Magisterarbeit, 2006
57 Seiten, Note: 1,5
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Willens- und Handlungsfreiheit
2.1. Das Freiheitsgefühl
2.2. Negative Ableitung der Handlungsfreiheit
2.3. Positive Ableitung der Handlungsfreiheit
2.4. Zwei Grundfragen an den Willen
2.4.1. Negative Ableitung der Willensfreiheit: Das “anders wollen können”
2.4.2. Positive Ableitung der Willensfreiheit: Das “wollen, was du willst”
2.5. Warum Willensfreiheit? Harter - und weicher Determinismus
2.5.1. Harter Determinismus
2.5.2. Weicher Determinismus
2.5.3. Argumentationsansprüche
3. Aktuelle Debatte
3.1. Neurobiologische Position gegen die Freiheit: auf der Suche nach dem idealistischen Indeterminismus
3.1.1. Empirische Ausgangslage: Das Libetexperiment
3.1.2. Argumente gegen die Willensfreiheit
3.1.3. Auswirkungen der Willensdetermination auf die Handlungsfreiheit
3.1.4. Determinations- und Freiheitsverständnis der neurobiologischen Perspektive
3.1.5. Grundlagenkritik
3.1.6. Rettung des idealistischen Indeterminismus?
3.1.7. Erstes Resümee
3.2. Antworten des realistischen Indeterminismus
3.2.1. Reiner Zufall hilft nicht
3.2.2. Aspekte des realistischen Indeterminismus
3.2.3. Anlehnung an Kant - Theorien des freien Selbst
3.2.4. Abgrenzung von Kant - Epistemischer Indeterminismus
3.2.5. Kritik an den realistischen Indeterminismus Positionen
3.2.6. Bezug zum Libetexperiment: Einschränkung des Vetoarguments
3.2.7. Zweites Resümee
3.3. Handlungsfreiheitstheorie - These der Vereinbarkeit
3.3.1. Willensfreiheit als Wortstreit
3.3.2. Kritik an der Handlungsfreiheitstheorie
3.3.4. Drittes Resümee
3.4. Restposten - unklärbare Fragen
3.4.1. Die zwei Grundfragen der Willensfreiheit sind unlösbar
3.4.2. Determination der Welt
3.4.3. Erkenntnistheoretisches Problem - Philosophie des Geistes
3.4.4. Perspektivenentscheidung
4. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach der menschlichen Willensfreiheit unter Berücksichtigung aktueller neurobiologischer Forschungsergebnisse. Das Hauptziel besteht darin, die komplexe Debatte zu strukturieren, Missverständnisse zu klären und die Frage zu beantworten, ob der Mensch tatsächlich einen freien Willen besitzt oder ob dieser eine bloße Illusion darstellt.
3.1.1. Empirische Ausgangslage: Das Libetexperiment
Benjamin Libet entwickelte 1983 ein Experiment, welches die Existenz eines freien Willens beweisen sollte. Die Probanden wurden trainiert, einfache Handbewegungen spontan auszuführen. Des Weiteren sollten sie sich mit Hilfe einer speziellen Uhr den Zeitpunkt merken, zu dem ihr Entschluss stattgefunden hatte, ihre Hand zu bewegen. Die objektiv messbaren Daten der tatsächlich stattgefundenen Handlung sollten also mit dem Willensakt in Beziehung gebracht werden. Wobei letzterer nur über eine subjektive Einschätzung des Probanden möglich war. "Bei jedem dieser Versuche vollzog die Versuchsperson das plötzliche Schnippen des Handgelenks, wann immer sie sich frei dazu entschloß. Nach jedem dieser Versuche berichtete die Versuchsperson W, die Uhrzeit, die mit dem einsetzenden Bewußtsein der Bewegungsabsicht verbunden war." Zu diesen Daten kam zusätzlich eine neurologische Messung. Denn man hatte entdeckt, dass einer Handlung ein Bereitschaftspotential (BP) im Gehirn vorherging, was in einer elektrischen Veränderung der Gehirnströme bestand und über die Kopfhaut messbar war. Der Willensentschluss konnte also nur durch die subjektive Bestimmung ermittelt werden, während die tatsächlich ausgeführte Handlung, sowie die Gehirnströme, welche dieser Handlung vorausgingen, objektiv messbar waren. Aus diesen drei Daten sollte geschlussfolgert werden, ob der Wille frei sei.
1. Einleitung: Einführung in die philosophische Problematik der Willensfreiheit und Vorstellung der drei zentralen Freiheitsverständnisse sowie zwei Auffassungen von Determinismus.
2. Willens- und Handlungsfreiheit: Differenzierung zwischen Handlungsfreiheit und Willensfreiheit sowie Erläuterung der harten und weichen deterministischen Positionen.
3. Aktuelle Debatte: Eingehende Analyse neurobiologischer Argumente gegen die Willensfreiheit (insb. das Libet-Experiment) und kritische Untersuchung von Indeterminismus-Theorien.
4. Schluss: Resümee der Untersuchung, das feststellt, dass die Frage nach der Willensfreiheit aufgrund grundlegender definitorischer und erkenntnistheoretischer Schwierigkeiten prinzipiell nicht auflösbar ist.
Willensfreiheit, Handlungsfreiheit, Determinismus, Neurobiologie, Libet-Experiment, Bereitschaftspotential, Indeterminismus, Selbstbestimmung, Autonomie, Verantwortung, Philosophie des Geistes, Kausalität, Erkenntnistheorie, Bewusstsein.
Die Arbeit befasst sich mit dem klassischen philosophischen Problem der menschlichen Willensfreiheit im Kontext der modernen neurobiologischen Forschung.
Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Gehirnprozessen und Bewusstsein, die Definitionen von Determination, Zufall und Freiheit sowie deren ethische Implikationen.
Das Ziel ist es, die aktuelle Debatte zwischen Hirnforschern und Philosophen zu ordnen und die Frage zu prüfen, ob der Mensch in einer durch Naturgesetze bestimmten Welt als frei gelten kann.
Es handelt sich um eine philosophische Untersuchung, die Literaturanalysen sowie die kritische Auseinandersetzung mit empirischen Ergebnissen der Hirnforschung und der Philosophie des Geistes kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Positionen gegen die Willensfreiheit (z. B. Gerhard Roth, Wolf Singer), kritisiert die zugrunde liegenden Freiheitsbegriffe und diskutiert alternative Theorien wie den realistischen Indeterminismus und die Handlungsfreiheitstheorie.
Zentrale Begriffe sind die Differenzierung von Willens- und Handlungsfreiheit, der Determinismus-Begriff, das Libet-Experiment und die Frage nach der moralischen Verantwortlichkeit.
Die Arbeit hinterfragt die Aussagekraft des Experiments, indem sie die Methodik der subjektiven Messung und die Schlussfolgerung, dass unbewusste Gehirnprozesse den Willen zwingend determinieren, kritisch beleuchtet.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Fragen nach der Freiheit des Willens – insbesondere das "Anders-wollen-können" und das "Wollen-was-man-will" – aufgrund ihrer logischen Struktur und des erkenntnistheoretischen Problems der Perspektivenwahl prinzipiell unlösbar bleiben.
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