Bachelorarbeit, 2025
59 Seiten, Note: 2,0
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5. Pädagogische Perspektiven
6. Soziale Interaktion und emotionale Intelligenz in den ersten sechs Lebensjahren
7. Robotik und KI im Bildungsbereich
8. Ethik und Recht
9. Implementierung von Humanoiden Robotern im Kindergarten
10. Auswirkungen auf die Kinder bis zum Schuleintritt
11. Perspektiven der Pädagogen
12. Diskussion
13. Vergleich mit bestehender Literatur
14. Schlüssfolgerung
15. Ausblick
Fazit
Literaturverzeichnis
Online
Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Chancen, Herausforderungen und ethischen Implikationen des Einsatzes humanoider Roboter in Kindertageseinrichtungen vor dem Hintergrund wachsender Fachkräfteengpässe und steigender Anforderungen an Bildungsqualität. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern humanoide Roboter als technologische Assistenzsysteme eine pädagogisch verantwortbare Ergänzung, jedoch keinen Ersatz menschlicher Fachkräfte darstellen können. Unter Rückgriff auf interdisziplinäre Forschungsliteratur wird aufgezeigt, dass humanoide Roboter – ausgestattet mit KI-gestützten Interaktionsmodulen – in repetitiven Aufgaben, sprachförderlichen Settings und der Strukturierung des Kita-Alltags entlastend wirken können. Dabei wird betont, dass ihre sozial-interaktiven Fähigkeiten begrenzt sind und primär auf programmierten Handlungsskripten beruhen, während genuine Empathie und komplexe Beziehungsarbeit dem Menschen vorbehalten bleiben. Empirische Evidenz legt nahe, dass Kinder Roboter als sozial ansprechbare Akteure wahrnehmen, wodurch Chancen für Motivation und Partizipation entstehen, jedoch auch Risiken der Überidentifikation bestehen. Ergänzend werden rechtliche Unsicherheiten, insbesondere im Datenschutz und Haftungsrecht, sowie die Notwendigkeit klarer Rollendefinitionen erörtert. Die Arbeit identifiziert substanzielle Forschungslücken, etwa hinsichtlich der langfristigen Wirkung von Robotereinsätzen auf die kindliche Entwicklung und die institutionelle Praxis. Abschließend wird die Entwicklung eines neuen Berufsfelds skizziert, das pädagogische und technologische Kompetenzen verknüpft. Der Einsatz humanoider Roboter in der frühkindlichen Bildung verlangt somit eine reflektierte, ethisch fundierte und interdisziplinär begleitete Implementierung.
Humanoide Roboter, Frühkindliche Bildung, Fachkräftemangel, Pädagogische Assistenzsysteme, Soziale Interaktion, Künstliche Intelligenz (KI), Ethik
Die Kindertagesstätte (im Weiteren: Kita) der Zukunft steht an der Schnittstelle von Bildung, Technologie und gesellschaftlichem Wandel. Während humanoide Roboter bislang vor allem im industriellen und pflegerischen Sektor thematisiert wurden, beginnt auch der frühpädagogische Bereich – insbesondere Krippen und Kitas – sich mit der Möglichkeit technischer Assistenzsysteme auseinanderzusetzen. Vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Fachkräftemangels, steigender psychischer Belastungen im Personal und wachsender Erwartungen an Bildungsqualität, stellt sich die Frage: Können menschenähnlich agierende Maschinen zur Entlastung beitragen, ohne dabei pädagogische Beziehungen zu ersetzen? Die fortschreitende Entwicklung von Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI) führt dazu, dass Roboter zunehmend mit Zuschreibungen versehen werden, die sie als „humanoid“, „menschenähnlich“, „android“, „anthropomorph“ oder als „künstliche Agenten“ charakterisieren. Diese Zuschreibungen dienen der Beschreibung bestimmter äußerer Merkmale oder funktionaler Fähigkeiten – etwa der menschlichen Form, der Fähigkeit zur sozialen Interaktion oder der Eigenständigkeit im Handeln. Sie reflektieren kulturelle Erwartungen, technische Zielsetzungen und ethische Spannungsfelder, die mit dem Einsatz solcher Systeme im sozialen Raum verbunden sind. Dabei sind diese Termini weniger objektive Klassifikationen als vielmehr Ausdruck eines gesellschaftlichen Umgangs mit maschinellen Akteuren. Humanoide Roboter wie „Pepper“ oder „NAO“ interagieren bereits heute in begrenztem Maße sprachlich und gestisch mit ihrer Umwelt. Doch auch wenn diese Systeme soziale Handlungsmuster simulieren können, bleibt die Frage offen, inwieweit sie in der Lage sind, zwischenmenschliche Beziehungen in einem so sensiblen Bereich wie der frühen Kindheit sinnvoll zu ergänzen. Dies erfordert eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Rolle des Roboters im pädagogischen Kontext: Ist er technischer Assistent, Spielpartner, Beobachter oder Bildungsakteur? Diese Arbeit widmet sich der Frage, wie humanoide Roboter im Kontext von Kita theoretisch fundiert, technisch machbar und pädagogisch verantwortungsvoll eingesetzt werden könnten. Sie untersucht dabei nicht nur die Potenziale, sondern auch die Grenzen und Risiken eines solchen Einsatzes und nimmt insbesondere die sozialen, ethischen und rechtlichen Implikationen in den Blick. Ziel ist es, einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte zu leisten und praxisnahe Perspektiven für eine mögliche Mensch-Roboter-Kollaboration im frühkindlichen Bildungsbereich zu entwickeln – als Ergänzung der Fachkraft, nicht als Ersatz.
