Examensarbeit, 2010
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Außerschulische Lernorte
2.1 Einführende Bemerkungen
2.2 Begriffliche Hinweise
2.3 Zur Notwendigkeit des außerschulischen Lernens
2.4 Der methodische Dreischritt des außerschulischen Lernens
2.4.1 Die Vorbereitung
2.4.2 Die Durchführung
2.4.3 Die Nachbereitung
2.5 Kontaktformen mit außerschulischen Lernorten
2.5.1 Einmaliger Besuch
2.5.2 Erkundung
2.5.3 Projektarbeit oder Exkursion
2.6 Anmerkungen zur Lehrerrolle
2.7 Anmerkungen zur Sozialform
2.8 Anmerkungen zur Bewertung
2.9 Einsatz im Unterricht der Sekundarstufe I
2.9.1 Möglichkeiten
2.9.2 Ziele
2.9.3 Vorgehensweise
2.9.4 Lehrplanbezug
2.10 Vor- und Nachteile des außerschulischen Lernens
3. Historische Lernorte
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Allgemeine Erläuterungen
3.3 Das Potential historischer Lernorte
3.4 Ziele des Besuches historischer Lernorte
3.5 Zur Typologie historischer Lernorte
3.5.1 Idealtypus „Erkundung“
3.5.2 Idealtypus „Rekonstruktion“
3.5.3 Idealtypus „Deutung“
4. Gedenkstätten als außerschulische Lernorte
4.1 Definition Gedenkstätten
4.2 Gedenkstätten als Lernorte
4.3 Der Umgang mit dem Nationalsozialismus seit 1945 und die Entstehung von Gedenkstätten
4.4 Erziehung nach Auschwitz und die Forderungen an die Gedenkstättenarbeit
4.5 Ziele und Aufgaben der Gedenkstätten und derer Pädagogik
4.6 Allgemeine Hinweise für Gedenkstättenbesuche
4.6.1 Vorbereitung
4.6.2 Aufenthalt
4.6.3 Nachbereitung
4.7 Methoden der Gedenkstättenpädagogik
4.8 Grenzen der Gedenkstättenpädagogik
5. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
5.1 Zur Geschichte des Konzentrationslagers
5.1.1 KZ Oranienburg 1933-1934
5.1.2 KZ Sachsenhausen 1936-1945
5.1.3 Sowjetische Speziallager Sachsenhausen 1945-1950
5.2 Zur Entwicklung der Gedenkstätte
5.2.1 Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen 1961-1990
5.2.2 Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen seit 1993
5.2.3 Internationale Jugendbegegnungsstätte (IJBS) Sachsenhausen seit 2006
5.3 Vorstellungen der Gedenkstätte Sachsenhausen und der IJBS über Projektarbeit
5.3.1 Grundlegende Erläuterungen
5.3.2 Vorbereitungsphase
5.3.3 In der Gedenkstätte
5.3.4 Nachbereitung
5.3.5 Lernen am historischen Ort
5.3.6 Forschend-entdeckendes Lernen
5.3.7 Ausblick: Neue Zugänge finden und erproben
5.4 Pädagogische Angebote der Gedenkstätte Sachsenhausen
5.4.1 Führungen
5.4.1.1 Überblicksführungen und themenspezifische Führungen
5.4.1.2 Angeleitete Selbstführung
5.4.2 Projekte
5.4.2.1 Projekttage und Mehrtagesprojekte
5.4.2.2 Projekt für SchülerInnen ab der 6. Klasse
5.4.3 Workcamps
5.5 Arbeitsmittel der Gedenkstätte Sachsenhausen
5.5.1 Ständige Ausstellungen und Sonderausstellungen
5.5.2 Rundgang
5.5.3 Filme und Kinos
5.5.4 Die CD-Rom „Gegen das Vergessen“ und die Lernzentren
5.5.5 „Museumskoffer Jüdische Häftlinge im Konzentrationslager Sachsenhausen“
6. Durchgeführte Projekte der Gedenkstätte Sachsenhausen und der IJBS
6.1 Das Projekt „kunst – raum – erinnerung“
6.1.1 Leitziele des Projektes
6.1.2 Plastischer Workshop „Denk Mal“
6.1.3 Fotoworkshop „Sachsenhausen im Blick“
6.1.4 Comicworkshop „Unterm Strich“
6.1.5 Schlussbemerkungen zum Modellprojekt „kunst – raum – erinnerung“
6.2 Weitere Projekte
6.2.1 Begegnungs- und Filmprojekt „Janusz Galaj“
6.2.2 Szenische „Lesung zum 9. November“
6.2.3 Projekt „Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ Sachsenhausen“
7. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung historischer Orte, insbesondere des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen, als außerschulische Lernorte für die historisch-politische Bildung. Ziel ist es, Lehrkräften das Potential dieser Lernorte aufzuzeigen und praktische Hinweise für eine effektive, schülerorientierte Vorbereitung und Durchführung von Gedenkstättenbesuchen sowie projektbasierten Bildungsangeboten zu vermitteln.
3.3 Das Potential historischer Lernorte
Im Zusammenhang mit historischen Orten gibt es besondere geschichtsdidaktische Aspekte, welche den Umgang mit ihnen „zu einer unentbehrlichen Methode historischen Lernens machen.“ Diese Vorteile sollen im Folgenden betrachtet werden.
