Bachelorarbeit, 2010
73 Seiten
1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit
2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen, die für Energieversorger von besonderer Bedeutung sind.
2.1 Energiegewinnung aus Kohle und Kernkraft
2.2 Das Gut Strom und dessen Besonderheit
2.3 Berücksichtigung und Auswirkungen des wirtschaftlichen und energiepolitischen Umfeldes
2.4 Liberalisierung der Energienetze
2.5 Auswirkungen des Unbundlings
2.6 Co2-Emissionshandel
2.7 Kapitalkosten der Energieversorger
3. Branchenspezifische Risiken, die für Energieversorger von besonderer Bedeutung sind.
3.1 Risiken, die aus dem Geschäftsbetrieb und der strategischen Ausrichtung entstehen
3.2 Risiken aus rechtlichen Verfahren
3.3 Kreditrisiken
3.4 Finanzwirtschaftliche Risiken
3.5 Risiken aus der Regulierung
3.6 Risiken des Energy-Tradings
4. Wie gehen die Energieversorger mit diesen Risiken um?
4.1 Interne Revision
4.2 Value-at-Risk-Methode
4.3 Vorgaben, die aus dem Kontroll- und Transparenzgesetz entstehen
4.4 Einrichtung eines Risikokomitees nach Aktiengesetz
4.5 Anforderungen aus dem Coporate Governance Kodex
4.6 Risikomanagement im Rahmen des Energy-Tradings
5. Risikoberichterstattung im Lagebericht
6. Gibt es systemrelevante Energieversorger?
7. Spezielle Bilanzierungsfragen der Energieversorger und die Berücksichtigung der charakteristischen Risiken
7.1 Bilanzierung von Forderungen im rollierenden Verfahren
7.2 Abgrenzungsfragen und periodenübergreifende Sachverhalte, die berücksichtigt werden müssen
7.3 Bilanzielle Aspekte des Emissionshandels
7.4 Bilanzierung von Netzen
7.5 Bilanzierung von Explorationsbohrungen
7.6 Energiewirtschaftliche Rückstellungen
7.6.1 Rückstellungen für die Stilllegung und Rekultivierung von Anlagen
7.6.2 Umweltschutzrückstellungen
7.6.3 Rückstellungen im Kernenergiebereich
7.6.4 Bergbaubedingte Rückstellungen
7.6.5 Rückstellungen für Mehrerlösabschöpfung
7.6.6 Drohverlustrückstellungen
7.6.7 Rückstellungen für die Rückgabe von CO2-Emissionsrechten
7.7 Spezielle Abschreibungsmodalitäten in der Energiebranche
7.8 Haftungsrisiken für unzureichende Strom- und Gasversorgung durch außerordentliche Begebenheiten - Angabepflichten im Jahresabschluss
7.8.1 Stromversorgung
7.8.2 Gasversorgung
7.8.3 Angabe von Haftungsrisiken
8. Bestehen gesetzliche Vorgaben, die vorschreiben, welche branchenspezifischen Risiken im Jahresabschluss berücksichtigt werden müssen?
Diese Bachelor-Arbeit untersucht die branchenspezifischen Risiken von Energieversorgern und deren Auswirkungen auf die Rechnungslegung. Ziel ist es, ein Verständnis für die Risikostruktur dieser Branche zu entwickeln, die Notwendigkeit von Risikomanagementsystemen zu beleuchten und zu klären, inwieweit Energieversorger systemrelevant sind und ob daraus spezifische Bilanzierungsvorgaben resultieren.
3. Branchenspezifische Risiken, die für Energieversorger von besonderer Bedeutung sind.
Verschiedene Arten von Risiken wirken auf Unternehmen. Die Art der Risiken richtet sich, wie bereits beschrieben, nach den Prozessen, die in einem Unternehmen verrichtet werden. Aus der Geschäftstätigkeit der Energieversorger ergeben sich branchenspezifische Risiken und allgemeine Risiken, die auch auf andere Unternehmen wirken.
3.1 Risiken, die aus dem Geschäftsbetrieb und der strategischen Ausrichtung entstehen
Risiken, die aus strategischen Entscheidungen entstehen, betreffen beispielsweise Aktivitäten der Energieversorger im Bereich Mergers & Acquisitions (M&A). Diese Aktivitäten sind verbunden mit hohem Kapitaleinsatz und langfristiger Kapitalbindung und somit auch mit speziellen Risiken behaftet. So kann es beispielsweise bei der Akquisition eines Unternehmens zu Problemen bei der Integration kommen. Mit umfassenden Analysen und Marktbeobachtungen kann versucht werden, die entstehenden Risiken in einem angemessenen Rahmen zu halten. In der Praxis werden hierfür Due-Diligence-Prüfungen durchgeführt. Unter einer Due Diligence versteht man allgemein die detaillierte und systematische Analyse von Daten einer Gesellschaft, bzw. die Analyse und Prüfung eines Akquisitionsobjektes. Ziel ist es alle wesentlichen Chancen und Risiken der Akquisition aufzuzeigen.