Die rasante Entwicklung humanoider Roboter und künstlicher Intelligenz eröffnet neue Perspektiven für den Einsatz in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Bereits heute übernehmen Roboter Aufgaben, die traditionell Menschen vorbehalten waren, und treten in Rollen auf, die einst ausschließlich menschliches Handeln erforderten. „Inzwischen gibt es […] Roboter, die wie Menschen aussehen, alten oder behinderten Menschen assistieren, Haushaltstätigkeiten übernehmen, Musikinstrumente spielen, als Empfangsdame oder Fremdenführer fungieren oder bei Theaterstücken mitwirken (Textor 2018, S. 25).“ Alin Albu-Schäffer, Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, bestätigt, dass die Hardware und Regelungstechnik für humanoide Roboter bereits weitgehend entwickelt ist. Humanoide können einigermaßen laufen und greifen. Gleichzeitig macht die Entwicklung künstlicher Intelligenz erstaunliche Sprünge. Aber er warnt zugleich: Viele Herstellervideos im Internet zeigen unglaubliche Fähigkeiten, die nach seiner Ansicht erst in 10 bis 15 Jahren ausentwickelt sein dürften. Frank Kirchner leitet den Forschungsbereich Robotics Innovation Center am DFKI Bremen (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz). Er berichtet, dass Humanoide Roboter bereits klar umrissene Skills auf Zuruf ausführen können, auch in der Produktionshalle. Auf dem Weg zum Haushaltshelfer haben sie dafür noch massive Hürden zu überwinden. Diese Skepsis teilt Majid Khadiv, der KI Planung in dynamischen Umgebungen an TU München und Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) lehrt. Für autonome humanoide Roboter in der Nähe unvorhersehbar handelnder Menschen weist er auf große Probleme hin (vgl. heise.de, 2025). Trotz dieser beeindruckenden Entwicklungen bleibt ein zentrales Thema bislang unterbeleuchtet: das Lernen von Robotern. Nach Woopen und Jannes wird dieser Aspekt in der Roboterethik bisher nur am Rande diskutiert, was sie auf die bisher begrenzte Lernfähigkeit der Systeme sowie die damit verbundene Komplexitätssteigerung der ethischen Debatte zurückführen (vgl. 2019, S. 17). Die zunehmende Integration lernfähiger Roboter in den Arbeitskontext wirft zudem grundlegende Fragen über den Stellenwert menschlicher Arbeit auf. „Die Einführung von KI- und Robotiktechnologien hat damit auch eine Debatte über sinnstiftende und bedeutungsvolle Arbeit ausgelöst. Unter der – impliziten und zumeist unhinterfragten – Annahme, dass Arbeit vielfach ein mühevolles Übel ist, von dem Menschen gern befreit wären, erscheinen robotische Teamkollegen als willkommene Alternative. So findet man häufig das Argument, dass insbesondere repetitive, schmutzige, anstrengende oder gefährliche Arbeiten Robotern überlassen werden könnten, damit Menschen sich auf sinnstiftende und kreative Aufgaben konzentrieren können“ (Schmidpeter et al. 2021, S. 280). So wird deutlich: Der technologische Fortschritt fordert nicht nur eine Erweiterung ethischer Betrachtungen, sondern auch eine gesellschaftliche Reflexion über die zukünftige Gestaltung von Arbeit und den Platz des Menschen im Zusammenspiel mit intelligenten Maschinen.
