Magisterarbeit, 2008
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung: Was ist Postmoderne?
1.1 Anfänge der Postmoderne
1.2 Postmoderne Philosophie
1.3 Abgrenzung zur Moderne
2 Postmodernes Erzählen
2.1 Drei Beispiele
2.1.1 Italo Calvino: Wenn ein Reisender in einer Winternacht
2.1.1.1 Der Erzähler und fiktive Leser
2.1.1.2 Die „mise en abyme“ und Selbstreferenz
2.1.1.3 Die Kommunikation zwischen Autor und realem Leser
2.1.1.4 Der Metaroman
2.1.2 Patrick Süskind: Das Parfum
2.1.2.1 Die Brechung des traditionellen Erzählstils
2.1.2.2 Die Mehrfachkodierung
2.1.2.3 Zitate und Anspielungen
2.1.3 Alban Nikolai Herbst: Wolpertinger oder Das Blau
2.1.3.1 Das Spiel mit Schrift und Sprache
2.1.3.2 Das Rhizom und das Flirren
2.1.3.3 Anspielungen und Selbstreferenz
2.1.3.4 Der Kybernetische Realismus
2.2 Ein Definitionsversuch
2.2.1 Die Inter-/Transtextualität
2.2.2 Das Spielerische
2.2.3 Das dezentrale Erzählen
2.2.4 Die fantastischen Elemente
2.2.5 Die Verbindung von Kunst und Unterhaltung
2.2.6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das "Postmoderne Erzählen" anhand dreier repräsentativer Romane, um Gemeinsamkeiten und Merkmale dieser literarischen Strömung zu identifizieren. Dabei wird analysiert, inwiefern die Werke trotz traditioneller Elemente als postmodern kategorisiert werden können und welche Rolle der Bruch mit der Moderne sowie die intertextuellen Spielformen spielen.
2.1.1.1 Der Erzähler und fiktive Leser
Die Geschichte des Romans ist in 22 nicht immer gleich lange Abschnitte geteilt, wobei die Länge zwischen nicht einmal einer ganzen Seite und 31 Seiten variiert. Von den Kapiteln sind zwölf mit einer fortlaufenden römischen Zahl überschrieben; jedes zweite stellt allerdings einen eigenständigen Romananfang dar, der seinen eigenen Titel trägt. Die Ausnahmen bilden Kapitel VIII, welches den Zusatz „Dal diario di Silas Flannery (Aus dem Tagebuch des Silas Flannery)“ als Untertitel trägt und somit schon aus der Rahmenhandlung heraussticht, sowie das letzte Kapitel, das als Kapitel XII ohne Einschub direkt auf Kapitel XI folgt und dabei das kürzeste darstellt.
Die römisch bezifferten Kapitel bilden eine Rahmenhandlung, innerhalb derer sich der Protagonist auf die Suche nach der Fortsetzung eines bereits angefangenen Buches begibt, jedoch immer wieder auf einen neuen Anfang trifft. Die übrigen, eingeschobenen Kapitel geben jeweils diese Romananfänge, die der Protagonist liest bzw. hört, wieder. Innerhalb des VII. Kapitels tauchen plötzlich mehrere Wechsel der zweiten Person auf: Der Erzähler, dessen Fokus stets auf dem männlichen und namenlosen Protagonisten – dem Lettore – lag, spricht nach einem Absatz auf einmal Ludmilla, die von Beginn an die Rolle der weiblichen Hauptfigur eingenommen hatte, direkt an: „Come sei, Lettrice? (Wie bist du, Leserin?)“ Es folgt ein kurzer Abschnitt, in dem der Erzähler selbst ihre Wohnung zu untersuchen scheint – im Gegensatz zum männlichen Protagonisten scheint sie ein Eigenleben zu führen, auf das der Erzähler keinen Einfluss hat.
1 Einleitung: Was ist Postmoderne?: Einführung in die Problematik der Begriffsbestimmung und Zielsetzung der Arbeit, inklusive einer kurzen Skizzierung der modernen Literaturgeschichte als Ausgangspunkt.
2 Postmodernes Erzählen: Detaillierte Analyse der drei ausgewählten Romane hinsichtlich ihrer erzählerischen Besonderheiten, ihrer Gattungsmerkmale und ihrer intertextuellen Verweise, gefolgt von einem Definitionsversuch postmoderner Literatur durch den Vergleich dieser Werke.
Postmoderne, Postmodernes Erzählen, Intertextualität, Selbstreferenz, Erzählstruktur, Metaroman, Mehrfachkodierung, Fiktiver Leser, Transtextualität, Erzählstrategie, Kybernetischer Realismus, Literaturanalyse, Gattungstheorie, Erzählebenen, Poststrukturalismus.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff des "postmodernen Erzählens" und wie dieser praktisch in der Gegenwartsliteratur umgesetzt wird.
Zu den Schwerpunkten zählen die Abgrenzung zur Moderne, die Analyse narrativer Strukturen sowie der intertextuelle Umgang mit bereits existierenden Texten.
Ziel ist es, Merkmale postmoderner Literatur zu isolieren und zu prüfen, ob sich eine einheitliche Definition des "Postmodernen Erzählens" anhand von drei Romanbeispielen herleiten lässt.
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse von drei ausgewählten Primärtexten unter Einbeziehung philosophischer und literaturtheoretischer Konzepte.
Der Hauptteil gliedert sich in die Einzelanalyse der Romane von Italo Calvino, Patrick Süskind und Alban Nikolai Herbst sowie einen anschließenden Vergleich zur Definition postmoderner Erzählmerkmale.
Zentrale Begriffe sind Postmoderne, Intertextualität, Mehrfachkodierung, Erzählebenen, Selbstreferenz und die Rolle des Lesers.
Bei Calvino wird der reale Leser aktiv in das Geschehen eingebunden ("Lettore"), während bei Süskind der Text durch eine Mehrfachkodierung verschiedene Lesarten erzwingt und Herbst durch ein Rhizom-Konzept den Leser bewusst in ein komplexes, teils verwirrendes Netz aus Erzählebenen führt.
Dieser Begriff, geprägt von Alban Nikolai Herbst, beschreibt eine Erzählweise, die die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters und der Vernetzung ("Rhizom") nutzt, um die Grenzen zwischen Fiktion und Realität fließend zu gestalten.
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