Magisterarbeit, 2003
129 Seiten, Note: 1,65
EINLEITUNG
THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN
1. Was ist Zweisprachigkeit?
1.1 Terminologie und Begriffsbestimmung
1.1.1 Die Begriffsvielfalt
1.1.2 Definitionsansätze
1.2 Typologien der Zweisprachigkeit nach verschiedenen Kriterien
1.2.1 Bedingungen beim Spracherwerb
1.2.2 Linguistische Kriterien
1.2.3 Psycho- bzw. soziolinguistische Kriterien
2. Theorien zum Erwerb von Zweisprachigkeit
2.1 Die Kontrastivhypothese
2.2 Die Identitätshypothese
2.3 Die Interlanguage-Hypothese
2.4 Die Interdependenz-Hypothese
2.5 Aktuelle Diskussion zum Zweitspracherwerb
3. Der Erwerb des Lautsystems innerhalb der Sprachentwicklung
3.1 Unterscheidung Phonetik / Phonologie
3.2 Die Phonologische Entwicklung
3.2.1 Theorien und Ansätze
3.2.2 Die Phonologische Entwicklung im Erstspracherwerb
3.2.3 Die Phonologische Entwicklung im Zweitspracherwerb
4. Kontrastive Analyse des serbischen und deutschen Phonemsystems
4.1 Das serbische Konsonantensystem
4.2 Das deutsche Konsonantensystem
4.3 Kontrastive Analyse beider Konsonantensysteme
EMPIRISCHE LÄNGSSCHNITTSTUDIE
5. Entwicklung der Fragestellungen
5.1 Fragestellungen zur quantitativen Analyse
5.1.1 Hypothese 1
5.1.2 Hypothese 2
5.2 Fragestellungen zur qualitativen Analyse
5.2.1 Fragestellung 1
5.2.2 Fragestellung 2
5.2.3 Fragestellung 3
6. Methodische Vorgehensweise
6.1 Beschreibung der Stichprobe
6.1.1 Alter und Geschlecht
6.1.2 Nationalität der Eltern
6.1.3 Geburtsland und Sprachgebrauch in der häuslichen Umgebung
6.1.4 Dauer des Kindergartenaufenthalts
6.1.5 Form der Zweisprachigkeit
6.2 Vorstellung des Untersuchungsmaterials
6.2.1 Screening–Verfahren zur Ausspracheuntersuchung (SVA)
6.2.2 Konstruktion einer serbischen Variante des SVA
6.3 Durchführung der Untersuchung
6.4 Auswertung
7. Darstellung der Ergebnisse
7.1 Ergebnisse der quantitativen Analyse
7.1.1 Voraussetzungen
7.1.2 Überprüfung der Hypothese 1
7.1.3 Überprüfung der Hypothese 2
7.2 Ergebnisse der qualitativen Analyse
7.2.1 Ergebnisse zu Fragestellung 1
7.2.2 Ergebnisse zu Fragestellung 2
7.2.3 Ergebnisse zu Fragestellung 3
8. Diskussion der Ergebnisse
8.1 Die Beziehung zwischen Erst- und Zweitsprache
8.2. Die Phonologischen Prozesse
8.3. Die phonologische Entwicklung in der Zweitsprache Deutsch
8.4. Bezug zu den Ergebnissen der phonetischen Entwicklung
9. Methodenkritik
10. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die phonologische Entwicklung von serbischen Vorschulkindern, die sukzessiv Deutsch als Zweitsprache erwerben. Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den sprachlichen Fähigkeiten in der Erstsprache und der Zweitsprache aufzudecken, um Erkenntnisse über Zweitspracherwerbsprozesse und deren Einflussfaktoren zu gewinnen.
Die Identitätshypothese
Mit dieser Hypothese verbindet man hauptsächlich die Namen Dulay und Burt. Ein wesentlicher Unterschied zur Kontrastivhypothese ist der veränderte Blickwinkel, in dem Spracherwerbsprozesse betrachtet werden (Bausch & Kasper, 1979). Diese Hypothese entstand im Zuge einer allgemeinen Wende Anfang der 70er Jahre, in der man sich von behavioristischen Ideen abwandte und kognitive bzw. nativistische Erklärungsansätze verfolgte.
