Diplomarbeit, 2005
306 Seiten, Note: Sehr Gut
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. EINLEITUNG
2. BEVÖLKERUNGSWISSENSCHAFT UND FERTILITÄT
2.1. Theoretische Rahmenbedingungen des Fertilitätsrückgangs
2.2. Fertilität als Variable der Bevölkerungswissenschaft
3. KLASSISCHE THEORIEN ZUM FERTILITÄTSRÜCKGANG
3.1. Einleitung
3.2. Die Bevölkerungstheorie von Thomas Robert Malthus
3.3. Die Bevölkerungstheorie von Karl Marx
3.4. Die Theorie des demographischen Übergangs
3.4.1. Grundlagen der Theorie des demographischen Übergangs
3.4.2. Modellhafte Darstellung der Theorie des demographischen Übergangs
4. VORBEDINGUNGEN DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS
5. THEORIEN UND KONZEPTE ZUR ERKLÄRUNG DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS
5.1. Makroökonomische Theorien zum Fertilitätsrückgang
5.1.1. Kinglsey Davis’ Theory of Multiphasic Response
5.1.1.1. Migration und ihr potentieller Einfluss auf die Fertilität
5.1.2. Caldwell’s Wealth-Flows-Theory
5.2. Mikroökonomische Theorien
5.2.1. Gary Becker’s fertility demand-theory und price of time model
5.2.2. Easterlin’s synthesis framework und die Easterlin hypothesis
5.2.3. Bulatao und Lee’s demand and supply model
5.2.4. Buchmann, DiPrete & Powell’s wealth maximisation hypothesis
5.2.5. Diane Macunovich’s relative income model
5.2.6. Butz und Ward’s countercyclical fertility
5.2.7. Ermisch’s political economy of demographic change
5.2.8. Kritik an ökonomischen Theorien zum Fertilitätsrückgang
5.2.9. McNicoll’s institutional approach
5.2.10. Political economy of fertility
5.2.11. Hakim’s preference theory
5.3. Natürliche Fertilität
6. KLASSIFIZIERUNG DER DETERMINANTEN DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS
6.1. Sozioökonomische und gesellschaftlich-kulturelle Determinanten
6.2. Das Determinantenmodell von Freedman
6.3. Sozioökonomische Determinanten des Fertilitätsrückgangs
6.3.1. Verringerung der Säuglings- und Kindersterblichkeit
6.3.2. Schulbildung
6.3.3. Erwerbstätigkeit der Frau, Erwerbstätigkeit der Kinder
6.3.4. Gesellschaftlicher Status der Frau
6.3.5. Einkommensverbesserungen, Einkommensverteilung
6.3.6. Zunehmende Urbanisierung
6.4. Intermediäre Variablen des Fertilitätsrückgangs
6.4.1. Festlegung der Variablen
6.4.2. Spezifische Darstellung intermediärer Variablen
6.4.2.1. Erhöhung des Heiratsalters
6.4.2.2. Stillen als Fruchtbarkeitsvariable
6.4.2.3. Freiwilliger Schwangerschaftsabbruch – Abtreibung
6.4.2.4. Empfängnisverhütung, Familienplanung und staatliche Einflussnahme
6.5. Die Rolle von Kultur in der Erklärung eines bestimmten Fertilitätsverhaltens
6.5.1. Überblick
6.5.2. Spezifizierung von ‘Kultur’
6.5.3. Diffusion und Verbreitung neuer kultureller Werte
7. BEVÖLKERUNG UND FERTILITÄT IN ASIEN
7.1. Einleitung
7.2. Entwicklung und Struktur der Bevölkerung in Asien
7.2.1. Überblick
7.2.2. Zunahme der Lebenserwartung in Asien
7.3. Veränderungen der Fertilitätsraten in Asien und seinen Regionen
7.3.1. Einleitung
7.3.2. Entwicklung der Fertilitätsraten in Ost- und Zentralasien
7.3.3. Entwicklung der Fertilitätsraten in Süd- und Südwestasien
7.3.4. Entwicklung der Fertilitätsraten in Südostasien
7.4. Gliederung der Länder Asiens nach ihrem Fertilitätsniveau
7.5. Altersspezifische Fertilitätsraten der Länder Asiens
7.6. Länder mit niedriger Fertilität
7.6.1. Das Beispiel Thailand