„Seit einigen Jahren verlassen immer mehr Maschinen ihre Käfige. Sie werden kleiner, leichter und elastischer als ihre Ahnen“ (Ramge 2023, S. 83). Diese technologische Entwicklung markiert einen Wendepunkt in der Robotik: Roboter treten zunehmend aus abgeschlossenen industriellen Produktionsumgebungen heraus und bewegen sich verstärkt in offene, soziale Kontexte. Ermöglicht wird dies durch erhebliche Fortschritte in der Computertechnik und der Integration künstlicher Intelligenz. Moderne Roboter greifen auf selbstlernende Algorithmen zurück, die auf einer Vielzahl von Sensordaten sowie umfangreichen Big-Data-Analysen basieren. Diese Entwicklungen ermöglichen nicht nur eine zunehmende funktionale Flexibilität, sondern verändern auch die Art und Weise, wie Roboter vom Menschen wahrgenommen werden. In der Ära des Homo digitalis treten Roboter immer häufiger in menschlicher Gestalt auf – als Problemlöser mit Armen und Beinen oder als androide Reproduktionen individueller Erscheinungen (vgl. Funk 2022, S. 3–4). Damit erhalten sie ein kommunikatives und symbolisches Potenzial, das über rein technische Aspekte hinausreicht und sie zu sozialen Interaktionspartnern macht. Die Relevanz dieser Entwicklung spiegelt sich auch in ökonomischen Prognosen wider: „Da soziale Roboter immer ausgefeilter und nützlicher werden, wird prognostiziert, dass ihr globaler Markt von 321 Mio. US$ im Jahr 2018 bis Ende 2025 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14,7 % auf 836 Mio. US$ wachsen wird […]. Im Vergleich dazu wird der Industriemarkt […] mit ‚nur‘ acht bis neun Prozent pro Jahr wachsen. Für den Dienstleistungssektor werden sogar bis zu 25 % jährliches Wachstum vorhergesagt“ (Bendel 2021, S. 60). Diese Zahlen unterstreichen nicht nur die technologische Dynamik, sondern auch das ökonomische Interesse an humanoiden und sozialen Robotern, deren Einsatzfelder zunehmend über industrielle Anwendungen hinaus in gesellschaftliche und pädagogische Bereiche vordringen. Die Fähigkeiten aktueller humanoider Roboter, insbesondere in der Sprachverarbeitung und situativen Interaktion, sind eingeschränkt. Zwar können Roboter wie „NAO“ oder „Pepper“ grundlegende Dialoge führen, jedoch fehlt ihnen ein tiefes Verständnis kontextabhängiger Kommunikation. Dies kann in komplexen sozialen Situationen, wie Konflikten unter Kindern, zu Fehlreaktionen führen. Darüber hinaus ist die sensorische Wahrnehmung oft begrenzt. Roboter können nonverbale Signale, wie Gestik oder Mimik, nur rudimentär interpretieren, was in einer sozial und emotional geprägten Umgebung wie der Kita essenziell ist (vgl. Belpaeme et al. 2018, o. S.).
Kita-Mitarbeitende sind deutlich häufiger krank als der Durchschnitt aller Berufsgruppen. Insbesondere die Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen liegen über dem Schnitt aller Berufsgruppen. Wir und das Fachkräfte-Forum appellieren, die pädagogischen Fachkräfte zu entlasten und die Ausfallzeiten durch Vertretungen aufzufangen (sic). Legt man die aktuellen Ausfallzeiten je Bundesland zugrunde, müssten bundesweit zusätzlich knapp 97.000 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte für Vertretung eingestellt werden, davon 25.000 in Ost- und 72.000 in Westdeutschland. Dies würde zusätzliche Personalkosten von rund 5,8 Milliarden Euro pro Jahr verursachen. Dadurch ließe sich die Personalsituation in den Kitas zumindest kurzfristig stabilisieren. Der Fachkräftemangel erschwert es zunehmend, die Rechtsansprüche zu erfüllen und in den Kitas den Bildungsauftrag umzusetzen. Die Situation ist für Kinder und Eltern wie auch für das vorhandene Personal untragbar geworden (Bertelsmann Studie 2024). Eine weitere Dimension dieses Themas zeigt sich bei der Betrachtung von der Geburtenrate 2023 in Deutschland, die laut Statistischem Bundesamt bei 1,35 Kindern pro Frau und damit um 7 % niedriger als im Vorjahr (1,46 Kinder pro Frau) lag. Bereits 2022 war die Geburtenziffer im Vorjahresvergleich um 8 % gesunken. Damit verstärkte sich der bereits seit 2017 zu beobachtende und nur im Jahr 2021 im Kontext der Corona-Pandemie unterbrochene Rückgang der Kinderzahl je Frau in den vergangenen beiden Jahren deutlich (vgl. Statistisches Bundesamt 2024). Die abnehmende Geburtenrate, folgt sie diesem Trend weiter, hätte dann zur Folge, dass die Zahl der zu betreuenden Kinder analog dazu auch sänke. Mit ihr hingegen auch die Zahl junger Arbeitskräfte. Desweitern spielt die Generation der Babyboomer (sic) im Zusammenhang mit der Entwicklung des Arbeitskräfteangebots in Deutschland eine große Rolle. In den nächsten 15 Jahren gehen die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge, geb. zwischen 1957 und 1969, in den Ruhestand. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) werden 12,9 Millionen Erwerbspersonen bis 2036 das Renteneintrittsalter überschritten haben. Was knapp 30 % der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Erwerbspersonen, bezogen auf das Berichtsjahr 2021, entspricht (vgl. Destatis 2022). Bezugnehmend auf eine Umfrage von Arbeitswissenschaftlern der Bergischen Universität Wuppertal, titelt die Frankfurter Rundschau „Der Großteil der Babyboomer-Generation will nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten“. Dieser Studie zufolge können sich lediglich 22 % der Beschäftigten des Jahrgangs 1959 vorstellen, bis zur für sie vorgesehenen Regelaltersgrenze von 66 Jahren zu arbeiten (vgl. Hartmann 2024). Dem Autor liegen keine validen Zahlen über die Altersstruktur der Erwerbstätigen in Krippe und Kita hierzulande vor. Dennoch ist stark davon auszugehen, dass die oben beschriebenen Entwicklungen eine Auswirkung auf die frühkindliche Arbeitswelt haben wird. Diese Prognose legt nahe, dass dieses erhebliche Delta an mangelndem Kitapersonal nicht durch menschliche Arbeitskräfte zu kompensieren sein wird. Dies macht „menschenähnliche“ Alternativen zwingend erforderlich.
