Diplomarbeit, 2004
163 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Abgrenzung und Besonderheiten des Wassermarktes gegenüber Energie- und Gasmärkten
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Informationsmängel und Informationsasymmetrien
2.2 Anpassungsmängel
2.3 Externe Effekte
2.4 Natürliches Monopol als Form von Marktversagen aufgrund von Unteilbarkeiten
2.4.1 Subadditivität
2.4.1.1 Einproduktunternehmen
2.4.1.2 Mehrproduktunternehmen
2.4.1.3 Größenvorteile („economies of scale“)
2.4.1.4 Verbundvorteile und Kostenkomplementarität („economies of scope“)
2.4.2 Irreversibilität
2.5 Interne Subventionierung (Quersubventionierung)
2.6 Ebene der Regulierung
2.7 Modelle zur Regulierung natürlicher Monopole
2.7.1 Kostenregulierung („cost-plus-regulation“)
2.7.2 Preisregulierung
2.7.2.1 Preisobergrenze
2.7.2.2 Pareto-optimale Angebotsmenge und Defizitabdeckung durch Preisdifferenzierung
2.7.2.3 Ramsey Pricing
3 Privatisierung oder Liberalisierung
3.1 Definitionen
3.2 Privatisierungsmotive und Ziele der Liberalisierung
3.3 Privatisierungsformen
3.4 Wettbewerb
3.4.1 Wettbewerbsintensität
3.4.2 Wettbewerbsformen
3.4.2.1 Wettbewerb um den Markt (Ausschreibung)
3.4.2.2 Wettbewerb im Markt
3.4.2.2.1 Eigenversorgung
3.4.2.2.2 Freier Leitungsbau
3.4.2.2.3 Einschaltung von Zwischenhändlern
3.4.2.2.4 Gemeinsame Netznutzung und Durchleitung („common carriage“)
3.4.2.2.5 Aufspaltung der Wertschöpfungskette
3.4.3 Wettbewerb durch Regulierung: „Yardstick Competition“
4 Ländervergleich / Marktstrukturen
4.1 Einleitung
4.2 Europarechtliche Rahmenbedingungen
4.3 Frankreich
4.4 England und Wales
4.5 Niederlande
4.6 Deutschland
4.6.1 Rechtlicher Hintergrund
4.6.1.1 Gesetz gegen die Beschränkung des Wettbewerbs (GWB) § 103
4.6.1.2 Art 28 Abs. 2 GG
4.6.2 Organisationsformen der Wasserwirtschaft
4.6.2.1 Regiebetrieb
4.6.2.2 Eigenbetrieb
4.6.2.3 Eigengesellschaft
4.6.2.4 Betreibermodell
4.6.2.5 Kooperationsmodell
4.6.2.6 Privates Unternehmen (materielle Privatisierung)
4.6.3 Marktstruktur
4.7 Wettbewerber im internationalen Umfeld
4.7.1 SUEZ
4.7.2 Vivendi
4.7.3 RWE
4.7.4 Weitere Wasserversorgungsunternehmen
4.8 Alternative Strategien für Wasserversorger
4.9 Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen aus den einzelnen Ländern
5 Bedeutung des Wettbewerbs für die Erreichung anderer politischer Ziele
5.1 Wettbewerb und Wasserqualität
5.2 Wettbewerb und Versorgungssicherheit
5.3 Wettbewerb und Gesundheits-/Umweltschutz
5.4 Möglichkeiten einer Effizienzsteigerung ohne Privatisierung
5.4.1 Kooperationen
5.4.2 Benchmarking
5.4.3 Mitarbeiter als wertvolle Wissensressource
5.5 Soziale Ungerechtigkeit beim Wettbewerb durch „Rosinenpickerei“
5.6 Ausverkauf der deutschen Trinkwasserressourcen
5.7 Preisargument
6 Abschließende Betrachtung
6.1 Zusammenfassung und Fazit
6.2 Empfehlungen
6.3 Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Konsequenzen einer Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung im Vergleich zu europäischen Modellen (Frankreich, England/Wales, Niederlande). Ziel ist es, die ökonomischen Rahmenbedingungen, insbesondere das natürliche Monopol, zu analysieren und zu prüfen, inwieweit Wettbewerbselemente die Effizienz steigern können, ohne politische Ziele wie Wasserqualität und Versorgungssicherheit zu gefährden.
