Forschungsarbeit, 2010
85 Seiten
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1 Der Weg von der alten Armee zum Reichsheer
1.1 Das Ende des Ersten Weltkrieges
1.2 Der Friedensvertrag von Versailles
1.3 Die vorläufige Reichswehr
2 Die ersten Jahre des Bestehens des neuen Reichsheeres
2.1 Das Reichsheer in der deutschen Republik
2.2 Die Mobilmachungsvorbereitungen des Reichsheeres
3 Die Modernisierung des Reichsheeres
3.1 Die Gedanken Hans von Seeckts zur Modernisierung des Reichsheeres
3.2 Das Prinzip des „Führerheeres“ und die „Auftragstaktik“
3.3 Die Ausbildung
3.3.1 Hans von Seeckts Vorstellungen von der allgemeinen Ausbildung
3.3.2 Die Publikation militärwissenschaftlicher Schriften
3.3.3 Die erneuerte allgemeine Ausbildung
3.3.4 Die neuen Taktikgrundsätze
3.3.5 Die Ausbildung der Unterführer und Führer
3.3.6 Die Generalstabsausbildung
3.3.7 Die Manöver
3.4 Die Auffassungen der Reichswehrführung vom Wesen des Krieges
3.5 Die Zusammenarbeit von Reichsheer und Roter Armee
3.5.1 Die Entwicklung der Partnerschaft der beiden Streitkräfte
3.5.2 Das Luftwaffenprojekt in Lipezk
3.5.3 Das Panzerwaffenprojekt Kama
3.5.4 Die Zusammenarbeit der Generalstäbe und die gegenseitigen Truppenbesuche
3.6 Die Kavallerie und die Panzerwaffe
4.6.1 Das Wesen der Kavallerie in den 1920er Jahren
3.6.2 Die Überlegungen des Offizierkorps zur Motorisierung der Kavallerie
3.6.3 Die Vorbereitung des Aufbaus einer Panzerwaffe
Diese Arbeit untersucht die organisatorische Entwicklung, Ausbildung und militärische Doktrin des Reichsheeres in der Weimarer Republik, wobei der Schwerpunkt auf den Anpassungsprozessen an moderne Anforderungen trotz restriktiver Friedensvorgaben liegt.
3.2 Das Prinzip des „Führerheeres“ und die „Auftragstaktik“
Wie bereits erwähnt verfolgte Hans von Seeckt die Absicht, im Fall einer Mobilmachung sofort ausreichend ausgebildete Führungskräfte zur Hand zu haben, damit die in diesem Zuge neu aufgestellten Verbände so schnell und effektiv wie möglich eingesetzt werden konnten, d.h. dass einem Mangel an Personal auf allen Führungsebenen vorgebeugt werden sollte, damit die hierfür benötigten Kräfte nicht erst im Moment der Krise ausgebildet werden mussten. In einem Krieg, der große Mengen an Soldaten benötigte und damit eine enorme Heeresvergrößerung nach sich zog, sollten nach diesen Vorstellungen trotz alledem auf jeder Ebene Führer mit guten Qualitäten und ausgebildeten Fähigkeiten präsent sein.
Zu diesem Zweck sollte jeder Angehörige des Reichsheeres, von den Offizieren bis zu den Mannschaften herab, darauf vorbereitet werden, die Aufgaben seines Vorgesetzten übernehmen zu können. Dazu nahm jeder Soldat an entsprechenden Lehrgängen teil. Diese Strukturierung und Ausbildung garantierte dem Reichsheer einige Vorteile im Vergleich zu den Streitkräften anderer Staaten. Zum Ersten traten während einer Mobilmachung weniger Probleme auf, da die Soldaten bei Bedarf sofort die Aufgabenfelder ihrer Vorgesetzten übernehmen konnten und somit einem Mangel an Führungskräften innerhalb der neuen bzw. aufgestockten Verbände vorgebeugt wurde.
Zum Zweiten waren die Soldaten befähigt, sofort einen im Kampf ausgefallenen Vorgesetzten zu ersetzen, d.h. seine Aufgaben zu übernehmen, ohne das Lücken in der Führung auftraten, wodurch sich ein solcher Verlust weniger verheerend auf die Moral und Führung der Truppe auswirken konnte. Zum Dritten bevorteilte diese Ausbildung auch die Erziehung zum selbständigen Handeln, da rangniedere Kommandeure bzw. Unterführer ein größeres Selbstbewusstsein und Vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten entwickelten, wodurch selbige entschlussfreudiger zur Tat schreiten, eher Verantwortung übernehmen und in höhere Befehlsebenen eingreifen konnten, wenn keine Vorgesetzten zur Stelle waren, die Anweisungen geben konnten. Im Großen und Ganzen führte dies zu einer Verbesserung der so genannten „Auftragstaktik“, welche die Selbstständigkeit der örtlichen Kommandeure und Unterführer in den Mittelpunkt stellte.
1 Der Weg von der alten Armee zum Reichsheer: Beschreibt den Übergang von der kaiserlichen Armee zur Reichswehr unter den belastenden Bedingungen der Niederlage und der Versailler Friedensverträge.
2 Die ersten Jahre des Bestehens des neuen Reichsheeres: Erläutert die schwierige Identitätsfindung der Armee in einer jungen Republik und die anfänglichen Mobilmachungsplanungen.
3 Die Modernisierung des Reichsheeres: Detailliert die strategischen Ansätze Hans von Seeckts, die Ausbildung der Soldaten, die taktische Lehre, die internationale Zusammenarbeit sowie die Entwicklung der Panzerwaffe und Kavallerie.
Reichsheer, Weimarer Republik, Hans von Seeckt, Auftragstaktik, Führerheer, Versailler Friedensvertrag, Reichswehr, Mobilmachung, Panzerwaffe, Rote Armee, Lipezk, Kama, Modernisierung, Ausbildung, Bewegungskrieg
Die Arbeit befasst sich mit der organisatorischen und militärischen Transformation des deutschen Reichsheeres während der Weimarer Zeit.
Zu den Kernpunkten gehören die Entpolitisierung der Truppe, innovative Ausbildungskonzepte, die taktische Doktrin der Auftragstaktik und die geheime Zusammenarbeit mit der Sowjetunion.
Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, wie das Reichsheer trotz massiver Einschränkungen durch den Versailler Vertrag eine moderne, kampfkräftige Struktur aufbauen konnte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von zeitgenössischen Handbüchern, Ausbildungsvorschriften, Fachartikeln und Denkschriften basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Einordnung, die spezifischen Modernisierungsschritte unter Seeckt sowie die detaillierte Darstellung der Ausbildung und internationaler Militärprojekte.
Schlüsselbegriffe sind Reichsheer, Auftragstaktik, Lipezk, Kama, Mobilmachung und die preußisch-deutsche Militärtheorie.
Er fungierte als die zentrale Leitfigur, die durch Entpolitisierung, das Konzept des "Führerheeres" und die Förderung der Auftragstaktik das Reichsheer maßgeblich prägte.
Sie ermöglichte Deutschland die Erprobung von Rüstungsgütern wie Flugzeugen und Panzern, deren Herstellung im Inland durch den Versailler Vertrag streng verboten war.
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