Bachelorarbeit, 2010
112 Seiten, Note: 1,3
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Einleitung
2. Zur Psychopathologie der Störung des Sozialverhaltens
2.1 Definition und Klassifikation
2.2 Komorbiditäten
2.3 Diagnostik
2.3.1 Differenzialdiagnostik
2.4 Epidemiologie
2.5 Verlauf und Prognose
2.6 Ätiologie
2.6.1 Risiko- und Schutzfaktoren
2.6.2 Auslösende und aufrechterhaltende Faktoren
2.6.3 Ätiologiemodelle
3. Grundlagen der Resilienz
3.1 Definition und Merkmale
3.2 Exkurs: Antonovskys Modell der Salutogenese
3.2.1 Modelle mit salutogenetischem Ansatz
3.2.1.1 Das Konzept „Sense of Coherence“
3.2.1.2 Das Konzept „Hardiness“
3.3 Entwicklung der Resilienzforschung
3.3.1 Studien der Risiko- und Resilienzforschung
3.3.1.1 Die „Kauai- Längsschnittstudie“
3.3.1.2 Die „Mannheimer Risikokinderstudie“
3.3.1.3 Die „Bielefelder Invulnerabilitätsstudie“
3.4 Charakteristika des Resilienzkonzepts
3.4.1 „Resilienz ist ein dynamischer Anpassungs- und Entwicklungsprozess“
3.4.2 „Resilienz ist eine variable Größe“
3.4.3 „Resilienz ist situationsspezifisch und multidimensional“
3.5 Das Risiko- und das Schutzfaktorenkonzept
3.5.1 Das Risikofaktorenkonzept
3.5.2 Das Schutzfaktorenkonzept
3.5.3 Wirkprozesse und Mechanismen
3.5.4 Resilienzmodelle
3.6 Resilienzfaktoren – personale Ressourcen des Kindes
4. Fragestellung
5. Resilienzförderung im Kontext der Prävention der Störung des Sozialverhaltens
5.1 Notwendigkeit von Prävention
5.2 Ziele, Ebenen und Strategien
5.3 Forschungsstand zur Prävention der Störung des Sozialverhaltens
5.4 Ansatzpunkte
5.4.1 Resilienzförderung auf der individuellen Ebene
5.4.1.1 Förderung der Resilienzfaktoren
5.4.2 Resilienzförderung auf der Beziehungsebene
5.4.3 Reduktion von Aggression
5.5 Programmbeispiele
5.5.1 „FAUSTLOS- Curriculum“
5.5.2 „Kinder Stärken!“
5.6 Anforderungen an Präventionsprogramme
6. Fazit und Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung das Resilienzkonzept für die Prävention von Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter besitzt, mit dem Ziel, theoretische Möglichkeiten der Resilienzförderung aufzuzeigen und existierende präventive Maßnahmen zu skizzieren, um langfristig die Inzidenz- und Prävalenzraten zu senken.
2.6.3 Ätiologiemodelle
Die Klärung der Ursachen und Wirkmechanismen der Entstehungsbedingungen der Störung des Sozialverhaltens wird über eine Darstellung von Ätiologiemodelle gerecht werden (Beelmann & Raabe 2007 S. 48 zit. n. Lerner & Damon 1998).
Vorweg sollen folgende „Kernaussagen“ von Beelmann und Raabe (2007), über Entwicklungsbedingungen von dissozialem Verhalten zusammengefasst werden. Es handelt sich um „stabile“ Aussagen deren Zusammenhänge wissenschaftlich widerlegt wurden:
Bei den biologischen Risikofaktoren ist erkennbar, dass sich die Basis für dissoziale Entwicklungsprobleme bereits im frühen Lebenslauf (schon während der Schwangerschaft, Geburt oder dem Kleinkindalter) zeigt.
Die biologischen Merkmale und die psychologischen Prozesse stehen in einem engen Zusammenhang. Sie beeinflussen sich gegenseitig und bestimmen darüber hinaus auch die Art und Weise, wie das Kind seine Umwelt wahrnimmt, wie es handelt und wie es den Bedingungen des sozialen Kontextes begegnet.
Beziehungen und soziale Interaktionen (besonders im familiären Rahmen), die sich aversiv zeigen, stehen in Interaktion mit biologischen und psychologischen Bedingungen. Ferner tragen sie zu einer Verschlechterung der psychopathologischen Entwicklung bei.
