Magisterarbeit, 2012
125 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Quellenkritik
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Konzeptioneller Teil
2.1. Überblick über die soziale Bewegungsforschung
2.2. Mechanismen sozialer Bewegungen
2.2.1 Kollektive Identität/symbolischen Integration
2.2.2. Framing
2.2.3. Mobilisierungshandeln /Resource Mobilization
2.2.4. Politische Gelegenheitsstrukturen
2.3. Protestformen
2.4. Kommunikationsnetzwerke
2.5. Neue soziale Bewegungen (NSB)
2.6. Die Bewegungskultur sozialer Bewegungen
2.7. Sich abgrenzende Formen von Kollektivität
2.7.1 Subkultur
2.7.2. Szene
2.8. Kennzeichen sozialer Bewegungen
3. Historische Entwicklungslinien - Nationalbolschewismus
4. Rechtsextremismus als soziale Bewegung
5. Rechtsextreme Gruppierungen und Strukturen in Deutschland
5.1. NPD
5.1.1. Verhältnis NPD – AN
5.2. Neonazis
5.3. Freie Kameradschaften
5.4. Skinheads
6. Die Strukturen der autonomen Nationalisten
6.1. Die internen Strukturen der autonomen Nationalisten
6.2. Internationalismus
6.3. Das Kommunikationsnetzwerk der AN
6.3.1 Nationale Infotelefone
6.3.2. Das „Weltnetz“
7. Die Bewegungskultur der autonomen Nationalisten
7.1. Kleidung und Auftreten
7.2. Symbolik
7.3. Die Themen der autonomen Nationalisten
7.3.1. Antikapitalismus
7.3.2. Antiglobalisierung
7.3.3. Tierschutz
7.3.4. Umweltschutz
7.3.5. Feminismus
7.3.6. Xenophobie
7.3.7. Querfront
7.4. Mobilisierung und Protest als zentrale Kommunikationsmittel
7.4.1. Protest- und Organisationsformen
7.4.1.1. Der Schwarze Block
7.4.2. Hausbesetzungen
7.4.3. Die Gewaltfrage
7.4.4. Anti-Antifa
7.5. Verbindungen zu Jugendkulturen
7.5.1. Hip Hop
7.5.2. Streetart
7.5.3. Hardcore
7.5.4. Straight Edge
8. Resümee
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Autonomen Nationalisten“ (AN) und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob es sich bei dieser Gruppierung um eine soziale Bewegung handelt. Dabei wird analysiert, inwiefern sich die AN durch ein modernes Erscheinungsbild, die Übernahme linker Aktionsformen und eine spezifische Bewegungskultur von traditionellen rechtsextremen Strukturen abheben.
7.1. Kleidung und Auftreten
War in den 1980er und 90er Jahren das Bild neonazistischer Demonstrationen von Skinheads geprägt, so kann heute eine Abkehr von dem klassischen Bild des Neonazis beobachtet werden. Es wurde ein moderner an jugendlich Szenen angepasster Kleidungsstil gewählt, welcher zunehmend Einzug in die rechte Szene gehalten hat. „Wir sind keine gewalttätigen arbeitslosen Schläger mit Glatze und Stiefeln, wie es in den Medien berichtet wird“(Autonome Nationalisten Sauerland 2008). schreiben die „Autonomen Nationalisten Sauerland“ in ihrer Selbstdefinition und beschreiben damit die Abkehr vom Bild des „Skinheads“. Über die Abkehr von traditionellen (Selbst-)Repräsentationen hinaus, wird die Maxime propagiert, dass das Aussehen nicht von Belang und jeder willkommen sei, egal welchen Kleidungsstil er verfolgt. „Bei uns spielt es keine Rolle, wie jemand aussieht, wie lang seine Haare sind, ob er einen Bart trägt oder wie sein Kleidungsstil ist.“(Autonome Nationalisten Sauerland 2008). Diese Aussage steht im Gegensatz zu der nicht erkennbaren Diversität von AN-Gruppen. So stellen AN-Gruppen zwar, in ihrem äußeren Erscheinungsbild, eine Sonderform, in Abgrenzung zu anderen neonazistischen Formen dar, doch ist ein einheitlicher Stil-Kodex innerhalb der AN zu erkennen. Dieser Stil-Kodex orientiert sich am Stil alternativer Jugendlicher, „[...] in trendiger Streetwear, wie sie die Skate- und Hardcore Szene, aber auch der Antifa en vogue ist: Cargo-Hosen, buttongespickte Caps und Marken-Turnschuhe bestimmen das Bild“(Brahms 2008: S. 8). Auch die grafische Gestaltung von Buttons oder Kapuzenpullovern ist stark an denen der Antifa und der autonomen Linken orientiert.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Darlegung der Bedeutungslosigkeit der AN in der bisherigen Forschung und Erläuterung der Fragestellung hinsichtlich des Status als soziale Bewegung.
