Diplomarbeit, 2010
57 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
1.1 Aktualität der Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen und Begriffserklärungen
2.1 Markengrundlagen
2.1.1 Definition „Marke“
2.1.2 Markenimage
2.1.3 Markentreue
2.1.4 Markenwert
2.2 Emotionale Aspekte - Die emotionale Wende der Hirnforschung
2.3 Das klassische stationäre Reisebüro
2.3.1 Definition und Begriffsabgrenzung
2.3.2 Aufgaben und Produkte
3. Veränderte Rahmenbedingungen im Markenmanagement
3.1 Marktbezogene Veränderungen
3.1.1 Aktuelle Lage des Tourismusmarktes
3.1.2 Disintermediation
3.2 Konsumentenbezogene Veränderungen
3.2.1 Information Overload
3.2.2 Erlebniskonsum
3.2.3 Hybrides Konsumverhalten
3.2.4 Smart Shopping
3.2.5 Variety Seeking
4. Markenrelevante Erkenntnisse der Hirnforschung
4.1 Physiologischer Aufbau des menschlichen Gehirns
4.2 Die Multisensorische Gehirn
4.3 Kortikale Entlastung – First-Brand-Choice-Effect
4.4 Der Priming Effekt
4.5 Pilot / Autopilot
4.6 Zwischenfazit
5. Das neue stationäre Reisebüro - Handlungsempfehlungen
5.1 Freizeit und Reisen als Dritter Ort
5.2 Sehen - Darbietung visueller Reize
5.3 Spiegelneuronen
5.4 Riechen - Darbietung olfaktorischer Reize
5.5 Hören – Darbietung akustischer Reize
5.6 Schmecken – Darbietung gustatorischer Reize
5.7 Tasten – Darbietung haptischer Reize
5.8 Zusammenspiel aller Sinne
5.9 Risiken
6. Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht, wie stationäre Reisebüros durch Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und den gezielten Einsatz multisensorischer Markenkommunikation ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Online-Anbietern sichern und ein exklusives Urlaubserlebnis bereits am Point of Sale vermitteln können.
4.2 Die Multisensorische Gehirn
Jahrelang bestand die Annahme, dass die fünf Sinne weitestgehend unabhängig voneinander im Gehirn arbeiten. Dies beruhte unter anderem auf der Tatsache, dass die Verarbeitungszentren der Sinne im Gehirn weit voneinander entfernt liegen.
In den letzten Jahren wurde diese Erkenntnis allerdings wissenschaftlich widerlegt. Das menschliche Gehirn arbeitet im höchsten Maße multisensorisch. Bereits nach der primären Verarbeitung der Sinne werden diese im Gehirn zusammengefügt und beeinflussen sich gegenseitig, ohne dass es uns bewusst ist. Jene multisensual verknüpften Sinnesdaten gelangen in das limbische System, welches für emotionale Bewertungen zuständig ist.
Ein weit wichtigerer Aspekt stellt die sogenannte multisensorische Verstärkung dar.
Werden zeitgleich dieselben Botschaften über die unterschiedlichen Wahrnehmungskanäle gesendet, führt das im menschlichen Gehirn zu einer neuronalen Verstärkung. Das Bewusstsein erlebt das Ereignis bis zu 10 Mal stärker als gegenüber den einzeln summierten Sinneseindrücken (vgl. Häusel, 2007, S.166-169).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Existenzbedrohung stationärer Reisebüros durch das Internet und fordert eine Differenzierung durch kompetente Beratung und multisensorische Inszenierung.
2. Grundlagen und Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Markenführung, erörtert die emotionale Wende in der Hirnforschung und definiert das klassische Aufgabenfeld des stationären Reisebüros.
3. Veränderte Rahmenbedingungen im Markenmanagement: Hier werden marktbezogene Faktoren wie Disintermediation sowie konsumentenseitige Trends wie Erlebniskonsum und hybrides Verhalten analysiert.
4. Markenrelevante Erkenntnisse der Hirnforschung: Das Kapitel erläutert die Funktionsweise des Gehirns, insbesondere die Rolle des impliziten Systems (Autopilot) und die Bedeutung von Priming und kortikaler Entlastung bei Kaufentscheidungen.
5. Das neue stationäre Reisebüro - Handlungsempfehlungen: Aufbauend auf den neurowissenschaftlichen Erkenntnissen werden praktische Ansätze zur multisensorischen Gestaltung von Reisebüros (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken) sowie damit verbundene Risiken und Kosten diskutiert.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass innovative Lounge-Konzepte als Aushängeschild dienen können, um eine sinnliche Atmosphäre zu schaffen, die den Kunden emotional bindet und den USP der persönlichen Beratung stärkt.
Multisensorische Markenkommunikation, Reisebüro, Neuromarketing, Point of Sale, Limbisches System, Disintermediation, Erlebniskonsum, Kaufentscheidung, Multisensory Enhancement, Markenimage, Konsumentenverhalten, Sensorisches Marketing, Autopilot, Markenwert, Kundenbindung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie stationäre Reisebüros durch den Einsatz neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und multisensorischer Marketingmaßnahmen ihre Relevanz im Zeitalter der Online-Reisebuchung behaupten können.
Zentrale Bereiche sind das Markenmanagement, die neurobiologische Entscheidungsforschung (Neuromarketing) und die praktische Gestaltung von Verkaufsräumen zur emotionalen Kundenansprache.
Das primäre Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Reisebüros zu entwickeln, um durch eine multisensorische Kommunikation eine neue, emotionale Bindung zwischen Marke und Kunde aufzubauen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Erkenntnisse aus der Neuroökonomie und dem Neuromarketing, verknüpft mit einer Untersuchung bestehender Praxisbeispiele aus der Tourismusbranche.
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise des menschlichen Gehirns, insbesondere das Zusammenspiel der Sinne sowie die Führungsrolle des "Autopiloten", und leitet daraus konkrete Empfehlungen für das visuelle, auditive, olfaktorische und gustatorische Branding ab.
Wesentliche Begriffe sind Multisensorische Markenkommunikation, Neuromarketing, Point of Sale, Erlebniskonsum und Disintermediation.
Das limbische System gilt als Zentrum der Emotionsverarbeitung und Kaufentscheidung. Da Entscheidungen in Reisebüros oft emotional motiviert sind, ist die gezielte Ansprache dieses Systems für den Verkaufserfolg entscheidend.
Die Hauptrisiken liegen in den hohen Investitions- und laufenden Kosten für das Interieur und die technische Ausstattung sowie in der Gefahr einer "sensorischen Adaption" oder aufdringlichen Wirkung bei Düften.
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