Bezogen auf den zunehmenden Fachkräftemangel und krankheitsbedingte, anhaltende Personalausfälle in Kitas stellt sich die Frage, wie unter diesen strukturell herausfordernden Bedingungen weiterhin qualitativ hochwertige Bildungs- und Betreuungsarbeit am Kind gewährleistet werden kann. Prognosen wie der „Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2023“ der Bertelsmann Stiftung rechnen bis zum Jahr 2030 mit einem bundesweiten Mangel von bis zu 230.000 pädagogischen Fachkräften, insbesondere in der frühkindlichen Bildung. Diese Entwicklungen führen zu einer wachsenden Arbeitsverdichtung für das verbleibende Personal und gefährden zentrale pädagogische Ziele, etwa die individuelle Zuwendung zum Kind, entwicklungsförderliche Interaktionen und das gezielte Beobachten und Dokumentieren kindlicher Bildungsprozesse (Bertelsmann Stiftung, 2023).
Vor diesem Hintergrund gewinnen technologische Assistenzsysteme, insbesondere humanoide Roboter, an Relevanz. Als interaktive Systeme mit sprachlichen, mimischen und gestischen Fähigkeiten sind sie in der Lage, grundlegende kommunikative Handlungen zu vollziehen, einfache Dialoge zu führen, Spiele anzuleiten oder Rituale im Tagesablauf zu begleiten (vgl. Belpaeme et al. 2018, S. 2-5). Sie übernehmen keine pädagogische Verantwortung, können jedoch in alltäglichen Situationen temporär entlastend wirken und pädagogisches Personal in Routinen unterstützen. Etwa beim Ankündigen von Übergängen, beim Wiederholen von Liedern oder beim Begleiten von Bewegungsangeboten sind sie in der Lage, Kinder in ihrer Aktivität zu binden und strukturierend zu wirken. Studien zeigen, dass Kinder Roboter insbesondere bei regelmäßigem Einsatz als berechenbare, sozial ansprechbare Interaktionspartner wahrnehmen (vgl. Tanaka & Matsuzoe 2012, S. 78–95; Kanda et al. 2004, S. 61–84). Das entlastende Potenzial humanoider Roboter liegt weniger in der Substitution komplexer pädagogischer Aufgaben, sondern vielmehr in der Entschärfung von Betreuungsspitzen und der Ermöglichung individualisierter Aufmerksamkeit durch Entlastung bei repetitiven Tätigkeiten. Roboter wie „Pepper“ oder „NAO“ wurden bereits in Pilotprojekten erfolgreich eingesetzt, um einzelne Kinder beim Vorlesen, Erzählen oder in sprachförderlichen Spielen zu begleiten (vgl. Vogt et al. 2017, S. 511–512). Sie ermöglichen eine künstlich geschaffene Parallelität: Während sich eine Fachkraft etwa einem emotional herausgeforderten Kind widmet, kann ein Roboter mit einem anderen Kind eine geplante Aktivität wiederholen – unter Begleitung durch die Fachkraft im peripheren Aufmerksamkeitsraum. Wissenschaftlich fundierte Kritik mahnt jedoch zur Vorsicht. Robotische Systeme dürfen keine personenbezogenen Betreuungsbeziehungen simulieren, sondern müssen als Werkzeuge verstanden werden, die pädagogisch reflektiert und didaktisch verantwortet eingesetzt werden (vgl. Sharkey 2016, S. 283 ff.). Die Ethik der Robotik in der Frühpädagogik erfordert klare Rollenzuschreibungen und transparente Kommunikation gegenüber Kindern, Eltern und Fachkräften. Roboter können Bindung nicht ersetzen, aber sie können als assistierende Systeme eine Brücke schlagen, wenn temporär nicht ausreichend menschliche Interaktionspartner zur Verfügung stehen – eine Realität, die viele Einrichtungen im Alltag bereits täglich erleben. Insgesamt zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass humanoide Roboter unter bestimmten Bedingungen als sozial-interaktive Assistenzsysteme sinnvoll in Kitas integriert werden können. Voraussetzung hierfür ist ein professionsgeleiteter, kritisch-reflexiver Umgang mit den Möglichkeiten und Grenzen technologischer Systeme sowie eine kontinuierliche Evaluation der Auswirkungen auf Kinder, Fachkräfte und institutionelle Prozesse. Ziel muss es sein, die durch Fachkräftemangel entstehende Lücke nicht durch Technik zu ersetzen, sondern durch kluges Zusammenspiel von Mensch und Maschine pädagogische Qualität zu erhalten und Ressourcen für die Beziehungsgestaltung mit dem Kind zu sichern.
