Diplomarbeit, 2000
178 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Problemstellung
2. Theorie und Forschungsstand
2.1 Interaktion, Interaktivität und interaktives Fernsehen
2.1.1 Zu den Begriffen der Interaktion und Interaktivität
2.1.2 Definition und Formen interaktiver Medien
2.1.3 Interaktives Fernsehen
2.1.3.1 Versuch einer begrifflichen Annäherung
2.1.3.2 Forschung und empirische Befunde
2.2 Parasoziale Interaktionen und Beziehungen zu Fernsehakteuren
2.2.1 Definition und Wesensbeschreibung
2.2.2 Vergleich mit nicht-medialen (parasozialen) Interaktionen und Beziehungen
2.2.3 Überblick über die wichtigsten empirischen Befunde
2.2.4 Parasoziale Interaktionen als interaktionistisches Modell von Fernsehrezeption
2.2.5 Alternativer Ansatz für die Erklärung von parasozialen Interaktionen: Affective Disposition Theory
2.3 Verbindung der Theoriefelder: Parasoziale Interaktionen beim interaktiven Fernsehen unter Berücksichtigung der Affective Disposition Theory
2.3.1 Affective Disposition Theory: Ergänzung oder Ersatz für die Erklärung parasozialer Interaktionen?
2.3.2 Parasoziale Interaktionen bei interaktiver Rezeption
2.3.3 Hypothesen und Forschungsfragen
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Forschungsdesign
3.3 Operationalisierung
3.3.1 Unabhängige Variablen
3.3.2 Abhängige Variablen
3.3.3 Weitere hypothesen-relevante Variablen
3.4 Beschreibung des Stimulus-Materials
3.5 Beschreibung der Stichprobe
3.6 Erhebungssituation und Durchführung der Untersuchung
4. Ergebnisse
4.1 Überprüfung der Voraussetzungen des Forschungsdesigns
4.2 Einbeziehen von weiteren Moderatorvariablen
4.3 Deskriptive Ergebnisse
4.3.1 Persönlichkeitsmerkmale
4.3.2 Mediennutzung
4.3.3 Bewertung des Protagonisten
4.3.4 Sozio-emotionales Filmerleben
4.4 Hypothesenprüfung
4.5 Exploration und Prüfung der Forschungsfragen
4.6 Ergebnisse im Überblick
5. Interpretation
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit eine interaktive Rezeption von narrativen, fiktionalen Fernsehangeboten das Entstehen und Erleben parasozialer Interaktionen und Beziehungen zwischen Rezipienten und Protagonisten beeinflusst. Dabei werden theoretische Modelle der Massenkommunikation mit Konzepten der Interaktivität verknüpft, um zu klären, ob technische Gestaltungsmöglichkeiten beim interaktiven Fernsehen das sozio-emotionale Erleben steigern oder eher behindern.
1.1.2 Definition und Formen interaktiver Medien
Kellerer (1993) definiert ‚interaktive Medien‘ nach einer umfassenden Bedeutungsanalyse von Literatur- und Expertendefinitionen folgendermaßen (S. 40):
Interaktive Medien ermöglichen es Individuen mittels technischer Schnittstellen, Kommunikationsvorgänge aufzunehmen oder zu aktivieren und sie im Hinblick auf Geschwindigkeit, Struktur und/oder Inhalt zu beeinflussen. Ihre Kommunikationspartner sind andere Individuen, eine Organisation oder das Medium selbst, an das Kommunikationsvorgänge delegiert wurden. Die Einflußmöglichkeiten der Beteiligten können sich nach Grad und Art unterscheiden.
