Diplomarbeit, 2010
77 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Funktionsverlagerungsverordnung
2.1 Tatbestandsmerkmale für Verlagerungen i.S.d. § 1 Abs. 3 Satz AStG
2.1.1 Anwendungsbereich und Wirkungsweise
2.1.2 Ausnahmeregelungen
2.2 Die Funktionsverlagerungsverordnung
2.3 Entwurf der Verwaltungsgrundsätze zur Funktionsverlagerung
3 Bewertung der Funktion als Gesamtpaket
3.1 Standardverfahren zur Ermittlung der Verrechnungspreise
3.2 Bewertung im Rahmen des hypothetischen Fremdvergleiches
3.2.1 Grundlagen
3.2.2 Grundsätze der Bewertung
3.2.3 Einigungsbereich
4 Handelsbilanzielle Behandlung des Transferpaketes
4.1 Notwendigkeit der zutreffenden Darstellung
4.1.1 Gesetzliche Grundlagen und Aufgaben der Handelsbilanz
4.1.2 Handelsbilanz als Ausgangsgröße der Besteuerung
4.1.3 Probleme bei der Bilanzierung als Gesamtwert
4.1.3.1 Vollständigkeitsgrundsatz
4.1.3.2 Abgrenzungsgrundsatz
4.1.3.3 Weitere wichtige Grundsätze und Vorschriften
4.2 Zwischenergebnis
5 Aufteilung des Transferpaketes für Zwecke der Bilanzierung
5.1 Bilanzierungsfähigkeit von Vermögensgegenständen
5.2 Preisbestandteile die einzelnen Vermögensgegenständen zuordenbar sind
5.2.1 Bilanzierung von materiellen Sachanlagen
5.2.2 Bilanzierung immaterieller Vermögensgegenstände
5.2.3 Sonstige Preisbestandteile
5.3 Bilanzielle Behandlung des Mehrwertes, der keinem Vermögensgegenstand zugeordnet werden kann
5.3.1 Grundproblem
5.3.2 Aktivierung des Mehrwertes als aktiven Rechnungsabgrenzungsposten
5.3.2.1 Begriffsdefinition
5.3.2.2 Tatbestandsmerkmale des § 250 HGB
5.3.2.3 Gründe für eine Aktivierung
5.3.2.4 Gründe gegen eine Aktivierung
5.3.2.5 Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen
5.3.2.6 Zuschreibungen
5.3.2.7 Einfluss auf die Besteuerung
5.3.2.8 Fazit
5.3.3 Bilanzierung des Mehrwertes als derivativen Firmenwert
5.3.3.1 Begriffsdefinition des derivativen Firmenwertes gemäß § 255 Abs. 4 HGB und Abgrenzung zum originären Firmenwert
5.3.3.2 Gründe für die Aktivierung
5.3.3.3 Gründe gegen eine Aktivierung als Firmenwert
5.3.3.4 Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen sowie Zuschreibungen
5.3.3.5 Einfluss auf die Besteuerung
5.3.3.6 Fazit
5.3.4 Aktivierung des Mehrwertes als Bilanzierungshilfe
5.3.4.1 Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes
5.3.4.1.1 Begriffsdefinition
5.3.4.1.2 Fazit
5.3.4.2 Aktivierung als latente Steuern
5.3.4.2.1 Begriffsdefinition
5.3.4.2.2 Tatbestandsmerkmale des § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB
5.3.4.2.3 Gründe für eine Aktivierung
5.3.4.2.4 Gründe gegen eine Aktivierung
5.3.4.2.5 Planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen sowie Zuschreibungen
5.3.4.2.6 Einfluss auf die Besteuerung
5.3.4.2.7 Fazit
5.3.5 Kein Bilanzierungsansatz nach HGB
5.3.5.1 Gründe, die gegen einen Bilanzierungsansatz sprechen
5.3.5.2 Einfluss auf die Besteuerung
5.3.5.3 Fazit
5.3.6 Kritische Beurteilung der einzelnen Bilanzierungsansätze
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert die handelsbilanzielle Behandlung des bei einer Funktionsverlagerung entstehenden Mehrwertes bei dem aufnehmenden Unternehmen, unter Berücksichtigung der steuerlichen Konsequenzen und gesetzlicher Rahmenbedingungen.
1.1 Problemstellung
Die Unternehmensteuerreform 2008 brachte nicht nur Entlastungen für die Unternehmen mit sich, sondern machte auch Gegenfinanzierungsmaßnahmen seitens der Regierung erforderlich. Die Neugestaltung des § 1 Abs. 3 AStG stellt eine dieser Gegenfinanzierungsmaßnahmen dar. Der § 1 Abs. 3 AStG regelt die Besteuerung von Funktionsverlagerungen, d.h. die Besteuerung von Sachverhalten, in denen ein inländisches Unternehmen eine Funktion in das Ausland, bzw. ein ausländisches Unternehmen eine Funktion von dem Ausland, in das Inland verlagert. Gerade vor dem Hintergrund der fortschreitenden Globalisierung nimmt diese Neuregelung eine wichtige Rolle ein.