Der Einsatz humanoider Roboter im Kitaalltag eröffnet ein bislang wenig ausgeschöpftes, jedoch zunehmend relevantes Potenzial zur Unterstützung pädagogischer Fachkräfte. Angesichts struktureller Engpässe – insbesondere des Fachkräftemangels und krankheitsbedingter Personalausfälle – stellt sich die Frage nach alternativen Formen entlastender Assistenz. Humanoide Roboter wie „NAO“, „Pepper“ oder „Qtrobot“ sind technisch dazu in der Lage, multimodale Kommunikationsformen zu nutzen, einfache soziale Interaktionen durchzuführen sowie ritualisierte Handlungen wie Begrüßungen, Übergänge oder Gruppenspiele zu begleiten (vgl. Belpaeme et al. 2018, S. 1 ff.; Tanaka & Matsuzoe, 2012, S. 82-86). Im Gegensatz zu passiven Technologien agieren sie dabei sozial-interaktiv: Sie reagieren auf kindliche Mimik, Sprache oder Gestik und können gezielt zu Interaktionen anregen (vgl. Vogt et al. 2017, 511-512). Im Krippenalltag entfalten humanoide Roboter ihr Potenzial insbesondere in repetitiven, standardisierten Situationen, etwa bei der Strukturierung des Tagesablaufs oder in sprachfördernden Angeboten wie dem dialogischen Vorlesen. Besonders bei Kindern mit geringen Vorerfahrungen in der Bildungssprache fungieren sie als sprachliche Verstärker (vgl. Moll & Kanda 2021). Studien zeigen, dass Kinder humanoide Roboter als „spielerisch-menschliche“ Interaktionspartner wahrnehmen und in wiederkehrenden Situationen stabile soziale Bezugspunkte entwickeln können, sofern die Interaktionen regelmäßig und sensibel gestaltet sind (vgl. Kanda et al. 2004, S. 61 ff.). Trotz dieser Potenziale sind beim Einsatz humanoider Roboter auch hypothetische Risiken zu berücksichtigen. Ein wesentliches Risiko liegt in der potenziellen Überidentifikation junger Kinder mit den Robotern. Aufgrund ihres begrenzten Abstraktionsvermögens könnten sie das technische Wesen des Roboters nicht von einem menschlichen Gegenüber unterscheiden, was zu emotionaler Desorientierung oder Irritation im Bindungserleben führen kann (vgl. Sharkey 2016, S. 289–291). Ebenso relevant sind datenschutzrechtliche und ethische Fragen, etwa bei der Spracherkennung oder videobasierten Interaktionen, die insbesondere das Recht auf informationelle Selbstbestimmung berühren (vgl. van Wynsberghe 2013, S. 407–410). Hinzu kommt ein tiefer liegendes Problem, das sich aus dem zunehmenden Einsatz autonomer Technik in sozialen Feldern ergibt: das Gefühl des Kontrollverlusts. Vertrauen in technische Systeme basiert nicht allein auf der direkten Interaktion zwischen Nutzer:in und Maschine, sondern auf einem institutionalisierten Vertrauen – etwa in technische Prüfstellen oder gesetzliche Rahmenbedingungen (vgl. Fink 2014, S. 50–53). Gerade bei autonomen Systemen, deren Prozesse nicht vollständig transparent oder steuerbar sind, kann diese Kontrolllücke zu Verunsicherung führen. Lazer et al. (2014, S. 1203–1205) und Woopen & Jannes (2019, S. 17–19) weisen darauf hin, dass mit der Komplexität digitaler Systeme auch deren Intransparenz steigt, wodurch der Mensch zunehmend an die Grenzen seiner Kontrollierbarkeit stößt. Für den Bildungsbereich bedeutet dies: Der Einsatz humanoider Roboter erfordert nicht nur technologische Infrastruktur, sondern auch die bewusste Auseinandersetzung mit Akzeptanzfragen auf Seiten der Fachkräfte, Eltern und Kinder. Studien zeigen, dass pädagogische Fachkräfte mitunter Sorge haben, durch Technik ersetzt zu werden, während Eltern potenzielle negative Auswirkungen auf die emotionale Entwicklung ihrer Kinder sowie datenschutzrechtliche Probleme befürchten (vgl. Sharkey 2016, S. 289-291). Um Akzeptanz zu fördern, braucht es transparente Kommunikationsstrategien, die sowohl Chancen als auch Grenzen der Technik adressieren und deutlich machen, dass Roboter kein Ersatz, sondern ein Werkzeug im Dienst professioneller Pädagogik sind (vgl. Nomikou et al. 2023, o. S., Abschnitt 3.2). Bryson unterstützt diese Betrachtungsweise und postuliert „Roboter müssen als Werkzeuge verstanden werden, nicht als autonome soziale Akteure“ (2018, S. 17). Insgesamt lässt sich feststellen, dass humanoide Roboter ein vielversprechendes Instrument zur strukturellen Entlastung und individuellen Aktivierung im Krippen- und Kitaalltag darstellen. Ihre Integration in die frühpädagogische Praxis erfordert jedoch ein hohes Maß an Reflexionsbereitschaft, ethischer Sensibilität und institutioneller Kommunikation, um ihre Möglichkeiten verantwortungsvoll auszuschöpfen.
