Bachelorarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Emsdetten 2006 – ein Amoklauf
1.2 Begriffserklärungen
1.2.1 Amoklauf
1.2.2 School Shooting
2. Gesellschaftliche Befunde
2.1 Setting Schule
2.2 Internationaler Kontext
2.3 School Shootings in Deutschland
2.4 Gesetzeslage in Deutschland
2.4.1 Tatbestand Amok
2.4.1.1 Strafrecht
2.4.1.2 Jugendstrafrecht
2.4.2 Waffenrecht
2.4.2.1 Führen von Waffen
2.4.2.2 Verschärfung des Waffenrechts
2.4.2.3 Initiativen
2.4.3 Jugendschutzrecht
2.5 Studien
2.5.1 Deutsche Studien
2.5.1.1 Ergebnisse der deutschen Studien
2.5.2 Internationale Studien
2.5.2.1 Studie der Critical Incident Response Group des FBI
2.5.2.2 Studie von McGee und DeBernardo
2.5.2.3 Studie von Meloy et al.
2.5.2.4 Studie des National School Safety Centers
2.5.2.5 Studie des US Secret Service und Department of Education
2.5.2.6 Studie des National Research Council der US National Academies
2.5.2.7 Ergebnisse der internationalen Studien
3. Erklärungsansätze
3.1 Soziologische Aspekte
3.1.1 Gewalt
3.1.2 Kriminologische Kontrolltheorien
3.1.2.1 Soziale Kontrolltheorie (Travis Hirschi)
3.1.2.2 Alterspezifische Theorie informeller sozialer Kontrolle (Robert Sampson & John Laub)
3.1.2.3 Kontrollbalance-Theorie (Charles Tittle)
3.1.2.4 Bewertung der Kontrolltheorien und Folgerungen für die Kontrollinstanz Schule
3.2 Psychologische Aspekte
3.2.1 Definitionen
3.2.2 Phantasie
3.2.2.1 Phantasie im Kontext jugendlicher School Shooter
3.2.2.2 Kontrollierte Phantasien und Phantasien über Kontrolle
3.2.2.3 Phantasieintensität
3.2.2.4 Geteilte Phantasien
3.2.2.5 Realisierung von Gewaltphantasien
3.2.2.6 Überreaktion
3.3 Nachahmungstaten und Trittbrettfahrer
3.4 Medien
3.4.1 Medienwirkung
3.4.2 Medienverantwortung
3.4.3 „Killerspiele“
3.5 Freizeitgestaltung
3.5.1 Paintball
3.5.2 AirSoft (AS)
3.6 Fallbezogene Erklärungsansätze Emsdetten
3.6.1 Täterprofil
3.6.1.1 Alter
3.6.1.2 Geschlecht
3.6.1.3 Einzelgängertum
3.6.1.4 Psychische Verfassung
3.6.2 Soziales Umfeld
3.6.3 Phantasie
3.6.4 Nachahmungstat
3.6.5 Medien
3.6.6 Schule
3.6.7 Waffen
3.6.8 Freizeit
4. Trauma
4.1 Definition
4.2 Posttraumatische Belastungssyndrome
4.2.1 Akute Belastungsreaktion
4.2.2 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
4.2.3 Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung
4.3 Prävention und Therapie
4.4 Fallbezogene Traumabewältigung Emsdetten
5. Prävention und Intervention durch Soziale Arbeit
5.1 Definition
5.2 Sozialwissenschaftliches Präventionsmodell
5.3 Gewaltprävention nach Caplan
5.3.1 Primäre Gewaltprävention
5.3.2 Sekundäre Gewaltprävention
5.3.3 Tertiäre Gewaltprävention
5.4 Umsetzung der Gewaltprävention
5.5 Primärpräventive Arbeit
5.5.1 Entwicklung der Qualität von Lehrer-Schüler-Beziehungen
5.5.2 Ermöglichung von sozialem Lernen
5.5.3 Schaffung eines gemeinsamen Grundwerte- und Normensystems
5.5.4 Vermittlung eines positiven Leistungs- und Selbstkonzeptes
5.5.5 Ermöglichung von sozialer Identität
5.6 „Leaking“
5.7 Prävention durch die Eltern
5.8 Intervention nach einem Amoklauf durch eine Steuerungsgruppe
5.9 Fallbezogene Prävention und Intervention Emsdetten
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht das Phänomen von Amokläufen an Schulen (School Shootings) und analysiert, welchen Beitrag die Soziale Arbeit zur Prävention leisten kann, indem sie frühzeitig Anzeichen erkennt und Interventionen in Schulen, im sozialen Umfeld und bei gefährdeten Jugendlichen ermöglicht.
