Bachelorarbeit, 2024
48 Seiten, Note: 1,3
Die Arbeit setzt sich mit der unbewussten Reproduktion rassistischer Denkmuster bei Vorschulkindern (drei bis sechs Jahre) auseinander, dargestellt am Beispiel der Pippi Langstrumpf Geschichte. Das Hauptziel ist, ein Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und Diversität in der frühen Bildung zu schaffen und zu zeigen, wie rassistische Inhalte erkannt, reflektiert und aufgearbeitet werden können, um Verletzungen bei Betroffenen zu vermeiden.
2. Einführung in Rassismus(-kritik)
Rassismus ist eine Ein- beziehungsweise Ausgrenzungspraktik von Menschen gegenüber anderen Menschen, die seit Jahrhunderten in der Welt verbreitet ist und noch heute regelmäßig stattfindet. Mecheril und Scherchel (2011) benennen Rassismus „als Ideologie" und „gesamtgesellschaftliches Phänomen“ (Mecheril/Scherchel 2011: S. 46). Diese Formulierung wird in einem späteren Zeitpunkt dieses Kapitels tiefgründiger aufgegriffen. An dieser Stelle dient sie bereits als kurze Einführung um zu verdeutlichen, dass Rassismus ein von Menschen erschaffenes Problem beschreibt, das reflektiert und aufgearbeitet werden muss.
Menschen entscheiden, wer in ihren Augen ‚fremdʻ erscheint und werten ihr Gegenüber dementsprechend ab. Diese Unterscheidungen beruhen auf erlernten Stereotypen, die reproduziert werden (vgl. Mecheril/Scherchel 2011: S. 46-47). Aufgrund dessen wird Rassismus, beziehungsweise Rassismuskritik, unter anderem in der Pädagogik aufgegriffen. Um die Bedeutung und Entwicklung rassismuskritischer Pädagogik genauer darstellen zu können, wird sich zunächst auf die Begriffsdefinition von Rassismus und Rassismuskritik bezogen.
In diesem Kapitel soll herausgearbeitet werden, wie Rassismus zu verstehen ist und was genau unter rassistisches Denken und Handeln fällt damit eine Sensibilisierung vorgenommen werden kann. Dafür soll Rassismus sowohl als Ganzes betrachtet als auch in seine verschiedenen Formen unterteilt und dadurch näher erläutert werden. Somit werden der umfangreiche Begriff und ein Zusammenhang mit dessen notwendiger Aufarbeitung bei Kleinkindern deutlich. Dieses Kapitel soll als theoretische Grundlage für diese Arbeit dienen und ihre Intention herausstellen. Außerdem wird mithilfe der ersten Begriffsdefinitionen deutlich, warum zum Beispiel Medien ein Mittel darstellen, um die genannte Problematik aufzuarbeiten.
2.1. Definition von Rassismus und des Rassismusbegriffs
Robert Miles ist ein britischer Soziologe und Politikwissenschaftler. Er veröffentlichte mehrere Werke, in denen er über Rassismus spricht und diesen versucht zu definieren. Neben bekannten, in dieser Arbeit ebenfalls zitierten, Wissenschaftler*innen wie Claus Melter, Paul Mecheril und Katrin Scherchel (2011), greift auch der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags in dessen Zusammenfassung zu Rassismus (2020) Miles' Werk auf. Aufgrund der Vielfalt an verschiedenen Definitionen des Begriffs, dient Miles (2018) auch in dieser Arbeit als auserwählte Definitionsgrundlage.
Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik rassistischer Stereotype im Alltag von Kindern ein, besonders im Kontext von Medien und Pädagogik, und skizziert die Notwendigkeit einer Reflexion dieser Denkmuster.
Kapitel 2: Einführung in Rassismus(-kritik): Dieses Kapitel definiert Rassismus als menschengemachte Ideologie und erörtert seine verschiedenen Formen (individuell, institutionell, systemisch), um eine theoretische Grundlage für rassismuskritische Pädagogik zu schaffen.
Kapitel 3: Einführung in die Mediennutzung in der Pädagogik: Hier wird die Mediennutzung in der Pädagogik beleuchtet und ihr Einfluss auf die Reproduktion rassistischer Stereotype bei Vorschulkindern hervorgehoben, mit Fokus auf die Notwendigkeit kritischer Reflexion.
