Bachelorarbeit, 2023
48 Seiten, Note: 2,0
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob die Kinderrechte von Flüchtlingskindern in Deutschland durch einen diskriminierenden Umgang verletzt werden. Hierbei wird auch die Beachtung kinderspezifischer Rechte und Bedürfnisse von Flüchtlingskindern in den Blick genommen.
1.1 Unterbringung in Flüchtlingslagern
Flüchtlingsunterkünfte stellen für die meisten Kinder und Jugendlichen, die auf der Suche nach Asyl mit ihren Familien nach Deutschland kommen, einen zentralen Lebensmittelpunkt dar. Die Unterbringung in Flüchtlingsunterkünften bringt für viele Familien große Herausforderungen mit sich und häufig leben die Kindern über einen langen Zeitraum in einer wenig kindgerechten Umgebung (vgl. Lewek und Naber 2017, S. 8). Das Leben in Erst- und Massenunterkünften bedeutet für die dort lebenden Kinder in den meisten Fällen, dass sie einer nicht kindgerechten Ausstattung ausgesetzt sind, keine Rückzugsorte, keine Schutzräume und keine Spielräume vorfinden können. Darüber hinaus bieten die Unterkünfte keine Möglichkeiten der Mitbestimmung und durch die restriktiven asylrechtlichen Vorgaben (dazu näher in Kapitel 3) ist ihnen unter anderem nur eine eingeschränkte medizinische Versorgung erlaubt (vgl. Fögen et al. 2016, S. 51). Ein ausschlaggebender Faktor für diese vorzufindenden Bedingungen ist, dass Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte, anders als im Kinder- und Jugendhilferecht verankert, keine gesonderten Betriebserlaubnisse benötigen. Somit müssen die Einrichtungen, in denen geflüchtete Kinder leben, nicht explizit nachweisen, dass sie als Lebensorte für Kinder geeignet sind und über entsprechende Beteiligungsmechanismen verfügen. Den in § 45 (2) SGB VIII festgelegten Erteilungsvoraussetzungen für eine Betriebserlaubnis, die es für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe bedarf, werden eine Vielzahl an den zurzeit belegten Aufnahmeeinrichtungen nicht gerecht. Die Anforderungen an eine Einrichtung, in der Kinder und Jugendliche betreut oder untergebracht werden, sehen vor, dass eine angemessene Ausstattung vorhanden ist, die gesellschaftliche Integration unterstützt wird, geeignete Beteiligungsverfahren geschaffen werden und keine Einschränkungen in der medizinischen Versorgung vorliegen (vgl. Berthold 2014, S.46).
Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die steigende Zahl geflüchteter Kinder in Deutschland, ihre besondere Lebenssituation und die Notwendigkeit, ihre Rechte und Schutzbedürfnisse wahrzunehmen. Es formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Verletzung von Kinderrechten durch diskriminierenden Umgang im Asylkontext.
1. Lebensrealität: Hier werden die strukturellen Lebensbedingungen von geflüchteten Kindern in Deutschland beleuchtet, die durch prekäre und traumatisierende Erlebnisse, unsichere Perspektiven und Einschränkungen in der Entwicklung geprägt sind. Es werden Herausforderungen in Bezug auf Unterbringung, soziale Teilhabe, Bildungszugang, Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe sowie Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen detailliert beschrieben.
2. Internationale Kinderrechte: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung internationaler Abkommen und Verträge für Kinderrechte, insbesondere die UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK). Es stellt die Grundprinzipien der Konvention vor, darunter das Kindeswohlprinzip und das Diskriminierungsverbot, und ihre Relevanz für geflüchtete Kinder.
3. Die Rechtslage in Deutschland: Das Kapitel analysiert das deutsche Asylrecht und die Asylverfahren im Hinblick auf geflüchtete Kinder. Es geht auf die Herausforderungen bezüglich Aufenthaltsstatus, Abschiebung und kinderspezifischer Verfahren sowie das Recht des Kindes auf Gehör ein.
4. Ergebnisdiskussion: Dieses Kapitel diskutiert die Diskrepanzen zwischen den theoretischen kinderrechtlichen Standards und der praktischen Umsetzung im deutschen Asylsystem. Es werden Mängel in der Umsetzung des Kindeswohlvorrangs, der kindgerechten Gestaltung von Asylverfahren und des Zugangs zu Leistungen aufgezeigt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, dass die Lebenssituation und Behandlung geflüchteter Kinder in Deutschland häufig nicht den internationalen Kinderrechten entspricht. Es werden Empfehlungen für eine kinderspezifischere Auslegung der Flüchtlingspolitik und eine stärkere Verankerung des Kindeswohlvorrangs im nationalen Recht formuliert.
Flüchtlingskinder, Kinderrechte, Diskriminierung, Asylverfahren, Deutschland, Lebensrealität, UN-Kinderrechtskonvention, Kindeswohl, soziale Teilhabe, Bildungszugang, Gesundheitsversorgung, Jugendhilfe, Gewalt, Misshandlung, Schutzbedürfnisse
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Kinderrechte von Flüchtlingskindern in Deutschland durch einen diskriminierenden Umgang verletzt werden und welche Maßnahmen zur Gewährleistung ihrer besonderen Schutzbedürfnisse erforderlich sind.
Die zentralen Themenfelder sind die Lebensrealitäten geflüchteter Kinder in Deutschland, die internationalen Kinderrechte (insbesondere die UN-Kinderrechtskonvention), die Rechtslage im deutschen Asylverfahren und die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis im Umgang mit diesen Kindern.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob die Kinderrechte von Flüchtlingskindern in Deutschland durch einen diskriminierenden Umgang verletzt werden, und wie viel Beachtung ihren kinderspezifischen Rechten und Bedürfnissen geschenkt wird.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen, internationaler Abkommen und wissenschaftlicher Literatur, um die Lebensrealität und die Rechte von Flüchtlingskindern in Deutschland zu beleuchten.
Der Hauptteil behandelt die Lebensrealitäten von Flüchtlingskindern, die internationalen Kinderrechte, insbesondere die UN-Kinderrechtskonvention mit ihren Grundprinzipien, und die deutsche Rechtslage in Bezug auf Asylrecht und kinderspezifische Verfahren.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Flüchtlingskinder, Kinderrechte, Diskriminierung, Asylverfahren, Deutschland, Lebensrealität, UN-Kinderrechtskonvention, Kindeswohl, soziale Teilhabe, Bildungszugang, Gesundheitsversorgung, Jugendhilfe, Gewalt, Misshandlung und Schutzbedürfnisse.
Begleitete Flüchtlingskinder werden oft als "Anhang" ihrer Eltern wahrgenommen und erhalten weniger kinderspezifische Unterbringungs- und Unterstützungsmaßnahmen, während unbegleitete Kinder spezifischen Regelungen der Kinder- und Jugendhilfe unterliegen und eine höhere Priorität im Asylverfahren genießen.
Flüchtlingslager sind oft nicht kindgerecht ausgestattet, bieten keine Rückzugsorte oder Spielräume, haben eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und verfügen nicht über die für Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen notwendigen Betriebserlaubnisse und Beteiligungsmechanismen.
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