3.6.1.1 Alter
Im Falle des School Shootings von Emsdetten war der Täter 18 Jahre alt. School Shootings werden zumeist von Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren verübt (HOFFMANN/WONDRAK 2007: 13). Etwa zwei Drittel aller Täter haben einen Altersdurchschnitt von 16 Jahren (ebd.).
Laut einer Studie der Berliner Verhaltensforscherin Christiane Tramitz steigt mit zunehmender Pubertät auch die Angst vor der Zukunft, worauf Jugendliche oft mit Resignation und Depression reagieren (SPIEGEL 2009: 42). „Fast alle 14- bis 15-Jährigen, mit denen Tramitz sprach, leiden unter diffusen, wellenartigen Depressionen. `Viele malen sich ihre eigene Beerdigung aus` - auch das sei der Spiegel einer `unglaublichen Sehnsucht nach Liebe´. Und ein Moment der Rache stecke darin: `Jetzt bestrafe ich euch dafür, dass ihr mich nie verstanden habt´.
Wie jedes andere Verhalten sind natürlich auch diese anstrengenden Gemütszustände während der Pubertät Ausdruck von Aktivität im Gehirn. Es erfährt nun einen zweiten großen Reifeschub, der im Idealfall dazu führt, dass sich der Mensch sozial angemessen verhalten kann. Auf dem Weg dorthin wird das Geflecht der neuronalen Netze neu geordnet. Die Folge ist ein „Chaos auf der Baustelle“: Die Amygdala, eine Art Gefühlszentrum im Gehirn, braucht jetzt stärkere Reize, um Erlebnisse als positiv zu bewerten, gleichzeitig kann sie negative Gefühle schlechter kontrollieren.“ (ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff School Shooting und erläutert die Relevanz der Sozialarbeit bei der Prävention solcher Gewaltakte.
2. Gesellschaftliche Befunde: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme zu Vorkommnissen in Deutschland, der Gesetzeslage sowie verschiedenen wissenschaftlichen Studien zum Thema.
3. Erklärungsansätze: Hier werden soziologische und psychologische Theorien sowie die Rolle von Medien und Freizeitgestaltung zur Erklärung von Schulamokläufen herangezogen und konkret am Fall Emsdetten angewendet.
4. Trauma: Das Kapitel befasst sich mit der psychologischen Definition von Traumata und posttraumatischen Belastungssyndromen sowie der Bewältigung dieser nach einem Amoklauf.
5. Prävention und Intervention durch Soziale Arbeit: Hier werden präventive Modelle und Möglichkeiten der Sozialarbeit erläutert, um gefährdete Jugendliche frühzeitig zu identifizieren und Gewalt zu verhindern.
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Abschlusskapitel resümiert die Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit sozialer Dienste an Schulen für eine effektive Gewaltprävention.
School Shooting, Amoklauf, Soziale Arbeit, Gewaltprävention, Jugendkriminalität, Phantasie, Täterprofil, Emsdetten, Waffenrecht, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Schulkultur, Sozialpsychologie, Kriminologische Kontrolltheorien, Intervention.
Die Arbeit analysiert das Phänomen von Amokläufen an Schulen (School Shootings) und untersucht, wie Sozialarbeit durch Prävention und Intervention dazu beitragen kann, solche Taten zu verhindern.
Zentrale Themen sind die theoretische Erklärung von Gewalt durch soziologische und psychologische Ansätze, die Analyse der Gesetzeslage, die Rolle von Medien sowie praktische Interventionsstrategien im Schulalltag.
Ziel ist es, das Phänomen der School Shootings besser zu verstehen und aufzuzeigen, wie Sozialpädagogen und Schulen durch präventive Maßnahmen ein sicheres Umfeld schaffen können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien sowie dem Abgleich dieser Erkenntnisse mit dem Fallbeispiel Emsdetten.
Der Hauptteil gliedert sich in gesellschaftliche Befunde (Studien/Gesetze), soziologische und psychologische Erklärungsmodelle für das Täterverhalten, eine Untersuchung des Fallbeispiels Emsdetten sowie Strategien zur Prävention.
Wichtige Begriffe sind School Shooting, Gewaltprävention, Soziale Arbeit, Täterprofil, Phantasie, Kontrolltheorien und psychische Belastungsstörungen.
Das „Leaking“ bezeichnet das „Durchsickern“ von Informationen oder Drohungen durch Täter im Vorfeld einer Tat, was als wichtiger Hinweis für Schulen dient, um rechtzeitig zu intervenieren.
Die Schule ist der Ort, an dem Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit verbringen und soziale Erfahrungen sammeln; sie kann bei Versagen im Umfeld oder bei Kränkungen zum zentralen Ort der Gewaltentladung werden.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Medien allein keine direkte Ursache für Amoktaten sind, aber bei bereits gewaltbereiten Jugendlichen eine destruktive Phantasie fördern können.
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