Examensarbeit, 2003
86 Seiten, Note: 1,5
0. Einleitung
1. Die Idee einer Schule für alle
1.1 Zum Verständnis von Integration und Inklusion
1.1.1 Integration – was ist das?
1.1.2 Inklusion – was ist das?
1.1.3 Der Vergleich
1.2. Warum Gemeinsamer Unterricht?
1.2.1 Ein neues Verständnis von Bildung und Lernen
1.2.2 Lernen und Lehren aus konstruktivistischer Sicht
1.2.2.1 Lernen als Konstruktion
1.2.2.2 Lehren als Konstruktion
1.3. Charakteristische Merkmale des Gemeinsamen Unterrichts
1.3.1 Heterogenität statt Homogenisierung
1.3.1.1 Das Ergänzungmodell nach Hinz
1.3.2 Auf der Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Innerer Differenzierung und Förderung der Gemeinsamkeit
1.3.3 Der Gemeinsame Gegenstand
1.3.3.1 Definition und Verständnis des Gemeinsamen Gegenstandes nach Feuser
1.3.3.2 Definiton und Verständnis des Gemeinsamen Gegenstandes nach Wocken
1.3.4 Gemeinsame Lernsituationen
2. Märchen - ein Stück Kultur
2.1. Märchen - eine literarische Betrachtung
2.2 Märchen - eine didaktische Betrachtung
2.3 Die Bedeutung von Märchen für Kinder mit „Behinderung“
3. Eine Unterrichtsreihe im Gemeinsamen Unterricht: „Märchen“
3.1 Das Bedingungsfeld
3.2. Durchführung der Unterrichtsreihe zum Thema „Märchen“
3.2.1 Verlaufsübersicht
3.2.2 Ein Gemeinsamer Gegenstand: „Der Zauberspiegel“
3.3 Reflexion der Durchführung der Unterrichtsreihe – Inwiefern konnten die theoretischen Ideale Gemeinsamen Unterrichts in die Praxis umgesetzt werden?
4. Ausblick: Inklusion – nur ein Märchen... oder eine realisierbare Leitidee?
5. Literatur
6. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob Inklusion als erstrebenswertes Ideal realisierbar ist oder lediglich eine nicht umsetzbare Utopie darstellt. Anhand einer praktischen Unterrichtsreihe zum Thema „Märchen“ im Gemeinsamen Unterricht wird reflektiert, wie theoretische Ansätze zur Inklusion und Integration in den Schulalltag integriert werden können.
3.2.2 Ein Gemeinsamer Gegenstand: „Der Zauberspiegel“
„Der Zauberspiegel“ ist der Titel des von der Klasse 3c selbst erfundenen Märchens. Im folgenden Abschnitt soll der Prozess von der Idee bis hin zur Aufführung des „Zauberspiegels“ näher beschrieben und aufgezeigt werden, inwiefern es sich hierbei um einen Gemeinsamen Gegenstand handelt.
Die Schüler fanden sich in einem Sitzkreis im Klassenraum zusammen. Ich erklärte den Schülern, dass ich gern mit ihnen ein neues Märchen erfinden wollte. Jeder sollte dazu auf seine Weise beitragen. Um auch den Schülern bewusst zu machen, dass dies ein gemeinsames Märchen werden sollte, an dem alle Kinder der Klasse gemeinsam kooperieren, habe ich mich beim Erfinden der Geschichte für die „Spinnennetztechnik“ entschieden, auf die im Folgenden näher eingegangen wird:
Während ich mit dem Erfinden des Märchens begonnen habe (Ich sagte: „Es war einmal...“) hielt ich ein Wollknäuel in der Hand. Ich warf demjenigen Kind das Knäuel zu, das meinen Satz weiterführte, wobei ich das Fadenende des Knäuels festhielt. Jedes Kind, das sich mit einem Beitrag am Märchen beteiligte, durfte das Knäuel weiterreichen und einen Teil des dabei entstehenden Spinnennetzes festhalten. Hierbei war es unwichtig, ob sich die Schüler durch ganze Textabschnitte oder nur durch einen kurzen Wortbeitrag beteiligten. Hierbei erinnere ich mich an den Schüler T., der aufgrund einer „geistigen Behinderung“ zu den sogenannten Förderschülern zählt. Wie bei den meisten anderen Kindern auch, konnte ich besonders bei ihm eine hohe Motivation feststellen, das Spinnennetz mit festhalten zu dürfen. Er macht mit seinem Beitrag aus dem Drachen unseres Märchens einen feuerspeinenden Drachen.
0. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Doppeldeutigkeit des Titels und führt in die zentrale Fragestellung zur Realisierbarkeit von Inklusion ein.
1. Die Idee einer Schule für alle: Dieses Kapitel definiert und vergleicht Integration und Inklusion und beleuchtet die konstruktivistischen Grundlagen sowie die Prinzipien des Gemeinsamen Unterrichts.
2. Märchen - ein Stück Kultur: Hier wird die literarische und didaktische Bedeutung von Märchen erörtert, insbesondere deren Wirkung auf die Entwicklung von Kindern.
3. Eine Unterrichtsreihe im Gemeinsamen Unterricht: „Märchen“: Dieses Kapitel stellt ein Praxisbeispiel vor, in dem ein Märchenprojekt in einer dritten Grundschulklasse durchgeführt und reflektiert wird.
4. Ausblick: Inklusion – nur ein Märchen... oder eine realisierbare Leitidee?: Das Fazit fasst den Paradigmenwechsel von der Integration zur Inklusion zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit gesellschaftlicher Teilhabe.
Inklusion, Integration, Gemeinsamer Unterricht, Märchen, Konstruktivismus, Binnendifferenzierung, Gemeinsamer Gegenstand, Sonderpädagogik, Heterogenität, Schulentwicklung, Projektunterricht, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Inklusion als erstrebenswertes pädagogisches Ziel in der Realität umsetzbar ist oder als "Märchen" bzw. Utopie betrachtet werden muss.
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Integration und Inklusion, konstruktivistische Ansätze für den Unterricht sowie die praktische Anwendung durch ein Märchenprojekt.
Das Ziel ist es, den notwendigen Paradigmenwechsel von der Integration zur Inklusion aufzuzeigen und durch ein Praxisbeispiel zu prüfen, wie Inklusionsideale methodisch umgesetzt werden können.
Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit, die neben einer theoretischen Literaturanalyse eine praxisorientierte Projektbeschreibung inklusive Reflexion einer Unterrichtsreihe umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu inklusiver Didaktik (Heterogenität, Gemeinsamer Gegenstand) und ein Praxiskapitel, das die Durchführung eines Märchenprojekts in einer dritten Grundschulklasse detailliert darstellt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Inklusion, Integration, Gemeinsamer Unterricht, Heterogenität, Konstruktivismus und schülerzentrierte Pädagogik beschreiben.
Märchen dienen als motivierender "Gemeinsamer Gegenstand", der aufgrund seiner abstrakten Symbolik und Struktur besonders geeignet ist, unterschiedlichste Schülergruppen einzubinden und individuelle Lernniveaus zu berücksichtigen.
Die Autorin hebt T. als Beispiel für eine gelungene Teilhabe hervor, da er trotz seiner geistigen Behinderung eine hohe Motivation zeigte und durch seinen Beitrag zur Geschichte aktiv in das soziale Gefüge der Klasse integriert wurde.
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