1.3 Abgrenzung und Besonderheiten des Wassermarktes gegenüber Energie- und Gasmärkten
Wasser weist eine Reihe von Unterschieden im Vergleich zu Strom und Gas auf, die es schwerer machen die Wettbewerbsmodelle von diesen Infrastrukturbereichen auf den Bereich der Trinkwasserversorgung zu übertragen. Folgende Aspekte sollten hierbei beachtet werden:
Hohe Masse des Wassers: Da Wasser eine hohe Masse hat, ist es nicht komprimierbar. Die Hebung und der Transport sind dadurch mit einem hohen Energieaufwand verbunden.
Qualitätsbeeinträchtigungen bei Lagerung und Transport: Durch zu lange Lagerung kann die Wasserqualität leiden. Ebenso kann der Transport über längere Strecke kann zu einer Beeinträchtigung der Wasserhygiene führen.
Gerichteter Transport: Die Fließrichtung des Wassers im Rohrnetz verläuft in der Regel in einer Fließrichtung. Es ist daher kaum möglich, eine Veränderung in der Strömungskonfiguration ohne Qualitätseinbußen zu erreichen.
Begrenzte Mischbarkeit: Wasser ist kein homogenes, sondern ein heterogenes Gut. Dies bedeutet, dass seine Zusammensetzung variiert und die Beschaffenheit abhängig von ihrer jeweiligen Quelle ist. Die Mischung unterschiedlicher Wasservorkommen ist aus technischer und hygienischer Sicht aufgrund von Korrosion und Reinfektion problematisch. Zusätzlich ist die rechtliche Frage hinsichtlich des Verursachers schwerer zu verfolgen (Mehlhorn, 2001b, S. 105; Stuchtey 2002, S. 19f.).
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die aktuelle Situation der Trinkwasserversorgung im Kontext der Liberalisierung anderer Netzsektoren und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel untersucht die ökonomischen Merkmale von Infrastruktureinrichtungen und analysiert die Theorie des natürlichen Monopols sowie die Ursachen für Marktversagen.
3 Privatisierung oder Liberalisierung: In diesem Teil werden die zentralen Begrifflichkeiten definiert und die verschiedenen Optionen einer Marktöffnung sowie Wettbewerbsformen in der Wasserwirtschaft erörtert.
4 Ländervergleich / Marktstrukturen: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Regulierungsmodelle und Marktstrukturen in Frankreich, England, den Niederlanden und Deutschland.
5 Bedeutung des Wettbewerbs für die Erreichung anderer politischer Ziele: Hier wird diskutiert, wie sich Wettbewerb auf Wasserqualität, Umweltschutz und Versorgungssicherheit auswirkt und welche Alternativen es zur Privatisierung gibt.
6 Abschließende Betrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, gibt Empfehlungen für die deutsche Wasserwirtschaft und liefert einen Ausblick auf mögliche Entwicklungsszenarien.
Trinkwasserversorgung, Liberalisierung, Privatisierung, natürliches Monopol, Wettbewerb, Wasserqualität, Versorgungssicherheit, Regulierungsmodelle, Infrastruktur, Benchmarking, Yardstick Competition, Wasserwirtschaft, Marktversagen, Netznutzung, Kommunale Wasserwirtschaft.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen einer Liberalisierung der deutschen Trinkwasserversorgung durch den Vergleich mit internationalen Modellen.
Die zentralen Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen (natürliches Monopol), Regulierungsstrategien, Privatisierungsformen und die Auswirkungen auf politische Ziele wie Versorgungssicherheit und Umweltstandards.
Das primäre Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die deutsche Wasserwirtschaft abzuleiten, um diese effizienter und international wettbewerbsfähiger zu gestalten, ohne dabei die Qualität zu gefährden.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse ökonomischer Theorien (insb. Netzökonomie) in Verbindung mit einem Ländervergleich (Frankreich, England/Wales, Niederlande).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des natürlichen Monopols, eine Diskussion von Privatisierungs- und Liberalisierungskonzepten sowie eine vergleichende Untersuchung internationaler Marktstrukturen.
Wichtige Begriffe sind Trinkwasserversorgung, natürliches Monopol, Liberalisierung, Wettbewerb, Regulierung und Benchmarking.
Die Bewertung ist ambivalent: Während das Instrument der „Yardstick Competition“ als theoretisch sinnvoll erachtet wird, sehen andere Experten aufgrund der kleinteiligen deutschen Struktur hohe bürokratische Kosten bei einer Übertragung.
Aufgrund der hohen irreversiblen Kosten durch physische Leitungsnetze und der spezifischen Qualitätseigenschaften von Wasser (Heterogenität, begrenzte Mischbarkeit) ist eine Marktöffnung ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit sehr anspruchsvoll.
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