Bachelorarbeit, 2025
79 Seiten, Note: 1.0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Politik und Sprache
2.1 Politische Kommunikation
2.2 Politische Kommunikation im Zeitalter sozialer Medien
2.3 Exkurs - Die Plattform „X“ als Forschungsmedium
3 Theoretischer Zugang
3.1 Was ist Diskurs?
3.2 Kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger
3.2.1 Diskursfragmente/Diskursstränge/Gesamtgesellschaftlicher Diskurs
3.2.2 Diskursive Verschränkungen
3.2.3 Kollektivsymbole
3.2.4 Das Analyseverfahren
3.2.5 Kritik üben
4 Der Bürgergelddiskurs
4.1 Von Hartz IV zum Bürgergeld
4.1.1 Agenda 2010
4.1.2 Die Bürgergeldreform
4.1.3 Die Folgen der Einführung
4.2 Die Regelsatzerhöhung 2024
4.3 Diskurseliten
5 Analyse
5.1 Forschungsdesign
5.1.1 Eingrenzung des Untersuchungszeitraums
5.1.2 Eingrenzung des Korpusmaterials
5.1.3 Vorgehensweise
5.2 Kollektivsymbole / diskursive Verschränkungen
5.2.1 Regierungsparteien
5.2.2 Oppositionsparteien
5.3 Zusammenführung der Ergebnisse
6 Diskussion
6.1 Einordnung der Ergebnisse
6.2 kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsansatz
6.3 Beurteilung der Ergebnisse und Ausblick
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, wie politische Akteure den digitalen Raum der Plattform „X“ nutzen, um Bedeutungszuschreibungen vorzunehmen, Deutungsmuster zu etablieren und diese nachhaltig innerhalb des Bürgergelddiskurses zu festigen. Ziel der Untersuchung ist es, anhand ausgewählter Beiträge zu ermitteln, welche sprachlichen Mittel zur Anwendung kommen und welche diskursiven Strukturen dabei sichtbar werden.
3.2.3 Kollektivsymbole
Wie bereits weiter oben angemerkt, folgt nun eine nähere Erklärung der Kollektivsymbole, ihrer Funktion und Wirkung innerhalb von Diskursen. Das Konzept der Kollektivsymbolik geht auf Jürgen Link zurück. Kollektivsymbolik ist zu verstehen als der „(...) gesellschaftlich geteilte Vorrat an sprachlichen, bildlichen, schematischen und anderen Ressourcen, derer sich politische und mediale Akteure bedienen, um Ereignisse und Handlungen für die Allgemeinheit deutbar und verständlich zu machen“ (Knobloch, 2022, S. 188). Auch wenn Kollektivsymbole überwiegend metaphorischer Natur sind, verweist Link darauf, dass sie nicht nur als Metaphern zu verstehen sind, sondern als „(...) expandierte metaphorische Komplexe“ (Link, 2008, S. 125). Er unterstreicht, dass es wichtig sei, auch die „(...) Fälle synekdotischer (repräsentativer) oder metonymischer Bilder“ zu berücksichtigen (ebd. S. 125).
Dadurch öffne sich, so Link, ein Zwei-Ebenen-System, welches zum einen den Symbolisanten, der meist ikonisch realisiert wird, darstellt und zum anderen die Ebene der Symbolisaten, welche die mitgetragene Wirkung respektive den Sinn eines solchen Kollektivsymbols liefert (ebd. S. 125). Link hebt dabei hervor, dass ein Symbolisat auch mehrere Symbolisanten aktivieren kann, je nachdem, aus welchem Blickwinkel, vor welchem Hintergrund und in welchem Kontext das Kollektivsymbol erwähnt wird. Dabei spielt das Wissen innerhalb der Diskursgemeinschaft eine große Rolle bei der Zuordnung von Symbolisant und Symbolisanten (ebd. S. 125f). Kollektivsymbole sind ein wichtiger Bestandteil innerhalb des Interdiskurses: Durch sie können Spezialdiskurse miteinander verbunden werden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Bürgergelddebatte ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit unter Verwendung der kritischen Diskursanalyse.
2 Politik und Sprache: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Politik und Sprache und beleuchtet die Rolle sozialer Medien in der politischen Kommunikation.
3 Theoretischer Zugang: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Diskursanalyse nach Foucault und Siegfried Jäger dargelegt, insbesondere das Konzept der Kollektivsymbole.
4 Der Bürgergelddiskurs: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick zur Entwicklung von Hartz IV zum Bürgergeld und ordnet die beteiligten politischen Akteure als Diskurseliten ein.
5 Analyse: Der empirische Teil untersucht mittels einer qualitativen Analyse ausgewählter Tweets die sprachlichen Strategien und kollektiven Deutungsmuster der politischen Akteure.
6 Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Analyse, bewertet den gewählten methodischen Forschungsansatz und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Bürgergeld, Diskursanalyse, Kollektivsymbole, Politische Kommunikation, X, Diskurseliten, Hartz IV, Deutungshoheit, Soziale Gerechtigkeit, Diskursive Verschränkung, Macht, Sprache, Diskursfragment, Leistungsgedanke, Diskursstrategie.
Die Arbeit untersucht den „Kampf um Deutungshoheiten“ in der politischen Bürgergelddebatte auf der Plattform „X“ durch eine kritische Diskursanalyse.
Zentrale Themen sind die soziale Sicherung (Bürgergeld vs. Hartz IV), die Rolle von Politikersprache in sozialen Medien und die Verschränkung dieser Debatte mit Migration und Wirtschaftspolitik.
Die Arbeit fragt danach, welche Rolle Kollektivsymbole und diskursive Verschränkungen in der Kommunikation politischer Akteure auf „X“ im Kontext des Bürgergelddiskurses spielen.
Es wird die Methode der kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger angewandt, ergänzt durch Ansätze zur Analyse von Kollektivsymbolik nach Jürgen Link.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen historischen Kontext des Bürgergeldes und eine empirische Analyse von Tweets verschiedener Parteien in zwei spezifischen Zeiträumen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kollektivsymbole, Diskurseliten, politische Kommunikation, Deutungshoheit und diskursive Verschränkungen charakterisiert.
Während Regierungsparteien das Bürgergeld eher als Fortschritt und soziale Sicherheit rahmen, setzen Oppositionsparteien auf eine diskursive Abwertung durch Begriffe wie „Pullfaktor“ oder „Wählerbetrug“.
Der Begriff fungiert als Kollektivsymbol, das den Bürgergelddiskurs strategisch mit dem Migrationsdiskurs verknüpft und die Leistung als vermeintliche Bedrohung für die Sozialordnung darstellt.
Die Plattform wird als zentraler, aber nicht neutraler Resonanzraum identifiziert, der durch Zeichenbegrenzung und algorithmische Logiken eine Zuspitzung und Polarisierung politischer Aussagen fördert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

