Bachelorarbeit, 2010
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Einführung und Problemdefinition
1.2 Fragestellung, Aufbau und Ziel der Arbeit
2. Die Vereinten Nationen zwischen Anspruch und Realität
2.1 Zuständigkeit und Handlungsmöglichkeiten bei innerstaatlichen Konflikten und schweren Menschenrechtsverletzungen
2.2 Grenzen für den Sicherheitsrat als Hüter der Menschenrechte
3. Die Vereinten Nationen im Darfur-Konflikt
3.1 Historischer Abriss des Konflikts
3.2 Die Rolle der Vereinten Nationen
3.2.1 Zuständigkeit des Sicherheitsrates im Darfur-Konflikt
3.2.2 Handlungen des Sicherheitsrates
3.2.3 Bewertung des Engagements des Sicherheitsrates
4. Der Sicherheitsrat blockiert durch die Verfolgung von Partikularinteressen
4.1 Die politische Dimension
4.1.1 Der Darfur-Konflikt im Schatten des Kriegs gegen den Terror
4.1.2 Die ewige Angst um den Verlust der nationalen Souveränität
4.2 Zwischen Waffengeschäften und der Gier nach dem schwarzen Gold
5. ‚Klimakrieg‘ in Darfur?
5.1 A Climate Culprit in Darfur: Die Betonung der ökologischen Ursachen des Konflikts durch Generalsekretär und UNEP
5.2 Der Klimawandel als Hauptauslöser des Konflikts
5.2.1 Die ‚Moral Geography‘ von Darfur
5.2.2 Intensivierung der Landkonflikte als Konsequenz aus der Dürre von 1984/85
5.3 ‚Klimaneutrale‘ Kriegsgründe: Mehr als nur ein ‚Klimakrieg‘
5.3.1 Auf den Spuren der SPLM: Aufstand gegen die Marginalisierung Darfurs
5.3.2 Instrumentalisierung der traditionellen Landkonflikte durch die GoS
6. Propagierung eines Klimakrieges durch Generalsekretär Ban: Mögliche Erklärungsansätze
6.1 Der Generalsekretär im Spannungsfeld kollektiver und nationalstaatlicher Interessen
6.2 Ablenkung oder Appeasement?
6.2.1 Camouflage der Ineffektivität des Sicherheitsrates
6.2.2 Beschwichtigung der kritischen Stimmen zur Durchsetzung des UNAMID-Einsatzes
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den Darfur-Konflikt und die Rolle der Vereinten Nationen dabei, mit einem besonderen Fokus auf der These des Generalsekretärs Ban Ki-moon, den Konflikt primär als "Klimakrieg" zu definieren. Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu ergründen, inwiefern nationale Partikularinteressen der Mitgliedstaaten das Agieren des Sicherheitsrates blockieren und ob die Betonung ökologischer Ursachen als politisches Instrument zur Ablenkung von der Ineffektivität der VN dient.
3.1 Historischer Abriss des Konflikts
Eine kurze und simplifizierte Zusammenfassung des komplexen Darfur-Konflikts soll eine Grundlage für weitere Analysen liefern. Hierbei sollen insbesondere die für den weiteren Verlauf der Arbeit relevanten Teilaspekte beleuchtet werden.
Die Einnahme des Flughafens von Al-Fasher durch die Rebellengruppen der Sudanesischen Befreiungsarmee/-bewegung (SLA/M) und der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) am 25. April 2003 kann als Ausbruch der Krise bezeichnet werden. Im Rahmen des Anschlages kamen 30 sudanesische Soldaten und zwei Beamte ums Leben, desweiteren wurden zwei Antonow-Bomber und drei Helikopter in die Luft gesprengt. Sowohl die SLA/M als auch die JEM stellten Forderungen nach einem Ende der wirtschaftlichen Marginalisierung Darfurs durch die Eliten in der Hauptstadt Khartum, sowie nach mehr Möglichkeiten zur Partizipation auf politischer Ebene.
Bedeutend für den gegenwärtigen Konflikt ist neben politischen Faktoren die ‚maja’a al gutala‘, die große Dürre, welche die Region von August 1984 bis November 1985 heimsuchte und 95.000 Opfer bei einer Gesamtbevölkerung von 3,1 Millionen Menschen forderte. Während dieser Zeitspanne kam es zu Spannungen um den Zugang zu Ressourcen wie Wasser und Weideland zwischen sesshaften und nomadisch-lebenden Darfuris, unter denen besonders die Nomaden litten. In ihrer Verzweiflung griffen sie auf das Land der Sesshaften zurück und wurden gewaltsam zurückgeschlagen.
