Examensarbeit, 2009
68 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. ZUM BEGRIFF „UNTERRICHTSSTÖRUNG“
3. ERSCHEINUNGSFORMEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
3.1 UNTERRICHTSSTÖRUNGEN AUS LEHRERSICHT
3.2 UNTERRICHTSSTÖRUNGEN AUS SCHÜLERSICHT
4. URSACHEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
5. FOLGEN FÜR DAS KLASSENKLIMA
6. FEHLVERHALTEN VON LEHRKRÄFTEN
7. STÖRUNGSPRÄVENTION
7.1 PRÄVENTIVSTRATEGIEN
7.1.1 BEZIEHUNGSEBENE
7.1.2 DISZIPLIN-MANAGEMENTEBENE
7.1.3 UNTERRICHTSEBENE
7.2 UNTERSTÜTZUNGSSTRATEGIEN
7.2.1 BEZIEHUNGSEBENE
7.2.2 DISZIPLIN-MANAGEMENTEBENE
7.2.3 UNTERRICHTSEBENE
7.3 MEDITATION – EIN BEISPIEL FÜR EINE STÖRUNGSPRÄVENTION
8. STÖRUNGSINTERVENTION
8.1 LEHRERZENTRIERTE STRATEGIEN ZUR LÖSUNG VON KONFLIKTEN
8.1.1 REAKTIONEN IM AKUTEN KONFLIKT
8.1.2 MAßNAHMEN GEGENÜBER DER KLASSE
8.1.3 MAßNAHMEN GEGENÜBER EINZELNEN
8.2 KOOPERATIVE STRATEGIEN ZUR LÖSUNG VON KONFLIKTEN
8.2.1 DAS KONSTRUKTIVE KONFLIKTGESPRÄCH NACH GORDON
8.2.2 KONFLIKTLÖSUNG ALS KLASSENPROJEKT NACH REDLICH & SCHLEY
8.2.3 AGGRESSIONSVERMINDERUNG AUF DREI EBENEN: SCHULE – KLASSE – INDIVIDUUM
8.3 FAZIT DER KOOPERATIVEN UND LEHRERZENTRIERTEN MAßNAHMEN
8.4 DAS TRAININGSRAUM-MODELL - EIN BEISPIEL FÜR EINE LEHRERZENTRIERTE INTERVENTION
9. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Unterrichtsstörungen in der Grundschule, identifiziert deren Ursachen und analysiert sowohl präventive als auch interventionelle Strategien für Lehrkräfte zur Gestaltung eines störungsfreien Lernklimas.
3. Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen
Wie weit gefasst die Bedeutung des Begriffes „Unterrichtsstörung“ ist, wurde in Ansätzen bereits deutlich gemacht. Es ist somit erforderlich den Bereich der Störungen zu strukturieren, um ihn übersichtlicher zu machen. Eine Liste, die alle Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen umfassen sollte, wäre im Prinzip endlos. Es lassen sich jedoch vier Kategorien störenden Schülerverhaltens herausfiltern. Zum einen das verbale Störverhalten bezeichnend für Schwatzen, vorlautes Verhalten, Zwischenrufe sowie Beleidigungen. Zum anderen mangelnder Lerneifer d.h. geistige Abwesenheit, Desinteresse und Unaufmerksamkeit. Die dritte Kategorie umfasst die motorische Unruhe und meint damit Zappeln, Kippeln und Herumlaufen. Die letzte Kategorie enthält das aggressive Verhalten, demnach Wutausbrüche, Angriffe auf Personen oder Sachbeschädigungen. Wobei diese aggressiven Verhaltenweisen seltener zu beobachten sind. Auch das Ignorieren, der im Klassenraum festgelegten Regeln ist eine häufige Erscheinungsform von Unterrichtsstörungen. Zudem können, wenn auch nicht von den Schülern selbst verursacht, Ereignisse aus dem Außenbereich des Klassenzimmers sehr störend wirken. Beispiele hierfür sind Baulärm, Fluglärm, Verkehrslärm oder auch Lärm aus anderen Klassenräumen. (vgl. Keller 2008, S. 23)
Biller hingegen strukturiert die Erscheinungsformen auf andere Weise, er spricht von graduellen Unterschieden bei den Unterrichtsstörungen. Er unterscheidet Bagatellstörungen, zu denen das „Vergessen“ von Hausaufgaben, mangelnde Aufmerksamkeit, gegenseitiges Ärgern der Schüler, Albernheiten und Frechheiten, sowie das Schwätzen von Schülern zählen. Dabei sollten sich die Lehrkräfte jedoch mögliche Ursachen klar machen. Wurden die Hausaufgaben vergessen, weil diese vielleicht nicht gründlich genug vorbereitet wurden und somit einzelne Schüler überforderten? Liegt die mangelnde Aufmerksamkeit an der Tatsache, dass über einen längeren Zeitraum eine angespannte Aufmerksamkeitshaltung gefordert wurde oder liegt dem Schwätzen der Schüler nur ein spontaner Kommentar in jenem Augenblick zu Grunde?
