Bachelorarbeit, 2009
75 Seiten, Note: 1.0
1. Einführung
2. Grundbegriffe zu schulischer Wirksamkeit bzw. Qualität
2.1 Systemebenen bei der Schulevaluation
2.1.1 Das Bildungssystem als gesellschaftliches Teilsystem
2.1.2 Systemebenen des Bildungssystems: Mikro-, Meso- und Makroebene
2.2 Wirksamkeit bzw. Effektivität im Bildungsbereich
2.2.1 Schulische Wirksamkeit: „School Effectiveness“
2.2.2 Pädagogische Wirksamkeit: „Educational Effectiveness“
2.3 Input-(Prozess)-Output-Modelle schulischer Wirksamkeit
3. Paradigmenwechsel in der Steuerung des Bildungssystems
3.1 Auslöser für die Diskussion neuer Steuerungsmodelle
3.2 Neue Steuerung des Bildungswesens: „Educational Governance“
3.3 Marktsteuerung und New Public Management
3.4 Der Schulleistungsaspekt am Beispiel der nationalen Bildungsstandards
4. Input-Output-Modelle schulischer Wirksamkeit
4.1 Pädagogisch-psychologische Perspektive
4.1.1 Modelle unter dem Paradigma der Zeit
4.1.1.1 Das Modell von Carroll (1963)
4.1.1.2 Das Modell von Cooley (et al. 1975)
4.1.1.3 Das Modell von Bloom (1976)
4.1.1.4 Das Modell von Harnischfeger (et al. 1976)
4.1.1.5 Das Modell von Bennett (1978)
4.1.2 Modelle unter dem Paradigma psychologischer Lerntheorien
4.1.2.1 Das Modell von Gagné (1977)
4.1.2.2 Das Modell von Bruner (1971)
4.1.2.3 Das Modell von Glaser (1976)
4.2 Bildungsökonomische Perspektive
4.2.1 Ökonomisches Denken in der Erziehungswissenschaft
4.2.2 Bildungsökonomische Modelle schulischer Wirksamkeit
4.3 Organisationstheoretische Perspektive
4.3.1 Organisationstheoretisches Denken in der Erziehungswissenschaft
4.3.2 Organisationstheoretische Modelle schulischer Wirksamkeit
4.4 Synthese: Der Schulleistungsaspekt in Input-Output-Modellen schulischer Wirksamkeit
5. Diskussion
Die Arbeit untersucht die These, dass bei der Evaluation von Bildungsinstitutionen und -systemen primär Schulleistungen als zentrales Qualitätskriterium herangezogen werden. Hierbei wird der Frage nachgegangen, wie diese Leistungssteuerung in der Praxis wirkt und inwiefern sie durch wissenschaftstheoretische Input-Output-Modelle legitimiert wird.
1. Einführung
Der Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft hat die Unentbehrlichkeit von Bildung in grossem Masse verstärkt (vgl. Herzog 2007, p. 229). Technologische und gesellschaftliche Veränderungen wie neue Qualifikationsanforderungen, Globalisierung, Dezentralisierung und die Verknappung öffentlicher Finanzmittel haben Qualität und Wirksamkeit von Bildungsinstitutionen bzw. -systemen zu dominierenden Themen in der bildungspolitischen Diskussion werden lassen (vgl. Ramseier 2004, p. 13).
Steigende Ansprüche an das Bildungswesen betonen solche Qualitätsfragen seit den 1990er Jahren immer stärker (vgl. Fend 2001, p. 13). Was diese Qualität hingegen ausmacht und wie sie gesichert werden könnte, ist bis heute ungeklärt geblieben und weiterhin Gegenstand politischer und wissenschaftlicher Debatten (vgl. Dick 2000, p. 171f.; Ditton 2000, p. 74; Fend 2000, p. 55; Heid 2000, p. 41; Helmke 2000, p. 145; Ramseier 2004, p. 26). Dies rührt daher, dass Qualität nicht als eine beobachtbare Eigenschaft eines Objektes aufgefasst werden kann (Heid 2000, p. 41). So macht Gilomens (2002, p. 12) Plädoyer, den Qualitätsbegriff zu operationalisieren, denn auch wenig Sinn: Normative Vorstellungen von einer guten Schule fliessen in jedem Fall in die Definition von Qualität mit ein. Dies, auch wenn scheinbar operationalisierbare Qualitätskriterien wie Fachleistungen der Lernenden als zentrales Qualitätskriterium herangezogen werden (vgl. Tillmann 1999, p. 77f.).
