Masterarbeit, 2023
164 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.2 Aufbau der Masterthesis
2. Forschungsstand
3. Theoretische Konzepte und Begrifflichkeiten
3.1 Berufung
3.1.1 Die Lehrer:innenrolle und ihre Entwicklung
3.1.1.1 Anforderungen und erwartete Kompetenzen
3.1.1.2 Lehrer:innenpersönlichkeit als Rollenbasis
3.1.2 Professionalität im Lehrberuf
3.1.2.1 Entfaltung der Professionalität angesichts eines professionellen Selbst
3.2 Zwischenfazit und Ausblick
3.3 Belastung
3.3.1 Belastung - Ursprung von möglichen Beanspruchungsfolgen
3.3.1.1 Das Modell des Lehrer:innenstress
3.3.2 Belastungsfaktoren im Lehrberuf
3.4 Zwischenfazit und Ausblick
3.5 Berufung und Belastung - Personale Eignung und Schutzfaktoren
4. Empirischer Forschungsteil - Methodische Überlegungen
4.1 Die Erhebungsmethode
4.2 Das Leitfadeninterview
4.3 Der Leitfaden und die Begründung der Auswahl
4.4 Durchführung - Feld und Sampling
5. Empirische Erhebung - Ergebnisse und Erkenntnisse
5.1 Auswertungsmethode - Die Qualitative Inhaltsanalyse
5.2 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
5.2.1 Verständnis von Berufung
5.2.2 Beschreibung der Lehrer:innenrolle
5.2.3 Belastungserlebnisse
5.2.4 Zusammenhänge zwischen Berufung und Belastung
6. Schlussbetrachtungen
6.1 Beantwortung der Forschungsfrage
6.2 Kritische Reflexion der eigenen Forschungsarbeit
6.3 Fazit und Ausblick
Diese Masterthesis untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem individuellen Berufungsempfinden von Lehrkräften an Ganztagsschulen und deren erlebten Belastungen im Schulalltag, mit dem Ziel, den Einfluss des Berufsverständnisses auf die Stressresistenz und das professionelle Selbstbild zu beleuchten.
3.1.1 Die Lehrer:innenrolle und ihre Entwicklung
In einem ersten Schritt wird der Rollenbegriff definiert und die verschiedenen Ansätze in der Wissenschaft aufgezeigt, um diesen dann auf die aktuelle Lehrer:innenrolle zu übertragen. Anschließend werden die Anforderungen und Kompetenzen, die an Lehrer:innen gerichtet werden, mit den Rollenerwartungen in Verbindung gebracht.
Es werden zwei grundlegende Theorien zum Rollenbegriff gegenübergestellt. Dabei wird zwischen dem traditionellen Rollenbegriff und interaktionistisch-kommunikationstheoretischen Rollenbegriff unterschieden. Das traditionelle Rollenverständnis sieht Rollen nach der Definition von Dahrendorf als ein Bündel von Verhaltensweisen, die von Inhaber:innen bestimmter Positionen und Funktionen durch ihre Bezugsgruppe erwartet werden. Der Status des:der Rolleninhaber:in weckt bestimmte Erwartungen innerhalb der Bezugsgruppe, d.h. der sozialen Gruppen, die in direkter Beziehung zum:zur Rolleninhaber:in stehen. Diese Erwartungen beziehen sich unter anderem auf die berufliche Qualifikation, den sozialen Status und den Gehalt. Getragen und gesteuert werden diese Erwartungen durch soziale Normen. Dieser rollentheoretische Ansatz geht von der sozialen Prägung einer Rolle aus. Die Rollenpositionierung dient somit der sozialen Ordnung und führt zu klaren Zuständigkeiten. Die persönliche Identität des Einzelnen wird dabei ignoriert.
Der interaktionistisch-kommunikationstheoretische Ansatz hingegen ist eine Modifikation der ursprünglichen traditionellen Rollentheorie. Hier wird der persönliche Handlungsspielraum berücksichtigt. Die Person soll die angestrebte Idealrolle ausfüllen, sich aber auch von sich selbst distanzieren können. Die Erkenntnis, dass es sich um eine Rolle handelt, ermöglicht einen effektiven Umgang mit den genannten Erwartungen und somit eine professionelle Erfüllung der eigentlichen Rolle. Die Theorie besagt, dass Rollenerwartungen nicht festgelegt sind, sondern je nach Individuum frei interpretiert werden können. Gesellschaftliche Veränderungen können zu Rollenkonflikten führen, die wiederum zu einer Neudefinition der Charaktere und zu Rollenüberschneidungen führen.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema des Berufungsempfindens bei Lehrkräften und Darstellung der Relevanz für das Belastungserleben sowie Zielsetzung der Arbeit.
2. Forschungsstand: Überblick über existierende Studien und das Forschungsdefizit im deutschsprachigen Raum bezüglich der Verknüpfung von Berufung und Lehrerbelastung.
3. Theoretische Konzepte und Begrifflichkeiten: Fundierte Definition und Einbettung zentraler Konstrukte wie Berufung, Lehrer:innenrolle, Professionalität, Belastung und deren Zusammenhänge.
4. Empirische Forschungsteil - Methodische Überlegungen: Darlegung des qualitativen Forschungsdesigns sowie Begründung der Wahl von Leitfadeninterviews und der qualitativen Inhaltsanalyse.
5. Empirische Erhebung - Ergebnisse und Erkenntnisse: Auswertung und Interpretation der geführten Interviews anhand der Kategorien Berufungsverständnis, Lehrer:innenrolle, Belastungsfaktoren und deren Korrelation.
6. Schlussbetrachtungen: Beantwortung der Forschungsfrage, kritische Reflexion des methodischen Vorgehens sowie abschließendes Fazit und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Berufung, Lehrerbelastung, Ganztagsschule, Lehrer:innenrolle, Professionalisierung, Belastungsfaktoren, Arbeitszufriedenheit, professionelles Selbst, qualitative Inhaltsanalyse, Lehrergesundheit, Identität, Stressbewältigung, pädagogische Kompetenz, Schutzfaktoren, Lehrberuf.
Die Arbeit untersucht, wie das individuelle Berufungsempfinden von Lehrkräften an Ganztagsschulen deren Erleben von Belastungen beeinflusst und welche Rolle dabei Identität und Professionalisierung spielen.
Die zentralen Felder sind die psychologischen Aspekte des Lehrerberufs, die Anforderungen im Ganztagsbetrieb sowie Strategien der Professionalisierung und Stressbewältigung.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der Identifikation mit dem Beruf und dem subjektiven Stressempfinden aufzuzeigen, um Potenziale für die Gesundheitsprävention im Schulalltag zu identifizieren.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit vier Lehrkräften, die anschließend durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Begrifflichkeiten wie Rollenverständnis und Belastung definiert, und einen empirischen Teil, der die Ergebnisse aus den Interviews darstellt und interpretiert.
Kernbegriffe sind Berufung, Lehrerbelastung, Ganztagsschule, Rollenverständnis, professionelles Selbst und Arbeitszufriedenheit.
Die Studie zeigt, dass der Ganztagsbetrieb zwar neue Möglichkeiten der Interaktion bietet, aber durch erhöhten Zeitdruck, komplexe Kooperationsanforderungen und diffuse Rollenerwartungen das Stressempfinden intensivieren kann.
Ja, laut den Studienergebnissen kann ein starkes Berufungsempfinden motivierend wirken und als persönliche Ressource dazu beitragen, Herausforderungen eher als sinnstiftend statt als belastend wahrzunehmen.
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