Magisterarbeit, 1995
130 Seiten, Note: Gut
1. Einleitung
1.1. Möglichkeiten der Annäherung an einen Mythos
1.2. Der literarische Text und sein ideologischer Code
2. Aspekte der Avantgardeliteratur
2.1. Die europäische Avantgarde
2.2. Die portugiesische Avantgarde
2.2.1. Reichweite der Analyse
2.2.2. Eine "nationale" und eine "internationale Strömung"
2.2.3. Der modernistische Code Almadas als Reflex auf eine europäische Bewegung
3. Erzähltextanalyse: Nome de guerra
3.1 Der Diskurs des erzählenden Ichs
3.1.1. Die Erzählinstanz und die Zeit des Erzählens
3.1.2. Erzählebenen
3.1.3. Der Erzähler
3.1.4. Aspekte des stilistischen Codes
3.2. Zeit
3.2.1. Die zeitliche Organisation der Geschichte
3.2.2. Diskurszeit und Häufigkeit
3.3. Fokalisation
3.3.1. Kapitel VI und VIII
3.3.2. Kapitel XXX bis XXXV
3.3.3. Kapitel LV - LXIV
3.3.4. Perspektivierung von Figuren und Raum
4. Vergleichende Textanalysen
4.1. Eine frühe Erzählung des "Primeiro Modernismo": A grande sombra
4.2. Ein Erzähltext des "Segundo Modernismo"
4.2.1. Presença und der Modernismus
4.2.2. Elói ou romance numa cabeça
5. Konklusion
Die Arbeit untersucht den modernistischen Diskurs in Almada Negreiros' Roman "Nome de guerra" und analysiert, wie sich dieser Diskurs aus einem spezifischen ideologischen Code herausbildet. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Organisation des Diskurses und dessen Manifestation im literarischen Text unter Einbeziehung narratologischer Methoden.
3.1.3. Der Erzähler
Nach Genette beruht die Postion des Erzählers zur Geschichte nicht auf der Wahl einer grammatikalischen Form ("Ich-" oder "Er-Erzähler"), sondern auf der Entscheidung, ob der Erzähler einen der Charaktere der Geschichte mit "ich" bezeichnen kann, ob es also eine "physische" Identität zwischen Erzähler und Figur gibt. Die Alternative zwischen einem homo- und einem heterodiegetischen Erzähler, in Beziehung gesetzt zur extra- und intradiegetischen Erzählebene definiert die vier Grundpositionen des Erzählers zur Geschichte ("narrator's status").
Überträgt man diese Terminologie auf Nome de guerra, so läßt sich die dominierende Erzählposition als extradiegetisch-heterodiegetisch beschreiben. Alle Figuren werden vom Erzähler ausschließlich in der dritten Person Singular bezeichnet, der Erzähler ist (mit Ausnahme von Kap. V, das weiter unter analysiert wird) nicht Teil der erzählten Welt. Die "Person" des Erzählers bleibt weitgehend im dunkeln, obwohl er sich an mehreren Textstellen als "Ich" manifestiert.
1. Einleitung: Erläuterung der methodischen Grundlagen zur Untersuchung des modernistischen Diskurses sowie Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes.
2. Aspekte der Avantgardeliteratur: Darstellung der theoretischen Fundierung des Modernismus als ideologischer Code im europäischen und portugiesischen Kontext.
3. Erzähltextanalyse: Nome de guerra: Tiefgehende Untersuchung der narrativen Strukturen wie Erzählinstanz, Zeitgestaltung und Fokalisation im Roman.
4. Vergleichende Textanalysen: Kontrastierende Analyse von "A grande sombra" und "Elói ou romance numa cabeça" zur Einordnung in den portugiesischen Modernismus.
5. Konklusion: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Unterordnung thematischer Codes unter den ideologischen Code als zentrales Merkmal von Almadas modernistischem Diskurs.
Modernismus, Avantgarde, Almada Negreiros, Nome de guerra, Erzähltheorie, Ideologischer Code, Fokalisation, Narratologie, Sensibilität, Ingenuidade, portugiesische Literatur, Erzählinstanz, Diskursanalyse, Textstruktur, Mário de Sá-Carneiro.
Die Arbeit analysiert den modernistischen Diskurs im Roman "Nome de guerra" von Almada Negreiros und untersucht, wie ein spezifischer ideologischer Code die narrative Struktur bestimmt.
Die zentralen Themen umfassen die Definition modernistischer Ästhetik, die Rolle des Autors im Text, das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft sowie die spezifische Rolle der portugiesischen Avantgarde.
Das primäre Ziel ist es, durch eine strukturierte Erzähltextanalyse nach Genette die "Stimme" und "Fokalisation" im Roman zu bestimmen, um daraus den modernistischen Diskurs präzise abzuleiten.
Es wird eine strukturalistische Erzähltheorie angewandt, ergänzt durch semiotische Ansätze und Begriffe wie "ideologischer Code" zur Beschreibung von Text-Gesellschafts-Beziehungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Avantgarde, eine detaillierte narratologische Analyse des Romans und einen Vergleich mit anderen Werken der Epoche.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Modernismus, die Fokalisation, der ideologische Code und die spezifische "ingenuidade" im Denken Almadas.
Diese Differenzierung ist entscheidend, um die narrative Organisation des Textes zu verstehen, da sie offenlegt, wie der Erzähler durch "besprechende" Erörterungen die Wirklichkeitsillusion des Romans beeinflusst.
Die "ingenuidade" wird als zentraler Schlüsselbegriff identifiziert, der es dem Individuum ermöglicht, äußere Einflüsse unvoreingenommen zu verarbeiten und so die eigene Identität gegenüber gesellschaftlichen Konventionen zu behaupten.
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