Examensarbeit, 2009
58 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
EINLEITUNG
1 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1.1 Lesekompetenz, Lesemotivation und Leseinteresse
1.2 Das Prinzip Gender Mainstreaming im Schulgesetz und in den Richtlinien
1.3 Genderorientierte Literaturdidaktik
2 ENTWICKLUNG DES KONZEPTS EINES GESCHLECHTER-DIFFERENZIERTEN LESETAGES
2.1 Diagnose der Lehr- und Lernvoraussetzungen
2.1.1 Lehr- und Lernvoraussetzungen an der Schule
2.1.2 Lehr- und Lernvoraussetzungen der Klasse
2.1.3 Lernvoraussetzungen der Jungen
2.2 Entwicklung des Konzepts eines geschlechterdifferenzierten Lesetages
2.2.1 Festlegung der äußeren Rahmenbedingungen
2.2.2 Auswahl des Lesethemas und des Leseangebots
2.2.3 Didaktisch-methodische Konzeption und Strukturierung
2.2.4 Zielsetzung
2.2.5 Bestimmung der Evaluationsindikatoren
3 DURCHFÜHRUNG UND REFLEXION
3.1 Erste Sequenz: Einstimmung
3.2 Zweite Sequenz: Lese- und Arbeitsphasen
3.3 Dritte Sequenz: Präsentation und Reflexion
3.4 Eigene Reflexion des Lesetages
4 EVALUATION
4.1 Auswertung der Lesemotivation der Testgruppe am Lesetag
4.2 Anschlussmaßnahmen im Klassenverband – Möglichkeiten und Grenzen
5 FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht, ob die Lesemotivation von Jungen durch einen gezielt auf ihre geschlechtsspezifischen Bedürfnisse ausgerichteten Lesetag nachhaltig gesteigert werden kann. Dabei steht der Übergang von einer extrinsischen hin zu einer intrinsischen Lesemotivation im Fokus, wobei der Lernbereich "Lesen – Umgang mit Texten" durch handlungs- und produktionsorientierte Zugänge für Jungen attraktiver gestaltet wird.
Leseinteressen von Jungen
Unter Leseinteresse versteht man eine Leseabsicht, die aber mit bestimmten Leseobjekten verbunden ist. Wie verschiedene Studien gezeigt haben, interessieren Jungen sich für andere Gattungen und Themen als Mädchen. Nach einer internationalen Lesestudie von LEHMANN (1994) bevorzugen Mädchen der Klassenstufen 3 bis 8 narrative Texte, während die Jungen Sach- und Gebrauchstexte vorziehen (vgl. LEHMANN 1994). Weitere Studien und Beobachtungen konkretisieren die Leseinteressen von Jungen: Nach BISCHOF / HEIDTMANN (2002) gehören Krimis, Abenteuerliteratur und Comics zu den Lieblingslesestoffen von 10- bis 13jährigen Jungen. Nach den Befunden von PLATH / RICHTER (2005) richten sich die Lektüreinteressen von Jungen in erster Linie auf Abenteuerliteratur und Sachliteratur, dem folgen Vorlieben für Märchen, Sagen und Fantasiegeschichten, Tiergeschichten und Comics. CWIK (2009) konstatiert anhand ihrer Beobachtungen, dass Jungen Sach- und Gebrauchstexte und Comics bevorzugen und NIEMANN (2004) hat beobachtet, dass Jungen zu Abenteuer-, Detektiv- und Sachbüchern neigen. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Jungen Abenteuerliteratur, fantastische Literatur, Sachliteratur und Comics bevorzugen.
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Leseverhalten und definiert den Handlungsbedarf zur Leseförderung von Jungen in der Grundschule.
1 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Lesekompetenz und Lesemotivation sowie die Relevanz des Gender-Mainstreaming-Prinzips und einer geschlechterorientierten Didaktik.
2 ENTWICKLUNG DES KONZEPTS EINES GESCHLECHTER-DIFFERENZIERTEN LESETAGES: Hier wird der Lesetag als Projekt geplant, wobei die spezifischen Lernvoraussetzungen der Jungen analysiert und didaktische Ziele sowie Evaluationskriterien festgelegt werden.
3 DURCHFÜHRUNG UND REFLEXION: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Ablauf des Lesetages in drei Sequenzen und bietet eine kritische Reflexion des Unterrichtsgeschehens durch die Lehrende.
4 EVALUATION: Der Abschnitt wertet die erhobenen Daten zur Lesemotivation der Testgruppe aus und stellt Anschlussmaßnahmen für den regulären Klassenverband vor.
5 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit bestätigt den Erfolg des Konzepts für die Jungenförderung und diskutiert Möglichkeiten der langfristigen Implementation in den Schulalltag.
Jungenförderung, Lesemotivation, Lesekompetenz, Gender Mainstreaming, geschlechterdifferenzierter Literaturunterricht, Grundschule, Lesetage, handlungsorientiertes Lernen, Leseinteressen, Sachliteratur, Antolin, Lesesozialisation, Literaturdidaktik, Reflexive Koedukation.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Konzeption, Durchführung und Evaluation eines Lesetages, der speziell darauf ausgerichtet ist, die Lesemotivation von Jungen in der vierten Klasse zu fördern.
Die zentralen Themen sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Leseverhalten, die Umsetzung von Gender-Mainstreaming-Vorgaben sowie Methoden zur Förderung intrinsischer Lesemotivation bei Grundschuljungen.
Das Hauptziel ist die Steigerung der Lesemotivation von Jungen durch die Bereitstellung eines interessengeleiteten, handlungs- und produktionsorientierten Leseangebots in einem monoedukativen Rahmen.
Die Arbeit nutzt einen Mix aus Literaturanalyse zur Fundierung der Theorie und eine empirische Einzelfallstudie mit Diagnoseinstrumenten (Hamburger Leseprobe, Fragebögen) sowie Beobachtungsverfahren zur Evaluation.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung, die detaillierte Planung des Lesetages unter Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen sowie die detaillierte Beschreibung und Reflexion der Durchführung.
Die Arbeit zeichnet sich durch den klaren Fokus auf "Jungen lesen anders" und die praktische Umsetzung der Erkenntnisse in ein konkretes, evaluierbares Schulprojekt aus.
Das Thema Dinosaurier wurde von den Jungen selbst gewählt; es bietet eine hohe Faszination und lässt sich sowohl durch Sachtexte als auch durch erzählende Literatur (z.B. "Das magische Baumhaus") erschließen.
Der Erfolg wurde durch die Triangulation von Beobachtungsnotizen der Lehrkraft, Fragebögen der Schüler und Eltern sowie einer Zielscheibe zur Selbsteinschätzung der Schüler ermittelt.
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