Magisterarbeit, 2003
169 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Geschichte der katalanischen Sprache und Kultur
2.1 Allgemeine Worte zum Katalanischen
2.2 Die Ursprünge der katalanischen Sprache
2.3 Von der Schriftsprachlichkeit zur Blüte der katalanischen Literatur
2.4 Die Decadència
2.5 Von der Renaixença zur Francodiktatur
3 Soziolinguistik und Sprachpolitik in Katalonien
3.1 Entwicklung der katalanischen Soziolinguistik
3.2 Sprachpolitik der Generalitat
3.2.1 Llei de Normalització Lingüística
3.2.2 Llei de Política Lingüística
4 Die Sprechakttheorie
4.1 Austin
4.1.1 Austins Unterscheidung zwischen performativen und konstativen Äußerungen
4.1.2 Austins Theorie der Sprechakte
4.1.3 Performative Äußerungen und illokutionäre Akte
4.2 Searle
4.2.1 Sprechakte
4.2.2 Bedingungen der illokutionären Akte
4.2.3 Klassifikation der Illokutionsakte
5 Grice
5.1 Implikatur
5.2 Das Kooperationsprinzip
5.3 Kooperationsprinzipien und Implikatur
6 Höflichkeit
6.1 Leech
6.2 Brown und Levinson
6.2.1 Face Threatening Acts
6.2.2 Strategien, einen FTA auszuführen
6.2.2.1 Direkt [bald on record]
6.2.2.2 Positive Höflichkeit
6.2.2.3 Negative Höflichkeit
6.2.2.4 Verdeckt [off record]
7 Der Sprechakt der Entschuldigung
7.1 Klassifizierung der Entschuldigung
7.2 Entschuldigungen und Rechtfertigungen
7.3 Entschuldigungen und Image
8 Die Untersuchung
8.1 Empirische Arbeiten im Bereich der Sprechakte
8.2 Methode
8.2.1 Die Fragebögen
8.2.2 Strategien
8.2.3 Intensivierung und Abschwächung
8.2.4 Erwartungen
8.2.5 Die statistische Vorgehensweise
8.3 Die Ergebnisse
8.3.1 Beurteilung der Faktoren
8.3.2 Soziale Faktoren und Menge der Strategien
8.3.2.1 Soziale Distanz
8.3.2.2 Sozialer Status
8.3.2.3 Schwere des Deliktes
8.3.2.4 Der Einfluss des Geschlechts
8.3.2.5 Kapitelschlussfolgerungen
8.3.3 Entschuldigungsstrategien
8.3.3.1 Nicht-situationsbezogene – explizite Strategien
8.3.3.1.1 Ausdruck des Bedauerns
8.3.3.1.2 Bitte um Entschuldigung
8.3.3.2 Nicht-explizite Strategien
8.3.3.2.1 Erklärung / Rechtfertigung
8.3.3.2.2 Angebot der Entschädigung
8.3.3.2.3 Einmaligkeit
8.3.3.2.4 Keine Absicht
8.3.3.2.5 Selbstkritik
8.3.3.2.6 Positive Höflichkeit
8.3.3.2.7 Explizite Selbstbeschuldigung
8.3.3.2.8 Ablehnung der Verantwortung
8.3.3.3 Übernahme der Verantwortung vs. keine Übernahme von Verantwortung
8.3.3.4 Modifizierung der gesamten Aussage
8.3.3.5 Kapitelschlussfolgerungen
9 Allgemeine Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Sprechakt der Entschuldigung im Sprachvergleich zwischen dem Spanischen und dem Katalanischen unter Berücksichtigung soziolinguistischer Faktoren und sprachwissenschaftlicher Theorien.
Austins Unterscheidung zwischen performativen und konstativen Äußerungen
Austins erste Vorlesung beginnt mit den Worten: „What I shall have to say here is neither difficult nor contentious; the only merit I should like to claim for it is that of being true, at least in parts.“ (Austin, 1975: 1)
Austin äußert seine Unzufriedenheit mit der bis dahin existierenden Auffassung über sprachliche Äußerungen. Die bloße Behauptung, dass Feststellungen oder Aussagen nur einen Sachverhalt beschreiben, genügt ihm nicht. Er führt an, dass aus Sicht der Grammatiker nicht alle Sätze Aussagen seien (d.h. benutzt werden, um Aussagen zu machen), sondern dass es darüber hinaus auch noch Fragesätze, Ausrufesätze, Befehls-, Wunsch- und Konzessivsätze gäbe (Austin, 1975: 1).
