Examensarbeit, 2003
115 Seiten, Note: Sehr gut
Einleitung
Zum Forschungsstand
Allgemeine Hinweise
1. Trendsportarten
1.1 Begriffsbestimmung und Charakteristik
1.2 Die Entstehung und Verbreitung von Trendsportarten
1.2.1 Die "Erfindung" (Innovation)
1.2.2 Die Entwicklung und Verbreitung im eigenen Milieu
1.2.3 Entfaltung und Wachstum – Übergang vom Randsport zum Trendsport
1.2.4 Die Trenddiffusion – Der Wechsel von der (Bewegungs-)Subkultur zum Massenkult
1.2.5 Die Etablierung
Teil A Trainingswissenschaftliche Aspekte
2. Die sportliche Leistungsfähigkeit
2.1 Grundlagen
2.2. Die physisch-motorische Zielsetzung von Sportunterricht
2.3. Die sportliche Leistungsfähigkeit und ihre Komponenten
2.3.1 Konditionelle Fähigkeiten
2.3.2. Koordinative Fähigkeiten
2.3.3 Messverfahren konditioneller und koordinativer Fähigkeiten
2.3.3.1 Messverfahren konditioneller Fähigkeiten
2.3.3.2 Messverfahren koordinativer Fähigkeiten
2.3.3.3 Zur Problematik der Messverfahren und ihrer Auswertung
2.4 Zur Trainierbarkeit von Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter
2.4.1 Die Trainierbarkeit konditioneller Fähigkeiten
2.4.2 Sensible Phasen
2.5 Konsequenzen für den Schulsport
3. Anforderungsprofile ausgewählter Trendsportarten
3.1 Kurzbeschreibung der schriftlichen Befragung
3.2 Inline-Skating
3.2.1 Koordinative Fähigkeiten
3.2.2 Konditionelle Fähigkeiten
3.2.3 Ergebnis
3.2.4 Übersicht Anforderungsprofil Inline-Skaten
3.3 Klettern
3.3.1 Koordinative Fähigkeiten
3.3.2 Konditionelle Fähigkeiten
3.3.3 Ergebnis
3.3.4 Übersicht Anforderungsprofil Klettern
3.4 (Kick-)Box Aerobic, Tae Bo
3.4.1 Gesamtdarstellung der koordinativen und konditionellen Fähigkeiten
3.5 Ergebnis der fähigkeitsbezogenen Analyse
4. Zur Relevanz trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse für den Schulsport – Schulsport und Leistung
4.1 Ergebnis
Teil B Pädagogische Aspekte
5. Der pädagogische Stellenwert von Trendsportarten
5.1 Der pädagogische Stellenwert von Trendsportarten bei Söll
5.1.1 Klettern
5.1.2 Inline-Skaten
5.1.3 (Kick-)Box Aerobic, Tae Bo, Qigong
5.2 Allgemeine Problemfelder
5.2.1 Reizverlust durch Institutionalisierung?
5.2.1.1 Reglementierungen
5.2.1.2 Auflehnung gegen schulische Bevormundung, Noten und Fremdbestimmung
5.2.1.3 Die Szene
5.2.1.4 Reizverlust? – Eine Frage der Inszenierung!
5.3 Die motivationale Ebene
5.4 Die Lehrerqualifikation
6. Resümee und Ausblick
i. Befragung Giessener Sportstudierender zum Anforderungsprofil koordinativer und konditioneller Fähigkeiten von ausgewählten Trendsportarten
i.1 Grundlagen und Konzeptionalisierung der Befragung
i.2 Die zeitlich-organisatorische Planung
i.3 Ergebnisse
i.3.1 Koordinative Fähigkeiten
i.3.2 Konditionelle Fähigkeiten
Diese Arbeit erörtert theoretisch, ob Trendsportarten eine sinnvolle und zweckmäßige Ergänzung des bestehenden Schulsportangebots darstellen. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwieweit solche Sportarten die allgemeinen Ziele des Sportunterrichts, insbesondere die motorische Grundlagenausbildung, unterstützen können.
