Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 1,3
Diese Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen psychischer Erkrankungen der Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder und untersucht, welche förderlichen Ressourcen resilienten Kindern psychisch kranker Eltern zur Verfügung stehen, um ihre eigene Entwicklung adäquat zu bewältigen. Ein zentrales Anliegen ist es, Wege aufzuzeigen, wie diese Schutzfaktoren gefördert und die betroffenen Familien unterstützt werden können.
2.1 Affektive Störungen
Unter affektiven Störungen versteht man „Störungen deren Hauptsymptome in einer Verände- rung der Stimmung oder der Affektivität entweder zur Depression – mit oder ohne beglei- tende(r) Angst – oder zur gehobenen Stimmung bestehen“ (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), 2018, S. 264). Diese krankhafte Veränderung der Stimmungslage wird meist von einer Veränderung des allgemeinen Aktivitätsniveaus begleitet. Darüber hinaus sind für affektive Störungen „niedergeschlagene Stimmung, Interessen- und Freudeverlust, Schlaflosigkeit oder vermehrtes Schlafbedürfnis, Unruhe oder Verlangsamung, Gefühle von Wertlosigkeit, Schuldgefühle, Konzentrationsprobleme sowie suizidale Gedanken [charakteristisch]“ (Lenz & Brockmann, 2013, S.14).
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten ICD-10 sieben verschiedene Kategorien affektiver Störungen, welche wiede- rum differenzierende Unterkategorien umfassen (ebd.).
Die erste Kategorie, die in der ICD-10-Klassifikation aufgeführt ist, ist die manische Episode, welche sich durch inadäquat gehobene Stimmung und damit einhergehende Antriebssteigerung, beschleunigtes Denken und Selbstüberschätzung auszeichnet (Schölmerich, 2007). Sie kann in drei verschiedene Schweregrade unterschieden werden: die Hypomanie, Manie ohne psychoti- sche Symptome und die Manie mit psychotischen Symptomen (Schölmerich, 2007).
Eine weitere Kategorie bildet die bipolare affektive Störung, „die durch wenigstens zwei Epi- soden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich ge- stört sind" (DIMDI, 2018, S.265) und insgesamt zehn weitere Unterkategorien umfasst. Diese Störung zeichnet sich durch den Wechsel zwischen depressiven und (hypo-)manischen Episo- den (Schölmerich, 2007), also sowohl gehobener Stimmung, vermehrten Antrieb und Aktivität, als auch Stimmungssenkung und verminderten Antrieb und Aktivität, aus (DIMDI, 2018).
Auch die depressive Episode zählt zu den affektiven Störungen, gehört zu den häufigsten psy- chischen Erkrankungen (Schölmerich, 2007) und kann als eine leichte, mittelgradige oder schwere Episode auftreten (DIMDI, 2018). Gekennzeichnet sind diese Episoden durch eine ne- gativ getönte Stimmungslage, die zumeist von verschiedenen Zusatzsymptomen begleitet wird. Zu betonen ist, dass es sich bei einer depressiven Episode nicht um einen einfachen Zustand von Unzufriedenheit oder ähnlichem handelt, sondern um ein Syndrom (Schöpf, 2003).
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik psychisch kranker Eltern und die damit verbundenen Herausforderungen für deren Kinder ein, wobei die Notwendigkeit der Resilienzforschung als Ansatz zur Bewältigung betont wird.
Die elterliche Erkrankung: Hier wird ein Überblick über die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in Deutschland gegeben, mit einem Schwerpunkt auf affektiven Störungen, deren Symptome und die potenziellen Entwicklungsrisiken für die Kinder.
Resilienz- und Bewältigungsprozesse der Kinder: Dieses Kapitel definiert Resilienz als psychische Widerstandsfähigkeit und beleuchtet das Schutz- und Risikofaktorenkonzept sowie die verschiedenen Copingstrategien, die Kinder und Familien zur Bewältigung von Belastungen entwickeln.
