Examensarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1 Theorie
1.1 Bindung, Bindungsverhalten und Bindungsqualität
1.2 Erkenntnisse über die Bindungstypen aus Bildanalysen
1.3 Erkenntnisse aus der Bildanalyse von Scheidungskindern
1.3.1. Studie Schildbach und August-Frenzel
1.3.2. Studie Isaacs und Levin
2 Methodik
3 Ergebnisse
3.1 Bindungsmusterabhängige Zeichen
3.2 Untersuchung der Stichproben hinsichtlich der Zeichenverwendung
4 Zusammenfassung und Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich die Verwendung spezifischer Zeichenelemente in Familiendarstellungen von Kindern in Abhängigkeit von ihrem jeweiligen Bindungsmuster und ihrem familiären Hintergrund unterscheidet. Ziel ist es, auf Basis der Zeichnungen Rückschlüsse auf die Familienverhältnisse sowie die inneren Arbeitsmodelle der Kinder zu ziehen.
1.2 Erkenntnisse über die Bindungstypen aus Bildanalysen
Kaplan und Main stellten schon 1985 fest, dass Kinderzeichnungen als eine hervorragende Möglichkeit zur Erfassung von Bindungsrepräsentationen geeignet sind (Fury, Carlson & Sroufe, 1997, S. 1154). Zeichnungen stellen eine Kommunikationsmöglichkeit dar, die es auf besondere Art und Weise erlaubt, bewusste und unbewusste Wünsche und Gefühle zu „verbalisieren“, insbesondere, wenn es noch schwer fällt, diese sprachlich auszudrücken. Daher schätzt Koppitz das Zeichnen gerade für Kinder zwischen fünf und elf Jahren als eine wichtige Expressionsmöglichkeit ein. Auf dieser Annahme basierend, halten Fury, Carlson und Sroufe es als plausibel zu schlussfolgern, dass Repräsentationen von Bindungserfahrungen und die inneren Arbeitsmodelle von sich selbst, den Bezugspersonen und von sich selbst mit den Bezugspersonen in Zeichnungen sichtbar gemacht werden (Fury et al., 1997, S. 1154).
Kaplan und Main fanden 1985 heraus, dass Kinder desselben Bindungsmusters bestimmte Zeichen und Symbole wiederholten, so dass sie letztendlich diese Merkmale katalogisierten und den jeweiligen Bindungstypen zuschrieben.
Auf dieser Erkenntnis baute die Arbeit von Fury, Carlson und Sroufe auf. Sie stellten in der Studie „Children`s Representation of Attachment Relationships in Family Drawings“ die Hypothese auf, dass die Familiendarstellungen von achtjährigen Kindern mit unterschiedlichem Bindungshintergrund sich hinsichtlich der Verwendung von Zeichen unterscheiden (Fury et al., 1997, S. 1155).
Einleitung: Es wird die theoretische Relevanz von Bindungserfahrungen für die Entwicklung innerer Arbeitsmodelle dargelegt und die Forschungsfrage abgeleitet, inwieweit sich diese in Familiendarstellungen von Kindern widerspiegeln.
1 Theorie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen von Bindung, Bindungsverhalten und Bindungsqualität sowie den aktuellen Forschungsstand zur Analyse von Familiendarstellungen bei Kindern mit unterschiedlichen Bindungsmustern und Scheidungshintergründen.
2 Methodik: Hier werden das methodische Vorgehen, die Stichprobenzusammensetzung der 69 untersuchten Kinder und die eigens entwickelten Kriterien zur Auswertung der Kinderzeichnungen beschrieben.
3 Ergebnisse: Die statistische Auswertung zeigt signifikante Unterschiede in der Zeichenverwendung zwischen einer Normalstichprobe und einer Risikostichprobe, insbesondere in Bezug auf die Darstellung der Eltern und das eigene Wohlbefinden der Kinder.
4 Zusammenfassung und Diskussion: Die Ergebnisse werden im Kontext der psychologischen Bindungstheorie reflektiert, wobei Limitationen der Studie diskutiert und Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten gegeben werden.
Bindungstheorie, Innere Arbeitsmodelle, Kinderzeichnungen, Familiendarstellung, Bindungsmuster, Scheidungskinder, Risikostichprobe, Emotionale Entwicklung, Zeichnungsanalyse, Bindungsrepräsentation, Bindungsverhalten, Familiäre Gewalt, Global-Rating-Scale, Zeichenkriterien, Psychologie.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Familiendarstellungen in Kinderzeichnungen und untersucht, ob diese als Indikator für die Bindungsqualität und die zugrunde liegenden inneren Arbeitsmodelle von Kindern dienen können.
Die zentralen Themen umfassen die Bindungstheorie, die Auswertung von Kinderzeichnungen mittels standardisierter Zeichenkriterien sowie den Vergleich von Kindern aus intakten Familien mit Kindern aus sogenannten Risikofamilien.
Das Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, dass sich Familiendarstellungen von Kindern bei unterschiedlichem Familienhintergrund und Bindungsmustern signifikant hinsichtlich spezifischer zeichnerischer Elemente unterscheiden.
Es wurde ein eigens entwickelter Zeichenkriterienbogen zur Analyse der Zeichnungen verwendet, kombiniert mit Kurzfragebögen zur Bindungserfassung und zu Familienverhältnissen. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Chi-Quadrat- und U-Tests.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Bindungstypen dargelegt, Studien zu Scheidungskindern analysiert und die eigenen Forschungsergebnisse zur Zeichenverwendung bei Kindern in verschiedenen Lebensumständen detailliert ausgewertet.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind unter anderem Bindungsmuster, Kinderzeichnungen, innere Arbeitsmodelle, Familiendarstellung, emotionale Regulation und Risikostichprobe.
Kinder aus der Risikostichprobe (häusliche Gewalt) lassen ihre Väter signifikant häufiger aus dem Bild weg oder stellen sie nie als die größte Person dar, während Kinder aus der Normalstichprobe den Vater eher realistisch als große Bezugsperson zeichnen.
Typische Merkmale sind das Weglassen von Personen, eine geringe Ausnutzung des Papiers, ein fehlender Kontext, das Zeichnen von negativen Gesichtsausdrücken, Weinen sowie Anzeichen von körperlicher Gewalt gegen Familienmitglieder.
Das Vorhandensein eines Stiefvaters korreliert mit einer tendenziell weniger intensiven Bindungsrepräsentation gegenüber dem biologischen Vater, was sich ebenfalls in der Gestaltung des Familienbildes niederschlägt.
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