Magisterarbeit, 2010
95 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Männlichkeitsentwürfe
2.2 Konstruktion durch Differenz – Ohne Weiblichkeit keine Männlichkeit
2.3 Kinematographische Repräsentationen von Männlichkeit und Geschlechterbeziehungen
2.4 Männlichkeit und Krise
3 Analytischer Teil
3.1 Der männliche Antiheld als Protagonist
3.2 Die Frau als Mittel zur Stärkung und Schwächung der männlichen Hauptcharaktere
3.3 Die Sehnsucht der Antihelden nach dem Ideal patriarchaler Männlichkeit
4 Fazit
5 Bibliographie
Die Arbeit untersucht, wie männliche Hauptprotagonisten in den Filmen des Regisseurs Oskar Roehler als Repräsentationen eines spezifischen Männlichkeitskonstrukts dargestellt werden. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Figuren durch ihre krisenhafte Männlichkeit das patriarchale Ideal stören oder bestätigen und wie sie durch die Interaktion mit weiblichen Charakteren geformt werden.
Männlichkeitsentwürfe
Im Rahmen der Frage, was Männlichkeit eigentlich ist, entstanden in den Männerstudien verschiedene Konzeptionalisierungsansätze, wobei bis heute nicht als geklärt vorausgesetzt werden kann, was und wie Männlichkeit ist.
Eine sozialwissenschaftliche Definition lautet z. B.: „Männlich ist, wie Männer wirklich sind“ und basiert auf den männlich/weiblich (M/F) Skalen der Psychologie. Mit dieser Definition können verschiedene Modelle von Männlichkeiten unterschieden werden. Normative Definitionen vermitteln folgenden Standard: „Männlichkeit ist, wie Männer sein sollten.“ Interessant ist die Spannung, die zwischen diesen beiden Erklärungen liegt und auch einen Ansatzpunkt für die Auseinandersetzung mit Männlichkeit im Film darstellt. Laut Connell herrscht nämlich „in der Massenkultur […] die Ansicht vor, es gäbe hinter dem Auf und Ab des Alltags eine unveränderliche, wahre Männlichkeit.“ Diese natürliche Männlichkeit ist jedoch fast gänzlich eine Fiktion und mitnichten so stabil, wie sie im ersten Moment erscheint. Eigenschaften der Geschlechtsrolle, die Männern in der westlichen Gesellschaft zugeschrieben werden sind mit diesem Konstrukt der ‚natürlichen‘ Männlichkeit verbunden.
Das allgemein verbreitete Bild der männlichen Geschlechtsrolle ist in vielen Punkten widersprüchlich und konfus. Zum Beispiel sind physische Stärke und körperliche Fertigkeiten dominante Bilder bezüglich männlicher Leistungsfähigkeit, während demgegenüber für die Art von Leistung, die Männer in unserer Gesellschaft am meisten belohnt werden, intellektuelle und zwischenmenschliche Kompetenzen nötig sind. Von Männern wird erwartet, größere emotionale Kontrolle als Frauen zu zeigen, und sie werden oft stärker von ihren Gefühlen entfremdet beschrieben. Gleichzeitig scheinen Männer aber leichter wütend und gewalttätig zu werden als Frauen und werden dafür oft belohnt – wenn nicht offen, so doch verdeckt. […] Es heißt, Männer hätten eine größere soziale Bindung zu Personen des gleiche Geschlechts als Frauen (diese These wurde durch Tiger 1969 populär), aber gleichzeitig sagt man ihnen nach, sie mieden die emotionale Nähe zu gleichgeschlechtlichen Personen und hätten größere Ängste vor Homosexualität als Frauen.
1 Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Repräsentation von Männlichkeit in Oskar Roehlers Filmen und Begründung der Filmauswahl.
2 Theoretischer Teil: Darlegung der theoretischen Grundlagen, insbesondere der Männlichkeitskonzepte nach Connell und Pleck, sowie die Bedeutung von Differenz und der Krisenrhetorik.
3 Analytischer Teil: Detaillierte Figurenanalyse der männlichen Antihelden bei Roehler und Untersuchung der Interaktionen mit weiblichen Charakteren sowie der patriarchalen Sehnsüchte.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, ob Roehlers Antihelden eine Subversion patriarchaler Ideale darstellen oder diese festigen.
5 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur, Quellen und Abbildungen.
Männlichkeit, Filmwissenschaft, Oskar Roehler, Hegemoniale Männlichkeit, Doing Gender, Patriarchat, Gender Studies, Männlichkeitskrise, Geschlechterbeziehungen, Antiheld, Identitätskonstruktion, Kinematographie, Geschlechterrollen, Repräsentation, Film
Die Arbeit untersucht die Darstellung von männlichen Hauptfiguren in den Filmen von Oskar Roehler und beleuchtet, wie diese Charaktere gesellschaftliche Konstruktionen von Männlichkeit reflektieren oder in Frage stellen.
Die Arbeit fokussiert auf Männlichkeitsforschung, Filmtheorie, Geschlechterrollen, soziale Identitätskonstruktion und patriarchale Strukturen in der westlichen Gesellschaft.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob die von Roehler gezeigten Antihelden eine nachhaltige Störung patriarchaler Männlichkeitsideale bewirken oder diese durch ihre krisenhaften Darstellungen eher bestätigen.
Die Arbeit nutzt die Filmanalyse, gestützt auf soziologische und kulturwissenschaftliche Konzepte, wie sie etwa bei Raewyn Connell (hegemoniale Männlichkeit) und in den Gender Studies (Doing Gender) formuliert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Männlichkeitskonzepte und eine intensive, beispielorientierte Analyse der männlichen Hauptprotagonisten aus Filmen wie "Gentleman", "Gierig" oder "Elementarteilchen".
Zentrale Begriffe sind Männlichkeit, Gender, Identität, Krise, Patriarchat und Filmische Repräsentation.
Sie verkörpern nicht das klassische, souveräne Ideal, sondern zeichnen sich durch psychische Instabilität, sexuelle Frustration, Verlierer-Status und eine krisenhafte Auseinandersetzung mit ihrer geschlechtsspezifischen Rolle aus.
Die weiblichen Figuren fungieren als Spiegel, Kontrastfolie oder Projektionsfläche, an denen die männlichen Hauptcharaktere entweder ihre Männlichkeit zu bestätigen suchen oder an deren aktiverer Gestaltungsmacht sie scheitern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