Das elterliche Erziehungsverhalten ist ein entschiedener Faktor, der entweder unterschiedliche Risikofaktoren abschwächen kann oder sie im schlechtesten Fall verstärkt. Bei Kindern, die Problemverhaltensweisen aufzeigen, sind die Eltern oft überfordert. Auf der einen Seite kann das negative Verhalten der Kinder eine negative Reaktion der Eltern hervorrufen, auf der anderen Seite weisen Eltern von dissozialen Kindern häufig selbst problematische Vergangenheiten auf. Daher sind sie auch eher dazu bereit, aversive Erziehungspraktiken anzuwenden.
Einen enormen Einfluss auf die Entwicklung von dissozialem Verhalten fördert die Ablehnung von Peers im Jugendalter. Folgen davon sind Kontakte mit devianten Gleichaltrigen, die sich negativ gestalten. Mit zunehmendem Alter vermögen Jugendliche immer selbstständiger, ihre Entwicklung aktiv zu gestalten. Die Wahl des Freundeskreises ist daher nicht unabhängig von den Zielen und Merkmalen des Individuums, die sich aus den genetischen Bedingungen und den sozialen Vorerfahrungen ergeben.
Ein weiterer Zusammenhang ergibt sich aus dem Freizeitkontext, der Nachbarschaft und der medialen Umgebung, in der ein Kind oder Jugendlicher mit dissozialen Verhaltensweisen aufwächst. In diesem Kontext ergibt sich auch mehr oder weniger die Gelegenheit, dissoziale Verhaltensweisen zu erlernen und auszuführen. (Beelmann & Raabe 2007 S. 110)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik von Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen und führt das Konzept der Resilienz als zentralen Ansatz zur Prävention ein.
2. Zur Psychopathologie der Störung des Sozialverhaltens: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert Störungen des Sozialverhaltens, erläutert Komorbiditäten, diagnostische Ansätze sowie die Ätiologie und den Verlauf der Störung.
3. Grundlagen der Resilienz: Es werden die Definitionen, Merkmale und die historische Entwicklung der Resilienzforschung sowie das Zusammenspiel von Risiko- und Schutzfaktoren dargelegt.
4. Fragestellung: Das Kapitel formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung des Resilienzkonzepts für die Prävention von Störungen des Sozialverhaltens.
5. Resilienzförderung im Kontext der Prävention der Störung des Sozialverhaltens: Dieser Hauptteil widmet sich den Präventionszielen, -ebenen und -strategien und stellt konkrete Trainingsprogramme zur Resilienz- und Kompetenzförderung vor.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen, diskutiert den Forschungsstand und gibt Anregungen für zukünftige Entwicklungen in der Präventionspraxis.
Resilienz, Sozialverhalten, Prävention, Kinder und Jugendliche, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Kompetenzförderung, Psychopathologie, Erziehungsverhalten, Störungsprävention, Interventionsprogramme, Lebenskompetenz, soziale Kompetenz, Stressbewältigung, Kindesentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Resilienz für die Prävention von Störungen des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter.
Die zentralen Themen sind die Psychopathologie der Störung des Sozialverhaltens, die Resilienzforschung sowie Möglichkeiten der Resilienzförderung im Rahmen der Präventionspraxis.
Ziel ist es, theoretische Ansätze zur Resilienzförderung aufzuzeigen und zu prüfen, wie Erkenntnisse aus der Resilienzforschung genutzt werden können, um die Entstehung von Störungen des Sozialverhaltens langfristig zu mindern.
Die Autorin stützt sich auf eine systematische Literaturanalyse und wertet aktuelle Studien, Modelle und Präventionsprogramme zu den Bereichen Psychopathologie, Resilienz und Erziehung aus.
Der Hauptteil behandelt die Notwendigkeit von Prävention, verschiedene Interventionsstrategien auf individueller und Beziehungsebene sowie die detaillierte Darstellung bekannter Präventionsprogramme.
Wichtige Begriffe sind Resilienz, Prävention, Schutzfaktoren, soziales Kompetenztraining und psychische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter.
Während die Pathogenese den Fokus auf Defizite und die Entstehung von Krankheit legt, konzentriert sich die Salutogenese, eng verknüpft mit dem Resilienzansatz, auf Faktoren, die Gesundheit erhalten und fördern.
Das Erziehungsverhalten ist ein zentraler beeinflussbarer Risikofaktor; eine Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenzen ist daher eine wesentliche Strategie zur Förderung der Resilienz und zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Kindern.
Diese Programme sind relevant, da sie beispielhaft zeigen, wie theoretische Erkenntnisse der Resilienzforschung manualisiert in die Praxis (z. B. Kita oder Schule) umgesetzt werden, um sozial-emotionale Kompetenzen direkt zu fördern.
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