1.1 Begriffsbestimmung und Charakteristik
Trotz fehlender eindeutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse oder Schematisierungen, gibt es eine Reihe von Merkmalen, die eine gewisse Charakterisierung zu lassen, da sie in der Literatur fast einheitlich wiedergegeben werden und somit allgemeine Anerkennung finden. Auf dieser Basis und dem dieser Arbeit gesetzten Themenschwerpunkt, werden Trendsportarten hier, in Anlehnung an Lamprecht/Stamm und Schwier, wie folgt definiert und näher bestimmt: »Trendsportarten sind neuartige Bewegungs- und Spielformen mit zum Teil neuartigen Sportgeräten. Sie basieren häufig auf bekannten und etablierten Bewegungspraktiken. Ihre Abgrenzung zu traditionellen Sportarten findet durch die Neuorganisation und -interpretation und ihrer Einbindung in den Lebensalltag statt.«
Neuorganisation heißt hier, dass die Ausübung dieser Sportarten zum großen Teil nicht mehr in festen Vereinsstrukturen mit geregelten Trainingszeiten und auf vorgegebenen Trainingsplätzen stattfindet, sondern innerhalb informeller Gruppen, welche sich nicht selten eher zufällig zusammenfinden. Dies gilt im Besonderen für die Skaterszenen in den Großstädten. Darüber hinaus ist ein Trend zur Individualisierung erkennbar. Sie findet einerseits innerhalb der Gruppen statt, andererseits bezieht sie sich auf die Auswahl der betriebenen Sportarten.
1. Trendsportarten: Definition von Trendsportarten und Darstellung ihres Entstehungs- und Entwicklungsprozesses.
2. Die sportliche Leistungsfähigkeit: Theoretische Grundlagen zu konditionellen und koordinativen Fähigkeiten sowie deren Messbarkeit und Trainierbarkeit im Schulalter.
3. Anforderungsprofile ausgewählter Trendsportarten: Detaillierte Analyse der Anforderungen von Inline-Skaten, Klettern und Fitness-Sportarten basierend auf Literatur und Befragungsdaten.
4. Zur Relevanz trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse für den Schulsport – Schulsport und Leistung: Diskussion der Übertragbarkeit sportwissenschaftlicher Trainingsprinzipien auf den Schulsport.
5. Der pädagogische Stellenwert von Trendsportarten: Pädagogische Einordnung, kritische Auseinandersetzung mit Gegnern des Konzepts und methodische Umsetzungsstrategien für die Schule.
6. Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung zur weiteren Integration von Trendsportarten in den Schulsport.
Trendsportarten, Schulsport, Trainingswissenschaft, Koordination, Kondition, Leistungsfähigkeit, Sportpädagogik, Inline-Skaten, Klettern, Fitnesssport, Bewegungsbildung, Schulische Leistung, Sportdidaktik, Motorische Grundlagenausbildung, Sensible Phasen
Die Hausarbeit untersucht die Eignung von Trendsportarten als ergänzende Inhalte für den Sportunterricht an Gymnasien, sowohl aus trainingswissenschaftlicher als auch aus sportpädagogischer Perspektive.
Im Fokus stehen die Charakterisierung von Trendsportarten, die Analyse ihrer trainingsphysiologischen Anforderungen und die kritische Bewertung ihres pädagogischen Werts in der Schule.
Das Hauptziel ist es, wissenschaftlich zu begründen, ob Trendsportarten die Forderung nach einer vielseitigen motorischen Grundlagenausbildung im Schulsport erfüllen können.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Analyse mit einer empirischen schriftlichen Befragung von Giessener Sportstudierenden, um ein subjektives Anforderungsprofil ausgewählter Trendsportarten zu erstellen.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Teil A widmet sich den trainingswissenschaftlichen Aspekten (Leistungsfähigkeit, Trainierbarkeit), während Teil B die pädagogischen Argumente und mögliche Umsetzungsprobleme in der Schule beleuchtet.
Die zentralen Schlagworte sind Trendsportarten, Schulsport, sportliche Leistungsfähigkeit, motorische Grundlagenausbildung, Koordination, Kondition und pädagogischer Stellenwert.
Der Verfasser entkräftet Sölls Kritik, indem er aufzeigt, dass Trendsportarten weit über bloßen "Nervenkitzel" hinausgehen und bei korrekter methodischer Inszenierung hohe bildende Werte sowie physische Anforderungen bieten.
Der Verfasser argumentiert, dass eine Institutionalisierung nicht zwangsläufig zum Reizverlust führt, da für den Großteil der Schüler die Freude an der Bewegung im Vordergrund steht und nicht die Identifikation mit subkulturellen, anarchistischen Idealen.
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