In der einschlägigen Qualitätsdebatte scheint sich trotz alledem abzuzeichnen, dass im Bildungswesen in der Regel von einem technologischen, der Betriebswirtschaftslehre entlehnten Paradigma ausgegangen wird (vgl. Zlatkin-Troitschanskaia 2006, p. 196). Analog zur Evaluation von Betrieben wird diesem Paradigma zufolge die Qualität von Bildungssystemen bzw. -institutionen zunehmend auf deren Wirksamkeit bzw. Leistungen – in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse nationaler und internationaler Schulleistungsvergleichsstudien – zurückgeführt. Solche vergleichenden Bewertungen von Bildungssystemen anhand ihrer Leistungsergebnisse haben in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen (vgl. Fend 2001, p. 233). Dies geht mit der Gefahr einher, dem Wissens- und Leistungsaspekt einen zu hohen Stellenwert einzuräumen und andere Bildungsziele zu vernachlässigen (vgl. Weinert 2001a, p. 26).
1. Einführung: Die Einleitung thematisiert den steigenden Druck auf Bildungssysteme und die These, dass Schulleistungen zunehmend als zentrales Qualitätskriterium innerhalb eines technologischen Input-Output-Paradigmas fungieren.
2. Grundbegriffe zu schulischer Wirksamkeit bzw. Qualität: Dieses Kapitel erläutert die Systemebenen der Schulevaluation und definiert die Begriffe Wirksamkeit, Effektivität und Effizienz im Bildungsbereich.
3. Paradigmenwechsel in der Steuerung des Bildungswesens: Es wird der Wandel hin zu neuen Steuerungsmodellen wie Educational Governance und New Public Management analysiert, wobei der Fokus auf der Leistungssteuerung und Bildungsstandards liegt.
4. Input-Output-Modelle schulischer Wirksamkeit: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse pädagogisch-psychologischer, bildungsökonomischer und organisationstheoretischer Modelle und untersucht deren Bezug zur Leistungssteuerung.
5. Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Folgen der einseitigen Output-Orientierung für die schulische Praxis und pädagogische Ziele.
Bildungsqualität, Schulleistung, Input-Output-Modell, Educational Governance, New Public Management, Schulleistungsvergleichsstudien, Bildungsstandards, Effektivität, Effizienz, Bildungsökonomie, Organisationstheorie, Schulentwicklung, Leistungssteuerung, Schulwirksamkeitsforschung, Pädagogische Psychologie
Die Arbeit untersucht die These, dass Schulleistungen in der aktuellen Bildungspolitik zunehmend als zentrales Kriterium für die Qualität von Schulen und Bildungssystemen dienen, und beleuchtet die Hintergründe dieser Entwicklung.
Die Arbeit behandelt Themen wie moderne Steuerungsmodelle im Bildungswesen (Educational Governance), die Anwendung von New Public Management in Schulen, die wissenschaftstheoretische Fundierung von Input-Output-Modellen und die Bedeutung von nationalen Bildungsstandards.
Ziel ist es zu klären, inwieweit wissenschaftliche Input-Output-Modelle der schulischen Wirksamkeit den bildungspolitischen Trend zur starken Output- bzw. Leistungssteuerung legitimieren und welche Konsequenzen dies für andere Bildungsziele hat.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Synthese verschiedener Forschungsdisziplinen, insbesondere der Pädagogik, Psychologie, Bildungsökonomie und Organisationstheorie, unter Einbeziehung relevanter wissenschaftlicher Literatur.
Im Hauptteil werden zunächst der Paradigmenwechsel in der Steuerung des Schulwesens und verschiedene theoretische Modelle schulischer Wirksamkeit (pädagogisch-psychologisch, bildungsökonomisch, organisationstheoretisch) hinsichtlich ihrer Output-Orientierung analysiert.
Zentrale Begriffe sind Bildungsqualität, Schulleistung, Input-Output-Modell, Educational Governance, New Public Management, Bildungsstandards und Effizienz.
Während die Bildungsökonomie Schulleistung primär unter Effizienzkriterien und als messbaren Output in einem Produktionsprozess betrachtet, gewichten pädagogisch-psychologische Modelle, insbesondere die älteren Ansätze, den Leistungsaspekt oft nur als einen von mehreren Faktoren für eine effektive Schule.
Die DEA wird als Beispiel für ein organisationstheoretisches Verfahren zur Effizienzmessung von Schulen aufgeführt, das die Output-Orientierung durch den Fokus auf messbare Schulleistungen illustriert.
Die Ergebnisse solcher Studien werden in der Arbeit als Auslöser für Reformen interpretiert, die zu einer stärkeren Standardisierung und Output-Orientierung (Leistungssteuerung) geführt haben, um nationale Bildungssysteme vergleichbar und steuerbar zu machen.
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