Diplomarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Grundlagen
2.1. Erfolgsfaktorenforschung
2.1.1. Potenziale und Systematisierung
2.1.2. Grenzen der Erfolgsfaktorenforschung
2.2. Unternehmensnetzwerke
2.2.1. Definition
2.2.2. Abgrenzung zu anderen Kooperationsformen
2.3. Coopetition
2.3.1. Grundlagen
2.3.2. Differenzierung nach Subjekten
2.3.3. Vertikale und horizontale Differenzierung
2.4. Coopetitive Unternehmensnetzwerke
3. Faktoren erfolgreicher Coopetition
3.1. Branche
3.1.1. Automobilindustrie
3.1.2. IT-/ Hightech Industrie
3.1.3. Gesundheitswesen
3.1.4. Sonstige Branchen
3.2. Unternehmensbereich
3.2.1. Forschung und Entwicklung
3.2.2. Marketing und Vertrieb
3.2.3. Produktion
3.2.4. Einkauf
3.3. Dimensionen
3.3.1. Unternehmensgröße und Anzahl coopetitiver Unternehmen
3.3.2. Zeitlich
3.3.3. Monetär
3.4. Organisation
3.4.1. Kooperationsvertrag als Fundament
3.4.2. Know-how-Schutz
3.4.3. Strategie
3.5. „Weiche Faktoren“
3.5.1. Vertrauen
3.5.2. Loyalität
3.5.3. Sonstige „weiche Faktoren“
4. Die Faktoren in der Praxis
4.1. Energienetzwerk
4.2. STAR ALLIANCE
5. Zusammenfassung und Aussicht
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Identifikation und Analyse der Erfolgsfaktoren in coopetitiven Unternehmensnetzwerken (CUN). Die Forschungsfrage untersucht, welche Faktoren das Gelingen oder Scheitern solcher Netzwerke beeinflussen und wie diese gestaltet werden sollten, um Kooperationsvorhaben erfolgreich zu führen, wobei die Arbeit insbesondere Hilfestellungen zur Vermeidung von Scheitern und zur Hebung von Optimierungspotenzialen bietet.
3.1.1. Automobilindustrie
Die Automobilindustrie ist durch einen erhöhten Bedarf an wachsender Modellvielfalt, immens gesunkene Entwicklungszeiten (notwendig wegen immer kürzerer Produktlebenszyklen bei Automobilen) und die Tendenz zu individuellen Nischenprodukten gekennzeichnet. Als weitere Entwicklungen lassen sich ein hoher Innovationsdruck aufgrund steigender Kundenerwartungen und komplexe Projektvolumina sowie die Erschließung neuer Märkte wie China oder Indien und kontinuierlich schwieriger zu erfüllende Sicherheits- und Umweltschutzvorschriften identifizieren. Daraus resultieren hohe Anforderungen an die Flexibilität der Produktionsprozesse und die Erfordernis zur Reduktion der Durchlauf- und Auslieferungszeiten.
Darüber hinaus ist die Automobilbranche durch wenige, dafür aber große Hersteller und Zulieferer sowie immense Überkapazitäten und einen massiven internationalen Konkurrenzkampf geprägt. Diese Faktoren werden als die Wahrscheinlichkeit von Coopetitionen erhöhende Faktoren angesehen.
Gerade in der Automobilindustrie finden sich daher etliche Belege für die Entstehung von UN. Die Intention einer Reduktion von Konkurrenz und der Erhöhung von Kooperation in Industrien wie der Autoindustrie manifestiert sich in der Senkung von Kosten und Risiko sowie der Erhöhung von Wertschöpfung und Qualität. Die Qualität stellt ein zentrales Wettbewerbskriterium im Bereich der Automobilindustrie dar.