Kapitel 4: Sensibilisierung von Rassismus bezüglich Mediennutzung in der Pädagogik: Das Kapitel untersucht die Entwicklung rassismussensibler Ansätze in Deutschland und die aktuelle Mediennutzung in KiTas, um zukünftige Entwicklungsaussichten und Voraussetzungen für eine rassismuskritische Medienpädagogik zu diskutieren.
Kapitel 5: Die Rollen der Bildungsbeauftragten: Dieses Kapitel beleuchtet die Verantwortlichkeiten von Institutionen, KiTa-Mitarbeitenden und Medienproduzenten bei der Gewährleistung einer diskriminierungsfreien frühkindlichen Bildung und Mediennutzung.
Kapitel 6: Kritische Analyse von Medieninhalten bezüglich rassistischen Stereotypen am Fallbeispiel der Pippi Langstrumpf Geschichte: Anhand des Kinderbuchklassikers Pippi Langstrumpf werden konkrete rassistische Stereotypen und diskriminierende Darstellungen analysiert sowie Debatten über deren Aufarbeitung reflektiert.
Kapitel 7: Schlussfolgerung und Ausblick: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, betont die Bedeutung frühkindlicher rassismuskritischer Bildung und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit kontinuierlicher Anpassung von Bildungsinhalten.
Rassismuskritik, Pädagogik, Mediennutzung, Vorschulkinder, Stereotype, Pippi Langstrumpf, Diskriminierung, Sensibilisierung, Institutioneller Rassismus, Systemischer Rassismus, Kinderbücher, Medienbildung, Frühkindliche Bildung, Vielfalt, Reflexion.
Diese Arbeit befasst sich mit der unbewussten Reproduktion rassistischer Denkmuster bei Vorschulkindern im Alter von drei bis sechs Jahren und untersucht, wie Medieninhalte sowie der pädagogische Umgang damit zur Sensibilisierung für Rassismus in Kindertagesstätten beitragen können, exemplarisch dargestellt an der Pippi Langstrumpf Geschichte.
Zentrale Themenfelder sind die Definition und Kritik von Rassismus, die Mediennutzung in der Pädagogik, die Rolle von Bildungseinrichtungen und Medienschaffenden sowie die konkrete Analyse rassistischer Stereotypen in Kindermedien.
Das primäre Ziel ist es, ein Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und Diversität in der frühen Bildung zu schaffen und zu zeigen, wie rassistische Inhalte erkannt, reflektiert und aufgearbeitet werden können, um Verletzungen bei Betroffenen zu vermeiden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen und analytischen Herangehensweise, indem sie bestehende wissenschaftliche Literatur zum Thema Rassismus, Pädagogik und Mediennutzung zusammenführt und kritisch reflektiert. Eine empirische Datenerhebung im engeren Sinne wird nicht durchgeführt, stattdessen werden Studien und Beispiele analysiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Rassismus und Rassismuskritik, die Bedeutung von Mediennutzung in der Pädagogik, Ansätze zur Sensibilisierung von Rassismus und die Rollen der Akteure im Bildungssystem. Des Weiteren beinhaltet er eine kritische Fallstudie der Pippi Langstrumpf Geschichte bezüglich rassistischer Stereotypen.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Rassismuskritik, Pädagogik, Mediennutzung, Vorschulkinder, Stereotype, Pippi Langstrumpf, Diskriminierung, Sensibilisierung, Institutioneller Rassismus, Systemischer Rassismus, Kinderbücher, Medienbildung, Frühkindliche Bildung, Vielfalt und Reflexion.
Die Pippi Langstrumpf Geschichte wird aufgrund ihrer weiten Verbreitung und Popularität als exemplarischer Kinderbuchklassiker gewählt, um aufzuzeigen, wie tief verwurzelte rassistische Stereotype unbewusst reproduziert werden können und welche Herausforderungen dies für eine rassismuskritische Pädagogik mit sich bringt.
Medien, insbesondere traditionelle und digitale Kindermedien, tragen entscheidend zur Reproduktion und Weiterverbreitung rassistischer Denkmuster bei, da Kinder Inhalte unreflektiert aufnehmen und dadurch Ansichten über gesellschaftliche Verhältnisse und Fremdheit formen.
Die Sensibilisierung kann durch die kritische Reflexion von Medieninhalten durch pädagogische Fachkräfte, die aktive Begleitung der Kinder bei der Mediennutzung, die Schulung des Personals und die Anpassung von Bildungsinhalten an eine diversitätsbewusste Gesellschaft umgesetzt werden.
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