2. Konzeptioneller Teil: Vermittlung theoretischer Grundlagen der sozialen Bewegungsforschung, insbesondere Definitionen von kollektiver Identität, Framing und Ressourcenmobilisierung.
3. Historische Entwicklungslinien - Nationalbolschewismus: Historische Einordnung der AN durch den Vergleich mit dem Nationalbolschewismus als ideologischem Vorläufer.
4. Rechtsextremismus als soziale Bewegung: Diskussion darüber, ob der Rechtsextremismus insgesamt als soziale Bewegung betrachtet werden kann und welche Forschungsperspektiven dabei existieren.
5. Rechtsextreme Gruppierungen und Strukturen in Deutschland: Überblick über die rechtsextreme Parteienlandschaft, insbesondere der NPD, und deren ambivalentem Verhältnis zu den freien Kameradschaften und den AN.
6. Die Strukturen der autonomen Nationalisten: Analyse der internen Organisationsweise der AN, ihres Internationalismus und ihrer Kommunikationsnetzwerke wie Infotelefone und das Internet.
7. Die Bewegungskultur der autonomen Nationalisten: Detaillierte Untersuchung des Auftretens, der Symbolik, der Themenbesetzung (Antikapitalismus, Tierschutz etc.) sowie der Protestformen und deren Funktion als Identitätsstifter.
8. Resümee: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei die AN als eine neue Form des Rechtsextremismus identifiziert werden, die Merkmale einer sozialen Bewegung aufweist.
Autonome Nationalisten, Rechtsextremismus, Soziale Bewegungen, Kollektive Identität, Framing, Neonazismus, NPD, Kameradschaften, Querfront, Antikapitalismus, Bewegungskultur, Symbolik, Internet-Mobilisierung, Radikalisierung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und den Strukturen der "Autonomen Nationalisten" in Deutschland und analysiert, ob diese Gruppierung als soziale Bewegung klassifiziert werden kann.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zum klassischen Rechtsextremismus, die Übernahme linker Codes und Symbole, die Besetzung von sozialen Themen wie Antikapitalismus oder Tierschutz sowie die Bedeutung des Internets für die Organisation.
Das Ziel ist es, zu klären, ob die Autonomen Nationalisten eine eigenständige soziale Bewegung darstellen, die sich durch eine moderne, subkulturell geprägte Identität von etablierten rechtsextremen Parteien unterscheidet.
Es wird ein deduktiver Ansatz gewählt, der auf der Diskussion und Anwendung bestehender Theorien der sozialen Bewegungsforschung (z.B. nach Melucci, Rucht, Goffman) basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Einordnung, der Analyse der Strukturen und insbesondere der ausführlichen Beschreibung der "Bewegungskultur" der AN, inklusive ihrer Kleidung, Symbolik und Themenwahl.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Autonome Nationalisten, Soziale Bewegung, Identitätsbildung, Symbolik, moderne Agitation und rechtsextremer Strukturwandel charakterisiert.
Das Verhältnis ist durch einen Schlingerkurs geprägt; die NPD bietet oft die Plattform für Aktionen, lehnt aber gleichzeitig das radikale, an die Antifa angelehnte Erscheinungsbild der AN als Image-Risiko ab.
Dies dient der bewussten Provokation, der Anknüpfung an "coole" jugendkulturelle Stile, der Erschwerung polizeilicher Überwachung und der Gewinnung neuer Anhänger durch ein moderneres, aggressiveres Image.
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