Das erwartete Steuermehraufkommen durch diese Änderung beträgt 1,8 Mrd. € pro Jahr. Gemäß § 1 Abs. 3 Satz 9 AStG geht der Gesetzgeber von einer Gesamtbewertung der Funktionsverlagerung als ein sogenanntes Transferpaket aus, wenn eine Einzelbewertung, auf Grund des Fehlens von eingeschränkt oder uneingeschränkt vergleichbaren Werten, ausscheidet. Dieses Transferpaket beinhaltet alle Wirtschaftsgüter die das abgebende Unternehmen dem aufnehmenden Unternehmen überlässt bzw. überträgt. Das Transferpaket erfasst zudem alle mit der Verlagerung der Funktion zusammenhängenden Chancen, Risiken sowie sonstige Vorteile.
In die Betrachtung des Transferpaketes gehen die Gewinnerwartungen in Form des prognostizierten Gewinnpotenzials ein, die das aufnehmende Unternehmen mit der Aufnahme der Funktion erwirbt. Art und Umfang der zu berücksichtigenden Komponenten werfen eine Vielzahl von Problemen sowohl für die aufnehmenden als auch für die abgebenden Unternehmen auf.
1 Einleitung: Erläuterung der steuerlichen Problemstellung bei Funktionsverlagerungen und des Ziels der Untersuchung hinsichtlich der handelsbilanziellen Behandlung des entstandenen Mehrwertes.
2 Grundlagen der Funktionsverlagerungsverordnung: Analyse der gesetzlichen Tatbestandsmerkmale, der Funktionsverlagerungsverordnung sowie der begleitenden Verwaltungsgrundsätze.
3 Bewertung der Funktion als Gesamtpaket: Untersuchung der Ermittlung von Verrechnungspreisen und des hypothetischen Fremdvergleiches bei Gesamtbewertungen.
4 Handelsbilanzielle Behandlung des Transferpaketes: Darlegung der gesetzlichen Notwendigkeiten und der Bilanzierungsprobleme bei der Erfassung des Transferpaketes als Gesamtwert.
5 Aufteilung des Transferpaketes für Zwecke der Bilanzierung: Analyse verschiedener Aktivierungsansätze (Rechnungsabgrenzung, Firmenwert, etc.) für den nicht direkt zuordenbaren Mehrwert.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Würdigung der Problematik und Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der handelsbilanziellen Handhabung.
Funktionsverlagerung, Transferpaket, Handelsbilanz, Steuerbilanz, AStG, Gewinnpotenzial, Fremdvergleichsgrundsatz, Firmenwert, Rechnungsabgrenzungsposten, Bilanzierung, BilMoG, Unternehmenssteuerreform, Unternehmensbewertung, Aktivierung, Mehrwert.
Die Arbeit behandelt die komplexe handelsbilanzielle Behandlung und die steuerlichen Konsequenzen, die für inländische Unternehmen entstehen, wenn sie Funktionen von ausländischen Unternehmen übernehmen (Funktionsverlagerung).
Die Schwerpunkte liegen auf der Bewertung des sogenannten Transferpaketes, der Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes und den verschiedenen Möglichkeiten, den bei einer Funktionsverlagerung entstehenden Mehrwert handelsrechtlich in der Bilanz abzubilden.
Das Ziel ist es, eine sachgerechte Lösung für die handelsbilanzielle Darstellung des Mehrwertes (Residuum aus dem Transferpaket) zu finden, der sich nicht direkt einzelnen materiellen Vermögensgegenständen zuordnen lässt.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse gesetzlicher Bestimmungen (u.a. AStG, HGB), der Funktionsverlagerungsverordnung, der Entwürfe von Verwaltungsgrundsätzen sowie der Auswertung einschlägiger Fachliteratur und Rechtsprechung.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vor- und Nachteile sowie die steuerlichen Auswirkungen verschiedener Bilanzierungsansätze, wie die Aktivierung als Rechnungsabgrenzungsposten, als derivativer Firmenwert oder als Bilanzierungshilfe.
Zentrale Begriffe sind Funktionsverlagerung, Transferpaket, Gewinnpotenzial, Fremdvergleich, BilMoG, derivativer Firmenwert und das Realisationsprinzip.
Da der Gesetzgeber hierbei die Übernahme eines Unternehmens voraussetzt, bleibt strittig, ob eine einfache Funktionsverlagerung die Kriterien für den Ansatz eines derivativen Firmenwertes im Sinne des HGB tatsächlich erfüllt.
Der Entwurf liefert zwar Auslegungshinweise, führt aber gleichzeitig zu Rechtsunsicherheiten, da er die Definitionen teilweise vage hält und bei der Anwendung des Firmenwert-Ansatzes mögliche Konflikte mit anderen Bilanzierungsgrundsätzen provoziert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

