Bachelorarbeit, 2021
42 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Hannah Arendt – Leben und ausgewählte Werke
2. Die Krise in der Erziehung in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion
2.1 Zusammenfassung des Vortrags Die Krise in der Erziehung
2.2 Hellekamps: Hannah Arendt über die Krise in der Erziehung – wiedergelesen
2.3 Kahl: Autorität – Oder: Was es heißt, erwachsen zu sein
2.4 Schulze Wessel: Über Autorität
2.5 Mahrdt: Neoliberaler Wandel, Autorität, Freiheit und Erziehung
2.6 Oeftering: Das Politische als Kern der politischen Bildung
2.7 Einführung in Arendts Terminologie
3. Hannah Arendts Generationenverständnis
3.1 Rechte und Pflichten der Generationen
4. Autorität bei Hannah Arendt
4.1 Autorität als Verantwortung
4.2 Autorität und Tradition
4.3 Autorität und Reformpädagogik
4.4 Schlussfolgerungen für den PGW-Unterricht
4.5 Autorität und Schulpolitik
4.6 Autorität und Lehrerbildung
4.7 Autorität, Freiheit und Demokratie
5. Kritik an Die Krise in der Erziehung
5.1 Der fehlende Ort für Kritik
5.2 Genetisches Prinzip des Unterrichts
5.3 Trennung der Generationen und Generationengerechtigkeit
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Autoritätsverständnis von Hannah Arendt basierend auf ihrem Vortrag „Die Krise in der Erziehung“ und leitet daraus Konsequenzen für den Schulunterricht und die politische Bildung ab. Zentrale Forschungsfrage ist, wie Autorität in der heutigen Schule gestaltet sein muss, um einerseits die Welt zu bewahren und andererseits der nächsten Generation Raum für Freiheit und eigenständige Handlungsfähigkeit zu bieten.
4.1 Autorität als Verantwortung
Dieser Abschnitt thematisiert den Aspekt der Autorität, der Verantwortungsbewusstsein genannt werden kann. Arendt definiert als Quelle der Autorität die Übernahme von Verantwortung für die Welt (Arendt 1994a, S. 270). Der Begriff „Verantwortung“ beinhaltet das Nomen „Antwort“. Eine Antwort zu haben impliziert, Positionen zu haben und Urteile gefällt zu haben, über etwas nachzudenken und nachgedacht zu haben. Kahl beschreibt es, als „ein Jemand zu sein“ (Kahl 2006, S. 40). Keine oder ausreichende Antworten auf Fragen parat zu haben, indifferent zu sein, scheint für Arendt ein Hinweis auf eine Gefährdung des Gemeinwesens zu sein (Arendt 1994a, S. 259f). Arendt stellte sich Verantwortung womöglich als Gerichtsprozess vor, in dem die Erziehenden die Angeklagten darstellen und Rede und Antwort stehen müssen sowie die Heranwachsenden die Klägerschaft bilden und versuchen müssen, zu verstehen, was bisher in der Welt passiert ist.
In Klassenzimmern zeige sich mancherorts eine doppelte Verantwortungslosigkeit der Lehrerschaft durch die Abweisung von Verantwortung auf höhere Stellen, wie die Schulleitung oder die Rahmenpläne, und durch das Heraushalten von Kritik aus dem eigenen Verantwortungsbereich, dem Klassenzimmer (Kahl 2013, S. 39). Daraus folgt eine Reduktion von Reflexionsmöglichkeiten sowie eine Redundanz von Fehlern bzw. Verringerung der Fähigkeit „die Formatierungen des kulturellen Gedächtnisses, das uns prägt, zu erkennen, zu reflektieren und ihre Wiederholungen zu unterbrechen“ (ebd.). Hannah Arendt bleibt als politische Theoretikerin aus fachdidaktischer Sicht praxisfern, denn eine ihrer Umsetzungsempfehlungen lautet: „Am allerbesten werden jene sein, die wissen, daß wir, solange wir leben, dazu verdammt sind, mit uns selber zusammenzuleben, was auch immer geschehen mag“ (Arendt 1989, S. 94). Konkrete Ableitungen für die unterrichtliche Praxis beschränken sich demzufolge auf das Erklären von Phänomenen in der Welt. Allerdings kann die Verbindung von Autorität und Verantwortung als Reflexionsmöglichkeit für unterrichtliche und zwischenmenschliche Konflikte herangezogen werden.
