Examensarbeit, 2009
38 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Eröffnung des pädagogischen Problems
3. Theoretische Eckpfeiler der Leichtathletikvermittlung
3.1 Aspekte des Lehrplans
3.2 Wissenschaftliche Vermittlungsaspekte – Die Leistungsstruktur
3.3 Motorische Entwicklung der Schüler
3.4 Die Floptechnik
3.5 Erstes Zwischenfazit
4. Lerngruppe und Lernausganglage
4.1 Beschreibung der Lerngruppe
4.2 Bestimmung der Lernausgangslage
4.3 Rahmenbedingungen
5. Umsetzung der Theorie in die Praxis
5.1 Didaktische Begründung der Unterrichtsreihe
5.2 Methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe
5.3 Lernziele der Unterrichtsreihe
5.4 Beispielstunden
5.4.1 Erste Beispielstunde (Stunde 3)
5.4.1.1 Didaktische Analyse
5.4.1.2 Methodische Analyse
5.4.1.3 Lernziele
5.4.2 Zweite Beispielstunde (Stunde 7+8)
5.4.2.1 Didaktische Analyse
5.4.2.2 Methodische Analyse
5.4.2.3 Lernziele
5.4.2.4 Diagnostisches Instrument
5.5 Beobachtung zweier Schüler
5.5.1 Patrick-Philipp
5.5.2 Julia
6. Evaluation
6.1 Ergebnisse Posttest
6.2 Eine Möglichkeit der Bewertung
6.3 Schülerbefragung
6.4 Selbstreflexion
6.5 Zweites Zwischenfazit
7. Ausblick auf G8
8. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine Umstrukturierung der Leichtathletikvermittlung im Schulsport durch eine Fokussierung auf eine spezifische Disziplin (Hochsprung) und eine individuelle Lernbegleitung die Motivation und den Leistungszuwachs von Schülern einer 8. Klasse verbessern kann, um dem Matthäus-Effekt entgegenzuwirken.
1. Einleitung
Im Laufe meiner Ausbildung zum Sportlehrer bin ich durch verschiedene Schulen und Schulsportanlagen gegangen. Immer wieder konnte ich mit Fachkollegen über die sportliche Leistungssituation der Schüler sprechen. Das Bild vieler Kollegen über die heutigen Schüler hatte dabei eine negative Ausstrahlung, die Kinder seien zu dick, zeigen deutliche Bewegungsmängel und verfügen nur noch über einen geringen motorischen Erfahrungsschatz. Diese Aussagen wurden auch dadurch gestützt, dass die sportlichen Schulrekorde kaum noch erreicht werden und die absoluten Bestmarken noch aus den neunziger Jahren stammen. Diese subjektiven Eindrücke vieler Sportkollegen werden auch durch verschieden sportwissenschaftliche Studien (vgl. „SPRINT-Studie“ 2004, KATZENBOGNER 2004:12f) bestätigt.
Wie ist es aber zu einer solch starken Veränderung gekommen? Wieso nimmt die sportliche Leistungsfähigkeit der Schüler immer weiter ab? Dies hat mindestens zwei Ursachen. Zum einen hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten das Lebensumfeld der Schüler/Kinder extrem verändert. Die intakten Bewegungswelten der Kinder, wie z.B. Bolzplätze, Wälder, Wiesen und Abenteuerplätze, wurden immer weiter durch den Prozess der Verstädterung verdrängt. Der zunehmende Straßenverkehr drängt die Kinder immer weiter in die eigenen vier Wände zurück. Gleichzeitig werden viele Kinder immer mehr von einem Ort zum anderen mit dem Auto gefahren z.B. vom Elternhaus zur Schule im gleichen Ort. Dies hat, wie es KATZENBOGNER (2004:13) trefflich nennt, eine „Verhäuslichung“ und eine „Verinselung“ der Lebenswelten zur Folge. Es erfolgt eine „Verplanung“ und „mediale Überlastung“ der Freizeit.
1. Einleitung: Beschreibt die rückläufige sportliche Leistungsfähigkeit der Schüler und hinterfragt kritisch die Auswirkungen der aktuellen Lehrplansituation auf den Sportunterricht.
2. Eröffnung des pädagogischen Problems: Thematisiert die Diskrepanz zwischen Lehrplanvorgaben und trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen sowie die daraus resultierende demotivierende Wirkung auf Schüler.
3. Theoretische Eckpfeiler der Leichtathletikvermittlung: Erläutert fachliche Grundlagen zu Lehrplänen, motorischer Entwicklung im Jugendalter und biomechanischen Anforderungen der Floptechnik.
4. Lerngruppe und Lernausganglage: Analysiert die Zusammensetzung, das soziale Klima und die individuellen motorischen Voraussetzungen der 8. Klasse.
5. Umsetzung der Theorie in die Praxis: Dokumentiert die didaktische Planung, die Unterrichtsmethodik mit Lerntandems und die praktische Durchführung der Hochsprungreihe.
6. Evaluation: Wertet die Ergebnisse der Posttests, die Schülerbefragung und die Selbstreflexion des Autors hinsichtlich des erzielten Leistungszuwachses aus.
7. Ausblick auf G8: Skizziert Möglichkeiten zur Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf die Anforderungen und Zeitvorgaben des G8-Lehrplans.
8. Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und plädiert für einen positiven Leistungsbegriff durch individuelle Förderung.
Leichtathletik, Hochsprung, Floptechnik, Schulsport, individuelle Leistungsbewertung, Lernausgangslage, Koordinative Fähigkeiten, Lerntandems, Diagnosebogen, Motivationssteigerung, Matthäus-Effekt, Leistungszuwachs, G8-Reform, Sportdidaktik, Bewegungsabläufe.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Leichtathletikvermittlung im Sportunterricht und stellt ein Konzept vor, wie man durch eine fokussierte Unterrichtsgestaltung (am Beispiel des Hochsprungs) individuelle Fortschritte und Motivation fördern kann.
Zentrale Themen sind die Anpassung an veränderte Lebenswelten der Schüler, die Verbindung von Trainingswissenschaft und Schulpraxis sowie die Entwicklung adäquater Bewertungssysteme.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine längerfristige Konzentration auf eine Disziplin in einem angepassten Zeitrahmen den „Matthäus-Effekt“ durchbrechen und zu einem nachhaltigen Lernzuwachs bei allen Schülern führen kann.
Es wird ein praxisorientierter Ansatz gewählt, der theoriegeleitete Reihenplanung mit einer diagnostischen Erfassung durch Prä- und Posttests verbindet.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die spezifische Analyse der Lerngruppe, die detaillierte Planung der Unterrichtsreihe sowie die Auswertung von Fallbeispielen einzelner Schüler.
Besonders prägend sind Begriffe wie „Individuelle Leistungsbewertung“, „Floptechnik“, „Lerntandems“ und „Koordinative Fähigkeiten“.
Der Flop dient als motivierender technischer Anreiz, der den Schülern das Gefühl vermittelt, auf professionellem Niveau zu springen, erfordert jedoch eine didaktische Reduktion für den Schulsport.
Es ermöglicht den Schülern eine transparente Einschätzung ihrer eigenen Stärken und Schwächen und dient als Grundlage für die eigenständige Auswahl von Übungen an der Lerntheke.
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