Diese Spannungen werden heute von der GoS genutzt, um die zumeist arabisch-stämmige, nomadisch-lebende Bevölkerung zu instrumentalisieren und als ‚günstige‘ Söldner einzusetzen. Diese in dem in den 1980er Jahren ausgebrochenen Sezessionskrieg zwischen der GoS und der Rebellenbewegung Sudan People’s Liberation Movement (SPLM) erstmals angewandte Strategie bezeichnet de Waal in seinem gleichnamigen Aufsatz als ‚counter insurgency on the cheap‘.
Die als Janjawiid bekannt gewordenen Reitermilizen agieren als „proxy force“, die stellvertretend für die GoS den Aufstand in Darfur niederschlagen soll.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der VN-Reaktion auf den Darfur-Konflikt unter Berücksichtigung der "Klimakriegs"-These.
2. Die Vereinten Nationen zwischen Anspruch und Realität: Analyse der VN-Zuständigkeit bei innerstaatlichen Konflikten und der durch nationale Interessen bedingten Grenzen des Sicherheitsrates.
3. Die Vereinten Nationen im Darfur-Konflikt: Historischer Abriss des Konflikts und Untersuchung des bisherigen Engagements des Sicherheitsrates sowie dessen Bewertung.
4. Der Sicherheitsrat blockiert durch die Verfolgung von Partikularinteressen: Darstellung der politischen und wirtschaftlichen Motive (Terrorismusbekämpfung, Erdöl, Waffenhandel), die ein entschlossenes Vorgehen des Sicherheitsrates verhindern.
5. ‚Klimakrieg‘ in Darfur?: Überprüfung der "Klimakriegs"-These unter Einbeziehung ökologischer Aspekte und deren Gegenüberstellung mit sozio-ökonomischen und politischen Machtfaktoren.
6. Propagierung eines Klimakrieges durch Generalsekretär Ban: Mögliche Erklärungsansätze: Analyse der Motive von Ban Ki-moon für die einseitige Fokussetzung auf ökologische Ursachen als politisches Kalkül.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die das Verhalten des Generalsekretärs als reflektierte Entscheidung zur Wahrung kollektiver VN-Interessen interpretiert.
Darfur-Konflikt, Vereinte Nationen, Sicherheitsrat, Klimakrieg, Desertifikation, Ban Ki-moon, Partikularinteressen, Souveränität, UNAMID, Sudan, Regierung der Nationalen Einheit, Ressourcenkonflikte, Internationale Organisationen, Responsibility to Protect, Völkerrecht.
Die Arbeit analysiert das Handeln der Vereinten Nationen und des Generalsekretärs Ban Ki-moon im Darfur-Konflikt, insbesondere die politische Entscheidung, den Konflikt vorrangig als „Klimakrieg“ darzustellen.
Die zentralen Themen sind die Handlungsfähigkeit des Sicherheitsrates, die Bedeutung nationaler Interessen in internationalen Organisationen und die wissenschaftliche Debatte um die ökologischen Ursachen des Konflikts.
Das Ziel ist es, Erklärungsansätze für das Verhalten des Generalsekretärs zu liefern, warum dieser die (Mit-)Schuld der sudanesischen Regierung ausblendet und sich auf die "Klimakriegs"-Argumentation stützt.
Die Arbeit folgt primär einer deduktiven Methode, indem sie allgemeine Erkenntnisse über die Handlungsfähigkeit internationaler Organisationen auf den spezifischen Fall Darfur anwendet und mittels Theorien Internationaler Organisationen interpretiert.
Der Hauptteil befasst sich mit den Strukturen der VN, den wirtschaftlichen und politischen Interessen der Ratsmitglieder (wie China und Russland), der "Klimakriegs"-These im Vergleich zu sozio-ökonomischen Faktoren und der möglichen Strategie des Generalsekretärs hinter seiner medialen Rhetorik.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Darfur, Sicherheitsrat, Klimakrieg, Partikularinteressen, Souveränität, UNAMID und Instrumentalisierung.
Der Sicherheitsrat wird als weitgehend gelähmt beschrieben, da die ständigen Mitglieder aufgrund eigener wirtschaftlicher und politischer Interessen (Öl, Waffen) kein entschlossenes Eingreifen gegen die sudanesische Regierung zuließen.
Die Arbeit legt nahe, dass dies ein politisches Kalkül sein könnte: Entweder um von der Ineffektivität des Sicherheitsrates abzulenken (Camouflage) oder um durch "leise Diplomatie" das Einverständnis für die UNAMID-Mission in Darfur nicht zu gefährden.
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