Möglichkeiten der Unterstützung psychisch erkrankter Familien: Das Kapitel widmet sich den Herausforderungen, denen Fachkräfte bei der Arbeit mit psychisch erkrankten Familien begegnen, und stellt verschiedene Interventionsansätze zur Stärkung der Resilienz und zur Förderung eines positiven Entwicklungsverlaufs vor.
Fazit und Ausblick: Eine Zusammenfassung der Kernbefunde der Arbeit hinsichtlich Resilienz, Coping und Schutzfaktoren wird präsentiert, gefolgt von einem Ausblick auf weitere Forschungsbedarfe und die Rolle der Sozialen Arbeit in der Prävention.
Resilienz, Coping, psychische Erkrankung, Eltern, Kinder, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Bewältigungsstrategien, affektive Störungen, soziale Unterstützung, Prävention, Interventionen, Familien, psychische Widerstandsfähigkeit, Vulnerabilität.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen psychischer Erkrankungen der Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder und erforscht, wie Kinder trotz dieser Belastungen Resilienz entwickeln und welche Unterstützungsmechanismen ihnen dabei helfen können.
Zentrale Themenfelder sind die Resilienzforschung, verschiedene Coping- und Bewältigungsstrategien von Kindern und Familien, die Identifikation von Schutz- und Risikofaktoren im Kontext elterlicher psychischer Erkrankungen sowie präventive Interventionsmöglichkeiten.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, welche förderlichen Ressourcen resilienten Kindern psychisch kranker Eltern zur Verfügung stehen, um ihre Entwicklung adäquat zu bewältigen, und wie eine gezielte Förderung dieser Faktoren sowie eine Unterstützung der Familien möglich ist.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden theoretischen Auseinandersetzung und der Analyse von Ergebnissen der Resilienz- und Copingforschung, um bestehende Konzepte, Studien und Interventionsansätze darzustellen und zusammenzufassen.
Der Hauptteil behandelt die elterliche Erkrankung (insbesondere affektive Störungen) und deren Folgen für Kinder, die Resilienz- und Bewältigungsprozesse der Kinder inklusive Schutz- und Risikofaktoren sowie Copingstrategien, und schließlich die Möglichkeiten zur Unterstützung psychisch erkrankter Familien durch Fachkräfte und spezifische Interventionen.
Schlüsselwörter wie Resilienz, Coping, psychische Erkrankung, Eltern, Kinder, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Bewältigungsstrategien, affektive Störungen, soziale Unterstützung, Prävention, Interventionen, Familien und psychische Widerstandsfähigkeit charakterisieren die Arbeit.
Die Arbeit legt einen Fokus auf affektive Störungen, da diese mit einer Häufigkeit von 11,9 Prozent im Verlauf eines Jahres zu den häufigsten Diagnosen in Deutschland gehören und somit einen relevanten Untersuchungsbereich darstellen.
Parentifizierung beschreibt eine Rollenumkehr, bei der Kinder psychisch kranker Eltern elterliche oder Partnerfunktionen übernehmen und somit Verantwortung für das Wohlbefinden ihrer Eltern und die Familie tragen, was ihre eigene Entwicklung gefährden kann.
Tabuisierung verhindert offene Kommunikation über die elterliche Erkrankung in der Familie, erschwert die Inanspruchnahme sozialer Unterstützung und kann zu Isolation der Familie sowie der betroffenen Kinder führen, wodurch wichtige Ressourcenmobilisierung blockiert wird.
Vorgestellt werden das US-amerikanische Präventionsprogramm „Hoffnung, Sinn und Kontinuität“ von William R. Beardslee und der CHIMPs-Beratungsansatz (Children of Mentally Ill Parents), die beide auf familienorientierten präventiven Maßnahmen basieren und die Resilienz von Kindern psychisch kranker Eltern fördern sollen.
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