Examensarbeit, 2008
109 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Kennzeichen und Definitionen von Unterricht und Erziehung
2.1 Historischer Exkurs zur Geschichte des schulischen Unterrichts
2.2 Allgemeines Verständnis von Erziehung
2.3 Das Erziehungsverständnis in der wissenschaftlichen Literatur
2.3.1 Die Bedeutung und die Notwendigkeit von Erziehung im Unterricht
3 Destruktives Lehrerverhalten – Versuch einer Begriffsdefinition
3.1 Was ist Destruktivität?
3.2 Was bedeutet destruktives Lehrerverhalten?
3.2.1 Nicht intendiertes destruktives Lehrerverhalten
3.2.2 Intendiertes destruktives Lehrerverhalten
4 Aufzeigen von destruktivem Lehrerverhalten und seinen Auswirkungen
4.1 Präsenz von destruktivem Lehrerverhalten in der Öffentlichkeit
4.1.1 Beispiele für destruktives Lehrerverhalten in der Literatur und in den Medien
4.2 Aktueller Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Forschung von destruktivem Lehrerverhalten und seine Auswirkungen auf Erziehung und Unterricht
5 Die empirische Studie zu destruktivem Lehrerverhalten und seine Auswirkungen auf Erziehung und Unterricht
5.1 Vorgehensweise und Fragestellungen
5.2 Durchführung und Probleme der Studie
5.3 Auswertung der Fragebögen
5.4 Diskussion der empirischen Relevanz
6 Nicht intendiertes destruktives Lehrerverhalten und seine Auswirkungen
6.1 Wechselwirkungen zwischen Lehrperson und Schüler in Unterricht und Erziehung
6.1.1 Die Schule als sozialer Lernort?
6.1.2 Die Lehrperson
6.1.2.1 Die Lehrerpersönlichkeit und die soziale Kompetenz
6.1.2.2 Fachkompetenz der Lehrperson
6.1.3 Kommunikation zwischen Schüler und Lehrperson
6.1.4 Psychosoziale Belastungen der Schüler und die Auswirkungen auf Unterricht und Erziehung
6.1.4.1 Die soziale Lage des Schülers
6.2 Zusammenfassung der Auswirkungen von nicht intendiertem destruktiven Lehrerverhalten auf Unterricht und Erziehung
7 Intendiertes destruktives Lehrerverhalten und seine Auswirkungen
7.1 Seelische und verbale Gewalt
7.1.1 Formen erlebter seelischer Gewalt der Schüler durch Lehrpersonen
7.2 Körperliche Gewalt
7.2.1 Erlebte körperliche Gewalt der Schüler durch Lehrpersonen
7.3 Sexuelle Gewalt
7.3.1 Erlebte sexuelle Gewalt der Schüler durch Lehrpersonen
7.4 Zusammenfassung der Auswirkungen von intendiertem destruktiven Lehrerverhalten auf Unterricht und Erziehung
8 Die Tabuisierung von destruktivem Lehrerverhalten
8.1 Reaktionen von Schülern und Eltern bei destruktivem Lehrerverhalten
8.2 Reaktionen der Lehrer und der Institution Schule bei destruktivem Lehrerverhalten
9 Fazit
9.1 Mögliche Ursachen von destruktivem Lehrerverhalten in Unterricht und Erziehung
9.1.1 Liegt die Schuld allein an der Lehrperson?
9.2 Problem der Bekämpfung von destruktivem Lehrerverhalten in Unterricht und Erziehung
9.3 Aktueller Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen destruktiven Lehrerverhaltens, dessen Formen sowie die Auswirkungen auf Schüler und Unterricht. Ziel ist es, destruktive Verhaltensweisen zu identifizieren, zwischen intendiertem und nicht intendiertem Handeln zu differenzieren und die tabuisierten Folgen durch eine empirische Untersuchung zu beleuchten.
4.1.1 Beispiele für destruktives Lehrerverhalten in der Literatur und in den Medien
„Unterm Rad“ erschien erstmals 1906 und ist eine Erzählung von Hermann Hesse. Im Fokus steht das Schicksal des begabten Schülers Hans Giebenrath, der von ihn überfordernden Lehrern zugrunde gerichtet wird. „An die Schulstunden, die täglich bis vier Uhr dauerten, schloß [sic] sich die griechische Extralektion beim Rektor an, um sechs war dann der Herr Stadtpfarrer so freundlich, eine Repetitionsstunde in Latein und Religion zu geben […].“ (Hesse 2004, S.8) Die Lehrer Hans Giebenraths sind sich ihres zerstörerischen Verhaltens nicht bewusst, deshalb kann hier von einem nicht intendierten destruktiven Lehrerverhalten gesprochen werden. Durch übertriebene Wissensaneignung kann der Protagonist keine leiblichen und zwischenmenschlichen Erfahrungen machen. Deshalb ist der Jugendliche in der Adoleszenz mit seinen plötzlich aufwallenden Gefühlen gänzlich überfordert. „Die mit dem Leistungsdruck verbundene Triebverdrängung konnte Hans nicht aushalten.“ (Gottschalch 1977, S. 171) Seine Kopfschmerzen sind ebenfalls Auswirkungen der Überforderung wie auch der Nervenzusammenbruch des Jugendlichen. Gottschalch zitiert dazu Arthur Eloesser aus der „Vossischen Zeitung“ von 1906: „Der Roman enthält eine Anleitung für Eltern, Vormünder und Lehrer, wie man einen gesunden, begabten und jungen Menschen am zweckmäßigsten zugrunde richtet, welche Wurzeln man abzuschneiden hat, damit das junge Stämmchen am schnellsten verdorrt und stirbt.“ (Gottschalch 1977, S. 170)
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der Forschungsarbeit aus persönlichen Praktikumserfahrungen und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Erkennbarkeit und Wirkung destruktiven Lehrerverhaltens.