Vertreter der Identitätshypothese oder auch L1 = L2 – Hypothese (Felix, 1978) gehen davon aus, dass der Erwerb der Zweitsprache (L2) auf denselben Prozessen bzw. Mechanismen beruht, die beim Erwerb dieser Sprache als Erstsprache (L1) ablaufen. Demzufolge wird der L2-Erwerb nicht durch die Struktur der L1 gesteuert, wie es die Kontrastivhypothese voraussagt, sondern durch die Struktur der L2. Auftretende „Fehler“, die in der Kontrastivhypothese als Interferenzen gedeutet werden, entstehen ebenso wie im L1-Erwerb aufgrund der Struktur der Zweitsprache. Grundsprachlicher Transfer wird von Dulay und Burt als Spracherwerbsprozess ausgeschlossen (Bausch & Kasper, 1979), andere Vertreter dieses Ansatzes sprechen den Interferenzen keine bzw. eine geringe Rolle beim Zweitspracherwerb zu (Wode, 1993).
1. Was ist Zweisprachigkeit?: Dieses Kapitel beleuchtet die komplexe Begriffsvielfalt und theoretische Einordnung von Zweisprachigkeit aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven.
2. Theorien zum Erwerb von Zweisprachigkeit: Hier werden vier zentrale Hypothesen des Zweitspracherwerbs (Kontrastiv-, Identitäts-, Interlanguage- und Interdependenzhypothese) kritisch diskutiert.
3. Der Erwerb des Lautsystems innerhalb der Sprachentwicklung: Dieser Abschnitt erläutert die Grundlagen der phonetischen und phonologischen Entwicklung sowohl im Erst- als auch im Zweitspracherwerb.
4. Kontrastive Analyse des serbischen und deutschen Phonemsystems: Ein systematischer Vergleich beider Konsonantensysteme dient der Identifikation potenzieller Interferenzquellen.
5. Entwicklung der Fragestellungen: Basierend auf theoretischen Vorüberlegungen werden konkrete quantitative und qualitative Hypothesen für die Längsschnittstudie formuliert.
6. Methodische Vorgehensweise: Das Kapitel beschreibt die Auswahl der Stichprobe sowie die Konzeption und Durchführung der empirischen Datenerhebung.
7. Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden quantitativ und qualitativ ausgewertet, um die Fragestellungen der Arbeit zu beantworten.
8. Diskussion der Ergebnisse: Die empirischen Befunde werden mit den theoretischen Ansätzen verknüpft und kritisch reflektiert.
9. Methodenkritik: Eine kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Umsetzung der Pilotstudie wird vorgenommen.
10. Ausblick: Der abschließende Teil skizziert die Bedeutung der Ergebnisse für die zukünftige sprachheilpädagogische Forschung und Praxis.
Zweisprachigkeit, Bilingualismus, Zweitspracherwerb, Phonologie, Phonetik, Konsonantensystem, Interdependenzhypothese, Interlanguage, Phonologische Prozesse, Serbisch, Deutsch, Längsschnittstudie, Spracherwerbsmechanismen, Sprachheilpädagogik, Migration.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der phonologischen Entwicklung von serbischen Vorschulkindern, die in Deutschland zweisprachig aufwachsen und Deutsch als Zweitsprache erlernen.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Zweisprachigkeit, Theorien des Zweitspracherwerbs, phonologische Entwicklungsprozesse sowie eine kontrastive Analyse des serbischen und deutschen Lautsystems.
Das Hauptziel ist es, zu erhellen, wie bilinguale Kinder ihr Lautsystem in der Zweitsprache entwickeln und ob dabei Interdependenzen zur Erstsprache bestehen.
Es handelt sich um eine empirische Längsschnittstudie mit zwei Messzeitpunkten, in der die phonologische Produktion von 25 Kindern mittels eines standardisierten Screening-Verfahrens analysiert wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Zweisprachigkeit und Lautentwicklung sowie einen praktischen Teil, in dem die Studie methodisch beschrieben und die Ergebnisse quantitativ und qualitativ dargestellt werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Zweisprachigkeit, Zweitspracherwerb, phonologische Prozesse, Interdependenzhypothese und Interlanguage.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die phonologische Kompetenz in der Erstsprache eine Rolle spielt und dass transferbedingte Strategien (z.B. bei der Lautproduktion) existieren, wenngleich diese nicht isoliert von allgemeinen Erwerbsprozessen betrachtet werden können.
Ja, die Studie zeigt, dass jüngere Kinder andere Erwerbsstrategien und Prozesshäufigkeiten aufweisen als ältere Kinder, was auf eine altersabhängige Entwicklung und unterschiedliche Konsolidierungsphasen des phonologischen Systems hinweist.
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