Bachelorarbeit, 2022
46 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Historie der NS-Raubkunst
3.1. Enteignungspolitik im Nationalsozialismus
3.2. Rückgabegesetze nach 1945
4. Entstehung und Verstreuung der Klemperer Porzellansammlung
4.1. Katalogisierung der Sammlung
4.2. Verlagerungen der Sammlung
5. Provenienzforschung
5.1. Beispiel 1: Kaminuhr mit Satyrhermen
5.2. Beispiel 2: Der tanzende Harlekin
6. Provenienzforschung in Museen
7. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten und Hindernisse der Provenienzforschung bei der Wiederauffindung von NS-Raubkunst, wobei das Schicksal der Porzellansammlung der jüdischen Familie von Klemperer als zentrales Fallbeispiel dient.
4.1. Katalogisierung der Sammlung
Trotz der Verstreuung der Klemperer Sammlung kann der Verlustbestand mittels des Klemperer Katalogs (vgl. Abb. 5) definiert werden. 1926 gab Gustav dem Kunsthistoriker Ludwig Schnorr von Carolsfeld den Auftrag, die Klemperer Sammlung in einen Katalog zu fassen. Schnorr von Carolsfeld verfasste 1922 bereits einen Artikel über Meissener Porzellan, der ebenfalls über Exemplare der Klemperer Sammlung berichtet. Dies belegt einerseits die Kenntnisse des Kunsthistorikers im Bereich Porzellan und lässt ferner eine Bekanntschaft mit Gustav Klemperer vermuten. Doch kurz nach der Beauftragung starb Gustav, sodass sein Sohn Victor und Gustavs Ehefrau Charlotte zusammen mit Schnorr von Carolsfeld den Katalog für die Publikation im Jahre 1928 vervollständigten. Charlotte soll genaues Wissen über die einzelnen Objekte gehabt haben und war somit stark in die Anfertigung der Objektbeschreibungen involviert.
Der Katalog wurde „in einer Auflage von 150 Exemplaren gedruckt“ und „[j]edes Exemplar wurde mit einer fortlaufenden Nummer versehen.“ Angaben zufolge war es möglich, einen Katalog für 250 Reichsmark von der Ehefrau Charlotte von Klemperer abzukaufen. Laut Schnorr von Carolsfeld habe Gustav bei dem katalogisierten Festhalten der Bildnisminiaturen und Porzellanstücken, an seine zwölf Enkelkinder gedacht, denn mit der visuellen Einfassung der Familienstücke sollten die Nachfahren an die Sammlerfreude der Großeltern erinnert werden. Ein weiterer Grund für eine Katalogisierung könnte die Größe der Sammlung gewesen sein. Klemperer begann 1900 damit, seine Sammlung auszudehnen, sodass sie 1928 ca. 900 Objekte umfasste – Loesch schreibt: „Aufgrund der Qualität und Quantität des Porzellans gehörte diese private Sammlung in Dresden am Beginn des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten in Deutschland.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der NS-Raubkunst ein, erläutert das Fallbeispiel der Klemperer Porzellansammlung und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit der Provenienzforschung.
2. Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet die verfügbaren Quellen zur Sammlung, insbesondere den Klemperer-Katalog von 1928 und neuere Forschungsprojekte, die für eine systematische Provenienzforschung essenziell sind.
3. Historie der NS-Raubkunst: Hier werden der Begriff Raubkunst, die nationalsozialistische Enteignungspolitik und die nach 1945 entwickelten Rückgabegesetze sowie internationale Prinzipien der Restitution historisch kontextualisiert.
4. Entstehung und Verstreuung der Klemperer Porzellansammlung: Dieses Kapitel zeichnet die Geschichte der Familiensammlung nach, von ihrer Entstehung über die Katalogisierung bis hin zu den zwangsweisen Verlagerungen und Verlusten während des Nationalsozialismus.
5. Provenienzforschung: Anhand zweier konkreter Objekte – einer Kaminuhr und einer Harlekin-Figur – werden die praktischen Anwendungsmethoden, Herausforderungen und Erfolge der Provenienzforschung detailliert demonstriert.
6. Provenienzforschung in Museen: Das Kapitel erörtert die wachsende Bedeutung der Provenienzforschung im musealen Kontext, ihre moralische Verpflichtung und die notwendige fächerübergreifende Zusammenarbeit.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle der Provenienzforschung bei der Identifizierung und Restitution von Kulturgut als fortwährende wissenschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe.
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Die Arbeit befasst sich mit der Aufarbeitung von NS-Raubkunst unter besonderer Berücksichtigung der Porzellansammlung der jüdischen Familie von Klemperer und den Möglichkeiten ihrer Identifizierung.
Zentrale Themen sind die historische Enteignungspolitik im Nationalsozialismus, die Entwicklung der Restitutionsansätze nach 1945 sowie die praktischen Methoden der Provenienzforschung.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern die Provenienzforschung als Werkzeug dazu beitragen kann, verlorene NS-Raubkunst erfolgreich aufzufinden und zu restituieren.
Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse zu den rechtlichen und historischen Grundlagen der Restitution mit einer Fallstudien-basierten Untersuchung anhand von Archivmaterialien, Katalogen und Provenienzbeispielen.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Verstreuung der Klemperer-Sammlung sowie die konkreten Schritte der Provenienzrecherche bei exemplarischen Porzellanobjekten, ergänzt durch einen Ausblick auf die museumspraktische Relevanz.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Provenienzforschung, NS-Raubkunst, Klemperer-Sammlung, Meissener Porzellan, Restitution und Washingtoner Prinzipien beschreiben.
Der Katalog dokumentiert detailliert den Bestand vor der Zeit der Enteignung, was ihn für die spätere Identifizierung der entzogenen und teilweise verstreuten Objekte zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk machte.
Die Beispiele verdeutlichen, dass trotz kriegsbedingter Schäden, Restaurationen und mangelnder Originalität durch eine präzise Provenienzforschung und den Abgleich mit Quellen sowie Auktionsunterlagen eine Identifizierung als ursprüngliches Familieneigentum möglich bleibt.
Zu den Haupthindernissen gehören lückenhafte oder undatierte Objektgeschichten, die Zerstörung von Inventaren, die Schwierigkeit bei der visuellen Identifizierung restaurierter Fragmente sowie die Komplexität bei global verteilten Erben.
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