Examensarbeit, 2009
80 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Definitionen von Armut
2.1 Absolute und relative Armut
2.2 Ressourcenansatz
2.2.1 Das politische Armutskonzept
2.2.2 Relative Einkommensarmut
2.2.3 Definition von Kinderarmut anhand des Ressourcenkonzeptes
2.3 Lebenslagenansatz
3. Kinderarmut im Spiegel der Statistik: ein regionaler Vergleich
4. Ursachen der Armutsrisiken von Kindern
4.1 Kinder in Familien mit Erwerbslosigkeit
4.2 Kinder in Familien mit Niedrigeinkommen
4.3 Kinder in Ein-Eltern-Familien
4.4 Kinderreiche Familien
4.5 Kinder aus Migrationsfamilien
5. Auswirkungen von Kinderarmut
5.1 Materielle Lebenslage
5.2 Gesundheitliche Folgen
5.3 Auswirkungen auf Bildung
6. Zwischenfazit
7. Präventionsmaßnahmen zur Kinderarmutsbekämpfung
7.1 Kindersozialgeld
7.1.1 Berechnung des Kindersozialgeldes
7.1.2 Kritik am Kindersozialgeld
7.1.2.1 Kritik an der Berechnung des Kinderregelsatzes
7.1.2.2 Kritik an der Ableitung des Kinderregelsatzes vom Eckregelsatz
7.1.2.3 Kritik an der Streichung der Bildungspauschale
7.1.3 Bewertung des Kindersozialgeldes
7.2 Kindergeld
7.2.1 Kindergeld als soziale Transferleistung
7.2.2 Reformvorschläge zum Kindergeld
7.2.3 Bewertung des Kindergeldes
7.3 Kinderzuschlag
7.3.1 Berechnung des Kinderzuschlages
7.3.2 Vorteile des Kinderzuschlages
7.3.3 Reformvorschläge bezüglich des Kinderzuschlages
7.3.4 Bewertung des Kinderzuschlages
7.4 Krippenausbau und frühkindliche Bildung
7.4.1 Krippenbetreuung und Erwerbsarbeit
7.4.2 Krippenbetreuung und frühkindliche Bildung
7.5 Ganztagsschulen
7.5.1 Ganztagsschulen als Mittel zur Armutsreduzierung
7.5.2 Bewertung des Ausbaus von Ganztagsschulen
8. Fazit
Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit von fünf exemplarischen Instrumenten der staatlichen Armutsprävention in Deutschland, um zu untersuchen, ob diese tatsächlich die Lebenssituation armutsgefährdeter Kinder verbessern oder ob Armutsbekämpfung bei diesen Maßnahmen lediglich ein Nebeneffekt ist. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit die derzeitigen Strategien den tatsächlichen Bedarfen entsprechen.
4.1 Kinder in Familien mit Erwerbslosigkeit
Das zur Verfügung stehende Einkommen der Eltern ist für die Lebenslage und Entwicklung von Kindern von zentraler Bedeutung. Wie die Europäische Kommission in ihrer Untersuchung zum Wohlbefinden von Kindern schreibt:
„The labor market situation of parents is a key determinant of the conditions in which children live and develop. Earnings from work are naturally the main source of income for parents in their prime age, and joblessness represents the main risk of poverty for households with children.”
Arbeitslosigkeit ist nach Auffassung der Europäischen Union, der Bundesregierung und der Kinderarmutsforscher/innen die entscheidende Ursache für (Kinder)Armut. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese durch den Verlust des Arbeitsplatzes, ein ungenügendes Kinderbetreuungsangebot, niedrige Schul- und Berufsausbildung, Sprachdefizite oder Erwerbsunfähigkeit hervorgerufen wurde.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel in der politischen Wahrnehmung von Kinderarmut in Deutschland und stellt die fünf untersuchten Präventionsinstrumente vor.
2. Definitionen von Armut: In diesem Kapitel werden der Ressourcen- und der Lebenslagenansatz als zentrale theoretische Konzepte zur Armutsmessung diskutiert und bewertet.
3. Kinderarmut im Spiegel der Statistik: ein regionaler Vergleich: Das Kapitel belegt den kontinuierlichen Anstieg der Kinderarmut seit den 1980er Jahren und arbeitet regionale Disparitäten zwischen Ost- und Westdeutschland heraus.
4. Ursachen der Armutsrisiken von Kindern: Hier werden zentrale Risikofaktoren wie elterliche Erwerbslosigkeit, Ein-Eltern-Familien, Kinderreichtum und Migrationshintergrund analysiert.
5. Auswirkungen von Kinderarmut: Dieses Kapitel thematisiert die weitreichenden Folgen von Armut für die materielle Lebenslage, die gesundheitliche Entwicklung und den Bildungserfolg von Kindern.
6. Zwischenfazit: Es wird resümiert, dass Kinderarmut ein vielschichtiges, oft vererbtes Phänomen ist, das im nun folgenden Analyseteil kritisch geprüft wird.
7. Präventionsmaßnahmen zur Kinderarmutsbekämpfung: Der umfangreiche Hauptteil untersucht detailliert Kindersozialgeld, Kindergeld, Kinderzuschlag sowie Krippen- und Ganztagsschulausbau hinsichtlich ihrer Wirksamkeit.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine systematische, politikfeldübergreifende Strategie zur Bekämpfung von Kinderarmut.
Kinderarmut, Sozialpolitik, Armutsprävention, Kindersozialgeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, Arbeitslosigkeit, Alleinerziehende, Mehrkindfamilien, Ganztagsschulen, frühkindliche Bildung, soziale Transferleistungen, Bildungsdefizite, Familienpolitik, Armutsrisiko.
Die Arbeit untersucht, wie effektiv die fünf zentralen Präventionsinstrumente der Bundesregierung sind, um Kinderarmut in Deutschland zu verhindern oder zu bekämpfen.
Es werden das Kindersozialgeld, das Kindergeld, der Kinderzuschlag sowie der Ausbau von Krippenplätzen und Ganztagsschulen analysiert.
Die zentrale Frage ist, ob diese Instrumente tatsächlich wirksame Strategien gegen Armut darstellen oder ob Armutsbekämpfung in der Praxis oft nur ein vernachlässigter Nebeneffekt ist.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse offizieller Statistiken, wie etwa des Datenreports und des Sozioökonomischen Panels, sowie auf eine kritische Auswertung vorhandener wissenschaftlicher Studien und Literatur.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Armutsbegriffen, den sozioökonomischen Ursachen von Kinderarmut und einer detaillierten Evaluierung der staatlichen Transfer- und Dienstleistungen.
Die Arbeit zeichnet sich durch einen Fokus auf die exemplarische Struktur der untersuchten Maßnahmen aus, wobei auch die föderalen Grenzen des deutschen Systems und die politische Interessenlage kritisch hinterfragt werden.
Sie kommt zu dem Schluss, dass das Kindergeld zwar Armut reduziert, aufgrund seiner universalen Struktur und der Verrechnung mit Sozialleistungen jedoch nicht zielgenau genug ist, um prekäre Lebenslagen effektiv zu beenden.
Die Arbeit zeigt auf, dass Kinderarmut in den neuen Bundesländern aufgrund der strukturellen Arbeitsmarktsituation deutlich ausgeprägter ist und die gängigen Präventionsstrategien dort oft weniger greifen.
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