Die Marktstrukturen und Arbeitsabläufe in der Automobilindustrie wandelten sich in den letzten Jahren deutlich. Die führenden Hersteller (OEMs) konzentrieren sich nu mehr auf ihre Kernkompetenzen und betreiben ein großzügiges Outsourcing über die gesamte Prozesskette hinweg, also sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Herstellung. Daraus resultiert eine vermehrte Verflechtung von OEMs und Zulieferern zu verschiedenen Netzwerken, wobei es sich dabei primär um Produktionsnetzwerke handelt (zur optimalen Steuerung und Ausgestaltung von Produktionsnetzwerken s. Kap 3.2.3). Diese Vernetzungen innerhalb der Automobilindustrie haben eine solche Bindungsintensität erreicht, dass in Billiglohnländer wie Osteuropa oder Asien abwandernde OEMs häufig ein Nachwandern der Zulieferer bewirken.
1. Einleitung: Beschreibt das wirtschaftliche Umfeld, die Notwendigkeit von Kooperationen in Zeiten von Hyperwettbewerb und definiert das Ziel der Arbeit, Erfolgsfaktoren für coopetitive Unternehmensnetzwerke zu finden.
2. Grundlagen: Erläutert die theoretischen Fundamente, inklusive der Erfolgsfaktorenforschung, einer Definition von Unternehmensnetzwerken, dem Konzept der Coopetition sowie deren Spieltheorie und verschiedenen Typologien.
3. Faktoren erfolgreicher Coopetition: Analysiert detailliert Einflussfaktoren wie Branche, Unternehmensbereiche (F&E, Marketing, Produktion, Einkauf), dimensionale Faktoren (Größe, Dauer, Finanzen), organisationale Aspekte (Verträge, Wissensschutz) und weiche Faktoren (Vertrauen, Loyalität).
4. Die Faktoren in der Praxis: Untersucht anhand konkreter Beispiele aus der Energiewirtschaft und der Luftfahrtbranche (Star Alliance), wie sich die zuvor identifizierten Erfolgsfaktoren in der Realität auswirken.
5. Zusammenfassung und Aussicht: Führt die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen sowie Forschungslücken im Bereich der CUN.
Coopetition, Unternehmensnetzwerke, Erfolgsfaktoren, Kooperation, Wettbewerb, Strategische Allianz, Innovationsmanagement, Automobilindustrie, Vertrauen, Know-how-Schutz, Wertschöpfungskette, Spieltheorie, Netzwerkkapazität, Supply Chain, KMU
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg von coopetitiven Unternehmensnetzwerken (CUN) entscheiden, in denen Unternehmen gleichzeitig kooperieren und konkurrieren.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Coopetition, die Identifikation spezifischer Erfolgsfaktoren in verschiedenen Branchen und Unternehmensbereichen sowie die Bedeutung organisatorischer und sozio-emotionaler („weicher“) Faktoren.
Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von CUN zu erarbeiten, um das Risiko des Scheiterns zu minimieren und Synergiepotenziale effizient zu nutzen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien (u.a. LITTIG), um Tendenzen und Erfolgsfaktoren in der Unternehmenspraxis zu fundieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine branchenspezifische Analyse (Automobil, IT, Gesundheit), eine funktionsbezogene Betrachtung (F&E, Produktion, Marketing, Einkauf), dimensionale Faktoren (Größe, Zeit, Finanzen) und die Rolle organisatorischer Rahmenbedingungen.
Schlüsselbegriffe wie Coopetition, Unternehmensnetzwerke, Erfolgsfaktoren, Spieltheorie, Strategische Allianzen und Vertrauen bilden den Kern der Arbeit.
Während ein Joint Venture oft eine neue Rechtsform darstellt und dyadisch (zwei Partner) auftreten kann, umfassen Unternehmensnetzwerke meist mindestens drei Partner und repräsentieren eher eine Organisationsform als eine Rechtsform.
Die Spieltheorie dient als methodische Grundlage, um das strategische Verhalten zwischen kooperierenden Wettbewerbern zu analysieren und Entscheidungen in komplexen, interdependenten Marktsituationen zu modellieren.
Da viele CUN nicht den erhofften Erfolg bringen, identifiziert die Arbeit spezifische Misserfolgsfaktoren, wie etwa mangelnde Motivation, fehlendes Vertrauen oder die Vernachlässigung der strategischen Eigenausrichtung, um für die Praxis zu lernen.
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