von Dysfunktionalitäten.
5. Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich im Gesundheitsfonds: Untersuchung der Reform zum MRSA ab 2009 und dessen Fähigkeit, die Schwächen des alten Systems durch direktere Morbiditätsmessung zu beheben.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit des RSA und des Übergangs zum morbiditätsorientierten Modell hinsichtlich der Erfüllung der gesundheitspolitischen Anforderungen.
Gesetzliche Krankenversicherung, Risikostrukturausgleich, RSA, Wettbewerb, Solidaritätsprinzip, Risikoselektion, morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich, MRSA, Gesundheitsfonds, Beitragsbedarf, Finanzkraft, Disease Management Programme, DMP, Versichertenstruktur, Beitragssatzgerechtigkeit
Die Arbeit analysiert die Entwicklung und die Wirkungsweise des Risikostrukturausgleichs (RSA) in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung seit 1994 bis hin zur Einführung des morbiditätsorientierten RSA.
Im Mittelpunkt stehen die Funktionsmechanismen des RSA, die Anreizwirkungen auf Krankenkassen sowie die ökonomischen Folgen für den Wettbewerb und die Beitragssatzentwicklung.
Das Ziel ist zu überprüfen, ob der RSA seine Aufgabe, Wettbewerbsverzerrungen durch ungleiche Versichertenstrukturen zu neutralisieren, erfüllt hat und wie sich die Reform zum MRSA auf diese Ziele auswirkt.
Es handelt sich um eine systematische Analyse von Finanzausgleichsmechanismen, gestützt auf eine quantitative Betrachtung von Transferdaten und Versichertenstrukturen sowie eine qualitative Evaluation der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Berechnung von Finanzkraft und Beitragsbedarf, den Wirkungen des Risikopools und von Disease Management Programmen sowie der empirischen Untersuchung von Kassenwechseln und Risikoselektion.
Die wesentlichen Begriffe sind Risikostrukturausgleich, Wettbewerbsverzerrung, Risikoselektion, Solidaritätsprinzip und Morbiditätsorientierung.
Der bisherige RSA bildete die gesundheitlichen Risiken der Versicherten nur demografisch (Alter/Geschlecht) ab, was Anreize für Krankenkassen schuf, gezielt gesunde Versicherte zu selektieren und kranke zu meiden.
Der Zusatzbeitrag zwingt Krankenkassen zu einer effizienteren Kostenstruktur, da sie bei Defiziten im Gesundheitsfonds ihre Mitglieder direkt zur Finanzierung heranziehen müssen, was den Wettbewerb um Qualität und Wirtschaftlichkeit verschärft.
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