Bachelorarbeit, 2025
56 Seiten, Note: 1,3
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Lehrkräfte in der Pflegeausbildung Auszubildende mit ADHS unterstützen können, wo sie dabei an ihre Grenzen stoßen und welche Wirkung die eingesetzten Strategien haben. Die Arbeit zielt darauf ab, bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse zu analysieren, pädagogisch relevante Strategien herauszuarbeiten und deren Potenziale und Grenzen im Ausbildungskontext Pflege kritisch zu reflektieren, um so einen Beitrag zur Professionalisierung des pflegepädagogischen Handelns im Umgang mit ADHS zu leisten.
3 Die Vielschichtigkeit von ADHS
Die Aufmerksamkeits-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS), oder durch den amerikanischen Psychatrieverband vorgeschlagene Bezeichnung „Attention Deficit Hyperactivity Disorder“, ist keine Krankheit sondern eine Störung (Steif et al, 2017, S. 3; Bauschmann, 2002, S. 10). Diese Bezeichnung ist international und wissenschaftlich anerkannt (Bauschmann, 2002, S. 10). ADHS ist seit circa 30 Jahren bekannt und wird jeher erforscht (Steif et al, 2017, S. 3). Das Störungsbild wird in der Medizin folgendermaßen beschrieben: "Als Aufmerksamkeitsstörung wird ein durch eine Verhaltensdiagnose gekennzeichneter medizinischer Zustand beschrieben, bei dem eine erhebliche Beeinträchtigung der Aufmerksamkeitssteuerung charakteristisch ist. Zusätzlich liegen in vielen Fällen klare Anzeichen von Hyperaktivität und oder Störungen der emotionalen Regulation, hauptsächlich der Impulskontrolle, sowie eine Wahrnehmung und Gedächtnis Bildung vor.” (Bauschmann, 2002, S. 9).
Die Bedeutung von ADHS hat sich mit der Zeit deutlich gewandelt und wird heute als Muster von Wahrnehmung und Verhalten, welches zu Problemen im Alltag führt, bezeichnet (Romanos, 2023, S. 2). Die drei Grundpfeiler der Symptome, welche auch ein Syndrom ergeben, wurden erst seit dem 20. Jahrhundert umfangreich durch den englischen Kinderarzt George Frederic Still charakterisiert (Steif et al, 2017, S. 3). 1932 gelang die deutsche Namensgebung durch den Kinderarzt Franz Krammer und Hans Pollnow in die Wissenschaft (Steif et al, 2017, S. 3). In den folgenden Jahren wurden Publikationen über die medikamentöse Therapie mit Stimulanzien veröffentlicht und gilt in der Kinder- und Jugendmedizin als bestuntersuchtes Störungsbild (Steif et al, 2017, S. 3).
Laut der ICD-10 Klassifikation werden für diese hyperkinetische Störung alle Formen mit Hyperaktiven Symptomen eingeschlossen (ICD-10, o. D., S. 10). Die Störung ohne das markante Symptom Hyperaktivität wird im deutschsprachigen Raum als ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) bezeichnet, welches jedoch eher wenig bekannt ist (Bauschmann, 2002, S. 10). Die Störung hat großen Einfluss auf die willkürliche Steuerung der Konzentration, Impulskontrolle und Aktivität des Betroffenen und kann das Leben in vielen Bereichen erschweren (Steif et al, 2017, S. 3).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik von ADHS in der Pflegeausbildung ein, beleuchtet die Herausforderungen für Auszubildende und Lehrkräfte und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2 Lehrkräfte in der Pflegeausbildung: Das Kapitel beschreibt die Rolle der Lehrkräfte, die Struktur der Pflegeausbildung in Deutschland, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie bestehende Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten für Pflegelehrkräfte.
3 Die Vielschichtigkeit von ADHS: Hier werden die neurologischen Grundlagen, die individuellen Schwächen und Stärken, altersspezifische Erscheinungsformen sowie die speziellen Schwierigkeiten und Chancen für Lernende mit ADHS bei der Berufswahl und in der Pflegeausbildung detailliert dargestellt.
