Magisterarbeit, 2007
131 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Forschungsfeld
1.2 Forschungsinteresse und Fragestellung
1.3 Forschungsmethoden
1.4 Vorgehensweise
2 Relevante Erkenntnisse der Lebensstilforschung
2.1 Begriffsabgrenzungen
2.2 Theoretische Lebensstilforschung
2.3 Angewandte Lebensstilforschung
2.4 Gesundheitsstile
3 Moderne Medizin
3.1 Begriffsabgrenzungen
3.2 Medizinkonzepte
3.2.1 Biomedizin
3.2.2 Heterodoxe Medizin
4 Portraits der Interviewpartner
5 Gesundheitsstilmerkmale
5.1 Sozialdemographische Merkmale der Interviewpartner
5.2 Subjektive Wahrnehmungen und Bewertungen
5.2.1 Der Zugang zu heterodoxen Heilmethoden
5.2.2 Die Wahl der Heilmethode
5.2.3 Erlebnisse mit weiteren heterodoxen Heilmethoden
5.2.4 Die Wahl des Heilers
5.2.5 Raumwahrnehmungen
5.2.6 Bewertung der Heilmethode
5.2.7 Deutungsmuster von Gesundheit und Krankheit
5.2.8 Das Für und Wieder der Biomedizin(er)
5.2.9 Vorstellungen über das Verhältnis Arzt/Heiler – Patient/Klient
5.3 Handlungsmuster der Gesundheitspraktiken
5.3.1 Ernährungspraktiken
5.3.2 Bewegungspraktiken
5.3.3 Therapieform im Krankheits- oder Gesundheitsfall
5.3.4 Gesundheit als Kostenfaktor
6 Nutzerkategorien aus den Gesundheitsstilen
6.1 Anwendung heterodoxer Medizin als Ergänzung der Biomedizin
6.2 Anwendung heterodoxer Medizin als Ersatz für die Biomedizin
7 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die individuellen Gesundheitsstile von Nutzern heterodoxer Medizin im Raum Berlin, mit dem Ziel, die Faktoren zu identifizieren, die zur Wahl solcher Heilmethoden führen, und zu verstehen, wie diese in den Alltag integriert werden.
5.2.5 Raumwahrnehmungen
Auf meine Frage, wie sie den ersten Moment mit dem Heiler in der Heilpraktikerpraxis wahrgenommen haben, bezogen sich einige meiner Interviewpartner nicht auf die Person des Heilers, sondern auf den Raum der Praxis. Das hat mich dazu geführt, die Raumwahrnehmungen etwas ausführlicher zu betrachten.
In dieser Arbeit bezeichnet ,Raum‘ einen gestalteten, genutzten, sozial relevanten Ort. Ein Raum in einer Heilpraxis ist also nicht nur ein Zimmer mit Mobiliar und Geräten, zum Raum wird er erst durch die Relationen aller in ihm vorhandenen Gegenstände und Personen. Was steht wo? Aus welchen Materialien ist er? Wie kann man sich darin bewegen?
Wer sich in einem Raum wohlfühlt, entscheiden die Bedingungen, die ein Raum an seinen Besucher stellt, zum Beispiel einen dort erwarteten Verhaltenskodex zu kennen. Es genügt eben nicht, einfach nur in einem Raum zu sein, um sich dort gut platziert zu fühlen. Wichtig ist, sich den Raum „sozial anzueignen“ bzw. ihn sich aneignen zu können. Dafür braucht es „soziales Kapital“, das sich durch Verweilen und kontinuierlichen Umgang mit den „legitimen Bewohnern des Raumes“ erwerben lässt. Räume werden im Handeln konstruiert. Erst dadurch, dass Personen und soziale Güter in Räumen aktiv sind, miteinander korrespondieren, entsteht das, was über seine physische Gegenwart hinaus einen Raum zu diesem Raum zu einem einzigartigen und für seine Nutzer sozial relevanten Raum macht.
Ich möchte nun der Frage nachgehen, inwieweit das alleinige Erscheinungsbild der Heilpraxen, ihre Anordnung und Atmosphäre Reflexionen auf Selbst und Fremdbilder herleiten und wie diese erlebt werden.
1 Einleitung: Stellt das Forschungsfeld der heterodoxen Medizin vor und definiert die Fragestellung sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Relevante Erkenntnisse der Lebensstilforschung: Bietet einen theoretischen Überblick über den Lebensstilbegriff und dessen Bedeutung für die moderne Lebensstil- und Gesundheitsforschung.
3 Moderne Medizin: Erläutert die Begriffsabgrenzungen zwischen Biomedizin und heterodoxer Medizin sowie deren jeweilige Medizinkonzepte.
4 Portraits der Interviewpartner: Gibt Einblicke in die Lebensumstände und persönlichen Hintergründe der für die Studie befragten Personen.
5 Gesundheitsstilmerkmale: Analysiert empirisch die gesundheitsbezogenen Handlungsmuster, Wahrnehmungen und Bewertungen der Nutzer.
6 Nutzerkategorien aus den Gesundheitsstilen: Systematisiert die Ergebnisse und ordnet die Nutzer in Kategorien ein, je nach Anwendung der heterodoxen Medizin als Ergänzung oder Ersatz der Biomedizin.
7 Schlussbemerkungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert den Prozess der Untersuchung.
Gesundheitsstile, Heterodoxe Medizin, Biomedizin, Lebensstilforschung, Heilpraktiker, Patientenrolle, Prävention, Körperverständnis, Ernährungspraktiken, Eigenverantwortung, Medizinsoziologie, Patientenkarriere, Gesundheitspraktiken, Qualitative Feldforschung, Körperwahrnehmung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung heterodoxer Heilmethoden in Berlin und untersucht die damit verbundenen individuellen Gesundheitsstile.
Die Arbeit verbindet Theorien der Lebensstilforschung mit medizinsoziologischen Fragestellungen, um die Motivation und das Verhalten von Menschen bei der Wahl von Heilmethoden jenseits der Biomedizin zu ergründen.
Das Hauptziel ist es zu verstehen, welche Merkmale eines Lebensstils zur Nutzung heterodoxer Medizin führen, wie diese Nutzung konkret aussieht und ob durch den Einfluss dieser Methoden neue Sichtweisen auf Gesundheit entstehen.
Es wurde eine qualitative Feldforschung durchgeführt, die aus sechs leitfadenorientierten Interviews mit erwerbstätigen Nutzern heterodoxer Medizin besteht.
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einordnung Gesundheitsstilmerkmale der Interviewpartner analysiert, darunter ihre Wahrnehmungen, Entscheidungspraktiken bei der Heilerwahl, Raumwahrnehmungen in Praxen sowie ihre speziellen Ernährung- und Bewegungspraktiken.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gesundheitsstile, heterodoxe Medizin, Eigenverantwortung und Patientenrolle geprägt.
Die Arbeit definiert die Biomedizin als dominantes, kausal-analytisches System, während heterodoxe Medizin als vielfältige Medizinform außerhalb dieses orthodoxen Kanons mit meist ganzheitlicherem Ansatz verstanden wird.
Die Arbeit zeigt, dass Nutzer heterodoxer Medizin eine hohe Eigenverantwortung für ihre Heilung beanspruchen und aktiv an Behandlungsentscheidungen mitwirken wollen, anstatt sich als passive Empfänger medizinischer Leistungen zu sehen.
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