Magisterarbeit, 2009
110 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
2. Ernährung aus kulturwissenschaftlicher Sicht
2.1 Essen als Übergang von der Natur zur Kultur
2.2 Die sozio-kulturellen Aspekte der Ernährung
2.2.1 Nahrung als kulturelles und soziales Symbol
2.2.2 Nahrung als Identitätsstifter
2.2.3 Meidung und Auswahl von Nahrungsmitteln als Instrument sozialer Distanzierung
3. Wandel von Ernährungsgewohnheiten im Kontext von Industrialisierung und Globalisierung
3.1 Historische und aktuelle Entwicklungen im Bereich der Ernährung
3.2 Aktuelle Entwicklungen im Bereich der industriellen Nahrungsmittel
3.2.1 Fast Food / Convenience Food
3.2.2 Health Food / Functional Food
3.2.3 Food Design / Novel Food
3.3 Die neue Bedeutung von Umwelt und Ethik im Bereich der Ernährung
3.3.1 Die Nachhaltigkeitsdebatte im Bereich der Ernährung
3.3.2 Ethic Food
3.3.3 Nature Food
3.3.3.1 Von der Lebensreformbewegung zur Naturkostbewegung
3.3.3.2 Biologische / Ökologische Lebensmittel
3.3.3.3 Der „Bio-Boom“: Neue Entwicklungen innerhalb der Bio-Branche
4. Alternative Konzepte und Strömungen im Bereich der Ernährung
4.1 Begriffsklärung: „Alternative Ernährungskonzepte“
4.2 Die antike Dietätik als Wurzel alternativer Ernährungskonzepte
4.3 Aktuelle alternative Strömungen im Bereich der Ernährung
4.3.1 Vegetarismus und Veganismus
4.3.1.1 Historische Entwicklung
4.3.1.2 Motive und Bedeutungen
4.3.2 Die Slow Food Bewegung
4.3.2.1 Historische Entwicklung
4.3.2.2 Motive und Bedeutungen
4.3.3 LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability)
4.3.3.1 Historische Entwicklung
4.3.3.2 Motive und Bedeutungen
5. Schluss
Die Arbeit untersucht, wie sich Ernährung als sozio-kulturelles Phänomen im Kontext von Industrialisierung und Globalisierung gewandelt hat und welche identitätsstiftende Rolle alternative Ernährungskonzepte in modernen westlichen Gesellschaften einnehmen.
3.2.1 Fast Food / Convenience Food
Seit den mit der Modernisierung verbundenen Entwicklungen und der Entstehung von modernen Industriegesellschaften ist es insbesondere das Fast Food, das eine enorme Erfolgsgeschichte verzeichnen konnte. Eine wichtige Rolle für die Etablierung von Fast Food als Massenphänomen spielt vor allem die Rationalisierung der Zeit, welche das Einsparen von Zeit heutzutage zu einem gesellschaftlichen Grundprinzip werden ließ. Auch wenn das „schnelle Essen“ in verschiedenen Kulturen eine lange Tradition innehat, so wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts der Grundstein für die Entwicklung jener Imbißkultur, wie wir sie heute kennen, gelegt. In diesen Zeitraum fällt ebenfalls die Erfindung von Coca-Cola, eines Getränks, das bis heute wie kein zweites mit der Fast Food-Kultur verbunden ist und zum Symbol einer ganzen Weltmacht wurde.
Nach Meinung des amerikanischen Sozialwissenschaftlers George Ritzer sind die marktbeherrschenden Fastfood- Ketten auf die Umsetzung von vier Prinzipien ausgerichtet, welche er in seinem Buch „Die McDonaldisierung der Gesellschaft“ beschreibt. Sie lauten: Effizienz, Berechenbarkeit, Kontrolle und Vorhersagbarkeit.