Diese Definition geht über die sonst üblichen Definitionsversuche hinaus, indem sie bereits berücksichtigt, dass die betreffenden Medien tatsächlich nur die Möglichkeit zur Interaktivität bereitstellen und dass sie ohne entsprechende Nutzung per se noch nicht interaktiv sind. Des weiteren sind technische Schnittstellen ein Kriterium für interaktive Medien, da ansonsten der Leserbrief, der in einer Zeitung abgedruckt wird, diese ebenfalls zum interaktiven Medium machen würde (was aber ausgeschlossen werden soll). Ebenfalls ausgeschlossen aus der Definition wird die herkömmliche Form des Fernsehens, bei welcher der Rezipient per Fernbedienung (= technische Schnittstelle) aus einem größeren Angebot aus Sendern auswählen kann. Denn bei dieser Auswahl des Medienangebotes bestimmt der Rezipient zwar den Sender, beeinflusst aber nicht den Inhalt des betreffenden Programms. Dieses ist jedoch bei Videotext und Video-On-Demand der Fall, wo der Rezipient bestimmt, zu welchem Zeitpunkt er welche Informationen bzw. Medieninhalte rezipiert. Diese Medien fallen somit unter den Definitionsbegriff.
1. Einleitung und Problemstellung: Einführung in die Problematik des Medienwandels hin zur Individualisierung und Formulierung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Auswirkung von Interaktivität auf das parasoziale Erleben.
2. Theorie und Forschungsstand: Umfassende theoretische Fundierung zu Interaktion, Interaktivität und parasozialen Beziehungen unter Einbeziehung der Affective Disposition Theory.
3. Methodisches Vorgehen: Detaillierte Dokumentation des experimentellen Forschungsdesigns zur Untersuchung der Rezeptionsphänomene bei interaktivem Fernsehen mit 428 Versuchspersonen.
4. Ergebnisse: Darstellung der deskriptiven Befunde, Überprüfung der methodischen Voraussetzungen sowie Auswertung der Hypothesenprüfungen.
5. Interpretation: Gesamtschau der Befunde im Kontext der theoretischen Überlegungen, insbesondere hinsichtlich der Frage, ob Interaktivität das sozio-emotionale Erleben tatsächlich fördert.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion zur Zukunft des interaktiven Fernsehens und weiterer Forschungsnotwendigkeiten.
Interaktives Fernsehen, Interaktivität, Parasoziale Interaktion, Parasoziale Beziehung, Affective Disposition Theory, Mediennutzung, Rezeptionserleben, Fernsehrezeption, Nutzerverhalten, Medienpsychologie, Fiktionale Unterhaltungsangebote, Empathie, Involvement.
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen interaktiver Gestaltungsmöglichkeiten bei fiktionalen Fernsehformaten auf das sozio-emotionale Erleben und die parasoziale Interaktion der Zuschauer.
Die zentralen Felder sind die Definition von Interaktivität bei Medien, die psychologische Forschung zu parasozialen Interaktionen (PSI) sowie die theoretische Verknüpfung dieser Bereiche mit der Affective Disposition Theory.
Die zentrale Frage lautet, inwieweit eine interaktive Rezeption von narrativen fiktionalen Fernsehangeboten das Entstehen und Erleben von parasozialen Interaktionen und Beziehungen zwischen Zuschauern und Protagonisten beeinflusst.
Der Autor stützt sich auf ein computergestütztes Experiment mit 428 Probanden, bei dem die Interaktivität bei einem fiktionalen Krimi variiert wurde, ergänzt durch eine detaillierte theoretische Literaturarbeit.
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Kommunikationsmodellen, die statistische Auswertung der experimentellen Daten und die Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der hemmenden oder förderlichen Effekte von Interaktivität.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Interaktives Fernsehen, Parasoziale Interaktion, Affective Disposition Theory und sozio-emotionales Filmerleben charakterisieren.
Sie dient als alternativer Erklärungsansatz, um die affektive Bindung des Zuschauers an Protagonisten und das daraus resultierende Mitfiebern oder Spannungsempfinden psychologisch besser abzubilden als rein deskriptive PSI-Modelle.
Die Untersuchung zeigt überraschend, dass Interaktivität entgegen der Erwartung das sozio-emotionale Filmerleben eher behindern kann und parasoziale Prozesse bei passiver Rezeption stärker ausgeprägt sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