Der zunehmende Einsatz humanoider Roboter in frühpädagogischen Einrichtungen wird international intensiv beforscht. Besonders das Forschungsprojekt „Roboter im Kindergarten“ des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Lugrin liefert zentrale Erkenntnisse zur Wirkung von Robotern wie „Pepper“ und „NAO“ auf die Bildungs- und Interaktionsprozesse von Kindern (vgl. Lugrin et al. 2020, o. S.). Ziel dieses Projekts ist es, die Akzeptanz, Wirkung und pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten von Robotern in Kindergärten systematisch zu untersuchen. Eine wesentliche Auswirkung zeigt sich in der Art und Weise, wie Kinder Roboter wahrnehmen und in ihre soziale Welt integrieren. Studien belegen, dass Kinder humanoide Roboter häufig als „sozial ansprechbare Akteure“ behandeln, insbesondere wenn diese sprachliche, gestische und mimische Interaktionen anbieten (vgl. Vogt et al. 2017, S. 511–512). Insbesondere jüngere Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren neigen dazu, Robotern intentionale Eigenschaften zuzuschreiben, was eine intensive, teils emotionale Bindung fördern kann (vgl. Lemaignan et al. 2014, S. 5–7). Im Projekt des KIT wurde zudem beobachtet, dass humanoide Roboter die Motivation der Kinder zur Teilnahme an Aktivitäten erhöhen können. Der Roboter fungiert dabei nicht nur als neutraler Moderator, sondern als aktiver Partner im Lernprozess. In sprachförderlichen Settings etwa konnte gezeigt werden, dass Kinder mehr Wörter produzierten und längere Gesprächssequenzen entwickelten, wenn ein Roboter anwesend war (vgl. Belpaeme et al. 2018, S. 4-7). Diese Effekte werden insbesondere auf den novelty effect zurückgeführt, der beschreibt, dass neue und außergewöhnliche Stimuli – wie ein interaktiver Roboter – kurzfristig eine gesteigerte Aufmerksamkeit und Motivation erzeugen (vgl. Obaid et al. 2018, S. 623–624). Jedoch mahnen die Forscher:innen des KIT an, dass dieser positive Effekt nicht unbegrenzt anhält: Nach einer Phase der Gewöhnung reduziert sich die anfängliche Faszination. Langfristige Wirkungen hängen stark davon ab, wie gut die Integration des Roboters in bestehende pädagogische Konzepte erfolgt und wie differenziert die Interaktionen gestaltet werden (vgl. Lugrin et al. 2020, o. S.). Ein weiterer zentraler Befund betrifft die soziale Dynamik in Gruppen: Humanoide Roboter beeinflussen die Gruppeninteraktion unter Kindern. Studien zeigen, dass Roboter kooperatives Verhalten fördern können, etwa indem sie Spiele moderieren oder Aufgabenstellungen verteilen (vgl. Kanda et al. 2004, S. 61–84). Gleichzeitig können Roboter aber auch ungewollt Exklusionseffekte verstärken, wenn beispielsweise nur bestimmte Kinder bevorzugt mit dem Roboter interagieren dürfen oder technische Probleme dazu führen, dass einige Kinder ausgeschlossen werden (vgl. Tanaka & Matsuzoe 2012, S. 91–93). Im Hinblick auf mögliche Risiken weisen verschiedene Untersuchungen auf ethische Herausforderungen hin. Dazu zählt die potenzielle Vermenschlichung technischer Systeme durch Kinder, was eine realistische Einschätzung der Fähigkeiten des Roboters erschweren kann (vgl. Sharkey 2016, S. 289 ff.). Auch Datenschutzaspekte müssen berücksichtigt werden, da viele humanoide Roboter Sprachaufnahmen oder Bewegungsdaten der Kinder verarbeiten, was besonders sensible Daten im Sinne der DSGVO betrifft (vgl. van Wynsberghe 2013, S. 410–413). Insgesamt zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass humanoide Roboter in Kindergärten sowohl motivierende als auch bildungsunterstützende Wirkungen entfalten können. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg ist jedoch eine bewusste, reflektierte pädagogische Einbettung, die technische Möglichkeiten und menschliche Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigt. Ohne eine klare pädagogische Rahmung und ethische Reflexion besteht die Gefahr, dass Roboter entweder überschätzt oder fehlangepasst eingesetzt werden. Turkle benennt in diesem Kontext ein weiteres Risiko: „Wenn wir Kinder dazu ermutigen, Roboter als Freunde zu behandeln, untergraben wir ihr Verständnis davon, was Freundschaft wirklich bedeutet“ (2011, S. 85).