Nach neueren Untersuchungen über Aussagen müssten Äußerungen über Tatsachen ‘verifizierbar’ sein. Das würde aber bedeuten, dass viele Aussagen lediglich Pseudoaussagen seien, da sie nicht verifizierbar sind. Viele solcher sogenannten Pseudoaussagen sollen jedoch nach Austins Auffassung gar nicht erst als Aussagen einzustufen sein. Dies treffe zum Beispiel auf ethische Aussagen zu, die Gefühle hervorrufen, Verhalten vorschreiben oder beeinflussen sollen. Nicht alle verifizierbaren Aussagen sind also als Beschreibungen einzustufen. Austin nennt diese Art von Aussagen konstative Äußerungen (Austin, 1975: 3). Den konstativen Äußerungen stellt er die performativen Äußerungen gegenüber (vgl. 3.1), die weder verifizierbar sind, noch eine Beschreibung darstellen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Sprache als kulturelles Identifikationsmerkmal ein und erläutert die Zielsetzung der vergleichenden Untersuchung zwischen dem Katalanischen und dem Spanischen im Bereich des Sprechaktes der Entschuldigung.
2 Geschichte der katalanischen Sprache und Kultur: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der katalanischen Sprache von ihren Ursprüngen über die Phase der Decadència bis zur Wiedergeburt durch die Renaixença und die wechselhafte politische Situation im 20. Jahrhundert.
3 Soziolinguistik und Sprachpolitik in Katalonien: Hier wird die Entwicklung der soziolinguistischen Forschung in Katalonien sowie die spezifische Sprachpolitik der Generalitat anhand der Sprachgesetze (LNL und LPL) zur Normalisierung des Katalanischen analysiert.
4 Die Sprechakttheorie: Dieser theoretische Abschnitt befasst sich mit der ordinary language philosophy und den Modellen von Austin und Searle, wobei der Fokus auf der Systematisierung von Sprechakten und deren Gelingensbedingungen liegt.
5 Grice: Dieses Kapitel untersucht Grices Theorie des Sprachgebrauchs, insbesondere die Konzepte der Implikatur und des Kooperationsprinzips, die als Grundlage für die spätere Höflichkeitsforschung dienen.
6 Höflichkeit: Hier werden die Höflichkeitstheorien von Leech sowie Brown und Levinson dargestellt, um das Verständnis für Strategien zur Minderung von face-threatening acts (FTAs) in der Kommunikation zu schärfen.
7 Der Sprechakt der Entschuldigung: Dieses Kapitel klassifiziert den Sprechakt der Entschuldigung als expressiven Akt und grenzt ihn theoretisch von Rechtfertigungen ab, während gleichzeitig der Bezug zum Image der Beteiligten hergestellt wird.
8 Die Untersuchung: Der Hauptteil beschreibt die Methodik der Befragung mittels Fragebögen, analysiert die Strategien der Entschuldigung (Explizitheit, Intensivierung, etc.) und diskutiert die soziolinguistischen Variablen wie soziale Distanz, Status und Geschlecht.
9 Allgemeine Schlussbetrachtung: Dieses Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und stellt fest, dass bei aller sprachlichen Nähe das Geschlecht der Sprecher und die soziale Dynamik wesentliche Faktoren im Entschuldigungsverhalten darstellen.
Sprechakt, Entschuldigung, Katalanisch, Spanisch, Soziolinguistik, Sprachpolitik, Höflichkeit, Sprechakttheorie, Searle, Austin, Grice, Kommunikationsanalyse, Sprachvergleich, Strategien, Face Threatening Acts
Die Hausarbeit widmet sich dem soziolinguistischen Vergleich von Entschuldigungs-Sprechakten in der katalanischen und spanischen Sprache.
Die Untersuchung umfasst die Geschichte der katalanischen Sprache, die Grundlagen der Sprechakttheorie, Höflichkeitsforschung sowie eine empirische Analyse der Entschuldigungsstrategien.
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Sprachverhalten von Katalanen und Spaniern bei Entschuldigungen zu identifizieren und den Einfluss sozialer Faktoren zu ergründen.
Es werden theoretische Grundlagen (Austin, Searle, Grice, Brown & Levinson) aufbereitet und eine empirische Befragung mittels Discourse Completion Tests (Fragebögen) durchgeführt, die quantitativ statistisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert die empirischen Daten zur Verwendung von expliziten und nicht-expliziten Entschuldigungsstrategien, deren Intensivierung sowie den Einfluss von sozialem Status, sozialer Distanz und dem Geschlecht der Sprecher.
Die zentralen Begriffe sind Sprechakt, Entschuldigung, Soziolinguistik, Sprachpolitik, Höflichkeit und interkulturelle Kommunikation.
Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen tendenziell ausführlicher entschuldigen und mehr unterschiedliche Strategien verfolgen als Männer, was auf unterschiedliche Rollenbilder in der sozialen Interaktion hindeutet.
Obwohl die Sprachen kulturell sehr eng verwandt sind und ähnliche Strukturen aufweisen, gibt es leichte Unterschiede bei der Bevorzugung bestimmter Strategien und der Intensivierung, wobei das Spanische tendenziell stärker von sozialen Faktoren beeinflusst scheint.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

