Examensarbeit, 2010
88 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Leistungssport und beeinflussende Faktoren
2.1 Prinzipien des Leistungssports
2.2 Der Leistungssport und seine Umfeldakteure
2.3 Nutzenverschränkungen
3. Doping in Sport und Gesellschaft
3.1 Doping im Leistungssport
3.2 Doping im Breitensport
3.3 Doping in der Gesellschaft bzw. im nicht-sportlichen Kontext
4. Exkurs: Gendoping
4.1 Medizinische Hintergründe
4.2 Ansatzpunkte für Gendoping
4.3 Nachweisbarkeit des Gendopings
5. Die Entwicklung der internationalen Anti-Doping-Politik
5.1 Die Ursprünge der Anti-Doping-Politik in den Jahren 1960-1980
5.2 Die internationale Harmonisierung der Anti-Doping-Politik
5.3 Die Anti-Doping-Politik seit Einführung der World Anti-Doping Agency (WADA)
6. Interventionsmaßnahmen
6.1 Aktuelle Maßnahmen und deren Mängel
6.2 Alternative Anti-Doping-Maßnahmen
6.3 Die Freigabe von Doping
6.4 Schlussfolgerungen
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen Doping vor dem Hintergrund der strukturellen Bedingungen des modernen Leistungssports sowie aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen, mit dem Ziel, die Effektivität bisheriger Anti-Doping-Politik zu hinterfragen und alternative Lösungsansätze zu evaluieren.
Das Doping-Dilemma im Leistungssport
Um das Dopingproblem im Leistungssport zu analysieren, bietet sich die Spieltheorie an. Diese beschäftigt sich mit der Untersuchung von Handlungsstrategien (Konflikt und Kooperation) in Systemen mit vorgegebenen Regeln. Ausgangspunkt sind hierbei zwei Hochleistungssportler (zum leichteren Verständnis nennen wir Sportler A –Anton; und Sportler B – Bernd) aus derselben Disziplin, mit gleichen Siegchancen, denen ein gemeinsamer Wettkampf bevorsteht.
Ausgehend davon, dass beide den Sieg anstreben, ergeben sich im Bezug auf das Doping jeweils zwei Handlungsalternativen. Jeder von beiden, kann sich entweder dopen, um die eigenen Siegchancen zu erhöhen oder darauf verzichten. Daraus ergeben sich vier mögliche Resultate des Konkurrenzspiels: 1. Beide dopen sich; 2. Anton dopt, Bernd nicht; 3. Anton dopt nicht, Bernd dopt; 4. Beide verzichten auf das Doping.
Für Anton stellt sich das Ergebnis, dass er selbst dopt, Bernd hingegen darauf verzichtet, als das Beste dar (siehe Abb. 1). Anton wird zudem unterstellt, dass er nur siegen will, moralische Bedenken dabei in den Hintergrund treten, und dass er sich seines Sieges nicht sicher ist. Wenn beide Unterstellungen zuträfen, ergäbe sich für Anton folgende Kosten-Nutzen-Kalkulation. Auf der Nutzenseite stehen verbesserte Siegchancen und eventuelle Folgeerscheinungen (Siegprämien, Sponsorenverträge). Auf der Kostenseite finden sich vor allem negative Sanktionen, falls man des Dopings überführt wird (Wettkampfsperre, Ausfall von finanzieller Unterstützung), aber auch gesundheitliche Risiken, die jedoch als nachrangig betrachtet werden können. Solange das Risiko, entdeckt zu werden, im Vergleich zur Verbesserung der eigenen Siegchancen als gering eingeschätzt wird, wird Anton aufgrund der positiven Kosten-Nutzen-Bilanz zum Doping tendieren, wobei ihm am liebsten wäre, dass Bernd nicht dopt. Das schlechteste Ergebnis besteht für Anton hingegen, wenn er selbst nicht dopt, aber Bernd zu unerlaubten leistungssteigernden Mitteln greift. Das gleiche Szenario trifft für Bernd zu. Bei den beiden anderen Möglichkeiten (beide dopen oder nicht) kann von einer Chancengleichheit ausgegangen werden.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Dopings als allgegenwärtiges Problem und Darstellung der sportimmanenten Werte sowie der daraus resultierenden moralischen Konflikte.
