Diplomarbeit, 2010
59 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
2. Inflation im (ungedeckten) Papiergeldsystem
2.1. Grundlegendes zur Inflation
2.2. Papiergeld als krisenanfällige Geldordnung
2.3. Gefahrenquellen für die Preisstabilität im Lichte der Finanzkrise
2.3.1. Massiv ausgeweitete Zentralbankbilanzen
2.3.2. Hohe explizite und implizite Staatsverschuldung
2.4. Reformbedarf im gegenwärtigen Geldsystem
2.4.1. Rückkehr zum guten Geld (Sound Money)
2.4.2. Besondere Eignung des Goldes als Geld
3. Der Goldstandard
3.1. Geschichtlicher Rückblick
3.2. Wesen der Goldwährung
3.3. Spielarten der Goldwährung
4. Wirkungsmechanismen des Goldstandards
4.1. Wechselkursstabilität und Goldarbitrage
4.2. Automatischer Zahlungsbilanzausgleich
4.2.1. Geldmengenpreismechanismus
4.2.2. Einkommensmechanismus
4.3. Stabilisierung der Preisniveaus
5. Analyse der Wirksamkeit des Goldstandards zur Inflationsvermeidung
5.1. Empirische Evidenz für Preisniveaustabilität im Goldstandard
5.2. Entkräftung der üblichen Ressentiments gegenüber der Goldwährung
5.3. Ablaufplan zum monetären Regimewechsel
5.4. Kritische Anmerkungen zum Goldstandard
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Eignung des Goldstandards als wirksames Instrument zur Vermeidung zukünftiger Inflationen vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. Dabei wird die Problematik der gegenwärtigen Fiatgeldordnung analysiert und die theoretische sowie empirische Wirksamkeit einer goldbasierten Währung gegenübergestellt.
2.4.1. Rückkehr zum guten Geld (Sound Money)
Die letzten zwanzig Jahre waren von einem relativ niedrigen Zinsniveau geprägt, was sich in einer deutlichen Ausweitung der allgemeinen Verschuldung auswirkte (WEF, 2009, S. 12f). Vor allem die „ideologische Zinsfeindschaft“ hielt den Zins auf einem äußert niedrigen Niveau (Polleit, 2008a, S. 3). Die aktuelle Finanzkrise ist Ausdruck der einsetzenden Entflechtung des im Rahmen dieses Niedrigzinsumfelds aufgebauten Leverages (WEF, 2009, S. 17). Dem drohenden Schrumpfen der Geldmenge wirkten die Zentralbanken wie zuvor gezeigt mit einer Ausweitung der Geldbasis entgegen, also mit einer noch expansiveren Geldpolitik (vgl. Punkt 2.3.1). Die Krise wird letztlich mit den gleichen Mitteln bekämpft, die sie mit verursacht haben. Ist das nicht so als würde man versuchen „[…] einen Brand mit Feuer zu löschen?“ (Speck, 2010, S. 230)
Im Rahmen der fiskalpolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise sind die Staatsschulden enorm gewachsen (vgl. Punkt 2.3.2). Eine hohe Verschuldung verschiebt die Präferenz in Richtung Inflation (Polleit, 2008a, S. 2). Es ist daher fraglich, so Polleit, ob der Staat „[…] letztlich nachhaltig verlässliches Geld bereitstellen kann.“ (Polleit, 2008a, S. 4)
Im staatlich kontrollierten Fiatgeldsystem ist die Geldmenge politische Entscheidung (Polleit, 2009e). Mit der Einführung des Papiergeldes ist es dem Staat möglich, über eine Anpassung der Geldmenge (Mehrung bzw. Minderung) die Kaufkraft des Geldes zu senken bzw. zu heben (Mises, 1912, S. 250). Die Ausweitung ist dabei nicht sonderlich schwer, da Staatsgeld ohne großen Ressourceneinsatz geschaffen werden kann (Polleit, 2009c, S. 317).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Gold als Reaktion auf Vertrauensverluste in Papierwährungen und führt die Forschungsfrage ein, ob eine Rückkehr zum Goldstandard zukünftige Inflation verhindern kann.
2. Inflation im (ungedeckten) Papiergeldsystem: Dieses Kapitel arbeitet die Problematik aktueller Geldordnungen heraus, fokussiert auf Staatsverschuldung sowie Zentralbankpolitik und leitet den Reformbedarf ab.
3. Der Goldstandard: Hier werden der geschichtliche Hintergrund, das Wesen der Goldwährung sowie verschiedene Ausprägungen dieses Währungssystems historisch und theoretisch erläutert.
4. Wirkungsmechanismen des Goldstandards: Das Kapitel beschreibt die theoretischen Funktionen wie Wechselkursstabilität, Zahlungsbilanzausgleich und die Stabilisierung des Preisniveaus innerhalb eines Goldstandards.
5. Analyse der Wirksamkeit des Goldstandards zur Inflationsvermeidung: Die Analyse untersucht historische Daten zur Preisstabilität, entkräftet verbreitete Vorurteile gegen Gold und evaluiert mögliche Strategien für einen monetären Regimewechsel.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Goldstandard in der langen Frist zwar preisstabilisierend wirkt, jedoch als komplexe Lösung mit eigenen Kosten und Herausforderungen bei der Implementierung einhergeht.
Goldstandard, Fiatgeld, Inflation, Preisniveaustabilität, Staatsverschuldung, Zentralbank, Austrian School of Economics, Geldpolitik, Sound Money, Systemwechsel, Geldmenge, Kaufkraft, Währungssystem, Golddeckung, Deflation.
Die Arbeit analysiert, ob eine Wiedereinführung des Goldstandards als wirksames Mittel geeignet ist, um die Inflationsgefahren zu bannen, die aus dem aktuellen ungedeckten Papiergeldsystem resultieren.
Zentrale Themen sind die Kritik am Fiatgeldsystem, die Funktionsweise des klassischen Goldstandards, die Analyse historischer Preisentwicklungen und die praktischen Anforderungen an einen Wechsel des Währungsregimes.
Die Forschungsfrage lautet: „Ist die Rückkehr zum Goldstandard ein wirksames Mittel zur Vermeidung zukünftiger Inflationen?“
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse aus der Perspektive der „Austrian School of Economics“ sowie auf eine empirische Auswertung historischer Daten und Kennzahlen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Problembeschreibung des aktuellen Systems, die Beschreibung der Goldstandard-Mechanismen und eine tiefgehende Analyse der historischen Preisstabilität im Vergleich zum heutigen System.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Goldstandard, Fiatgeld, Inflation, Preisniveaustabilität und Staatsverschuldung charakterisiert.
Kritiker führen unter anderem eine zu hohe Rigidität, die Kosten der Goldhaltung (Opportunitätskosten) und die Abhängigkeit von zufälligen Goldfunden als problematisch an.
Rothbard schlägt eine Mehrstufenstrategie vor, bei der umlaufendes Papiergeld und Sichteinlagen durch Zentralbankgold gedeckt und das Bankensystem anschließend privatisiert werden, um ein Free-Banking-System zu etablieren.
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