Im Zeichen der Effizienz steht nicht nur das stark reduzierte Angebot an Waren, sondern ebenfalls die Umfunktionierung des Gastes zum Kunden. Anstelle einer Restaurantathmosphäre wird in den Fastfood-Filialen eine Einkaufssituation hergestellt, die die Einsparung von Servicepersonal möglich macht und in dessen Folge die Kunden sogar als unbezahlte Arbeitskraft eingesetzt werden, indem sie nach Art der Selbstbedienung selber am Tresen bestellen, bezahlen, ihre Mahlzeiten eigenhändig zum Tisch tragen und anschließend entsorgen. Der Effizienzaspekt wird auch beim Kunden geweckt, denn neben einer großen Zeitersparnis wird der Eindruck erweckt, für relativ wenig Geld relativ viel zu essen zu bekommen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die multidimensionale Bedeutung von Ernährung als Ausdruck kultureller Identität und kündigt die ethnologische Perspektive der Arbeit an.
2. Ernährung aus kulturwissenschaftlicher Sicht: Dieses Kapitel erörtert das Verhältnis von Natur und Kultur beim Essen und definiert Ernährungskultur als komplexes System von Symbolen und sozialen Handlungen.
3. Wandel von Ernährungsgewohnheiten im Kontext von Industrialisierung und Globalisierung: Hier wird der historische Prozess der industriellen Nahrungsproduktion dargestellt, der zu einer Entfremdung von Lebensmitteln und zu neuen ökologischen sowie ethischen Gegenbewegungen führte.
4. Alternative Konzepte und Strömungen im Bereich der Ernährung: Dieses Hauptkapitel analysiert konkrete alternative Ernährungsformen wie Vegetarismus, Slow Food und LOHAS als Gegenstrategien zur industriellen Ernährungsweise.
5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Ernährung heute ein zentraler Faktor zur Identitätskonstruktion ist und sich ökologische Ideale zunehmend mit Konsum verbinden.
Ernährung, Kulturwissenschaft, Industrialisierung, Globalisierung, Identität, Vegetarismus, Veganismus, Slow Food, LOHAS, Nachhaltigkeit, Esskultur, Ethic Food, Nature Food, Konsumverhalten, Soziale Distinktion
Die Arbeit untersucht die soziokulturelle Bedeutung von Ernährung in westlichen Gesellschaften und wie sich Ernährungsweisen durch den Wandel von Industrialisierung und Globalisierung zu einem identitätsstiftenden Merkmal entwickelt haben.
Zentral sind die Themenbereiche Ernährungskultur, der Wandel durch die Lebensmittelindustrie sowie die Analyse alternativer Ernährungskonzepte hinsichtlich ihrer moralischen und sozialen Dimensionen.
Die Arbeit fragt, inwiefern moderne Ernährungsweisen als Indikatoren für kulturellen Wandel dienen und wie alternative Konzepte dazu genutzt werden, individuelle Werte auszudrücken und soziale Identität zu konstruieren.
Es handelt sich um eine kulturwissenschaftliche und ethnologische Betrachtung, die auf der Analyse bestehender soziologischer und ethnologischer Theorien zu Ernährungsverhalten und Konsumgesellschaften basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der industriellen Entwicklung der Ernährung und die detaillierte Analyse alternativer Strömungen wie den Vegetarismus, Slow Food und den LOHAS-Lifestyle.
Schlüsselbegriffe sind Ernährungskultur, Identität, Industrialisierung, Globalisierung, alternative Ernährungskonzepte, Nachhaltigkeit und sozio-kulturelle Symbolik.
Während frühere Bewegungen häufig auf Verzicht und Konsumkritik basierten, zeichnen sich moderne Ansätze wie LOHAS durch eine pragmatische Verbindung von Genuss, Lebensqualität und ökologischem Handeln aus.
Es beschreibt das Bestreben, moderne Annehmlichkeiten, Technologie und Genuss mit ökologischem und sozialem Verantwortungsbewusstsein zu vereinen, anstatt sich zugunsten der Ökologie vollständig vom modernen Konsum abzuwenden.
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