1. Einleitung: Diese Einführung bettet Arendts Thesen in den aktuellen wissenschaftlichen und medienkritischen Diskurs ein und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Die Krise in der Erziehung in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion: Dieses Kapitel fasst Arendts Vortrag zusammen und gibt einen Überblick über die wesentliche Sekundärliteratur, die den Text aus erziehungswissenschaftlicher Sicht kritisch reflektiert.
3. Hannah Arendts Generationenverständnis: Hier wird das Konzept der Generationen bei Arendt erläutert und die daraus resultierende duale Trennung von Rechten und Pflichten zwischen Erwachsenen und Kindern analysiert.
4. Autorität bei Hannah Arendt: Dieses zentrale Kapitel behandelt die unterschiedlichen Ebenen des Autoritätsverständnisses wie Verantwortung, Tradition, Reformpädagogik und Freiheit, bezogen auf den schulischen Kontext.
5. Kritik an Die Krise in der Erziehung: Das Kapitel widmet sich den Schwachstellen von Arendts Theorie, insbesondere dem Fehlen eines definierten Ortes für Kritik und der Ignoranz gegenüber dem genetischen Prinzip des Unterrichts.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der Arendts Forderung nach Denken als Antwort auf die Krise der Autorität hervorgehoben wird.
Hannah Arendt, Krise in der Erziehung, Autorität, Tradition, Verantwortung, politische Bildung, Generationenverständnis, Natalität, Freiheit, Schule, Reformpädagogik, Politische Theorie, Demokratie, Erziehungswissenschaft, Lehrerbildung.
Die Arbeit analysiert Hannah Arendts Vortrag „Die Krise in der Erziehung“ und untersucht, wie Arendts Verständnis von Autorität zur Lösung aktueller Herausforderungen in der Schule und der politischen Bildung beitragen kann.
Die zentralen Felder umfassen die Rolle von Autorität und Tradition in der Erziehung, die politische Dimension von Bildung, das spezifische Generationenverhältnis nach Arendt sowie die Schnittstellen von Freiheit und politischem Handeln.
Das Ziel ist es, aus Arendts philosophischen Überlegungen konkrete Impulse für die Schulpraxis und die politische Bildung abzuleiten, um junge Menschen zu politisch urteils- und handlungsfähigen Personen zu erziehen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und Textexegese des Vortrags „Die Krise in der Erziehung“ sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit relevanter erziehungswissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Im Hauptteil werden Arendts Begrifflichkeiten (Autorität, Tradition, Verantwortung) detailliert analysiert, auf das deutsche Schulsystem übertragen und kritisch hinsichtlich ihrer pädagogischen Umsetzbarkeit und etwaiger theoretischer Defizite diskutiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Natalität“, „autoritative Autorität“, „Zwischenraum Schule“ und „Verantwortung für die Welt“ charakterisiert.
Die Arbeit zieht Parallelen zwischen Arendts Verständnis und dem von Haim Omer entwickelten Konzept der „Neuen Autorität“, um moderne Ansätze der pädagogischen Führung im Kontext der Arendtschen Theorie einzuordnen.
Sie beleuchtet Arendts Skepsis gegenüber dem „Spielen“ als pädagogisches Prinzip und stellt dies der modernen Forderung nach kooperativen Lernformen gegenüber, um die damit einhergehende Veränderung der Rollenverteilung zwischen Lehrern und Schülern kritisch zu hinterfragen.
Das Grundgesetz wird als normativer Referenzrahmen für die politische Bildung eingeführt, um ein auf Autorität basierendes, aber demokratisch legitimiertes Unterrichtsmodell in Fächern wie Politik-Gesellschaft-Wirtschaft zu fundieren.
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