2 Kennzeichen und Definitionen von Unterricht und Erziehung: Das Kapitel bietet einen historischen Exkurs und diskutiert das wissenschaftliche Erziehungsverständnis sowie die Rolle der Schule bei der Entwicklung junger Menschen.
3 Destruktives Lehrerverhalten – Versuch einer Begriffsdefinition: Hier wird der Begriff der Destruktivität (u.a. nach Erich Fromm) erörtert und in nicht intendiertes sowie intendiertes destruktives Lehrerverhalten unterteilt.
4 Aufzeigen von destruktivem Lehrerverhalten und seinen Auswirkungen: Dieses Kapitel prüft die Präsenz destruktiven Verhaltens in Literatur, Medien und dem aktuellen Forschungsstand, um die Existenz des Phänomens zu belegen.
5 Die empirische Studie zu destruktivem Lehrerverhalten und seine Auswirkungen auf Erziehung und Unterricht: Es werden Aufbau, Vorgehensweise, Durchführung und Ergebnisse der eigenen empirischen Erhebung an Flensburger Schulen präsentiert.
6 Nicht intendiertes destruktives Lehrerverhalten und seine Auswirkungen: Die Wechselwirkungen zwischen Lehrperson, Schüler und schulischem System werden analysiert, wobei Faktoren wie Lehrerpersönlichkeit und fachliche Kompetenz im Fokus stehen.
7 Intendiertes destruktives Lehrerverhalten und seine Auswirkungen: In diesem Kapitel werden seelische, körperliche und sexuelle Gewalt durch Lehrkräfte untersucht und anhand der empirischen Daten kritisch reflektiert.
8 Die Tabuisierung von destruktivem Lehrerverhalten: Die Problematik des Totschweigens und der fehlenden Sanktionierung durch die Institution Schule sowie die Reaktionen von Lehrern, Eltern und Schülern werden diskutiert.
9 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die Ausbildungssituation der Lehrkräfte und gibt einen Ausblick auf notwendige Veränderungen im pädagogischen Umgang.
Destruktives Lehrerverhalten, Lehrergewalt, Schulpädagogik, Unterdrückung, Erziehungsverständnis, Schülerkrisen, Machtmissbrauch, Seelische Gewalt, Körperliche Gewalt, Sexuelle Gewalt, Tabuisierung, Lehrerpersönlichkeit, Unterrichtsstörungen, Empirische Studie, Schulalltag.
Die Examensarbeit analysiert die Problematik destruktiven Lehrerverhaltens an Schulen, welches sich in verschiedenen Formen wie seelischer, körperlicher oder sexueller Gewalt gegenüber Schülern äußern kann.
Zentral sind die Abgrenzung destruktiven Verhaltens, die Analyse von Ursachen in der Lehrerpersönlichkeit und im System Schule sowie die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und den Lernerfolg von Schülern.
Die Forschungsfrage lautet: Woran ist destruktives Lehrerverhalten zu erkennen und wie wirkt sich dieses Verhalten auf die Schüler und damit auf den Unterricht aus?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu bestehenden Theorien mit einer eigenen empirischen Studie, in der Schüler mittels Fragebögen zu ihren Erfahrungen mit destruktivem Lehrerverhalten befragt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Bestandsaufnahme destruktiven Verhaltens in der Öffentlichkeit, eine empirische Analyse und eine detaillierte Auseinandersetzung mit intendiertem und nicht intendiertem Verhalten.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie destruktives Lehrerverhalten, Lehrergewalt, pädagogische Kompetenz, Tabuisierung, Schülerwohl und Machtmissbrauch im Unterricht charakterisiert.
Nicht intendiertes destruktives Verhalten wird oft durch unglückliche Wechselwirkungen im System Schule oder mangelnde fachliche/pädagogische Kompetenz ausgelöst, während bei intendiertem Verhalten eine bewusste Absicht zur Schädigung oder Machtausübung unterstellt wird.
Die empirische Studie zeigt eine unverhältnismäßig hohe Betroffenheit der Schülerinnen und Schüler durch potenziell sexuell übergriffiges Verhalten, wobei die Autorin jedoch einschränkt, dass die Ergebnisse exemplarischen Charakter haben und keine allgemeine empirische Relevanz beanspruchen können.
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