Wissenschaftliche Studie, 2010
109 Seiten
Einleitung
1. Transdisziplinäre Naturwissenschaft
Prof. Dr. Vasily Vasilyevich Nalimov
Biomathematiker und Neurophysiologe, Staatsuniversität Moskau/Rußland
Dr. Peter Russell
Physiker, Computerwissenschaftler, Zukunftsforscher, London/England
2. Nationale und internationale Gesellschaftsordnung
Prof. Dr. Christian J. Dominicé
Generalsekretär d. Instituts für Internation. Recht, Genf/Schweiz
Dr. Karan Singh
ehem. indischer Minister und Botschafter in Washington, Präsident des India Council of Cultural Relations, Neu-Delhi/Indien
3. Die Medizin
Prof. Dr. Joseph E. Murray
Nobelpreisträger der Medizin, Harvard University, Boston/USA
Dr. Rajan Sankaran
Experte für Homöopathie, Bombay/Indien
4. Politik und Frieden
Dr. Francisco Barahona Riera
Rektor d. Friedensuniversität der Vereinten Nationen, San José/Costa Rica
5. Wirtschaft und Währung
Dr. John F. Nash
Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften, Princeton University, Princeton/USA
Dieses Werk setzt sich zum Ziel, im Übergang zum dritten Millennium als synoptisches Orientierungswerkzeug zu dienen, indem es Antworten auf die globale Informationsüberflutung bietet. Durch eine Reihe von Interviews mit internationalen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Medizin und Wirtschaft werden transdisziplinäre Lösungsansätze für brennende Fragen der Zeit erarbeitet, um ein ganzheitliches Verständnis für globale Prozesse zu fördern.
Interview auf Russisch mit Prof. Dr. Vasily Vasilyevich NALIMOV- Biomathematiker und Neurophysiologe, Staatsuniversität Moskau/Rußland
E.H: Können Sie uns bitte etwas über ihr Lebenswerk erzählen, ihre wissenschaftliche Forschung, und wie sie als Physiker dazu kamen, sich auch mit ganz anderen Bereichen intensiv zu befassen?
Prof. Nalimov: Wenn Sie mich danach fragen, was ich gemacht habe, nachdem ich von der Uni geflogen bin.... Ich habe Mathematik studiert und bekam dann politische Schwierigkeiten mit meinen Kommilitonen. Ich mußte meine Fakultät verlassen und bin deshalb Physiker geworden. Ich habe in Moskau am größten physikalischen Institut gearbeitet. 1936 bin ich verhaftet und interniert worden. Ich habe während dieser Zeit als Holzfäller, als Goldwäscher und dann in einem Metallurgiebetrieb gearbeitet, wo ich ein ganzes metallurgisches Labor geleitet habe. Und als ich dann freigelassen wurde, habe ich weiterhin als Physiker gearbeitet, unter anderem in der geologischen Erkundung von Erdölvorkommen und weiterhin nach erneuter Verhaftung. Erst nach dem Tod Stalins bin ich wieder freigelassen worden. Und zu der Zeit standen nur noch fünf Jahre meiner Haftzeit aus, die mir erlassen wurden. In Moskau durfte ich in der Akademie der Wissenschaften nur am Institut für Information arbeiten. Und dort habe ich als Physiker die gesamte europäische Physik referiert: Ich konnte das auch in allen Sprachen, außer in der ungarischen. Und obwohl ich die Universität nicht habe absolvieren können, erhielt ich die Erlaubnis, eine Dissertation zu verteidigen. Meine Dissertation beschäftigte sich mit dem Thema der Anwendung der wissenschaftlichen Statistik. Dieses Thema galt damals aber als antiwissenschaftlich. Und da gab es bei der Verteidigung meiner Dissertation interessante Episoden.
1. Transdisziplinäre Naturwissenschaft: Diskutiert durch Interviews mit Nalimov und Russell die Notwendigkeit, Wissenschaft über rein materielle Grenzen hinaus durch spirituelle und mathematische Erkenntnisse zu erweitern.
2. Nationale und internationale Gesellschaftsordnung: Analysiert die Herausforderungen der globalen Ordnung und die Rolle internationaler Institutionen in Gesprächen mit Dominicé und Singh.
3. Die Medizin: Untersucht mit Murray und Sankaran das Spannungsfeld zwischen hochspezialisierter Schulmedizin und ganzheitlichen Heilansätzen sowie deren Bedeutung für das Individuum.
4. Politik und Frieden: Erörtert mit Barahona Riera die dringliche Aufgabe der Friedensbildung durch Erziehung und eine neue globale Ideologie, die auf Menschenrechten basiert.
5. Wirtschaft und Währung: Beleuchtet durch ein Gespräch mit John F. Nash die Anwendung der Spieltheorie auf wirtschaftliche Fragen sowie die soziale Verantwortung innerhalb moderner Wirtschaftssysteme.
Transdisziplinarität, Globaler Wandel, Bewusstsein, Ethik, Wissenschaftsphilosophie, Friedensforschung, Ganzheitliche Medizin, Spieltheorie, Sinnsuche, Kulturforschung, Naturwissenschaft, Gesellschaftsordnung, Spiritualität, Integration, Millennium.
Die Arbeit dokumentiert eine Reihe von Experteninterviews, die ein synoptisches Bild der drängendsten Fragen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert und dem dritten Millennium entwerfen.
Die Themen umfassen transdisziplinäre Naturwissenschaft, nationale und internationale Gesellschaftsordnungen, ganzheitliche Medizin, Friedenspolitik und die sozioökonomische Anwendung der Spieltheorie.
Das Ziel ist es, durch den Austausch mit international führenden Persönlichkeiten Orientierung zu bieten und zu hinterfragen, wie Wissenschaft und Ethik den Wandel der Gesellschaft in eine neue Ära leiten können.
Die Arbeit nutzt die Methode des transdisziplinären Experteninterviews, um Wissen aus verschiedenen Fachdisziplinen zu synoptisieren und neue Perspektiven auf globale Zusammenhänge zu eröffnen.
Der Hauptteil gliedert sich in fünf spezifische Kapitel, die jeweils durch Interviews mit hochkarätigen Vertretern (wie etwa J.F. Nash oder Joseph E. Murray) das jeweilige Fachgebiet kritisch und zukunftsorientiert durchleuchten.
Wesentliche Begriffe sind Transdisziplinarität, Bewusstsein, globaler Wandel, Ethik und die Suche nach neuen Sinninhalten.
Viele der Experten, insbesondere Prof. Nalimov und Dr. Russell, betonen eine gefährliche Diskrepanz: Während die Technik exponentiell wächst, bleibt die menschliche Bewusstseinsentwicklung und ethische Reife hinterher, was eine Korrektur durch eine neue Ethik erforderlich macht.
Die Spezialisierung führt laut den Experten dazu, dass kulturelle Zusammenhänge verloren gehen und der Blick für ein ganzheitliches Verständnis der Welt und der menschlichen Existenz verstellt wird.
Dr. Singh plädiert für einen "kreativen Globalismus", der nicht nur auf äußerem ökonomischen Austausch basiert, sondern die innere Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten und den Pluralismus der Kulturen respektiert.
Die Medizin wird nicht nur als technische Reparatur, sondern als ganzheitlicher Prozess gesehen, der eine individuelle Betrachtung des Menschen jenseits rein symptomatischer Ansätze erfordert.
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