4 Methode: In diesem Abschnitt wird die Durchführung einer narrativen Literaturrecherche beschrieben, die zur Analyse bestehender wissenschaftlicher Erkenntnisse und Identifikation von Forschungslücken dient.
5 Ergebnisse: Die zentralen Ergebnisse aus fünf ausgewerteten wissenschaftlichen Studien zu Classroommanagement, Wenn-Dann-Plänen und wahrgenommenen Herausforderungen für Lehrkräfte im Umgang mit ADHS-Auszubildenden werden präsentiert.
6 Diskussion: Die in den Ergebnissen gewonnenen Einblicke werden im Kontext der Forschungsfrage diskutiert, wobei die Grenzen des Lehrerhandelns, die Limitationen der Arbeit und zukünftige Forschungsperspektiven beleuchtet werden.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Haupterkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Wirksamkeit pädagogischer Strategien, identifiziert bestehende Grenzen und unterstreicht die Notwendigkeit struktureller Veränderungen im Bildungssystem für eine nachhaltige Unterstützung von ADHS-Betroffenen.
ADHS, Pflegeausbildung, Pflegelehrkräfte, Classroommanagement, Lerncoaching, Wenn-Dann-Pläne, Unterstützungsstrategien, Aufmerksamkeitssteuerung, Impulskontrolle, Selbstorganisation, Berufswahl, Neurodiversität, Bildungssystem, Lehrer-Schüler-Beziehung, Literaturrecherche
Diese Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten für Auszubildende mit ADHS in der Pflegeausbildung sowie mit den Grenzen, auf die Lehrkräfte bei der Umsetzung von Unterstützungsstrategien stoßen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die pädagogische Unterstützung von ADHS-Auszubildenden, die Rolle und Kompetenzen von Pflegelehrkräften, evidenzbasierte Strategien wie Classroommanagement und Wenn-Dann-Pläne sowie die Auswirkungen struktureller Rahmenbedingungen auf die Ausbildung.
Das primäre Ziel ist es herauszufinden, inwieweit Lehrkräfte in der Pflegeausbildung Auszubildenden mit ADHS unterstützen können, wo sie an ihre Grenzen stoßen und welche Wirkung die eingesetzten Unterstützungsstrategien haben.
Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine narrative Literaturrecherche durchgeführt, um bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse zu analysieren und relevante Strategien zu identifizieren.
Der Hauptteil der Arbeit behandelt die Rolle der Lehrkräfte in der Pflegeausbildung, die Vielschichtigkeit von ADHS (neurologische Grundlagen, Stärken/Schwächen, altersspezifische Erscheinungsformen), Herausforderungen für ADHS-Betroffene in der Berufswahl und Pflegeausbildung sowie die Ergebnisse der Literaturrecherche zu effektiven Unterstützungsstrategien und deren Umsetzung.
Schlüsselwörter, die diese Arbeit charakterisieren, sind ADHS, Pflegeausbildung, Pflegelehrkräfte, Classroommanagement, Lerncoaching, Wenn-Dann-Pläne, Unterstützung und Bildungssystem.
Auszubildende mit ADHS sehen sich in der Pflegeausbildung mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, darunter die Notwendigkeit präzisen Arbeitens, sorgfältiger Planung und Selbstorganisation, der Umgang mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, Multitasking und emotionale Belastungen in stressigen Situationen.
Wenn-Dann-Pläne sind vielversprechend, da sie die exekutive Funktion bei Aufgabenwechsel und Ablenkung verbessern, die kognitive Flexibilität und Resistenz gegenüber äußeren Einflüssen stärken und somit die Selbstregulation fördern.
Lehrkräfte stoßen an Grenzen durch fehlendes ADHS-spezifisches Wissen, Zeitmangel, unzureichende curriculare Verankerung von ADHS-relevanten Inhalten, große Klassengrößen, mangelnde Koordination im Kollegium und fehlende institutionelle Unterstützung.
Neurologische Grundlagen sind für das Verständnis von ADHS relevant, da die Symptomatik durch Funktionsstörungen im Informationsnetzwerk des zentralen Nervensystems, insbesondere durch einen Mangel an Neurotransmittern wie Dopamin und Noradrenalin, verursacht wird und die Verarbeitungsprozesse im Gehirn beeinflusst.
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