2. Leistungssport und beeinflussende Faktoren: Analyse der systemischen Prinzipien des Leistungssports, insbesondere des Siegescodes, sowie der externen Abhängigkeiten von Medien, Wirtschaft und Politik.
3. Doping in Sport und Gesellschaft: Historischer Rückblick auf Doping im Leistungssport, aktuelle Trends im Breitensport sowie der Übergang von Doping zu gesellschaftlichem "Neuro-Enhancement".
4. Exkurs: Gendoping: Wissenschaftliche Betrachtung der medizinischen Hintergründe, der Methoden der Gentherapie und deren Missbrauchspotenzial für Leistungssteigerungen im Sport.
5. Die Entwicklung der internationalen Anti-Doping-Politik: Darstellung der historischen Entwicklung institutioneller Maßnahmen, von zaghaften Anfängen bis zur Gründung und Arbeitsweise der WADA.
6. Interventionsmaßnahmen: Kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Maßnahmen sowie Prüfung alternativer Ansätze, einschließlich der kontroversen Debatte um eine mögliche Dopingfreigabe.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der bisherigen Anti-Doping-Politik und Plädoyer für einen offeneren, liberaleren Umgang mit dem Phänomen Doping.
Doping, Leistungssport, Anti-Doping-Politik, WADA, Siegescode, Gendoping, Neuro-Enhancement, Breitensport, Spieltheorie, Gefangenen-Dilemma, Leistungssteigerung, Dopingkontrolle, Ethik, Sportmedizin, Leistungsdruck.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Doping und die Wirksamkeit der bisherigen internationalen Anti-Doping-Politik unter Einbeziehung soziologischer und ökonomischer Perspektiven.
Zentrale Themen sind die Systemlogik des Leistungssports, der Druck durch externe Akteure (Medien, Wirtschaft, Politik), die Entwicklung des Gendopings sowie die Diskussion über Reformen des Kontrollsystems.
Es wird untersucht, ob der seit fünf Jahrzehnten geführte Kampf gegen Doping in die richtige Richtung führt oder ob das System einer grundlegenden Reform bedarf.
Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse sowie spieltheoretische Modelle (wie das Gefangenen-Dilemma), um Dopingentscheidungen und strukturelle Abhängigkeiten zu erklären.
Behandelt werden die Prinzipien des Leistungssports, die Ausweitung des Dopingproblems auf den Breiten- und gesellschaftlichen Bereich sowie eine detaillierte Analyse der Anti-Doping-Strategien.
Die wichtigsten Begriffe sind Doping, Leistungssport, WADA, Gendoping, Neuro-Enhancement und Gefangenen-Dilemma.
Es dient dazu, die logische Zwickmühle der Sportler zu erklären: Auch wenn Nicht-Dopen kollektiv rational wäre, entscheiden sich Individuen aus Misstrauen vor der Konkurrenz für das Doping, was zu einer kollektiven Selbstschädigung führt.
Der Autor hinterfragt das bisherige, oft ineffektive Verbotssystem und diskutiert die Freigabe als einen Weg, medizinische Forschung unter ärztlicher Aufsicht zu stellen, anstatt sie in die Illegalität zu drängen.
Es beschreibt den Trend, bei gesunden Menschen Medikamente zur Steigerung der kognitiven Fähigkeiten oder der Stimmung einzusetzen, was der Autor als eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung ähnlich dem Doping im Sport analysiert.
Er kritisiert eine "brauchbare Illegalität", bei der Verbände einerseits nach außen hart gegen Doping auftreten, andererseits aber aus wirtschaftlichem Eigeninteresse und Sorge um die Vermarktung Doping oft nur symbolisch bekämpfen.
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