Die Integration humanoider Roboter in pädagogische und pflegerische Kontexte erfordert eine fundierte Planung und die Berücksichtigung vielfältiger Einflussfaktoren. Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen lassen sich mehrere Best Practices identifizieren, die für eine erfolgreiche Implementierung entscheidend sind. Die Entwicklung humanoider Roboter sollte stets nutzerzentriert erfolgen. Dies bedeutet, dass sowohl die Bedürfnisse der betreuten Personen als auch die Anforderungen des Fachpersonals berücksichtigt werden müssen. Eine frühzeitige Einbindung von Fachkräften aus Pädagogik und Pflege in den Entwicklungsprozess trägt maßgeblich zur späteren Akzeptanz und effektiven Nutzung bei (vgl. Hülsken-Giesler & Daxberger 2018, S. 128–130). Studien zeigen, dass eine partizipative Entwicklung die Anpassung an spezifische Anwendungsbereiche erleichtert (vgl. Schuh et al. 2020, S. 1276–1278). Förderung sozialer Interaktion und emotionaler Unterstützung. Ein entscheidender Vorteil humanoider Roboter in sozialen Kontexten liegt in ihrer Fähigkeit zur emotionalen Unterstützung. Roboter wie „Navel“, der im Klinikum Frankfurt (Oder) eingesetzt wird, übernehmen soziale Interaktionsaufgaben, indem sie Fragen beantworten, zuhören und sogar Witze erzählen. Solche Funktionen helfen, Einsamkeit zu verringern und die Lebensqualität der betreuten Personen zu verbessern (vgl. Janowski et al. 2018, S. 84–85). Auch der therapeutische Roboter „Paro“ zeigt, dass die Förderung sozialer Interaktion durch Roboter positive Auswirkungen auf das emotionale Wohlbefinden haben kann (vgl. Wada & Shibata 2007, S. 978–979). Anpassungsfähigkeit und Lernfähigkeit humanoider Roboter sollten in der Lage sein, sich dynamisch an die Bedürfnisse der betreuten Personen anzupassen. Dies erfordert den Einsatz lernfähiger Algorithmen und kontinuierliche Updates, um den individuellen Anforderungen gerecht zu werden (vgl. Ritschel et al. 2019, S. 173–175). Besonders im pädagogischen Kontext müssen Roboter flexibel reagieren können, um die soziale Interaktion situationsgerecht zu gestalten. Die Implementierung humanoider Roboter erfordert eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen wie Pädagogik, Informatik, Pflegewissenschaft und Ethik. Interdisziplinäre Teams ermöglichen eine ganzheitliche Betrachtung und tragen dazu bei, ethische, technische und pädagogische Aspekte gleichermaßen zu berücksichtigen (vgl. Hülsken-Giesler & Daxberger 2018, S. 134–136). Die Einführung humanoider Roboter in pädagogischen und pflegerischen Kontexten stellt hohe Anforderungen an die ethische Reflexion und die Einhaltung rechtlicher Vorgaben. Datenschutz, Autonomie der betreuten Personen und die Wahrung der Menschenwürde sind zentrale Leitprinzipien, die im Einsatzkonzept berücksichtigt werden müssen (vgl. Deutscher Ethikrat 2018, S. 37–41). Gerade in der Betreuung vulnerabler Gruppen wie Kinder oder Pflegebedürftiger ist eine differenzierte Abwägung ethischer Fragen unverzichtbar (vgl. Misselhorn 2018, S. 98–103). Fachkräfte benötigen fundierte Schulungen, um humanoide Roboter kompetent einsetzen zu können. Diese Schulungen sollten nicht nur technische Kompetenzen, sondern auch psychosoziale Fähigkeiten im Umgang mit Robotern umfassen. Ein Mangel an Qualifizierung kann die Akzeptanz im Team erheblich beeinträchtigen (vgl. Schuh et al. 2020, S. 1280–1282). Die Evaluation der Roboterintegration sollte systematisch erfolgen, um die Effektivität und den Nutzen im jeweiligen Kontext zu überprüfen. Dazu gehören sowohl qualitative Interviews mit Fachkräften als auch quantitative Erhebungen zur Nutzungszufriedenheit (vgl. Ritschel et al. 2019, S. 171–172). Nur durch kontinuierliche Rückmeldungen können Anpassungen vorgenommen und die Einsatzkonzepte optimiert werden. Die erfolgreiche Integration humanoider Roboter in pädagogische und pflegerische Kontexte erfordert eine ganzheitliche Planung, die technische Innovationen und menschliche Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigt. Die genannten Best Practices bieten Orientierungspunkte, um die Potenziale humanoider Roboter optimal auszuschöpfen und gleichzeitig die ethischen Herausforderungen im Blick zu behalten.
In der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema Roboter gibt es verschiedene Begriffe, die differenziert verwendet werden sollten, da sie unterschiedliche Aspekte der Menschähnlichkeit und des Verhaltens von Maschinen beschreiben. Hier ist eine Klärung der Begriffe „humanoid“, „menschenähnlich“, „Android“, „anthropomorph“ und „künstliche Agenten“ sowie deren Herkunft und primäre Bedeutung im Wortstamm. Zunächst beginnend mit der Begriffsdefinition des Wortes „Roboter“.
