Bachelorarbeit, 2010
40 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Die Formale Kybernetik
1.1 Historische Grundlagen der Kybernetik
1.2 Kybernetik nach Norbert Wiener
1.3 Ross Ashby und das Gesetz der erforderlichen Varietät
2. Die Soziale Kybernetik
2.1 Kybernetik zweiter Ordnung
2.2 Konstruktivismus und Beobachtung
3. Die Kybernetik der Medien
3.1 Die Kybernetik der Digitalen Medien
3.2 Conclusio
Diese Arbeit untersucht das komplexe Feld der Kybernetik und deren Anwendung auf digitale Mediensysteme. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen der Kybernetik zu erläutern und diese Perspektive zu nutzen, um die Funktionsweise heutiger Medien innerhalb der Gesellschaft kritisch zu hinterfragen und zu analysieren.
1.1 Historische Grundlagen der Kybernetik
Der Begriff der Kybernetik entstand bereits vor vielen Jahrzehnten im Griechischen als "kybernts". Diesen Begriff prägten Plato und Aristoteles für den Akt ein Schiff zu steuern. In dem von Platon verfassten Dialog "Gorgias" wird bereits hier ein indirekter Vergleich gezogen zwischen der Kunst ein Schiff zu steuern und der des Redens. Vielleicht sah Plato schon die Verbindung der Begriffe darin, dass beide Künste die Antwort ihres eigenen Handelns benötigen. So braucht der gekonnte Redner seinen Applaus des Publikums und der Steuermann die Wellen die auf den Rumpf schlagen um sein Schiff korrekt steuern zu können. Ob dies jedoch sein tatsächlicher Gedankengang war, ist unklar (vgl. Masani 1990, 252f).
Dieses griechische Wort wurde von dem lateinischen Sprachraum übernommen und manifestierte sich als den lateinischen Ausdruck "gubernator". Man erkennt eine parallele zu dem englischen Wort "Governor" (vgl. Jackson 2000, 67). Ein Gouverneur ist seiner politischen Bedeutung nach ein Entscheidungsträger oder auch ein Steuermann der Öffentlichkeit. Dem Begriff wurde jedoch zu dieser Zeit wenig Zuwendung zugetragen.
Erst im 19. Jahrhundert tauchte der Begriff erneut auf. Der französische Wissenschaftler André Ampère benutzte den Begriff als ein Äquivalent zu dem Begriff der Politik. Diese Benutzung des Wortes wurde von weiteren Politik-WissenschaftlerInnen verwendet. Zu diesen gehören unter anderem Karl Deutsch, David Easton und John Steinbrunner (vgl. Corning 2005, 146f). Ampère jedoch war sich keineswegs bewusst mit welcher Vehemenz der Begriff später auch außerhalb der Politik verwendet werden sollte. Zudem erwähnte Ampère keine Art von Rückkoppelungsschleifen oder ähnlichen regulativen Vorgängen welche später die Schlüsselindizien der Kybernetik werden sollten.
Einleitung: Einführung in das Themengebiet der Kybernetik und deren Relevanz für soziale und digitale Mediensysteme.
1. Die Formale Kybernetik: Erläuterung der historischen Wurzeln und der mathematischen Ansätze von Norbert Wiener sowie des Konzepts der erforderlichen Varietät von Ross Ashby.
2. Die Soziale Kybernetik: Einführung der Kybernetik zweiter Ordnung, des Konstruktivismus und der Rolle des Beobachters innerhalb kybernetischer Systeme.
3. Die Kybernetik der Medien: Analyse digitaler Medien und Massenmedien mittels kybernetischer Strukturen sowie Betrachtung von Kybernetik in der Kunst und der gesellschaftlichen Konsequenzen.
Kybernetik, Formale Kybernetik, Soziale Kybernetik, Digitale Medien, Massenmedien, Konstruktivismus, Beobachtung, Kybernetik zweiter Ordnung, Feedback, Informationstheorie, Norbert Wiener, Ross Ashby, Niklas Luhmann, Autopoiesis, Realitätsgenerierung.
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Gebiet der Kybernetik und untersucht, wie deren Konzepte auf moderne digitale Medien angewendet werden können.
Die Themenfelder umfassen formale Kybernetik (Wiener, Ashby), die soziale Kybernetik (Kybernetik zweiter Ordnung, Konstruktivismus) und deren Anwendung auf Massenmedien.
Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Kybernetik als Analysewerkzeug für digitale Medien zu etablieren und gesellschaftliche Kommunikationsprozesse dadurch besser zu verstehen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf systemtheoretischen Ansätzen und den wissenschaftlichen Analysen von Vertretern wie Norbert Wiener, Ross Ashby, Heinz von Förster und Niklas Luhmann basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Grundlagenforschung der Kybernetik, die Entwicklung hin zur sozialen Kybernetik und die konkrete Applikation dieser Theorien auf das digitale Medienumfeld.
Kybernetik, Konstruktivismus, Beobachtung, Informationstheorie, Systemtheorie und Digitale Medien.
Der Konstruktivismus ist zentral für das Verständnis, dass Realität durch Beobachtung kreiert wird, was für die Analyse von Mediensystemen essenziell ist.
Es besagt, dass ein System nur dann stabil und kontrollierbar bleibt, wenn der Regulator eine ebenso große oder größere Varietät (Zustandsvielfalt) aufweist als das zu regulierende System selbst.
In der Kybernetik zweiter Ordnung wird die Grenze zwischen Beobachtetem und Beobachter aufgehoben; der Beobachter wird Teil des Systems, was die Objektivität im klassischen Sinne in Frage stellt.
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