Man muss sich als Lehrkraft bewusst machen, dass hinter diesen Bagatellstörungen ganz natürliche Reaktionen stehen und dass Kinder tatsächlich ein Recht darauf haben, Kinder zu sein.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Komplexität und Allgegenwärtigkeit von Unterrichtsstörungen sowie die Motivation und Zielsetzung der Arbeit.
2. ZUM BEGRIFF „UNTERRICHTSSTÖRUNG“: Dieses Kapitel definiert Unterrichtsstörungen als subjektive Wahrnehmung und ordnet sie als Ereignisse ein, die den Lehr-Lern-Prozess unterbrechen.
3. ERSCHEINUNGSFORMEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN: Hier werden verschiedene Kategorien von Störungen, von Bagatellstörungen bis hin zu ernsthaften Verhaltensweisen, detailliert klassifiziert.
4. URSACHEN VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN: Das Kapitel analysiert potenzielle Störfaktoren, die in der Anlage, der Umwelt, der sozialen Umgebung sowie im schulischen Kontext und Lehrerverhalten begründet liegen.
5. FOLGEN FÜR DAS KLASSENKLIMA: Es wird erörtert, wie Unterrichtsstörungen die Grundstimmung in der Klasse verschlechtern und warum ein positives Klima für den Lernerfolg essenziell ist.
6. FEHLVERHALTEN VON LEHRKRÄFTEN: Hier werden ineffektive Verhaltensweisen von Lehrkräften aufgezeigt, die zu einem negativen Störungspegel in der Klasse beitragen können.
7. STÖRUNGSPRÄVENTION: Dieses Kapitel stellt Strategien zur Vorbeugung von Störungen auf drei Ebenen vor: Beziehung, Disziplin-Management und Unterricht.
8. STÖRUNGSINTERVENTION: Der Fokus liegt auf praktischen Ansätzen zur Bewältigung bereits bestehender Konflikte durch lehrerzentrierte und kooperative Strategien.
9. SCHLUSSBETRACHTUNG: Eine zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung von Prävention und Intervention für eine gelingende Schulkultur.
Unterrichtsstörung, Grundschule, Klassenklima, Prävention, Intervention, Lehrerverhalten, Schülerverhalten, Lernstörungen, Disziplinmanagement, Trainingsraum-Modell, Konfliktlösung, Kooperative Strategien, Lernmotivation, Erziehungsauftrag, Verhaltensregeln
Die Arbeit behandelt das Phänomen von Unterrichtsstörungen in der Grundschule, analysiert deren Ursachen und stellt praktische Strategien zur Prävention und Intervention für Lehrkräfte vor.
Zentrale Themen sind die Kategorisierung von Störungen, der Einfluss des Lehrerverhaltens auf das Klassenklima, sowie verschiedene Präventions- und Interventionskonzepte.
Das Ziel ist es, Lehrkräften Handlungsoptionen aufzuzeigen, um Unterrichtsstörungen zu reduzieren und eine lernförderliche Atmosphäre in der Grundschule zu schaffen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der kritischen Reflexion pädagogischer Konzepte zur Konfliktlösung und Klassenführung.
Der Hauptteil erstreckt sich von der Begriffsbestimmung und Ursachenanalyse über präventive Methoden bis hin zu spezifischen Modellen der Störungsintervention, wie dem Trainingsraum-Modell.
Kernbegriffe sind Unterrichtsstörung, Prävention, Intervention, Klassenklima, Lehrerverhalten und Trainingsraum-Modell.
Es handelt sich um eine Methode zur Intervention, bei der Schüler nach wiederholten Störungen in einem speziellen Raum durch Reflexion und die Erarbeitung eines Rückkehrplans eigenverantwortlich an ihrem Verhalten arbeiten.
Das Lehrerverhalten beeinflusst maßgeblich das Klassenklima und kann entweder präventiv auf Störungen wirken oder – durch inkonsistentes Handeln – ungewollt zu Störungen beitragen.
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