Masterarbeit, 2023
89 Seiten, Note: 1,3
Die vorliegende Master-Thesis untersucht, inwiefern unterschiedliche Belastungsformen den Erhalt oder die Erhöhung der Knochendichte bei Krebspatienten beeinflussen, die eine hormonelle oder chemotherapeutische Behandlung erhalten oder erhalten haben. Ziel ist es, herauszufinden, ob körperliche Aktivität ausreicht, um den therapiebedingten Knochenschwund aufzuhalten oder sogar rückgängig zu machen, oder ob zusätzliche knochenaufbauende Medikamente notwendig sind.
3.1 Osteoporose
In den folgenden fünf Unterkapiteln wird das Krankheitsbild der Osteoporose dargestellt. Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine geringe Knochenmasse und eine mikroarchitektonische Verschlechterung des Knochengewebes mit einer daraus resultierenden Prädisposition zu Frakturen gekennzeichnet ist (Consensus Development Conference, 1993, S. 646). Nach den Leitlinien des Dachverbands Osteologie (DVO) spricht man von einer manifesten Osteoporose, wenn bereits Frakturen infolge einer Osteoporose vorliegen (Dachverband Osteologie e.V., 2017, S. 3).
Die operationale Definition der WHO bezieht sich auf die Knochendichte. Eine Osteoporose liegt dann vor, wenn der Knochenmineralgehalt an der Lendenwirbelsäule und/oder am proximalen Femur anhand einer DXA-Knochendichtemessung „um ≤ -2,5 Standardabweichungen [SD] vom Mittelwert einer 20-29-jährigen Frau abweicht“ (Dachverband Osteologie e.V., 2017, S. 3). Diese Abweichung der Knochendichte wird als T-Score bezeichnet. Die Definition lässt sich auf Männer im Alter von 50 Jahren oder älter übertragen. Jedoch ist zu beachten, dass die operationale Definition nur zusammen mit dem Ausschluss anderer Erkrankungen gilt. Beispielsweise ist ein T-Score von -3 SD in Kombination mit einer Mineralisationsstörung keine Osteoporose, sondern eine Osteomalazie (Dachverband Osteologie e.V., 2017, S. 3-4).
Die Knochensubstanz wird im Laufe des Lebens regelmäßig umgebaut, um einer Reduktion an Stabilität und Elastizität durch einen Mineralienverlust entgegenzuwirken. Diese Funktion des Körpers führt zu einer stabilen Knochenstruktur. Dazu benötigt er sowohl knochenabbauende (osteoklastische) als auch knochenaufbauende (osteoplastische) Zellen. Osteoporose entsteht, wenn ein Missverhältnis zwischen Knochenabbau und -aufbau mit dem Resultat einer negativen Knochenbilanz und infolgedessen eine fortlaufende Abnahme der Knochendichte besteht (Heppner & Gosch, 2018, S. 29).
Die Knochenmasse in einem bestimmten Alter hängt von zwei Faktoren ab: der Peak Bone Mass und dem Verlust an Knochenmasse (Weichselbaum & Dorner, 2007, S.21). Die Peak Bone Mass bezeichnet den Zustand der maximalen Knochendichte, die ein Mensch in seinem Leben erlangt (Osteoporose Diagnostik- und Therapiezentrum München (ODTM), 1998a). Im Normalfall ist diese etwa im Alter von 30 Jahren erreicht und von verschiedenen Faktoren, wie z.B. von der Genetik, von Ernährung, körperlicher Aktivität sowie der Vitamin-D-Zufuhr abhängig (ODTM, 1998a; Weichselbaum & Dorner, 2007, S.11).
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Osteoporose als Volkskrankheit und deren Risikofaktoren ein, einschließlich der durch Tumortherapien induzierten Formen.
2 Zielsetzung: Hier wird das Hauptziel der Arbeit formuliert, welches die Untersuchung des Einflusses verschiedener Belastungsformen auf die Knochendichte bei Krebspatienten unter Hormon-/Chemotherapie ist.
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand: Dieses umfangreiche Kapitel fasst den aktuellen Wissensstand zu Osteoporose, Krebserkrankungen und deren Therapien sowie die Rolle von Sport- und Bewegungstherapie in der Prävention und Behandlung von Osteoporose, auch im onkologischen Kontext, zusammen.
4 Methodik: Das Methodik-Kapitel beschreibt detailliert die Durchführung der Studienrecherche, inklusive der verwendeten Datenbanken, Stichwörter, Ein- und Ausschlusskriterien und der Bewertung der Studienqualität mittels PEDro-Skala.
5 Ergebnisse: In diesem Abschnitt werden die Resultate der analysierten Studien bezüglich der Veränderungen der Knochenmineraldichte (BMD) unter verschiedenen Belastungsformen bei Krebspatienten präsentiert und zusammenfassend ausgewertet.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden erläutert, interpretiert, mit anderen systematischen Reviews verglichen und kritisch reflektiert, wobei auch Schlussfolgerungen und ein Ausblick für zukünftige Forschung gegeben werden.
7 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, insbesondere die Komplexität der Thematik und die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Wirkung körperlicher Aktivität auf die Knochendichte bei Krebspatienten.
Osteoporose, Knochendichte, Krebspatienten, Hormontherapie, Chemotherapie, Belastungsformen, Sporttherapie, Bewegungstherapie, Knochenschwund, Frakturrisiko, Bone Mineral Density (BMD), Onkologie, Prävention, Rehabilitation, Impact Training
Diese Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Belastungsformen auf den Erhalt oder die Erhöhung der Knochendichte bei Krebspatienten, die hormon- oder chemotherapeutische Behandlungen erhalten haben.
Die zentralen Themenfelder sind Osteoporose, Krebserkrankungen und deren Therapien, therapieinduzierte Osteoporose sowie die präventive und therapeutische Rolle von Sport- und Bewegungstherapie.
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob (ehemalige) Krebspatienten durch körperliche Aktivität einem therapiebedingten Knochenschwund entgegenwirken können und ob dies ausreichend ist, um zusätzliche medikamentöse Behandlungen zu vermeiden.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed und Google Scholar, wobei randomisierte, kontrollierte Studien zur Wirkung körperlicher Aktivität auf die Knochenmineraldichte bei Krebspatienten analysiert wurden.
Der Hauptteil behandelt den gegenwärtigen Kenntnisstand zu Osteoporose und Krebserkrankungen, die Methodik der Studiensuche und -bewertung, die Ergebnisse der analysierten Studien bezüglich der Knochenmineraldichte und eine umfassende Diskussion dieser Ergebnisse.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Osteoporose, Knochendichte, Krebspatienten, Hormontherapie, Chemotherapie, Sporttherapie, Knochenschwund und Impact Training charakterisiert.
Die Analyse zeigt, dass Interventionen von weniger als sechs Monaten Dauer in der Regel keine aussagekräftigen Effekte auf die Knochendichte messen konnten, da skelettale Anpassungen längere Zeiträume (mindestens 6-12 Monate) erfordern.
Abgesehen von einer Tendenz zu positiven Effekten durch ein Training mit Stoßbelastungen, konnte die Studienlage keine eindeutige Belastungsform identifizieren, die ausschließlich die besten Ergebnisse für den Knochenstoffwechsel aller Studienteilnehmer erbrachte.
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