Magisterarbeit, 2010
162 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Kinder- und Jugendhilfe
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.2 Die Maßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe
2.2.1 Familienunterstützende Hilfen
2.2.2 Familienergänzende Hilfen
2.2.3 Familienersetzende Hilfen
3. Geschichtliches und Theoretisches zum Systemischen Arbeiten
3.1 Kernfragen systemischer Theorie
3.2 Was ist ein „System“, wie entsteht es und was bewirkt es?
3.2.1 Problemsysteme
4. Prinzipien systemtheoretischer Praxis
4.1 Krankheitskonzepte und Diagnosen aus systemischer Sicht
4.2 Systemtherapeutische Grundhaltungen
4.3 Systemische Frage- und Interviewtechniken
4.4 Umdeutungstechniken, positive Konnotation und die Externalisierung von Problemen
4.5 Repräsentationsformen für Systeminformationen und metaphorische Techniken
4.6 Schlussinterventionen
5. Grundlagen des systemischen Arbeitens mit Kindern und Jugendlichen
5.1 Spezifische Formen der Kontaktgestaltung
5.2 Räumliches Setting
5.3 Bekanntmachung der Grundregeln
6. Erhebung physischer, psychischer und sozialer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in intensiv- und individualpädagogischen Maßnahmen
6.1 Fragestellung
6.2 Methode
6.3 Befragte
6.4 Quantitative Auswertung
6.5 Fazit
7. Durch die Hilfeform bedingte Spezifitäten in der systemischen Bearbeitung ausgewählter Störungsbilder
7.1 Somatische Beschwerden
7.1.1 Essstörungen
7.1.1.1 Beziehungsmuster
7.1.1.2 Zur Bearbeitung von Essstörungen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.1.1.3 Zur Bearbeitung von Essstörungen in familienersetzenden Hilfeformen
7.1.2 Schlafstörungen und Alpträume
7.1.2.1 Beziehungsmuster
7.1.2.2 Zur Bearbeitung von Schlafstörungen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.1.2.3 Zur Bearbeitung von Schlafstörungen in familienersetzenden Hilfeformen
7.1.3 Sprachstörungen
7.1.3.1 Beziehungsmuster
7.1.3.2 Zur Bearbeitung von Sprachstörungen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.1.3.3 Zur Bearbeitung von Sprachstörungen in familienersetzenden Settings
7.1.4 Kopfschmerzen
7.1.4.1 Beziehungsmuster
7.1.4.2 Zur Bearbeitung von primären Kopfschmerzen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.1.4.3 Zur Bearbeitung von primären Kopfschmerzen in familienersetzenden Hilfeformen
7.2 Psychische Beschwerden
7.2.1 Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen
7.2.1.1 Beziehungsmuster
7.2.1.2 Zur Bearbeitung von Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.2.1.3 Zur Bearbeitung von Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen in familienersetzenden Hilfeformen
7.2.2 Stimmungsschwankungen
7.2.2.2 Zur Bearbeitung von Stimmungsschwankungen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.2.2.3 Zur Bearbeitung von Stimmungsschwankungen in familienersetzenden Hilfeformen
7.2.3 Wahrnehmungsstörungen
7.2.3.1 Beziehungsmuster
7.2.3.2 Zur Bearbeitung von Wahrnehmungsstörungen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.2.3.3 Zur Bearbeitung von Wahrnehmungsstörungen in familienersetzenden Hilfeformen
7.2.4 Ängste
7.2.4.1 Beziehungsmuster
7.2.4.2 Zur Bearbeitung von Ängsten in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.2.4.3 Zur Bearbeitung von Ängsten in familienersetzenden Hilfeformen
7.3 Soziale Auffälligkeiten
7.3.1 Lügen
7.3.1.1 Beziehungsmuster
7.3.1.2 Zur Bearbeitung von Lügen in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.3.1.3 Zur Bearbeitung von Lügen in familienersetzenden Hilfeformen
7.3.2 Distanzlosigkeit
7.3.2.1 Beziehungsmuster
7.3.2.2 Zur Bearbeitung von Distanzlosigkeit in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.3.2.3 Zur Bearbeitung von Distanzlosigkeit in familienersetzenden Hilfeformen
7.3.3 Aggressives und gewalttätiges Verhalten
7.3.3.1 Beziehungsmuster
7.3.3.2 Zur Bearbeitung von aggressivem und gewalttätigem Verhalten in familienunterstützenden und familienergänzenden Hilfeformen
7.3.3.3 Zur Bearbeitung von aggressivem und gewalttätigem Verhalten in familienersetzenden Hilfeformen
7.4 Abschlussbemerkungen
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit systemischer Konzepte und Methoden in verschiedenen Hilfeformen der Kinder- und Jugendhilfe bei Kindern und Jugendlichen mit physischen, psychischen und sozialen Auffälligkeiten.
3.1 Kernfragen systemischer Theorie
„Ein System ist nicht ein Etwas, das dem Beobachter präsentiert wird, es ist ein Etwas, das von ihm erkannt wird“ (Maturana 1982, S.175). Maturana spielt hiermit auf die Idee an, dass das Leben aus systemischer Sicht als eine Art Erkennen angesehen wird. Es ist der Konstruktivismus der zeigt, dass Systeme nie „wirklich“ existieren, sondern dass sie erst durch unsere Wahrnehmung erschaffen werden (vgl. Rosa/Kottmann/Strecker 2007, S.182).
