Bachelorarbeit, 2025
36 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2. Grundannahmen
2.1 Kult und Kaiserkult
2.2 Historischer Kontext
2.3 Die Provinz Asia
3. Augustuskult in Asia
3.1 Kulteinführung
3.2 Kultorganisation
3.3 Kultausführung
4. Frage des Kultes als Selbstzweck
5. Schlussbetrachtung
6. Wissenschaftlicher Apparat
Die Arbeit untersucht den augusteischen Kaiserkult in der Provinz Asia unter der Forschungsfrage, inwiefern dieser nicht nur als Mittel zur Loyalitätsbekundung, sondern als eigenständiges, funktionales Handlungssystem zu verstehen ist, das sich zu einem kulturellen Selbstzweck entwickelte.
1.1 Kult und Kaiserkult
Da in dieser Arbeit der augusteische Kaiserkult in der Provinz Asia untersucht wird, stellt sich zwangsläufig die zweigeteilte Frage, inwieweit sich der römische Kaiserkult als solcher vom hellenistischen Königskult unterscheidet, der in genau dieser Region bereits über einen langen Zeitraum praktiziert wurde, als auch darin, ob sich ein qualitativer Unterschied im römischen Kaiserkult zur römischen Herrscherverehrung finden lässt. Besonders deshalb, weil das Imperium Romanum im Osten die politische und kulturelle Erbin des hellenistischen Systems geworden ist, muss geprüft werden, ob der römische Kaiserkult eine bloße Fortführung der älteren Traditionen darstellt oder ob dieser sich strukturell und funktional absetzen kann. Im hellenistischen Kontext war die kultische Verehrung eines Herrschers meist Ausdruck lokaler Dankbarkeit für eine konkrete Wohltat. Ein Herrscher, der Schutz gewährte oder wirtschaftliche Hilfe leistete, konnte als Retter geehrt und in kultische Formen überführt werden. Solche Kulte waren meist an Städte gebunden konkrete Leistungen bezogen.
Des Weiteren war der hellenistische Königskult dem solchen König persönlich gewidmet. Ein solcher Heroenaspekt war dem römischen Kaiserkult aber nicht zu eigen. Oktavian/Augustus wurde nicht für einzelne, regionale Wohltaten, sondern für seine übergeordnete Rolle als Garant von und Stabilität für das gesamte römische Reich kultisch verehrt. Der römische Kaiser, welcher die Spitze des römisches Staates darstellte, wurde somit nicht persönlich, sondern eher die durch ihn dargestellte Funktion kultisch verehrt. Damit bleibt die Frage, ab welchen Punkt die schon praktizierte Herrscherverehrung zu derjenigen kultischen Verehrung gilt, welche den Gegenstand dieser Arbeit darstellt. Im römischen Reich war die Verehrung des Kaisers soweit im subjektiven Bewusstsein verankert, dass diese Verehrung schon als reichsweite Religion aufgefasst werden kann. Daher muss konstatiert werden, dass nicht jede Form von Loyalität, Pietät oder Ehrerbietung automatisch als Kult zu verstehen, sondern eher als schlichte Herrscherverehrung.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den theoretischen Rahmen und stellt die These auf, den Kaiserkult als funktionales, öffentlich geregeltes Handlungssystem statt als bloße Herrscherverehrung zu betrachten.
2. Grundannahmen: Dieses Kapitel klärt die Begriffe Kult und Kaiserkult und beleuchtet die historischen Umbruchsphasen der späten Republik als Entstehungsbedingungen des augusteischen Kultes.
3. Augustuskult in Asia: Hier werden die konkrete Einführung, die institutionelle Organisation durch das Koinon sowie die Durchführung ritueller Praktiken in der Provinz analysiert.
4. Frage des Kultes als Selbstzweck: Das Kapitel untersucht die innere Dynamik des Kultes und begründet, warum dieser zunehmend als kulturelles Selbstzwecksystem der Städte fungierte.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse und bestätigt die Transformation des Kaiserkultes zu einem komplexen, identitätsstiftenden System in der Provinz Asia.
6. Wissenschaftlicher Apparat: Dieses Kapitel enthält das Literaturverzeichnis sowie das Abbildungsverzeichnis zur Dokumentation der verwendeten Quellen.
Kaiserkult, Provinz Asia, Augustus, Koinon, Herrscherverehrung, Kultorganisation, Ritualpraxis, antike Stadtkultur, politische Repräsentation, Selbstzweck, Sozialgeschichte, Religionsgeschichte, Imperium Romanum, Cistophoren, Identitätsstiftung.
Die Arbeit analysiert den augusteischen Kaiserkult in der römischen Provinz Asia und hinterfragt dessen Funktion sowie die Dynamik seiner Entwicklung.
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung des Kultes, die Rolle des Koinon als Organisationseinheit, die Einbindung der lokalen Eliten und die Bedeutung ritueller Handlungen für die städtische Identität.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern der Kaiserkult in Asia von einer bloßen Loyalitätsbekundung zu einem eigenständigen, kulturellen Selbstzweck im wörtlichen Sinne wurde.
Die Autorin wählt eine funktionale Perspektive und kombiniert dabei epigraphische, numismatische und literarische Zeugnisse, um den Kaiserkult als öffentlich geregeltes Handlungssystem zu erfassen.
Der Hauptteil behandelt die historische Kontextualisierung, die Rolle der Provinziallandtage, die Ausgestaltung der Festspiele sowie die bewusste Verortung des Kultes im urbanen Raum.
Wesentliche Begriffe sind Kaiserkult, Koinon, Provinz Asia, imperiale Ordnung, lokale Akteure und das Konzept des kulturellen Selbstzwecks.
Das Koinon fungierte als zentrale administrative und organisatorische Schnittstelle, die den Kult institutionalisierte und die Interessen der Provinz gegenüber Rom vertrat.
Asia war eine der wohlhabendsten und urbanisiertesten Provinzen mit einer dichten Überlieferungslage an Inschriften und Münzen, die eine präzise Untersuchung der lokalen Kultpraxis ermöglichen.
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