Bachelorarbeit, 2009
38 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Die Beginen
2.1 Etymologie
2.2 Entstehungsgeschichte / Theorien
2.3 Ausbreitung
2.4 Innere und äußere Organisationsformen
2.5 Die wichtigsten Gestalten innerhalb der Beginenbewegung
3 Frauen im Mittelalter
3.1 Konstruierte Lebensmodelle von Frauen im Mittelalter
3.2 Frauen und die Sexualität
4 Die Beginen am Niederrhein
4.1 Beginenkonvente in niederrheinischen Städten
4.2 Die Beginenverfolgung unter der Ketzer- und Häresieverfolgung
5 Erkenntniszusammenfassung, abschließendes Fazit
6 Ausblick, die Beginen heute
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursprünge, die historische Entwicklung sowie die gesellschaftliche Kontextsituation der Beginen im mittelalterlichen Niederrhein. Ziel ist es, die Rolle dieser religiösen Frauengemeinschaften zwischen Welt und Klerus zu beleuchten und ihre Anpassungs- sowie Überlebensstrategien angesichts kirchlicher Verfolgung zu analysieren.
2.1 Etymologie
Auch wenn eine genaue etymologische Bestimmung, wie sich zeigen wird, schwierig ist und auch die genaue Entstehungsgeschichte noch immer Teil der neuesten Forschung ist, so lässt sich dennoch folgende Definition der Beginen feststellen: Beginen ist die Bezeichnung für solche fromme Frauen, die, in den Quellen meist mulieres devotae oder religiosae genannt, in klosterartigen Gemeinschaften zusammenlebten, sich jedoch keiner approbierten Regel und keinem dauernden Gelübde unterwarfen.
Zur Etymologie des Begriffs der Begine kann festgehalten werden, dass diese in der Forschung höchst umstritten und bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden kann. Kaspar Elm sagt dazu, man wisse bis heute nicht, was die Bezeichnung Begine eigentlich bedeutet. Dennoch gibt es unterschiedliche Theorien und Erklärungsversuche, die bis zur eigentlichen Entstehungszeit der Beginen zurückreichen. So schrieb bereits 1243 der englische Benediktinermönch Matthäus Paris, dass der Ursprung des Namens nicht zu erklären und unbekannt sei, nachdem er schon zuvor als erster Beginen erwähnt und von ihrer Verbreitung in deutschen Städten, vor allem in Köln, berichtet hatte.
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit, die Ursprünge und Entwicklungen der Beginengemeinschaften am Niederrhein im Kontext der mittelalterlichen Frauenrolle zu untersuchen.
2 Die Beginen: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, Etymologie und die Organisationsformen der Gemeinschaft sowie die Bedeutung charismatischer Leitfiguren wie Mechthild von Magdeburg.
3 Frauen im Mittelalter: Hier wird die Rolle der Frau und die Bedeutung weiblicher Sexualität im mittelalterlichen Gesellschaftssystem analysiert, um die Motivation für ein Leben als Begine einzuordnen.
4 Die Beginen am Niederrhein: Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifische Ausbreitung in niederrheinischen Städten und die Auswirkungen der intensiven kirchlichen Ketzer- und Häresieverfolgung auf die Gemeinschaften.
5 Erkenntniszusammenfassung, abschließendes Fazit: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse zur Sonderstellung der Beginen und ihre Anpassung an kirchliche Forderungen durch Drittregeln zusammen.
6 Ausblick, die Beginen heute: Der Ausblick zeigt die Brücke zwischen der mittelalterlichen Frauenbewegung und modernen Begineninitiativen im heutigen Deutschland auf.
Beginen, Mittelalter, Niederrhein, Frauenbewegung, Häresieverfolgung, Laienbewegung, Beginenkonvente, Religiosität, Mystik, Mechthild von Magdeburg, Marguerite Porete, Drittregel, Sozialgeschichte, Frauenrolle, Emanzipation
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die Lebenssituation der Beginen im mittelalterlichen Niederrhein sowie deren Rolle zwischen religiösem und weltlichem Leben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehungsgeschichte, den Organisationsformen, der Rolle der Frau im Mittelalter sowie dem kirchlichen Umgang mit der Beginenbewegung.
Das Ziel ist es, die Ursprünge und die spezifische Situation der Beginen am Niederrhein unter Berücksichtigung ihrer Verfolgung durch die Kirche wissenschaftlich zu analysieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung historischer Quellen zu Beginenkonventen und ihrer Stellung innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft.
Der Hauptteil analysiert die regionale Ausbreitung, die Lebensmodelle der Frauen, das Verhältnis zur Sexualität und die massiven Auswirkungen der Ketzerverfolgung ab dem 14. Jahrhundert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Beginen, Mittelalter, Niederrhein, Laienbewegung, Häresieverfolgung und Frauenrolle geprägt.
Frauen wie Mechthild von Magdeburg oder Marguerite Porete prägten die Bewegung durch ihre volkssprachliche Mystik und ihre kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Strukturen.
Viele Konvente passten sich dem kirchlichen Druck an, indem sie sich einer Drittregel (meist des hl. Franziskus) unterwarfen, um Schutz vor Verfolgung zu erhalten.
Während historische Beginen eine Nische zwischen Kloster und Welt suchten, verbinden moderne Beginenhöfe ihr Leben stärker mit zeitgenössischen emanzipatorischen Ideen und ökologischen Wohnformen.
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