Energieversorger betreiben hochtechnologische Produktionsanlagen, wie z.B. Kernkraftwerke. Hieraus ergeben sich technische Risiken. Um diesen Risiken entgegen zu wirken und Schäden oder Ausfälle abzusichern, verwenden die Energieversorger verschiedene Versicherungen. Außerdem werden über Richtlinien möglichst hohe Sicherheitsstandards festgelegt. In diesen Standards werden beispielsweise die Prüfintervalle festgelegt. Auf weitere Aspekte dieser Thematik wird im Folgenden noch eingegangen.
1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Bedeutung der Energieversorgung und Darlegung des Ziels der Untersuchung hinsichtlich branchenspezifischer Risiken.
2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen, die für Energieversorger von besonderer Bedeutung sind.: Analyse der strukturellen Bedingungen wie Energiegewinnung, Liberalisierung und Unbundling, die das Risikoumfeld prägen.
3. Branchenspezifische Risiken, die für Energieversorger von besonderer Bedeutung sind.: Identifikation und Erläuterung der operativen und strategischen Risiken, von M&A-Aktivitäten bis hin zu Handelsrisiken.
4. Wie gehen die Energieversorger mit diesen Risiken um?: Vorstellung von Risikomanagementprozessen, Frühwarnsystemen sowie rechtlichen Anforderungen wie dem KonTraG und dem Corporate Governance Kodex.
5. Risikoberichterstattung im Lagebericht: Beschreibung der gesetzlichen Pflichten und Standards zur Offenlegung von Risiken im Lagebericht.
6. Gibt es systemrelevante Energieversorger?: Diskussion über die Systemrelevanz der Energiebranche im Vergleich zum Bankensektor und mögliche Markteintrittsbarrieren.
7. Spezielle Bilanzierungsfragen der Energieversorger und die Berücksichtigung der charakteristischen Risiken: Untersuchung konkreter Bilanzierungsthemen wie Rückstellungen, Netze und Emissionsrechte.
8. Bestehen gesetzliche Vorgaben, die vorschreiben, welche branchenspezifischen Risiken im Jahresabschluss berücksichtigt werden müssen?: Abschließende Einschätzung zur gesetzlichen Regulierung der Risikoberichterstattung.
Energieversorger, Risikomanagement, Rechnungslegung, Unbundling, Rückstellungen, Value-at-Risk, Systemrelevanz, Energiewirtschaftsgesetz, Lagebericht, Emissionshandel, Energiehandel, Jahresabschluss, KonTraG, Netzsicherheit, Risikoberichterstattung
Die Arbeit untersucht, welchen branchenspezifischen Risiken deutsche Energieversorgungsunternehmen ausgesetzt sind und wie diese Risiken in der Rechnungslegung abgebildet werden.
Zu den Schwerpunkten zählen die Rahmenbedingungen der Energiebranche, spezifische Risiken aus dem operativen und strategischen Geschäft, Risikomanagement-Instrumente sowie spezielle Bilanzierungsfragen.
Ziel ist es, die Risikosituation der Energieversorger zu analysieren, die Praxis des Risikomanagements darzustellen und zu bewerten, ob Energieversorger systemrelevant sind und welche Auswirkungen dies auf die Rechnungslegung hat.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Geschäftsberichten und Jahresabschlüssen der größten deutschen Energieversorger zur Praxisdarstellung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rahmenbedingungen, die Risikoidentifikation, die Methoden des Risikomanagements und eine detaillierte Analyse bilanzielle Spezialfragen wie Rückstellungen und Netzbilanzierung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Risikomanagement, Rechnungslegung, Energieversorger, Unbundling und Rückstellungen definieren.
Das Unbundling verpflichtet zur organisatorischen und buchhalterischen Trennung des Netzbetriebs von den anderen Wertschöpfungsstufen, was komplexe Anforderungen an die Unternehmensstruktur und Bilanzierung stellt.
Energieversorger sind gesetzlich zu hohen Sicherheitsstandards verpflichtet; Haftungsrisiken für Sach- und Vermögensschäden sind jedoch oft durch Gesetze wie die NAV oder StromGVV begrenzt, was die Auswirkungen auf die Bilanz beeinflusst.
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