7.6.1.1. Entwicklung der absoluten Bevölkerungszahl sowie der rohen Geburten- und Sterberate in Thailand
7.6.1.2. Entwicklung der Gesamtfruchtbarkeitsrate in Thailand
7.7. Länder mit mittlerer Fertilität
7.7.1. Das Beispiel Vietnam
7.7.1.1. Entwicklung der absoluten Bevölkerungszahl und der rohen Geburten- und Sterberate in Vietnam
7.7.1.2. Entwicklung der Gesamtfruchtbarkeitsrate in Vietnam
7.8. Länder mit hoher Fertilität
7.8.1. Die Beispiele Kambodscha und Laos
7.8.1.1. Entwicklung der absoluten Bevölkerungszahl und der rohen Geburten- und Sterberate in Kambodscha und Laos
7.8.1.2. Entwicklung der Gesamtfruchtbarkeitsrate in Kambodscha und Laos
8. DETERMINANTEN DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS
8.1. Fertilität und kultureller Kontext in Thailand
8.1.1. Einleitung
8.1.2. Fertilität und weibliche Autonomie in kulturellem Kontext
8.1.3. Fertilität in religiösem Kontext
8.1.4. Weitere fertilitätsbeeinflussende kulturelle Faktoren
8.2. Intermediäre Determinanten der Fertilität
8.2.1. Heiratsalter als intermediäre Determinante der Fertilität in Vietnam und Laos
8.2.2. Alter der Frau bei der ersten Geburt in Vietnam
8.2.2.1. Postnatale Unfruchtbarkeit, Abstinenz und Unempfänglichkeit in Vietnam
8.2.3. Abtreibung in Kambodscha und Vietnam
8.2.4. Empfängnisverhütung und Familienplanung
8.2.4.1. Empfängnisverhütung und Familienplanung in Kambodscha
8.2.4.2. Empfängnisverhütung und Familienplanung in Laos
8.2.4.3. Empfängnisverhütung und Familienplanung in Thailand
8.2.4.4. Empfängnisverhütung und Familienplanung in Vietnam
8.3. Sozioökonomische Determinanten der Fertilitätsrückgangs
8.3.1. Verringerung der Säuglings- und Kindersterblichkeit
8.3.2. Schulische Bildung als Determinante der Fruchtbarkeit
8.3.2.1. Alphabetisierungsraten
8.3.2.1.1. Thailand
8.3.2.1.2. Kambodscha
8.3.2.1.3. Laos
8.3.2.1.4. Vietnam
8.3.3. Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Fertilität
8.3.4. Erwerbstätigkeit und Fertilität
8.3.5. Migration, Urbanisierung und Fertilität
8.3.5.1. Migration und Urbanisierung in Kambodscha
8.3.5.2. Migration und Urbanisierung in Vietnam
8.3.5.3. Migration und Urbanisierung in Laos
8.3.5.4. Migration und Urbanisierung in Thailand
8.3.6. Urbanisierung und Fertilität
9. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit analysiert die Dynamiken und Ursachen des Fertilitätsrückgangs in ausgewählten südostasiatischen Ländern (Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam). Dabei wird untersucht, wie sozioökonomische, kulturelle und demographische Faktoren sowie familienplanerische Maßnahmen das Fruchtbarkeitsverhalten beeinflussen und wie sich diese in verschiedenen nationalen Kontexten auswirken.
3.2. Die Bevölkerungstheorie von Thomas Robert Malthus
Wissenschaftliche Abhandlungen, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verfasst worden waren und sich dem Thema Bevölkerung widmeten, können landläufig als nützliche Basis der Formierung eines bevölkerungs-wissenschaftlichen Faches gesehen werden. Ideen und Beobachtungen waren in vielerlei Hinsicht für viele Prinzipien von Bevölkerung, Bevölkerungswachstum und -entwicklung richtungsweisend. Oft deuteten sie auch auf die Wichtigkeit bzw. mögliche Funktionen öffentlicher Einflussnahme hin, doch blieben solcherlei Untersuchungen zum großen Teil spekulativ und auf einer niederen Ebene der Generalisierung.