Historische Überreste haben einen hohen Wirklichkeitscharakter und können dauerhaft untersucht werden. Kein anderes Medium kann die Anschaulichkeit von historischen Stätten ersetzen. Weder Abbildung, Film noch Modell kann hinsichtlich originaler Farbe, Form, Größe und Dreidimensionalität dieselben Erfahrungen und Erkenntnisse vermitteln wie die historische Stätte selbst. Zudem spricht der historische Ort alle Sinne des Betrachtenden an und impliziert ein emotionales Moment, da es sich um Altes handelt, das einmal von wirklichen Menschen erdacht, hergestellt und genutzt wurde. Infolgedessen haben beispielsweise Schüler die Möglichkeit diese Orte als Orte des Lebens und Arbeitens von Menschen der Vergangenheit vorzustellen. Wie bereits erwähnt können historische Stätten dauerhaft besucht werden, diese Permanenz bietet für den Unterricht den Vorteil, dass sie eben immer zur Verfügung stehen und egal unter welchen Wetterbedingungen aufgesucht werden können. Ein weiterer Vorzug von historischen Orten ist die Tatsache, dass sie eine unmittelbare Begegnung und Auseinandersetzung mit historischen Zeugnissen ermöglichen. Ausgehend davon können Schüler eigene Zugangs- und Interpretationsweisen finden, wodurch schließlich ihre bereits mitgebrachte Vorstellungskraft angeregt und gefördert wird. Neben den genannten Vorteilen birgt der Aspekt des unkommentierten originalen Lernortes auch Schwierigkeiten. Bei unkommentierten Lernorten gilt es zu beachten, dass isolierte Zeugnisse in Zusammenhänge gebracht werden müssen, da andernfalls der Sinn und die Bedeutung dessen nur schwer zu erkennen sind.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz außerschulischer Lernorte für die historisch-politische Bildung ein und skizziert das Vorhaben, die Gedenkstätte Sachsenhausen als solchen Lernort für Schulen zu analysieren.
2. Außerschulische Lernorte: Dieses Kapitel erläutert die didaktischen Grundlagen des außerschulischen Lernens, stellt den methodischen Vorbereitungs- und Nachbereitungszyklus vor und diskutiert die Rolle der Lehrkraft sowie die Einsatzmöglichkeiten in der Sekundarstufe I.
3. Historische Lernorte: Hier werden historische Stätten als Quellen der Rekonstruktion definiert, ihr pädagogisches Potential als authentische Lernorte hervorgehoben und die verschiedenen Idealtypen der Erkundung, Rekonstruktion und Deutung vorgestellt.
4. Gedenkstätten als außerschulische Lernorte: Dieses Kapitel widmet sich der spezifischen Pädagogik an Orten des Gedenkens, beleuchtet die historische Entwicklung des Umgangs mit dem Nationalsozialismus und diskutiert moderne didaktische Methoden sowie Grenzen der Arbeit an Gedenkstätten.
5. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen: Die Autorin gibt einen detaillierten Überblick über die Geschichte des Standorts Sachsenhausen von 1933 bis heute, die bauliche Entwicklung der Gedenkstätte und das aktuelle Spektrum an pädagogischen Angeboten, Projekten und Arbeitsmitteln.
6. Durchgeführte Projekte der Gedenkstätte Sachsenhausen und der IJBS: Dieses Kapitel analysiert konkrete Modellprojekte wie „kunst – raum – erinnerung“ und weitere Ansätze, die künstlerische Methoden oder Zeitzeugenbegegnungen nutzen, um Schülern einen persönlichen Zugang zur Geschichte zu ermöglichen.
7. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Relevanz der Gedenkstättenarbeit zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, junge Menschen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu konfrontieren, um ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu fördern.
Außerschulisches Lernen, Gedenkstätte Sachsenhausen, Historisches Lernen, Gedenkstättenpädagogik, Projektarbeit, Erinnerungskultur, Nationalsozialismus, Zeitzeugen, Geschichtsdidaktik, Sekundarstufe I, Authentizität, Lernorte, Geschichtsbewusstsein, Politische Bildung, Vermittlungsmethoden
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufarbeitung und Einbindung von historischen Orten, am Beispiel der Gedenkstätte Sachsenhausen, in den schulischen Bildungskontext.
Die zentralen Felder umfassen die Theorie des außerschulischen Lernens, die spezifische Gedenkstättenpädagogik, die historische Entwicklung des KZ Sachsenhausen und die praktische Umsetzung von Bildungsangeboten für Schüler.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie historische Orte als außerschulische Lernorte einen wertvollen Beitrag zur historisch-politischen Bildung leisten und Lehrkräften methodische Hilfestellungen für eine nachhaltige Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus an die Hand zu geben.
Es handelt sich primär um eine theoretische Abhandlung und eine umfassende Bestandsaufnahme der pädagogischen Konzepte und Angebote der Gedenkstätte Sachsenhausen, ergänzt durch die Reflexion durchgeführter Modellprojekte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des außerschulischen Lernens, die Analyse der Gedenkstättenpädagogik sowie eine detaillierte historische und pädagogische Darstellung der Gedenkstätte und der dortigen Projektangebote.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Gedenkstättenpädagogik, Authentizität des historischen Ortes, handlungsorientiertes Lernen und Projektarbeit geprägt.
Da Zeitzeugen zunehmend seltener persönlich zur Verfügung stehen, setzt die Gedenkstätte verstärkt auf alternative Vermittlungsansätze wie Interviews, Filmprojekte und künstlerische Aufarbeitungen, um die direkte Begegnung mit der Geschichte zu ersetzen oder zu ergänzen.
Die künstlerische Ebene (z.B. in den Projekten „Denk Mal“ oder „Unterm Strich“) ermöglicht Schülern eine individuelle, emotionale und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit den historischen Inhalten, was oft als intensiver und motivierender empfunden wird als rein faktische Wissensvermittlung.
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