Der Begriff „Roboter“ stammt aus dem Tschechischen und leitet sich von dem Wort „robota“ ab, das „Zwangsarbeit“ oder „Fronarbeit“ bedeutet. Er wurde erstmals 1920 in dem Theaterstück „R.U.R. – Rossum's Universal Robots“ von Karel Čapek verwendet. Interessanterweise war es sein Bruder Josef Čapek, der den Begriff vorschlug. In dem Stück bezieht sich „Roboter“ auf künstlich geschaffene Wesen, die für Menschen arbeiten sollten. Die Wortwurzel „rob-“ geht auf das altslawische Wort „rab“ zurück, das „Sklave“ bedeutet, und reflektiert die ursprüngliche Vorstellung von Maschinen als Arbeitskraft für repetitive und belastende Tätigkeiten (vgl. Duden 2024).
Der Begriff „humanoid“ kommt von den lateinischen Wörtern humanus und oides. Humanus bedeutet „menschlich“ und oides bedeutet „ähnlich“. Er beschreibt Roboter oder Maschinen. Diese ähneln dem Menschen in ihrer äußeren Form, Struktur und Bewegungsweise. Humanoide Roboter haben in der Regel zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf, also eine menschenähnliche Anatomie und Physiologie. In der Forschungsliteratur ist „humanoid“ ein sehr gebräuchlicher Begriff, da er eine klare Abgrenzung zu anderen Roboterformen ermöglicht, die nicht menschenähnlich gestaltet sind.
„Menschenähnlich“ ist ein allgemeinerer Begriff als „humanoid“ und bezieht sich auf jede Art von Roboter oder System, das eine Ähnlichkeit zum Menschen aufweist. Diese Ähnlichkeit kann sich auf das Aussehen, das Verhalten, die Gestik oder die Art der Interaktion beziehen. Breitere Ähnlichkeiten zum Menschen, nicht nur körperlich, sondern auch in Bezug auf Verhaltensmuster und kognitive Eigenschaften. In der Literatur wird „menschenähnlich“ als Oberbegriff verwendet, der sowohl humanoide Roboter als auch Androiden und anthropomorphe Systeme umfasst. Ein menschenähnliches System kann auch eine Künstliche Intelligenz (KI) ohne physischen Körper sein, die in der Art und Weise ihrer Interaktion menschlich erscheint.
Der Begriff „Android“ stammt von den griechischen Wörtern andr-, was „Mann“ bedeutet, und eidos für „Form“ oder „Erscheinung“. Androiden sind speziell humanoide Roboter, die dem menschlichen Erscheinungsbild so stark nachempfunden sind, dass sie menschliches Aussehen und Verhalten nahezu vollständig reproduzieren. Der Begriff wird meist dann verwendet, wenn der Roboter menschenähnliche Haut, Haare und Gesichtszüge und somit eine realitätsnahe Erscheinung hat. „Android“ wird vor allem in der Literatur verwendet, wenn es um Roboter geht, die dem Menschen so ähnlich sind, dass sie auf den ersten Blick nicht von einem echten Menschen zu unterscheiden sind. In diese Kategorie fallen u.a. Sexroboter, mit denen Menschen bestimmte Formen von „Sex“ haben können. In der Regel handelt es sich dabei um physisch vorhandene Maschinen, also Hardwareroboter. Ihr meist weiblich nachempfundener Körper wirkt überaus realistisch und täuschend echt (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon).
„Anthropomorph“ leitet sich vom griechischen anthropos („Mensch“) und morphe („Gestalt“) ab und beschreibt Objekte, die menschliche Züge oder Eigenschaften haben. Dabei kann es sich um Maschinen, Roboter, Tiere oder sogar abstrakte Konzepte handeln, denen menschliche Merkmale wie Emotionen, Bewegungen oder Gedanken zugeschrieben werden. „Anthropomorph“ wird in der Literatur eher im Kontext von Zuschreibungen verwendet, d. h. wenn nicht-menschliche Objekte oder Wesen als menschlich empfunden oder dargestellt werden.
„Künstliche Agenten“ sind autonome oder semi-autonome Systeme, die in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen, Aufgaben auszuführen und auf ihre Umgebung zu reagieren, ohne dass sie dabei notwendigerweise menschenähnlich erscheinen müssen. Künstliche Agenten existieren in Form von Software (z. B. Künstliche Intelligenzen) oder physisch als Roboter. Der Fokus liegt auf der Handlungsfähigkeit und Entscheidungsautonomie des Systems, nicht auf seiner Ähnlichkeit zu Menschen. In der Forschungsliteratur zum Thema KI und Robotik wird „künstlicher Agent“ als Oberbegriff verwendet, um sowohl menschenähnliche als auch nicht-menschliche Systeme zu beschreiben, die eigenständig agieren können.
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