Erst die Veröffentlichungen von Thomas Robert Malthus läuteten die Geburtsstunde der modernen Demographie ein. In seinem immer wieder revidierten und neu aufgelegten Essay on the Principles of Population ist er der erste, der sich umfassend mit einem Konzept der Bevölkerung befasst, das sich generalisierten Gesetzmäßigkeiten und deren einflussnehmenden Faktoren von Wachstum und Dekrementierung verpflichtet sieht. Sein theoretisches Gedankengebäude fußt auf den politischen, ökonomischen, sozialen und schließlich noch auf den – zu Malthus’ Zeit – puritanischen Moralvorstellungen.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung von Bevölkerungsvariablen und dem globalen Kontext des Fertilitätsrückgangs sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2. BEVÖLKERUNGSWISSENSCHAFT UND FERTILITÄT: Erörterung der theoretischen Fundierung der Demographie und der Rolle der Fertilität als zentrale demographische Variable.
3. KLASSISCHE THEORIEN ZUM FERTILITÄTSRÜCKGANG: Darstellung klassischer Theorien wie die von Malthus und Marx sowie der Theorie des demographischen Übergangs als wissenschaftliche Basis.
4. VORBEDINGUNGEN DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS: Untersuchung der ökonomischen und psychologischen Wertigkeit von Kindern als treibende Kraft für Fertilitätsentscheidungen.
5. THEORIEN UND KONZEPTE ZUR ERKLÄRUNG DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS: Überblick über makro- und mikroökonomische Ansätze zur Verfeinerung der Erklärung des Fertilitätswandels.
6. KLASSIFIZIERUNG DER DETERMINANTEN DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS: Systematisierung sozioökonomischer und kultureller Determinanten sowie intermediärer Variablen, die das Fertilitätsniveau beeinflussen.
7. BEVÖLKERUNG UND FERTILITÄT IN ASIEN: Analyse der demographischen Entwicklung in asiatischen Regionen und Gliederung der Länder nach ihrem Fruchtbarkeitsniveau.
8. DETERMINANTEN DES FERTILITÄTSRÜCKGANGS: Detaillierte Untersuchung spezifischer Einflussfaktoren (kultureller Kontext, intermediäre Faktoren, Bildung, Urbanisierung) anhand der vier Beispielländer.
9. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der analysierten Theorien und deren Übertragbarkeit auf die Entwicklung in Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam.
Fertilität, Fertilitätsrückgang, Demographie, Bevölkerungswachstum, demographischer Übergang, sozioökonomische Determinanten, Familienplanung, wirtschaftliche Entwicklung, Bildungsniveau, Urbanisierung, kultureller Kontext, Mikroökonomie, Makroökonomie, Thailand, Südostasien.
Die Arbeit untersucht die Faktoren und Prozesse, die den Rückgang der Fertilität in Südostasien, insbesondere in Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam, erklären können.
Die Themen umfassen klassische Bevölkerungstheorien, moderne ökonomische Erklärungsmodelle, den sozioökonomischen und kulturellen Kontext sowie staatliche Familienplanungsprogramme.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Zusammenspiel von individuellen Fertilitätsentscheidungen und übergeordneten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu entwickeln.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis bestehender Literatur, Theorien und empirischer Daten zu demographischen Trends, die mit verschiedenen Ansätzen kritisch hinterfragt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung verschiedener Erklärungsmodelle (Makro- und Mikroebene) und eine detaillierte Fallanalyse der vier genannten südostasiatischen Länder hinsichtlich ihrer spezifischen Determinanten.
Zentrale Begriffe sind Fertilitätsrückgang, demographische Transformation, Wealth-Flows-Theory, Modernisierung, Urbanisierung und intermediäre Variablen.
Die Arbeit betont, dass kulturelle Einstellungen und Traditionen (wie z.B. Religion und Familienbild) maßgeblich beeinflussen, wie rational-ökonomische Entscheidungen getroffen werden.
Eine höhere Schulbildung führt laut Arbeit zu einem späteren Heiratsalter, einer gesteigerten Autonomie und höheren Opportunitätskosten bei der Kindererziehung, was den Wunsch nach kleineren Familien fördert.
Thailand gilt als eines der erfolgreichsten Beispiele für die Senkung der Fertilitätsrate durch die Kombination aus sozioökonomischer Entwicklung und innovativen, breit angelegten Familienplanungsprogrammen.
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