Diplomarbeit, 2006
146 Seiten, Note: Sehr gut
1 Einleitung
2 Fußball – Mehr als nur eine Sportart
2.1 Von den Anfängen in Deutschland zum Massenphänomen
3 Nationalsozialismus in Deutschland und seine gesellschaftlichen Folgen
3.1 Gesellschaftliche Entwicklung vom Ersten Weltkrieg bis 1933
3.2 Gesellschaftsprogrammatik des Nationalsozialismus
3.2.1 Die Gleichschaltung
3.2.2 Das Führerprinzip
4 Der DFB im NS-Regime – Zwischen Gefolgschaft, Angepasstheit und Insubordination
4.1 Geburtsstunde und Aufstieg des Verbandes
4.1.1 Die Anfänge des Deutschen Fußballbundes (1900-1912)
4.1.2 Im Zeichen von Militarismus und Nationalismus (1912-1918)
4.1.3 Die Weimarer Republik (1918-1933)
4.2 Aufstieg des Nationalsozialismus und Restrukturierung des Fußballsports
4.2.1 Die Unterordnung und Auflösung des DRA im Rahmen der ersten Gleichschaltung des deutschen Sports
4.2.2 Die Folgen der ersten Gleichschaltung und die Legitimation des DFB durch den Nationalsozialismus
4.3 Die ‚Vereinnahmung’ des DFB im Zeichen der Olympischen Spiele 1936
4.3.1 Der internationale Aufstieg des deutschen Fußballs – Länderspiele und die deutsche Nationalmannschaft
4.3.2 Die Person Otto Nerz
4.3.3 Die Olympiade von 1936 – Der Wendepunkt
4.4 Verlust der Privilegien – der DFB als Opfer der zweiten Gleichschaltung des deutschen Sports
4.4.1 Der Streit um den Nachwuchs – Fußballverein oder Hitlerjugend
4.4.2 Die Person Sepp Herberger
4.4.3 Der DFB verliert sein Gesicht – von der personellen Ausblutung zur Auflösung des Verbandes
4.5 Exkurs
4.5.1 Fußball und Krieg – Zwischen Wahn und Tragödie
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Das primäre Ziel ist es zu erörtern, wie der DFB als eigenständige Dachorganisation auf die Programmatik des NS-Regimes reagierte, inwieweit er den Missbrauch des Fußballs für politische und propagandistische Zwecke unterstützte und wie es den Nationalsozialisten gelang, dieses Massenphänomen zu instrumentalisieren.
4.2.1 Die Unterordnung und Auflösung des DRA im Rahmen der ersten Gleichschaltung des deutschen Sports
Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten sah sich die bürgerliche Sportbewegung in Deutschland zunächst mit 2 Grundproblemen konfrontiert: so fanden sich die damaligen Repräsentanten zum einen fast über Nacht wieder in einer „Atmosphäre von Unterdrückung, Beseitigung und Selbstaufgabe fast aller oppositionellen Kräfte“ und zum anderen wusste man nicht wirklich, mit wem man es eigentlich zu tun hatte; war doch, wie in der Einführung zu Punkt 4 bereits ausgeführt, die Ausrichtung der Sportpolitik des neuen Regimes überhaupt nicht absehbar, geschweige denn die personelle Besetzung des diesbezüglich wohl wichtigsten Postens im Reich: des Reichssportkommissars (seit dem 19.07.1933 Reichssportführer).
Zwar galt bereits damals zu befürchten, dass ein Zusammenschluss von am Ende der Weimarer Republik 38 Turn- und Sportverbänden (hierunter auch die Deutscher Turnerschaft und der Deutsche Fußball-Bund) mit insgesamt rund 7 Millionen Mitgliedern, wie der des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen (DRA), der 1917 gegründet worden war und als sog. zentraler Dachverband des bürgerlichen deutschen Sports galt, wenn überhaupt, nur als eine dem Staat untergeordnete Institution denkbar war, doch ließ man zunächst seitens des DRA nichts unversucht, sich seine Legitimation durch die Nationalsozialisten dennoch bescheinigen zu lassen. Anlass zur Hoffnung gab so z. B. das ‚Treuebekenntnis’ im Konflikt um die Arbeitersportbewegung.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die politische Relevanz des Fußballs und die sporthistorische Aufarbeitung der Rolle des DFB im Nationalsozialismus.
2 Fußball – Mehr als nur eine Sportart: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung des Fußballs in Deutschland vom bürgerlichen Schulspiel zum gesellschaftlichen Massenphänomen.
3 Nationalsozialismus in Deutschland und seine gesellschaftlichen Folgen: Es werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Krisen der Weimarer Republik und die programmatischen Grundzüge des Nationalsozialismus (Gleichschaltung, Führerprinzip) analysiert.
4 Der DFB im NS-Regime – Zwischen Gefolgschaft, Angepasstheit und Insubordination: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die Rolle des DFB, die personellen Veränderungen, die Instrumentalisierung des Sports durch das Regime sowie den fortschreitenden Prozess der Auflösung des Verbandes.
5 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Instrumentalisierung des DFB durch das NS-Regime und die Mitschuld der Verbandsführung durch Opportunismus und Mitläufertum.
Deutscher Fußball-Bund, DFB, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, Führerprinzip, Reichssportführer, Sportpolitik, Propaganda, Felix Linnemann, Sepp Herberger, Otto Nerz, Sportgeschichte, Drittes Reich, Massenphänomen, NS-Ideologie.
Die Arbeit analysiert die Rolle des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zwischen 1933 und 1945 und untersucht, wie der Verband auf das NS-Regime reagierte und inwieweit er instrumentalisiert wurde.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Verbandspolitik, der Gleichschaltung des Sports, dem Einfluss nationalsozialistischer Ideologie auf den Fußball sowie dem persönlichen Verhalten der Verbandsfunktionäre.
Die Arbeit fragt nach dem Ausmaß der politischen Vereinnahmung des DFB durch die Nationalsozialisten und der persönlichen Verantwortung der Verbandsführung für diesen Prozess.
Es handelt sich um eine sporthistorische Analyse unter Auswertung primär- und sekundärliterarischer Quellen, die den Fokus auf die personellen und strukturellen Veränderungen im Verband legt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufstiegsgeschichte des DFB, die Restrukturierung durch das Regime, die Rolle bei den Olympischen Spielen 1936 und den schrittweisen Verlust der Verbandsautonomie bis zur Auflösung.
DFB, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, Führerprinzip, Sportgeschichte, NS-Instrumentalisierung und Verbandsführung.
Linnemann wird als progressiver Lobbyist beschrieben, der in der Hoffnung auf Bewahrung der Eigenständigkeit des Verbandes eine weitreichende Anpassung an das Regime wählte und sich schließlich als willfähriger Erfüllungsgehilfe erwies.
Die Spiele fungierten als Wendepunkt, nach dem der DFB zunehmend an Bedeutung verlor und der schrittweise Transformationsprozess in eine staatlich kontrollierte Institution beschleunigt wurde.
Sepp Herberger wird als Mann dargestellt, dessen oberste Priorität der sportliche Erfolg und die Bewahrung seiner Trainerkarriere war, wobei er sich pragmatisch den politischen Gegebenheiten anpasste, ohne tiefgehende ideologische Überzeugungen.
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