So wie aus konstruktivistischer Sicht die ganze Welt erst durch unsere Wahrnehmung erzeugt wird. Ein System wird also immer erst von einem Beobachter erkannt, und es muss immer auch in Beziehung zu dem Erkennenden gesehen werden. Es gibt also keine Wirklichkeit, die unabhängig von ihrem Betrachter wäre. Der Konstruktivismus ist die Grundlage des gesamten systemischen Denkens. Die Kernfrage, sie sich hieraus ergibt, ist, wie wir selbst aktiv an der Konstruktion unserer eigenen Welt teilhaben. Um Erkennen zu können, müssen wir Unterscheidungen treffen und Konzepte über die Welt entwickeln.
So sind Begriffe wie „Körper“, „Krankheit“, „Gesundheit“, „Familie“ etc. genau solche Konzepte. Da es sich um konstruierte Konzepte handelt, können sie in Frage gestellt werden. Zudem ist es wichtig, zu unterscheiden, wo sich diese Konzepte, von denen man ausgeht und spricht, befinden. Von Foersters drastische Formulierung „[d]ie Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung“ (v. Foerster 1981, S.40) meint (in etwas abgeschwächter Form), dass es sich bei Begriffen, die wir gebrauchen, um „Möglichkeiten des Begreifens“ (Schweitzer/v. Schlippe 2007a, S. 87, Hervorhebung im Original) handelt.
Die Wirklichkeit ist also kein starres Bild, welches von jedem gleich wahrgenommen wird, sondern ein Modell, an dem wir aktiv mit konstruieren. Die Welt ist vielmehr ein Prozess. Dieser Prozess ist allerdings kein individueller, sondern ein konsensueller, denn wir Menschen leben immer auch in sozialen Gefügen. Das, was unsere Wirklichkeit also ausmacht, entsteht durch einen Dialog mit unserer Umwelt und durch einen „langen Prozess von Sozialisation und Versprachlichung“ (Schweitzer/v. Schlippe 2007a, S.89).
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz systemischer Sichtweisen in der Sozialen Arbeit und formuliert die Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit dieser Konzepte in der Kinder- und Jugendhilfe.
2. Kinder- und Jugendhilfe: Es werden die rechtlichen Grundlagen und die verschiedenen Hilfeformen des SGB VIII dargelegt, um eine Basis für den Abgleich mit systemischen Methoden zu schaffen.
3. Geschichtliches und Theoretisches zum Systemischen Arbeiten: Dieses Kapitel führt in die systemtheoretischen Grundlagen, den Konstruktivismus und das Verständnis von Problemsystemen ein.
4. Prinzipien systemtheoretischer Praxis: Hier werden zentrale Techniken wie Reframing, Ressourcenorientierung, Zirkularität und systemische Fragetechniken erläutert.
5. Grundlagen des systemischen Arbeitens mit Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel widmet sich der kindgerechten Kontaktgestaltung, dem räumlichen Setting und der Vereinbarung von Grundregeln in der Beratung.
6. Erhebung physischer, psychischer und sozialer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in intensiv- und individualpädagogischen Maßnahmen: Die eigene empirische Untersuchung zu Störungsbildern in intensivpädagogischen Settings wird vorgestellt und ausgewertet.
7. Durch die Hilfeform bedingte Spezifitäten in der systemischen Bearbeitung ausgewählter Störungsbilder: Das Hauptkapitel diskutiert die systemische Bearbeitung von Störungen (somatisch, psychisch, sozial) differenziert nach Hilfeform und Beziehungsmustern.
8. Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung systemischer Modelle für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe hervorgehoben.
Systemische Therapie, Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Arbeit, Konstruktivismus, Problemsysteme, Hilfe zur Erziehung, Symptomfunktion, Familienberatung, Störungsbilder, Ressourcenorientierung, Kommunikation, Familiendynamik, Bindungsstörungen, Kindeswohl, Systemische Praxis
Die Arbeit untersucht, wie systemische Denkmuster und Methoden in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe eingesetzt werden können, um bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen Auffälligkeiten wirksam zu arbeiten.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des systemischen Arbeitens, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie die spezifische Bearbeitung somatischer, psychischer und sozialer Störungen im Rahmen von Erziehungshilfen.
Ziel ist es, pädagogische Handlungskonzepte für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu identifizieren, die auf systemischen Prinzipien basieren, und deren Anwendbarkeit in unterschiedlichen Hilfeformen zu prüfen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie einer eigenen empirischen Erhebung mittels Fragebogen bei pädagogischen Mitarbeitern in intensivpädagogischen Maßnahmen.
Der Hauptteil befasst sich mit den Prinzipien systemtheoretischer Praxis (z.B. Reframing, Fragetechniken) und diskutiert detailliert, wie diese bei spezifischen Störungsbildern unter Berücksichtigung der jeweiligen Hilfeform (unterstützend, ergänzend, ersetzend) angewendet werden können.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Systemtheorie, Konstruktivismus, Ressourcenorientierung, Problemsysteme, Beziehungsmuster und Externalisierung.
Systemisch gesehen wird ein Leiden erst dann zum Problem, wenn es durch Kommunikation als solches definiert und als veränderungsbedürftiger Zustand markiert wird.
Reframing (Umdeutung) bedeutet, einem Geschehen eine neue Bedeutung oder einen neuen Kontext zuzuschreiben, um festgefahrene Situationen zu lockern und neue Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen.
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