Diplomarbeit, 2009
80 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Der Einsatz des Hundes in der Therapie mit Kindern
2.1 Tiergestützte Therapie – eine Einleitung
2.2 Die Mensch-Tier-Beziehung unter besonderer Beachtung des Hundes
2.2.1 Die besondere Verbindung zwischen Mensch und Hund
2.2.2 Die Mensch-Hund-Kommunikation
2.3 Die Mensch-Tier-Beziehungen im therapeutischen Kontext
2.3.1 Bio-psycho-soziale Wirkungen von Tieren auf Menschen
2.3.2 Einflüsse von Tieren auf die sozioemotionale Entwicklung von Kindern
2.3.3 Der Hund als Co-Therapeut
2.3.4 Wirkungsbereiche hundgestützter Therapie
2.3.5 Rahmenbedingungen
3 Soziale Interaktion bei autistischen Kindern
3.1 Autismus – eine tiefgreifende Entwicklungsstörung
3.1.1 Klassifikation und Symptomatik
3.1.2 Diagnostik
3.1.3 Ätiologie
3.1.4 Verlauf und Prognose
3.2 Besonderheiten in der sozialen Interaktion autistischer Kinder
3.2.1 Beeinträchtigung des sozialen Verständnisses und der Vorstellungsfähigkeit
3.2.2 Beeinträchtigung der sozialen Kommunikation
3.2.3 Beeinträchtigung der sozialen Beziehungen
3.3 Hundgestützte Therapie bei autistischen Kindern
3.4 Forschungsberichte
4 Mögliche Auswirkungen hundgestützter Therapie auf die soziale Interaktionsfähigkeit autistischer Kinder
Die vorliegende Arbeit untersucht die heilpädagogische Wirksamkeit von Hunden als unterstützende Komponente in der Therapie autistischer Kinder, um deren soziale Interaktionsfähigkeit zu fördern und selbstisolierende Tendenzen zu verringern.
3.4 Forschungsberichte
Eine Studie der Universität Leipzig befasste sich mit der Frage, welchen direkten Einfluss ein Hund auf die Kommunikation und Interaktion autistischer Kinder ausüben kann. Der Therapeut sollte in dem Experiment eine zurückhaltende, untergeordnete Rolle spielen, so dass weitestgehend die kommunikative Wirkung des Hundes beobachtet werden konnte. An der Studie partizipierten 14 Probanden, darunter elf Jungen und drei Mädchen im Alter von sechs bis vierzehn Jahren. Bei sechs Kindern lag ein Asperger-Syndrom vor, bei fünf wurde frühkindlicher Autismus und bei drei Kindern atypischer Autismus diagnostiziert. Alle Kinder waren in der Lage, verbal zu kommunizieren. In der Studie wurden sechs geprüfte Therapiehunde eingesetzt. Die Therapiesitzungen, insgesamt fünf je Kind, wurden in einem 30qm großen, nicht möblierten Raum abgehalten. Kameras und Mikrofone dienten der Aufzeichnung und Dokumentation einzelner Sitzungen, wobei eine Sitzung über einen Zeitraum von 20 Minuten verlief. Bei den Begegnungen zwischen Kind und Hund war zusätzlich ein Hundeführer anwesend.
Zu Beginn wurde dem Kind zunächst der Hund vorgestellt sowie im Raum verteilte Spielgeräte gezeigt, wie beispielsweise Holzspielzeug, Legosteine, ein Ball, ein Seil und Dosen. Anschließend konnte das Kind die Therapiesitzung frei gestalten; anwesende Personen sollten den Ablauf möglichst nicht beeinflussen, indem sie die Aufmerksamkeit des Kindes bewusst und ermutigend auf den Hund lenkten. Handlungen des Kindes in Bezug auf die Spielgeräte sollten nicht unterbunden werden. Ebenso durfte der Hund nicht durch die Person aufgefordert werden, mit dem Kind zu interagieren, damit ausgeschlossen werden konnte, dass sich das Kind ausschließlich auf Anweisung hin mit dem Hund beschäftigt. Im Rahmen der Studie zeigte sich, dass die Kinder aus Eigeninitiative großes Interesse am Umgang mit dem Hund entwickelten, nachdem sie eingangs deutliche Berührungsängste mit dem Hund aufwiesen. Sie suchten auffallend häufiger und intensiver Kontakt zu dem Hund als zu dem menschlichen Interaktionspartner. Die Kontaktaufnahme bestand im Wesentlichen im Ansprechen des Hundes und in der Aufforderung zum Spielen. Somit animierte der Hund die Kinder zum eigenständigen Initiieren von Interaktionen.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der tiergestützten Therapie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit hundgestützter Interventionen bei autistischen Kindern.
2 Der Einsatz des Hundes in der Therapie mit Kindern: Es werden theoretische Grundlagen zur Mensch-Tier-Beziehung, Kommunikationsmodelle und die spezifische Funktion des Hundes als Co-Therapeut erörtert.
3 Soziale Interaktion bei autistischen Kindern: Dieses Kapitel beleuchtet das Störungsbild Autismus sowie die typischen Einschränkungen in sozialen Interaktionen und analysiert Studien zum Einsatz von Hunden in diesem Kontext.
4 Mögliche Auswirkungen hundgestützter Therapie auf die soziale Interaktionsfähigkeit autistischer Kinder: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen und Forschungsberichten werden die Potenziale und Grenzen hundgestützter Therapie für die soziale Entwicklung autistischer Kinder diskutiert.
Autismus, Hundgestützte Therapie, Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Interaktion, Co-Therapeut, Kommunikation, Wahrnehmung, Heilpädagogik, Spiegelneurone, Theory of Mind, Verhaltensauffälligkeiten, Inklusion, Bindungstheorie, Anthropomorphisierung, Soziabilität
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Einsatz von Hunden als Co-Therapeuten die soziale Interaktionsfähigkeit von Kindern mit Autismus positiv beeinflussen kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mensch-Tier-Beziehung, den klinischen Besonderheiten autistischer Störungen sowie der Analyse von Forschungsberichten zur Mensch-Hund-Interaktion.
Die Autorin möchte klären, ob hundgestützte Therapie Auswirkungen auf die soziale Interaktionsfähigkeit autistischer Kinder hat und ob diese Effekte nachhaltig auf menschliche Interaktionspartner übertragen werden können.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle und einer kritischen Auswertung empirischer Forschungsstudien und Meta-Analysen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des therapeutischen Einsatzes von Tieren, die medizinisch-psychologische Darstellung des Autismus-Spektrums sowie die Diskussion von Forschungsdaten zur Interaktion zwischen Hund und Kind.
Wichtige Begriffe sind unter anderem tiergestützte Therapie, Autismus-Spektrum-Störung, soziale Interaktionsfähigkeit, Kommunikation, Bindungsobjekte und heilpädagogische Förderung.
Das Konzept der Spiegelneurone wird als möglicher neurobiologischer Erklärungsansatz angeführt, um zu verstehen, wie Tiere durch ihre direkte, nonverbale Präsenz Empathie und soziales Verständnis bei Menschen fördern könnten.
Die Arbeit definiert die hundgestützte Therapie als Komplementärtherapie, bei der ein speziell ausgebildeter Hund gezielt in einen Behandlungsplan integriert wird, um pädagogische und therapeutische Ziele zu unterstützen.
Dies dient als wichtige Einschränkung der Forschungsergebnisse, da die Ausprägung autistischer Merkmale bei betroffenen Kindern so stark variiert, dass keine einheitliche Standardtherapie für alle Patienten existiert.
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